DE3444893A1 - Verfahren zur herstellung von fettsaeuremethylestern - Google Patents
Verfahren zur herstellung von fettsaeuremethylesternInfo
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Description
344A833
4000 Düsseldorf, den 6.12.1984 HENKELKGaA
. , , r_ ZR-FE/Patente
Henkelstraße 67 *
Patentanmeldung
D 6840
"Verfahren zur Herstellung von Fettsäuremethylestern"
"Verfahren zur Herstellung von Fettsäuremethylestern"
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Fettsäuremethylestergemischen durch katalytische Umesterung aus natürlichen Fetten und Ölen, die
freie Fettsäuren enthalten.
Fettsäurexnethylester besitzen große technische Bedeutung als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Fettalkoholen
und anderen fettchemischen Produkten wie Estersulfonaten, Fettsäurealkanolamiden und Seifen. Die industrielle
Herstellung der Fettsäuremethylester erfolgt überwiegend durch katalytische Umesterung (Alkoholyse)
von Fettsäuretriglyceridgemischen, wie sie in den Fetten und ölen pflanzlichen und tierischen Ursprungs vorliegen.
Native Fette und Öle enthalten fast immer beträchtliehe
Mengen freie Fettsäuren, wobei der Gehalt an freien Fettsäuren - je nach Ursprung des Materials und seiner
Vorgeschichte - in einem weiten Bereich schwanken kann und fast immer oberhalb von 3 Gewichtsprozent
liegt.
Für die Umesterung von natürlich vorkommenden Fettsäuretriglyceriden
mit Alkoholen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die Wahl der Verfahrensbedingungen
ist in beträchtlichem Ausmaß von der Menge der in den Triglyceriden vorhandenen freien Fettsäuren abhängig.
Patentanmeldung D 6340 -1ST- HENKELKGaA
. η ZR-FE/Patente
In Gegenwart von alkalischen Katalysatoren können Fette und öle bei 25 bis 100 0C mit einem 0,5- bis 1,0-molaren
Überschuß an Alkohol unter Normaldruck zu den entsprechenden Fettsäureestergemischen umgeestert
werden. Ein entsprechendes Verfahren ist als erste Stufe einer Seifenherstellung in der US-PS 2 360 844 beschrieben.
Diese alkalikatalysierte drucklose Umesterung kann problemlos durchgeführt werden, solange man von
Fetten und Ölen ausgeht, die weitgehend wasserfrei sind und deren Gehalt an freien Fettsäuren unter 0,5
Gewichtsprozent (entsprechend einer Säurezahl von etwa 1) liegt.
Nach einem anderen Verfahren können auch Fette und Öle mit einem höheren Gehalt an freien Fettsäuren in Gegenwart
von Alkali- oder Zink-Katalysatoren bei 240 0C
unter einem Druck von etwa 100 bar mit einem 7- bis 8-molaren Überschuß an Methanol zu den entsprechenden
Fettsäuremethylestern umgeestert werden (Ullmann, Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band
11 (1976) , Seite 432) .
Gegenüber der Umesterung unter erhöhtem Druck zeichnet sich die drucklose Umesterung durch einen erheblich
geringeren Methanolbedarf und - wegen der niedrigeren Reaktionstemperaturen - durch einen geringeren Energieaufwand
aus. Darüber hinaus kommt die Umesterung unter Normaldruck ohne kostspielige Druckreaktoren aus.
Aufgrund der Tatsache, daß in technischen Fetten und ölen fast immer größere Mengen an Wasser und Fettsäuren
vorliegen, setzt die drucklose Umesterung eine Trocknung sowie eine Verringerung der Säurezahl - z.B. durch
vorhergehende Umwandlung der freien Fettsäuren in die
Sd 230/439539 i 04 S3
34U893
Patentanmeldung D 6840 - 3""- HENKELKGaA
ZR-FE/Patente - 5·
entsprechenden Alkyl- oder Glycerinester im Zuge einer
Vorveresterungsreaktion - voraus.
Die Vorveresterung der säurehaltigen Fette und Öle kann in Gegenwart von alkalischen Katalysatoren bei
240 0C und 20 bar durchgeführt werden (Ulimann,
Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band (1976), Seite 432). Diese Art der Vorveresterung mit
Methanol setzt wiederum die Verwendung von kostspieligen Druckreaktoren voraus.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, die Herstellung von Fettsäuremethylestern aus solchen Triglycerid-Ausgangsmaterialien
zu erleichtern, die größere Mengen Wasser und freie Fettsäuren enthalten. Auf Basis einer
Kombination aus Vorveresterung der freien Fettsäuren und anschließender Umesterung sollten beide Verfahrensstufen bei vergleichsweise niederen Temperaturen und
ohne Verwendung von Druckreaktoren durchgeführt werden können. Darüber hinaus sollte der bei der Umesterung
erforderliche Alkoholüberschuß mit Rücksicht auf die notwendigen Aufarbeitungs- und Reinigungsschritte
möglichst gering gehalten werden. Insgesamt sollte sie die Pier stellung von Fettsäuremethylestern energiesparend
und kostengünstig gerade auch mit solchen Ausgangsmaterialien ermöglichen, wie sie als Fette und öle
pflanzlichen oder tierischen Ursprungs anfallen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren zur Herstellung von Fettsäuremethylestern durch katalytische
Umesterung von freie Fettsäuren enthaltenden natürlichen Fetten und Ölen mit Methanol, das dadurch gekenn-
^oichnot ist", uaß man
Patentanmeldung D 6840 - X - HENKELKGaA
ZR-FE/Patente
a) in einer Vorveresterungsstufe die im Ausgangsmaterial
vorhandenen freien Fettsäuren in Gegenwart von sauren Veresterungskatalysatoren bei 50 bis
120 0C und Drucken von Normaldruck bis 5 bar mit
Methanol, das gegenüber den freien Fettsäuren im Überschuß vorhanden ist, verestert und die den
Katalysator und einen Teil des Reaktionswassers enthaltende Alkoholphase abtrennt,
IQ b) die verbleibende Ölphase zur Entfernung des restlichen
Reaktionswassers mit einem Glycerin-Methanol-Gemisch extrahiert und
c) die behandelte ölphase der alkalikatalysierten -ι- durcklosen Umesterung mit Methanol unterwirft.
Als Ausgangsmaterial für das erfindungsgemäße Verfahren
kommen praktisch alle Fette und Öle pflanzlichen oder tierischen Ursprungs in Betracht, soweit ihr Gehalt an
freien Fettsäuren nicht von Natur aus so gering ist, daß sie ohne Nachteil der alkalikatalysierten drucklosen
Umesterung direkt zugeführt werden können. Zu den möglichen Ausgangsmaterialien zählen insbesondere Kokosöl,
Palmkernül, Olivenöl, Rapsöl, Baumwollsaatöl, Schmalzöl, Fischöl und Rindertalg. Die Säurezahl der natürlichen
Fette und Öle und damit ihr Gehalt an freien Fettsäuren kann in weiten Bereichen schwanken. So liegt beispielsweise
die Säurezahl des handelsüblichen rohen Kokosöls in der Regel nicht über 20. Bei anderen Pflanzenölen
liegt die Säurezahl guter Qualitäten unterhalb von 10; bei minderen Qualitäten können Werte von 20 bis 25 beobachtet
werden. Technische Talge, die nach ihrer Säurezahl bewertet und gehandelt werden, besitzen - einem
Sd 230Μ3Θ5'') Ί 04 83
Patentanmeldung D 6840 - 5— HENKELKGaA
ZR-FE/Patente
Gehalt an freien Fettsäuren von 1 bis 20 Gewichtsprozent entsprechend - Säurezahlen von etwa 1 bis 40, wobei
gelegentlich auch noch höhere Werte auftreten können. In extremen Fällen kann die Säurezahl des Ausgangsmaterials
für das erfindungsgemäße Verfahren Werte von 60 und darüber erreichen.
In der Stufe a) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der in den Triglyceridgeinischen des Ausgangsmaterials vorhande
Anteil an freien Fettsäuren in Gegenwart von sauren Veresterungskatalysatoren mit im Überschuß vorhandenem
Methanol verestert. Dazu werden vergleichsweise milde Reaktionsbedxngungen gewählt, so daß eine Umesterung
der Triglyceride mit Methanol nicht oder nicht in wesentlichem Ausmaß stattfindet. Das Verhältnis zwischen
Triglycerid und Methanol wird dabei zweckmäßigerweise so _ gewählt, daß einerseits ein deutlicher Methanolüberschuß
über die zu veresternde freie Säure vorhanden ist, und daß andererseits am Ende der Reaktion eine saubere
Trennung in eine öl- und eine Methanolphase gewährleistet ist. Zu diesem Zweck werden in der Stufe a) normalerweise
auf 100 Volumenteile Ausgangsmaterial 20 bis 5o Volumenteile Methanol eingesetzt.
Höhere Einsatzmengen Methanol haben einen positiven Einfluß auf die Geschwindigkeit und die Vollständigkeit
der Veresterung der freien Fettsäuren in der Verfahrensstufe a), obwohl die Löslichkeit des Methanols in den
natürlichen Triglyceriden begrenzt und jeweils für eine
gegebene Reaktionstemperatur als konstant vorgegeben ist.
Gleichwohl hat es sich gezeigt, daß eine Erhöhung der Menge des Methanols eine schnellere und vollständigere
Veresterung der freien Fettsäuren bewirkt. Mit Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens empfiehlt es
sich jedoch, bei der Vorveresterung die Methanolmenge wie angegeben - nach oben hin zu begrenzen, da die
Patentanmeldung D 6840 - fr- - HENKELKGaA
* . ZR-FE/Patente
Rückgewinnung des überschüssigen Alkohols einen beträchtlichen Kostenfaktor darstellt.
Die Vorveresterung der Stufe a) wird in der Regel bei Normaldruck durchgeführt. Das Arbeiten bei geringem
Überdruck kann in verschiedenen Fällen von Vorteil sein. Es kommen dann aber nur Drucke bis zu 5 bar in
Betracht, zu deren Realisierung keine speziellen Druckreaktoren erforderlich sind.
Als Katalysatoren für die Stufe a) eignen sich im Prinzip alle sauren, nicht flüchtigen Veresterungskatalysatoren,
beispielsweise die entsprechenden Systeme aur Basis von Lewis-Säuren, schwerflüchtige anorganische
Säuren und ihre sauren Partialester sowie Heteropolysäuren. Besonders geeignet sind Alkyl-, Aryl- oder
Alkoxy!sulfonsäuren wie z.B. Methansulfonsäure, Haphthalinsulfonsäure
und Dodecylbenzolsulfonsäure. Als Beispiel für schwerflüchtige anorganische Säuren und
deren Partialester seien Schwefelsäure und Glycerinmonoschwefölsäure
genannt. Geeignete Heteropolysäuren sind die Wolframato- und Molybdatophosphorsäuren. Diese
Katalysatoren kommen in der Regel in Mengen von 0,5 bis 5 Gewichtsteilen auf 100 Gewichtsteile Ausgangsmaterial
zur Anwendung.
Zur Durchführung der Vorveresterung wurden die Reaktionspartner zusammen mit dem Katalysator unter kräftigem
Rühren auf die vorgesehene Reaktionstemperatur erhitzt und dann so lange bei dieser Temperatur gehalten, bis
die Säurezahl der olphase auf den gewünschten Wert abgesunken ist. Um in der Verfahrensstufe c) zu optimalen
Ergebnissen zu kommen, vermindert man in der Stufe a) die Säurezahl der olphase vorzugsweise auf Werte unterhalb
von 1 .
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3 4 4 A 8 9
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ZR-FE/Patente
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Die Verfahrensstufe a) kann sowohl chargenweise als auch kontinuierlich durchgeführt werden. Eei kontinuierlicher
Verfahrensweise können die Komponenten Alkohol und Öl im Gleichstrom und im Gegenstrom geführt werden.
5
Nach Beendigung der Reaktion beläßt man das Reakticnsqe- ·
misch ohne weiteres Rühren auf Temperaturen zwischen 40
und 60 0C. Dabei tritt eine Trennung in eine öl- und eine
Methanolphase ein. Die beiden flüssigen Phasen werden
auf bekannte Weise getrennt. Die Methanolphase, die den größten Teil des Reaktionswassers und praktisch die gesamte
Katalysatormenge enthält, wird zur Rückgewinnung des Katalysators und des Methanols destillativ aufgearbeitet.
Der Katalysator verbleibt im Destillationsrückstand, der ohne weitere Reinigungsschritte wieder
als Katalysatorzusatz in der Stufe a) des erfindungsgemäßen Verfahrens eingesetzt werden kann.
Für die Extraktion der ölphase in der Stufe b) des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden Glycerin-Methanol-Gemische
eingesetzt, in denen das Gewichtsverhältnis von Glycerin : Methanol 1 : 0,25 bis 1 : 1,25 beträgt. Als
besonders zweckmäßig hat es sich hier erwiesen, mit Glycerin-Methanol-Gemischen zu arbeiten, wie sie bei der
alkalikatalysierten drucklosen Umesterung nach Stufe c) des erfindungsgemäßen Verfahrens als "Glycerinphase" anfallen
und die im Regelfall die Zusammensetzung
40 - 70 Gew.-% Glycerin,
20 - 50 Gew.-% Methanol,
5-15 Gew.-% Fettderivate (Seifen, Methylester) ,
0,1 -0,2 Gew.-% freies Alkali 35
besitzen. Derartige Gemische können ohne vorausgehende
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ZR-FE/Patente
Aufbereitung in der Verfahrensstufe b) eingesetzt werden. Zweckmäßigerweise werden für die Extraktion auf 100
Gewichtsteile ölphase to bis 30 Gewichtsteile Glycerin-Methanol-Gemisch eingesetzt.
Stufe a) hervorgegangene Ölphase mit der vorgesehenen
Menge Glycerin-Methanol-Gemisch und rührt die erhaltene Mischung 1 bis 5 Minuten lang kräftig durch.
Danach läßt man das Gemisch bis zur Phasentrennung ruhig stehen und trennt die extrahierte Ölphase ab. Im Sinne
einsr möglichst weitgehenden Abtrennung von noch vorhandenem Reaktionswasser und Katalysatorresten hat es
sich als vorteilhaft erwiesen, die gesamte Extraktion in
der Stufe b) nicht bei Normaltemperatur, sondern bei
40 bis 60 °C vorzunehmen.
Die Stufe b) kann im Chargenbetrieb in einem einfachen Rührbehälter durchgeführt werden. In kontinuierlicher
Arbeitsweise kann dieser Teilschritt des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Rührkesselkaskade oder in einer
mit statischen Mischelementen ausgestatteten Kolonne verwirklicht werden. Es ist auch möglich, die Ölphase
und das Glycerin-Methanol-Gemisch im Gegenstrom kontinuierlich durch eine Extraktionskolonne zu führen.
In der abschließenden Stufe c) des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden die entsäuerten und weitgehend wasserfreien Triglyceride in an sich bekannter Weise der drucklosen
alkalikatalysierten Umesterung mit Methanol unterworfen. Zweckmäßigerweise werden dabei folgende Bedingungen
eingehalten:
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Patentanmeldung D 6840 ~ ? ~ HENKELKGaA
to. ZR-FE/Patente
Die Umesterung wird mit im wesentlichen wasserfreiem Methanol durchgeführt. In der Regel wird das Methanol
in einem 50 bis 150 prozentigen Überschuß über die für
die Umesterung erforderliche stöchiometrische Menge eingesetzt. Als Katalysatoren kommen vor allem Alkalimetallhydroxide,
insbesondere Natrium- und Kaliumhydroxyd, und Alkalimetallalkoholate, insbesondere Natriummethylat, in
Betracht. Bei der Bemessung der Katalysatormenge ist der ^n
dem betreffenden Triglycerid noch vorhandene Restgehalt an freien Fettsäuren zu berücksichtigen. Über die für die
Neutralisation der freien Fettsäuren benötigte Menge hinaus kommen die Katalysatoren in Mengen von Q.05 bis 0,2
Gewichtsteilen pro 100 Gewichtsteile Triglycerid zur Anwendung.
Das Gemisch aus Triglycerid (Ölphase) t Methanol und Katalysator
wird unter Rühren auf die vorgesehene Reaktionstemperatur erwärmt. Die Umesterungsreaktion verläuft bereits
bei 25 bis 30 C mit ausreichender Geschwindigkeit. Im allgemeinen wird es jedoch vorgezogen, die Umesterungsreaktion
bei Temperaturen von 50 bis 100 C, insbesondere
bei Rückflußtemperatur, durchzuführen.
Wenn der gewünschte Umesterungsgrad erreicht ist, läßt
man das Reaktionsgemisch ohne weiteres Rühren stehen, bis sich die Phasen trennung vollzogen hat. Anschließend v/erden
die Phasen in bekannter Weise getrennt. Die Methanol enthaltende Glycerinphase wird in der Regel in der Stufe b)
des erfindungsgemäßen Verfahrens als Extraktionsmittel verwendet, bevor sie in an sich bekannter Weise zu Glycerin
und Methanol aufgearbeitet wird. Die Methylesterphase wird in an sich bekannter Weise über entsprechende Reinigungs-
und Destillationsschritte zu den gewünschten Ausgangsmaterialien für organische Synthesen weiterverarbeitet.
Patentanmeldung D 6 840 HENKELKGaA
~ Y^ ZR Ft/f\itt<nto
In einem 400 1-Rührbehälter wurden 200 1 (174 kg) Kokosöl
(Säurezahl 15,1), 60 1 (47,4 kg) Methanol und 1,6 kg p-Toluolsulfonsäure unter Rühren 15 Minuten lang zum
Rückflußkochen erhitzt. Das Reaktionsgemisch wurde ohne weiteres Rühren auf etwa 50 0C abgekühlt, wobei eine
saubere Trennung in eine Öl- und eine Methanolphase eintrat.
Der abgetrennten ölphase (204 kg; Säurezahl 0,8; Wassergehalt
0,34 Gewichtsprozent; Methanolgehalt 1 4,1 Gewichtsprozent)
wurden bei 50 bis 55 0C 40,8 kg Glycerin-Methanol-Gemisch
aus der alkalikatalysierten drucklosen Umesterung (59, ο Gewichtsprozent Glycerin;28,1 Gewichtsprozent Methanol;
12,8 Gewichtsprozent Fettderivate; Q71 Gewichtsprozent
freies Alkali)zugegeben. Die zweiphasige Mischung wurde 10 _ Minuten lang gerührt. Nach Beendigung des Rührvorganges
erfolgte in wenigen Minuten eine klare Trennung der beiden Phasen. Nach dem Ablassen der Glycerinphase verblieben
196 kg ölphase (Säurezahl 0,4; Wassergehalt 0,08 Gewichtsprozent; Methanolgehalt 10,6^ Gewichtsprozent) .
Die extrahierte Ölphase wurde mit 35 1 (27,7 kg) Methanol
und 0,3 kg Natriummethylat als Umesterungskatalysator unter Rühren 30 Minuten lang zum Rückflußkochen erhitzt.
Danach wurde das Reaktionsgemisch auf 50 C abgekühlt. Die sich abscheidende methanolhaltige Glycerinphase wurde
abgetrennt. Der verbleibende rohe KokosfettsäuremethyIester
(188 kg) enthielt 0,4 Gewichtsprozent gebundenes Glycerin, 0,02 Gewichtsprozent Wasser und 8,1 Gewichtsprozent
Methanol; seine Säurezahl betrug 0,04.
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Patentanmeldung D 6840 - Μ" - HENKELKGaA
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Der geringe Gehalt an gebundenem Glycerin läßt erkennen,
daß die Umesterung mit einem sehr hohen Uinsetzungsgrad
verlaufen ist. Bezieht man diesen Wert auf den Gehalt an gebundenem Glycerin im eingesetzten Kokosöl (13,2 Gewichtsprozent)
, so ergibt sich, daß 97 % des gebundenen Glycerins bei der Umesterung freigesetzt wurden und im Rohraethylester
nur noch 3 % vorhanden sind.
Wie in Beispiel 1 wurden 200 1 (174 kg) Kokosöl (Säurezahl
15,1) mit 60 1 (47,4 kg) Methanol in Gegenwart von
1,6 kg p-Toluolsulfonsäure unter Rühren bei 65 0C umgesetzt.
Die erhaltene Ölphase (204 kg; Säurezahl 0,8; Wassergehalt 0,34 Gewichtsprozent) wurde direkt der drucklosen
Umesterung zugeführt. Hierzu wurde die ölphase mit 36,5 1 (28,8 kg) Methanol und 0,3 kg Na-Methylat unter Rühren
- 30 Minuten lang zum Rückflußkochen erhitzt. Nach dem Abkühlen
auf 50 0C wurde die Methanol und Glycerin enthaltende
untere Phase abgetrennt. Der rohe Kokosfettsäuremethylester ( i86 kg) enthielt 2,3 Gewichtsprozent gebundenes
Glycerin, 0,09 Gewichtsprozent Wasser und 7,9 Gewichtsprozent Methanol; seine Säurezahl betrug 0,04.
Im vorliegenden Fall, d.h. ohne die im Beispiel 1 beschriebene Extraktion der Ölphase mit einem Glycerin-25
Methanol-Gemisch nach der Vorveresterung, ist die drucklose alkalikatalysierte Vorveresterung nur unvollständig
verlaufen, wie der relativ hohe Wert für gebundenes Glycerin anzeigt. Von dem in den Glyceriden des Ausgangsöls
gebundenen Glycerin wurden nur ca. 83 % freigesetzt.
Patentanmeldung D 6840 - Vi - HENKELKGaA
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'/lh
Die in Beispiel 1 nach der Vorveresterung abgetrennte Methanolphase (21 ,3 kg) wurde unter einem Druck von
20 itibar bei 100 0C von Methanol und Wasser befreit. Bei
der Analyse des Rückstandes wurden folgende Werte gefunden: 7,4 Gewichtsprozent Schwefel; 0,3 Gewichtsprozent
Wasser; Säurezahl 131,9; Verseifungszahl 277,9.
Der Rückstand wurde mit 60 1 (47,5 kg) Methanol (Wassergehalt 0,1 Gewichtsprozent) aufgenommen und mit 200 1
(174 kg) Kokosöl (Säurezahl 15,1) 15 Minuten lang bei
65 0C gerührt. Nach dem Abkühlen auf 50 0C wurden die
beiden entstandenen Phasen getrennt. Die Analyse der erhaltenen Ölphase (210 kg) ergab folgende Werte: 0,29 Gewichtsprozent
Wasser, 15,0 Gewichtsprozent Methanol; Säurezahl 0,8.
Dieses Beispiel zeigt, daß sich der eingesetzte Katalysator nach der Vorveresterung aus der Methanolphase leicht
durch Abdestillieren des Methanols und des Reaktionswassers wiedergewinnen läßt. Bei der Wiederverwendung des
Katalysators ist keine nennenswerte Beeinträchtigung der Aktivität festzustellen.
Die im Beispiel 2 angefallenede Methanolphase wurde
wiederum eingedampft und der Rückstand für eine weitere Vorveresterung eingesetzt. Dabei wurden annähernd die
gleichen Ergebnisse wie in Beispiel 2 erhalten. Für die Ölphase wurden folgende Analysenwerte ermittelt: 0,33 Gewichtsprozent
Wasser; 15,5 Gewichtsprozent Methanol; Säurezahl 0,9.
Sd 230/JJiHM" J. 03.62
34446S
Patentanmeldung D 6840 - Yi - HENKELKGaA
ZR-FE/Patente
Analog Beispiel 1 wurden 200 1 (174 kg) Kokosöl (Säurezahl 15,1) mit 60 1 (47,4 kg) Methanol in Gegenwart von
0,8 kg Methansulfonsäure bei 65 C umgesetzt. 5
Die abgetrennte ölphase (204 kg) wurde bei 50 bis 55 0C
mit 40,8 kg Glycerin-Methanol-Gemisch aus der alkalikatalysierten drucklosen Umesterung (55,0 Gewichtsprozent Glycerin;
33,7 Gewichtsprozent Methanol; 11 ,2 Gewichtsprozent Fettderivate; 0,1 Gewichtsprozent freies Alkali) 10 Minuten
lang gerührt. Die Ölphase hatte nach der erneuten Phasentrennung eine Säurezahl von 0,5.
Die ölphase ( 195 kg) wurde unter Zugabe von 35 1
(27,7 kg) Methanol und 0,3 kg Natriummethylat bei 65 °C
umgeestert. Der dabei erhaltene rohe Kokosfettsäureme-
~ thylester ( 185 kg) enthielt 0,5 Gewichtsprozent Glycerin,
0,02 Gewichtsprozent Wasser und 7,6 Gewichtsprozent Methanol; seine Säurezahl betrug 0,04.
20
Analog Beispiel 1 wurden 200 1 ( 174 kg) Rindertalg
(Säurezahl 21) mit 60 1 (47,4 kg) Methanol in Gegenwart von 1,6 kg p-Toluolsulfonsäure vorverestert. Die aus dem
Reaktionsgemisch abgetrennte ölphase wurde mit 40,8 kg Glycerin-Methanol-Gemisch einer vorangegangenen alkalikatalysierten
drucklosen Umesterung extrahiert. Der vorveresterte Talg hatte nach der Abtrennung von der GIy-
cerin-Methanol-Phase eine Säurezahl von 0,6. 30
Die Umesterung der Ölphase ( 192 kg) unter Zugabe von
30 1 (23,7 kg) Methanol und 0,3 kg Natriummethylat bei 65 0C ergab 185 kg Talg-Fettsäuremethylester mit 0,4
Gewichtsprozent gebundenem Glycerin, 0,02 Gewichtspro-
Patentanmeldung D 6840 - WT - HENKELKGaA
ZR-FE/Patente
zent Wasser, 6,1 Gewichtsprozent Methanol und Säurezahl 0,03.
Analog Beispiel 1 wurden 200 1 (174 kg) Kokosöl (Säurezahl 15,1) mit 60 1 (47,4 kg) Methanol in Gegenwart von
0,4 kg 98gewichtsprozentiger Schwefelsäure 15 Minuten
lang bei 65 °C zur Reaktion gebracht.
Die abgetrennte ölphase (206 kg; Säurezahl 0,7; Wassergehalt
0,31 Gewichtsprozent; Methanolgehalt 11,3 Ge-
wichtsprozent) wurde bei 50-55 C mit 41,2 kg Glycerin-Methanol-Gemisch
aus der alkalikatalysierten Umesterung (57,1 Gewichtsprozent Glycerin;33,0 Gewichtsprozent Methanol;
9,8 Gewichtsprozent Fettderivate; 0,1 Gewichtsprozent freies Alkali) 1o Minuten lang gerührt. Nach der
Phasentrennung wurden in der ölphase 0,13 Gewichtsprozent
- Wasser und 11 ,6 Gewichtsprozent Methanol festgestellt; die
Säurezahl betrug 0,2.
Die ölphase ( 197 kg) wurde unter Zugabe von 35 1 (27,7 kg) Methanol und 0,3 kg Natriummethylat bei 65 0C
umgeestert. Der dabei erhaltene Kokosfettsäuremethylester (183 kg) enthielt 0,5 Gewichtsprozent Glycerin,
0,2 Gewichtsprozent Wasser und 6,1 Gewichtsprozent Methanol; die Säurezahl betrug 0,04.
Beispiel 6 wurde mit der Abwandlung wiederholt, daß die
aus der Vorveresterung erhaltene Ölphase ohne zwischengeschaltete Extraktion mit Glycerin-Methanol-Gemisch
direkt der alkalikatalysierten drucklosen Umesterung zugeführt wurde. Bei dieser Verfahrensweise wurde ein
Sd 230/438539 3. 08.B2
Patentanmeldung D 6840
HENKEL KGaA ZR-FE/Patente
Kokosfettsäuremethylester erhalten, der 2 Gewichtsprozent
gebundenes Glycerin enthielt.
Ein Vergleich.mit Beispiel 6 zeigt, daß der Umsetzungsgrad bei der Umesterung des vorveresterten Öls beträchtlich
verbessert werden kann, wenn das vorveresterte öl vor der Umesterung mit einem Glycerin-Methanol-Gemisch
extrahiert.
Claims (9)
- Patentanmeldung D 6840 -1/6" - HENKELKGaA1ZR-FE/PatentePatentansprüche(1 * Verfahren zur Herstellung von Fettsäuremethylestern durch katalytische Umesterung von freie Fettsäuren enthaltenden natürlichen Fetten und Ölen mit Methanol, dadurch gekennzeichnet, daß mana) in einer Vorveresterung die im Ausgangsmaterial vorhandenen freien Fettsäuren in Gegenwart von sauren Veresterungskatalysatoren bei 50 bis 120 0C und Drucken von Normaldruck bis 5 bar mit Methanol, das gegenüber den freien Fettsäuren im Überschuß vorhanden ist, verestert und die den Katalysator und einen Teil des Reaktionswassers enthaltende Alkoholphase abtrennt,b) die verbleibende ölphase zur Entfernung des restlichen Reaktionswassers mit einem Glycerin-Methanol-Gemisch extrahiert undc) die behandelte ölphase der alkalikatalysierten drucklosen Umesterung mit Methanol unterwirft.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe a) auf 100 Volumenteile Ausgangsmaterial 20 bis 50 Volumenteile Methanol einsetzt.
- 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe a) bei Normaldruck arbeitet.
- 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe a) als Katalysatoren aliphatische und/oder aromatische Sulfonsäuren einsetzt.Patentanmeldung D 6840 - rf - HENKELKGaAZR-FE/Patente 'SL.
- 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe a) die Säurezahl der ölphase auf Werte unterhalb von 1 vermindert.
- 6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch ge-kennzeichnet, daß man in der Stufe b) Glycerin-Methanol-Gemische verwendet, in denen das Gewichtsverhältnis von Glycerin : Methanol 1 : 0,25 bis 1 : 1,25 beträgt.
- 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das verwendete Glycerin-Alkohol-Gemisch aus der alkalikatalysierten drucklosen Umesterung der ölphase stammt.
- 8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe b) auf 100 Volumenteile ölphase 10 bis 30 Volumenteile Glycerin-Methanol-Gemisch einsetzt.
- 9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, di
durchführt.zeichnet, daß man die Stufe c) bei 50 bis 100 0CSd230/4MM9 4 04 83
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