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Musikinstrument. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage
vom 2. Juni igii die Priorität auf Grund der Anmeldungen in Belgien vom 28. Januar
und t2. Mai igig beansprucht. Die Erfindung bezieht sich auf Saiteninstrumente,
die mit Hämmern angeschlagen oder mit dem Finger angerissen werden, und (lie Anschlag-
oder Druckstücke haben, die mechanisch an bestimmten Stellen gegen die Saiten gedrückt
werden können.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, durch welche die Obertöne
des Tones zum Erklingen gebracht werden, auf den- die betreffende Saite des Instrumentes
abgestimmt ist. Hierbei wird eine ganz besondere Klangfarbe dadurch erreicht,.daß
ein Zusammenwirken von verschiedenen Schwingungen,der Saite hervorgerufen wird,
indem diese teilweise auf ihre ganze Länge und teilweise auf einen Teil ihrer Länge
schwingt. Es sind zwar Einrichtungen bekannt, durch welche man gewisse Töne zum
Schweigen bringen kann, indem man die betreffenden Saiten an der Schwingung verhindert,
oder durch welche man .die schwingende Länge der Saite derart verändert, daß einige
Halbtöne der von jeder Saite hervorgebrachten Note verändert werden. Mit diesen
kann aber die dem Erfindungsgegenstand eigentümliche Wirkung nicht erzielt werden.
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Will man mehrere Töne gleichzeitig erhalten, so kann man .die Einrichtung
so treffen, daß jedes Druckstück die gleichgestimmte Saite berührt. Um die sogenannte-
Pizzicato-Wirkung zu erzielen, ordnet man zusätzliche Druckstücke an, die mechanisch
gegen die Saite in der Nähe ihrer Enden gedrückt werden können.
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Zweckmäßig werden die Druckstückz einer Gruppe von in einem gemeinsamen
Träger eingeschraubten Schraubenbolzen getragen. Diese Vorrichtung gestattet die
besondere Regelung jedes Druckstücks gegenüber -dem gemeinsamen Träger, welcher
die nötigen Bewegungen zur Einstellung der Druckstücke ausführt. Man kann auch jedes
Druckstück' auf einem von einem gemeinsamen Träger :getragenen Arm anbringen. Eine
besonders wirksame Nachahmung des Tones gerissener Saiten durch den Anschlag von
Hämmern gelingt durch die Anordnung harter .Körper in der Weise, daß sie nahe den
Hämmern den Saiten so genähert werden können, idaß die Saite nur einmal beim Beginn
der Schwingung unter dem Hammerschlag den Körper berührt. Durch Einstellung dieser
harten Körper gegenüber den Saiten kann man die Stärke der zu erzielenden Wirkung
ändern. Die erwähnten harten jKörper können -in senkrechten Stangen bestehen, deren
unteres Ende quer über den Saiten liegt und die an einer gemeinsamen Leiste befestigt
sind.
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Eine besondere Anordnung ,zur Dämpfung des- Tones mittels Streifen
aus Filz, Leder
o. dgl., welche in der Querrichtung :zwischen die
Saiten der Hämmer eingeschoben werden können, ist -zweckmäßig derart angeordnet,
daß,der Streifen quer zu .den Saiten verschiebbar ist. Hierdurch wird erreicht,
.daß man den Dämpfungsstreifen an der Saite anhalten kann, wo die Dämpfung aufhören
soll. Eine Wirkung, die bisher nicht erzielt werden kcnnte. Zweckmäßig ordnet man
zwei solcher Streifen aus Filz an, deren jeder auf eine Spule aufgerollt ist, die
durch eine Schaltvorrichtung an beliebiger Stelle festgehalten werden kann. Zur
Führung des Streifens unter dem Instrument hindurch können auch besondere Führungsrollen
angeordnet-sein.
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Einige Ausführungsformendes Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung
.dargestellt. Es zeigen Abb. i bis 9 in schematischer Darstellung die allgemeine
Anordnung der Saiten eines Flügels und der Vorrichtungen nach der Erfindung, Abb.
2 einen Schnitt senkrecht zu den Saiten in größerem Maßstab, Abb.3 und 4 teilweise
Schnitte nach A-B und C-D in Abb. 2, Abb. 5, 6 und 7 Schnitte entsprechend Abb.
3 durch drei andere Ausführungsformen, Abb. 8 in teilweiser Ansicht von oben in
größerem Maßstab eine weitere Ausführungsform, Abb.9 einen Flügel von oben mit einer
weiteren Ausführungsform: des Erfindungsgegenstandes, bbhb. io einen teilweisen
Schnitt senkrecht zu den Saiten in größerem Maßstab als in Abb.9. Abb. i i einen
Schnitt nach C-D in Abb. io, Abb. 12 in schaubildlicher Darstellung in größerer:
Maßstab eine Vorrichtung zur Einführung weicher Dämpfungsstreifen, Abb.13 -eine
etwas abgeänderte Ausführungsform dieser Vorrichtung.
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Die Saiten sind in bekannter Weise zwischen dem Stimmstock i .und
der hinteren Befestigungsleiste 2 gespannt; sie werden in üblicher Weise durch ein
nicht dargestelltes Hammerwerk angeschlagen, welches in einem gewissen Abstand von
dem Stimmstock i angeordnet ist. Die Druckstücke nach der Erfindung sind an Träger
4 4', 4" befestigt, deren Form derart ist, daß die Druckstücke mit den Saiten in
ihrer Mitte, auf der Viertellänge und in der Nähe des Stimmstockes in Berührung
kommen können. In .dem ersten Fall läßt die angeschlagene Saite die nächst höhere,
im zweiten die zweithöhere Oktave ertönen, im letzten Fall bringt,die Saite.einen
harten, kurzen Ton entsprechend der Pizzicato-Wirkung hervor.
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Nach A.bb.2, 3 und 4 trägt jeder Träger 4, 4' und 4" mittels Schrauben
6 eine Leiste 5, die aus baulichen Gründen der Länge nach meistens in mehrere Stücke
unterteilt ist. Auf dieser Leiste 5 sind die eigentlichen Druckstücke für jede Note
befestigt; sie bestehen aus einem mit Filz überzogenen Kopf 8, der auf das Ende
eines an der Stange 5 befestigten Schräubenbotzens 7 aufgeschraubt ist; diese Schraubenbolzen
gestatten die genaue Einstellung der Höhenlage der Köpfe 8 gegenüber den Saiten
3. Um die Druckstücke 8 in Berührung mit den Saiten 3 zu bringen, verwendet man
einen Keil 9 (Ahb. 3), der auf eine Schrägfläche des Trägers .4 einwirkt und durch
einen Zug io mittels eines Handgriffes o. dgl. in -der Nähe :der Klaviatur verstellt
wird. Die Rückführung .des Trägers 4 geschieht durch eine Feder ii.
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Bei dreichöriger Besaitung kann man, um zu erreichen, daß jedes Druckstück
8 nur zwei oder nur eine Saite :berührt, den Träger 4 seitlich verschieben mittels
eines ähnlichen Keiles 12 (Abb. 4) mit Zug 13 und Rückführungsfeder 14 (Abb. 2).
Um die .gleiche Wirkung zu erzielen, kann man auch gemäß #ler Ausführungsform nach
Abb. 8 -drei einzelne Druckstücke 8' für jede der ,drei Saiten 3' von gleicher Tonhöhe
werwenden; -,lann wird jedes Druckstück beispielsweise von einer besonderen Leiste
5' und einem besonderen Träger getragen, wobei die verschiedenen Träger getrennt
verstellt werden können.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 5 besitzt ;der Träger der Druckstücke
die Form einer Leiste 15, die um eine Achse 16 von einem Zug 18 gedreht werden kann.
Diese Leiste trägt Arme 17, an deren Ende je ein Druckstück 8 mit seinem Schraubenbolzen
7 befestigt ist. Diese Anordnung gestattet die genaue Einstellung der Lage der Druckstücke
8 in Richtung der Seitenlängsachse, und zwar durch Verstellung,des Armes 17 zu .der
Leiste 15. Die Feststellung des Armes mittels der Schraube 23 wird hierbei erst
dann bewirkt, wenn die Stellung des Druckstückes vollständig geregelt ist.
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Um bleichzeitig mehrere Töne anzuschlagen, kann man in diesem Falle
besondere Druckstücke für jede ;Saite von gleicher Tonhöhe anordnen. Jedes Druckstück
8 wird dann von einem besonderen zu der Leiste 5 beweglichen Arm 17 getragen, und
man kann mittels einer geeigneten Vorrichtung einen oder mehrere dieser Arme anheben,
um die daran befestigten Druckstücke an der Berührung mit,den Saiten zu verhindern,
wenn die Leiste 15. verstellt wird.
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Bei der Ausführungsform gemäß Abb.6 trägt jede der Leisten 5 (Abb.
3) anstatt einzelner Druckstücke 8 über ihre ganze Länge ein vorstehendes Polster;
das durch eine mit Filz 2o bezogene Saite i9 gebildet werden kann. Man kann die
gleiche Wirkung gemäß Abb. 7 dadurch erreichen, daß man in der
Leiste
5 eine Rinne 21 anbringt, die man mittels einer Membran 22. verschließt. Diese Membran
wird .durch Luftdruck o. dgl. aufgeblasen gehalten.
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Die Träger d. oder i5 können ebenfalls in einzelne für sich verstellbare
Stücke unterteilt werden. Man darf auch nicht die Druckstücke des Trägers q.", die
stetig .gegen die Saiten gedrückt werden können, und zwar in einem Abstand von ungefähr
212 cm vom Ende der Saite, mit ,dem üblichen Dämpfer verwechseln, der bei Klavieren
vorübergehend benutzt iwird.
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Diese Vorrichtungen können entsprechend bei Harfen angewendet :werden,
und. zwar mittels Tragstücke für die Druckstücke, die quer über das Instrument angeordnet
sind und mittels Tasten verstellt werden können.
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Der Flügel gemäß Abb. 9 besitzt Saiten 3, die zwischen dem Stimmstock
i und der hinteren Befestigungsleiste 2 gespannt sind. Die Vorrichtung zur Erzeugung
der Wirkung einer gerissenen Saite ,besteht aus einer Leiste 23 aus Holz oder leichtem
Metall aus einem oder mehreren Stücken, welche über den Saiten, vorzugsweise benachbart
der Anschlagstelle der= nicht dargestellten Hämmer, angeordnet ist: Über jeder der
dreichörigerf Saitengruppen durchdringt die Leiste z3 eine senkrechte Stange
2,4 (Abb. io), :deren unteres Ende über den Saiten wagerecht umgebogen ist. Diese
Stange aus Metall, Ebonit oder ähnlichen Stoffen stellt das harte Anschlagstück
dar, gegen welches die Saiten ibei ihrer Schwingung anschlagen. Um die @Ste1-lung
der Stangen 2¢ zu regeln, ,kann man sie senkrecht :in der Leiste :23 verschieben
und dann mittels Druckschrauben 25 festlegen. Die Leiste 23 wird außer Gebrauch
durch eine Feder 26 nach oben gedrückt; sie kann um den erforderlichen Betrag herabgesenkt
werden mittels eines Keiles 27, der von einem Zug 28 verstellt wird. Wenn die Leiste
23 in ihrer oberen Stellung ist, schlagen die Saiten bei ihrer Schwingung nicht
an die An- -schlagstÜcke 24 und erzeugen deshalb den üblichen Klavierbon; senkt
man aber die Leiste vollkommen herab, so erhält man die vollständige Wirkung einer
gerissenen Saite. In den Zwischenstellungen vermischt sich dieser gerissene Ton
,mit dem gewöhnlichen Klavierton. Eine ähnliche Wirkung kann dadurch erzielt werden,
daß man einen harten Körper zwischen den Hammer und die iSaiten einschaltet. Der
harte Körper wird hierbei entweder durch die Wirkung des Hammers oder durch die
Wirkung einer Feder @zurückgezogen. Oder man rüstet den Hammer selbst an der Stelle,
wo .er die Saiten berührt, mit einem solchen harten .Stück aus.
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Die Vorrichtung ,zur Dämpfung des Tones (Abb. 9 und 12) besteht aus
zwei Streifen 29 aus Filz, Leder, Gewebe o. dgl., die über Endrollen 3o laufen und
von zwei straff gespannten Bändern 31 derart getragen werden, daß -lie Streifen
29 schlaff liegen können, wenn sie an der Stelle, wo die Hammer aufschla-,gen, unmittelbar
unter die Saiten gezogen werden. Der Schlag des Hammers wird also jeder .Saite durch
Vermittlung des Filzstreifens übermittelt, wodurch der Ton gedämpft wird.
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Bei der in Abb. 12 gezeigten Vorrichtung rollt sich jeder Streifen
29 an seinem Ende auf eine Spule 30 auf, die mit einer Spiralfeder 32 und
einem Schaltrad 33 mit Schaltklinke 34 versehen ist. Wenn man den Streifen 29 mittels
der Stange 35, welche .gleichzeitig die .Stellung des Streifens anzeigt, verschiebt,
spannt sich die Feder 32, und wenn man den Streifen losläßt, hält die Klinke 34
unter der Wirkung ihrer Feder 36 die iStücke in der erreichten Stellung fest. Um
,den Streifen außer Wirkung zu bringen, braucht man nur die Spule durch Zurückziehung
der Klinke 34 mit der Hand oder mittels einer nicht dargestellten Vorrichtung zurückzuziehen,
worauf der Streifen unter der Wirkung der Feder 32 aufgerollt wird. Man sieht, daß
man mit zwei derart angeordneten Streifen 29 nach Wunsch den Ton auf die ganze Breite
des Instrumentes oder nur auf einen Teil davon von rechts oder von links oder von
beiden Seitendämpfen kann.
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In Abb. 13 ist eine einfachere Vorrichtung gezeigt, mit der
man sich in gewissen Fällen begnügen kann. Die beiden Streifen 29 sind unten, hinter
dem -Instrument vereinigt, und am oberen Ende mittels Schnüre oder Bänder, die an
den Kanten der Streifen 29 befestigt sind, derart verbunden, daß das ganze ein endloses
Band darstellt, das über vier Rollen 30 läuft. Eine an einer der Rollen befestigte
Kurbel 37 ,gestattet die Einstellung der Streifen.