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Lagerung für eiserne Hallendächer. Bei eisernen Hallen, deren Dachbinder
auf' in den Gründungen eingespannten Ständern aufliegen und mit diesen durch Niete
oder Sehrauben auf Zug, Druck und Abscherung fest verbunden sind, wird der auf eine
Seitenwand der Halle wirkende Winddruck und die wagerechte Seitenkraft des auf die
Dachfläche wirkenden Winddruckes so, auf' die Ständer übertragen, daß der vom Wind
unmttelbar getroffene Ständer mit den weitaus größeren Teilen dieser vorgenannten
Kräfte beansprucht wird, jeder folgende abber geringere Reanspruchungen erhält.
Da, jedoch die Halle gegen beide Windrichtungen gleich widerstandsfähig sein muß,
müssen alle Ständer für die ungünstigste Beanspruchung bemessen werden. j Um nun
die Winddruckbelästung auf die Außenständer annähernd gleichmäßig zu verteilen und
infolgedessen die Ständer schwächer ausführen zu können, werden gemäß der Erfindung
die auf den Ständern walgerecht verschiebbar oder schwingbar gelagerten Dachbinder
mit senkrechten Druckflächen versehen, die vermittels geeigneter Beilagen gegen
gleichartige senkrechte Druckflächen an den Außenständern wirken.
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Die Anordnung der Beilagen hat den Zweck, Ungenauigkeiten der Aufstellung
und Wärmeschwankungen Rechnung zu tragen, so daß die Druckübertragung unabhängig
von den genannten Verhältnissen gesichert erscheint. Auch wird nach der Erfindung
für eine Begrenzung der Bewegung des verschieblichen Bindenagers Vorsorge getroffen.
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In der Zeichnung zeigt Abb i eine Ausführungsform einer mehrschifffrgen
Halle nach der Erfindung.
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Abb.2 veranschaulicht in größerem Maßstabe eine Ausführungsform der
Lagerung des Dachbinders auf einem Außenständer.
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Abb. 3, 4 und 5 stellen Schnitte nach den Linien I-I, II-II und III-III
der Abb. 2 dar. In Abb. 6 ist die Lagerung und Kupplung zweier aneinanderstoßender
Dachbinder auf einem Mittelständer veranschaulicht.
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Wie aus Abb. i ersichtlich, sind an den Außenständern 3 senkrechte
Druckflächen. 5 angeordnet, welche sich gegen ebensolche Druckflächen 2 an den Füßen
der Dachbinder i legen können. Sowohl auf den Außenständern 3 als auch auf den Innenständern
4 sind :die Dachbinder i vermittels Rollen 6 verschiebbar gelagert. Die beiden Außenständer
sind: also bei einem bestimmten, mit Berücksichtigung der klimatischen Verhältnisse
des Aufstellungsortes der Halle niedrig bemessenen Wärmegrad auf Druck gekuppelt,
d. h. ein auf einen Außenständer 3 und auf einen Binder ausgeübter, wagerecht nach
innen gerichteter Druck wird durch den Binder oder die Binderreihe auf den gegenüberliegenden
Außenständer 3 übertragen, wobei :sämtliche Binder au-f den, Ständer gleiten
oder
rollen, so daß die Zwischenständer 4 keine wagerechte Belastung von Aden Bindern
erhalten.
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Der gleiche Zweck kann auch durch gelenkartige Verbindung der Ständer
4 mit dem Binder einerseits und der Gründung anderseits erreicht werden.
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Aus den Abb.2 bis 5 ist im besonderen die Anordnung der senkrechten
Druckflächen und die Lagerung des Dachbinders auf dem Außenständer ersichtlich.
Am Binderfuß ist eine senkrechte Druckplatte 7 mit glatter Außenfläche und gleichlaufend
zu ihr eine gleichartige Druckplatte 8 am Ständer 3 befestigt. Beide Druckplatten
sind von zwei oder mehreren Schraubenbolzen g durchsetzt, deren Mutter oder Kopf
von dem die Druckplatte 7 tragenden Blech des Binders so weit absteht, daß auch
bei den größten möglichen Verschiebungen des Binders niemals ein Zug vermittels
der Bolzen g auf den Außenständer 3 übertragen werden kann. Zwischen den Druckplatten
7, 8 sind eine Anzahl Beilagen Io angeordnet; sie haben an ihrem unteren Rande halbkreisförmige
Ausnehmungen, mittels welcher sie auf den Bolzen g aufsitzen (Abb. 4). Die Beilagen
Io können daher rasch und leicht ausgehoben oder eingesetzt werden, ohne daß die
Bolzen 9 entfernt werden, und man ist daher in der Lage, Lücken zwischen den Druckplatten
oder den Beilagen durch Einlegen weiterer Beilagen auszufüllen, so daß die gewünschte
Druckübertragung auf -den vom Wind abgelegenen Ständer gesichert erscheint.
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Die Bolzen 9 dienen nicht nur zur Lagerung der Beilagen Io, sondern
wirken auch unvorhergesehenen Kräften, wie Wirbelstürmen, welche das Dach abzuheben
suchen, entgegen-Die Rollen 6, auf welchen die Binderfüße aufruhen, laufen auf am
Ständer vorgesehenen Rollbahnen i i, über welche zwei lotrecht am Ständer befestigte,
zur Rollenachse senkrechte Führungsplatten I2 vorragen, so daß die Rallen 6 gegen
Verschiebung in Richtung ihrer Achse gesichert sind. Anderseits sind an der Unterfläche
der Binderfüße Winkeleisen I3 aufgenietet, deren lotrechte Schenkel parallel zur
Rollenachse stehen und mit Fortsätzen I4 die oberen Ränder der Führungsplatten I2
umgreifen. Diese Winkeleisen I3 dienen einerseits zur Begrenzung der Bewegung der
Rollen und übertragen anderseits senkrecht zur Binderebene wirkende Kräfte vermittels
der Fortsätze I4 auf die Ständer.
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Wie aus Abb.6 ersichtlich, besitzen die Mittelständer 4 keine Druckplatten,
vielmehr ist jeder der aneinanderstoßenden Dachbinder mit j e einer senkrechten
Druckplatte 2 versehen, zwischen welche die auf den Bolzen g ruhende Beilagen Io
eingesetzt sind. Hier sind jedoch die Schraubenbolzen g festgezogen, um die zwischen
den Außenständern einer mehrschiffigen Halle liegende Binderkette zu einem zugfesten
Ganzen zu machen. Diese feste Verbindung hat den Zweck, eine Verschiebung der benachbarten
Binder gegenüber der zwischen ihnen befindlichen Rinne I5 zu verhindern, so daß
der Rinnenquerschnitt weder auseinandergezogen noch zusammengedrückt werden kann.
Im übrigen ist die Lagerung der Binderfüße auf den Mittelständern die gleiche wie
auf den Außenständern.
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Angenommen, daß bei einer mehrschiffigen Halle gemäß Abb. I etwa von
links Wind wehe, so wird die wagerechte Seitenkraft des auf das Dach ausgeübten
Winddruckes infolge der Kupplung vermittels der senkrechten Druckflächen an den
Bindern und den Ständern nur auf den rechten Außenständer 3 übertragen, während
dieser Anteil des Winddruckes auf den linken Außenständern 3 und die Zwischenständer
4 keime Wirkung äußert.
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Der auf die linke Hallenwand ausgeübte Winddruck sucht den linken
Außenständer 3 nach einwärts zu biegen und der davon herrührende Drück wird durch
die Binder gleichfalls auf den rechten Außenständer übertragen. Also wird nun der
rechte Außenständer einen gewissen Teil ides Winddruckes auf (die linke Hallenwand'
und. die ganze wagerechte Seitenkraft des Winddruckes auf das Dach aufzunehmen haben,
so daß die Summe dieser beiden Beträge ungefähr so groß ist wie der restliche Teil
des WindId'ruckies auf die Wand, den der linke Außenständer erhält. Daher wird die
Beanspruchung ides rechten Außenständers angenähert gleich sein der des linken,
und es genügt, die Ständer so zu bemessen, wie @es der vorbeschriebenen Kräfteverteilung
entspricht, während bei der bisherigen Bauweise idie Ständer stärker bemessen werden
mußten.
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Die Ständer können also nach dieser Anordnung der Binderauflager erheblich
leichter gehalten werden.