DE344052C - Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Schilf, insbesondere aus Rohrkolbenschilf - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Schilf, insbesondere aus RohrkolbenschilfInfo
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- DE344052C DE344052C DEC26806D DEC0026806D DE344052C DE 344052 C DE344052 C DE 344052C DE C26806 D DEC26806 D DE C26806D DE C0026806 D DEC0026806 D DE C0026806D DE 344052 C DE344052 C DE 344052C
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- D—TEXTILES; PAPER
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- D01B—MECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
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Description
- Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Schilf, insbesondere aus Rohrkolbenschilf. Zur Gewinnung von Fasern aus Schilf hat man bereits vorgeschlagen, das zur Zeit der Reife geschnittene und geschlitzte Schilf in trockenem Zustande einem Röstverfahren zu unterwerfen, darauf in Einsatzkörben mit einer Lauge zu behandeln, deren Stärke sich nach dem Alter des Schilfs richtet, und schließlich nach Herausnahme aus den Einsatzkörben zu waschen, dann zu entwässern, anzusäuern, von neuem auszuwaschen, wieder zu entwässern und zuletzt zu trocknen.
- Dieses Verfahren besitzt den Nachteil, daß zu seiner Durchführung ein langwieriges, zwei bis fünf Wochen dauerndes Rösten erforderlich ist, und daß das in die Einsatzkörbe eingebrachte Schilf nach Beendigung der Laugeeinwirkung aus diesen Körben wieder herausgenommen werden muß, um den weiteren Behandlungen unterworfen zu werden, was einen nachteiligen Einfluß auf die Fasern ausübt.
- Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein zur Gewinnung von Fasern aus Schilf bestimmtes Verfahren, bei welchem ebenfalls Einsatzkörbe benutzt werden, in denen das getrocknete Schilf mit einer Lauge behandelt wird, deren Stärke nach dem Alter des Schilfs sich richtet, welches aber die dem bekannten Verfahren anhaftenden Übelstände der Langwierigkeit, der umständlichen Handhabung des Schilfs und des aussetzenden Arbeitsganges dadurch beseitigt, daß unter Wegfall des zeitraubenden Röstens die im Innern freigelegten Pflanzen während der ganzen Dauer der Behandlung, ohne Änderung ihrer Lage, in den Einsatzkörben verbleiben, welche hintereinander in die Laugenkochapparate, in die Zentrifugen, in die Trockenvorrichtungen und schließlich zur Lagerstelle übergeführt werden. Hierdurch gestaltet sich das Verfahren zu einem einheitlichen, ununterbrochenen, maschinellen, von längeren Zwischenpausen freien Arbeitsgang.
- In seinen Einzelheiten wird das neue Verfahren folgendermaßen ausgeübt: Die Pflanzen werden zunächst sortiert, d. h. junge und ältere Pflanzen getrennt, und dann die so erhaltenen sortierten Rohprudukte dem Aufschließungsverfahren unterworfen. Hierbei wird gemäß dem neuen Verfahren derart vorgegangen, daß Pflanzen, wie Rohrkolbenschilf, welche namentlich am unteren Ende, d. h. dem Wurzelende, mehr oder weniger verholzt sind, zunächst von Hand oder durch geeignete Maschinen mehrfach gespalten werden, um das Innere der Pflanzen möglichst freizulegen. Alsdann werden die so vorbereiteten Pflanzen einem Aufschließungsverfahren im Laugenkocher unterzogen, derart, daß die Pflanzen z. B. zur Erzielung von Langfasern in geeignete Gefäße in gestreckter Lage eingelegt und in diesen Gefäßen den Laugenkochern zugeführt werden. Nach Beendigung des Kochens werden die Gefäße mit den Fasern in Zentrifugen übergeführt, um dort die noch anhaftende Lauge zu entfernen, zu spülen und erforderlichenfalls weitere Prozesse vorzunehmen. Von den Zentrifugen gelangen die Einsatzgefäße mit den Fasern schließlich in Trockenvorrichtungen, in welchen die Fasern in den Gefäßen getrocknet werden, um alsdann in den Gefäßen zu dem Lagerraum gebracht zu werden, wo die Entleerung der Gefäße erfolgt. Bei diesem Verfahren ist wesentlich, daß zur Gewinnung von Langfasern die Pflanzen während des ganzen Verfahrens der Fasergewinnung in den Aufnahmegefäßen verbleiben und vom Einlegen in diese Gefäße bis zum Entleeren ihre Lage beibehalten, ohne daß ein Umpacken oder Schichten erfolgt. Die Pflanzen können entweder in ganzer Länge in die Einsatzgefäße gelegt werden oder ein- oder mehrfach unterteilt werden, wobei dann die Pflanzenteile möglichst parallel zueinander in die Einsatzgefäße aufeinandergeschichtet werden.
- Handelt es sich um die Erzeugung von Kurzfasern, so können die Pflanzenteile auch in sich gebrochen in die Gefäße eingebracht werden. Auch in diesem Falle behalten die Fasern während der ganzen Behandlungsdauer in den Einsatzgefäßen ihre Lage bei. Bei dem beschriebenen Aufschließungsverfahren wechselt die Stärke der Lauge sowie die Zeit des Kochens und der beim Kochen angewandte Überdruck, je nach dem Alter und der Art der aufzuschließenden Pflanze, und ist den jeweiligen Verhältnissen derart angepaßt, daß junge, weiche, wenig verholzte Pflanzen mit einer Lauge von geringer Stärke und einem geringen Überdruck beim Kochen behandelt werden, während ältere Pflanzen in stärkerer Lauge und unter größerem Dampfdruck dem Kochen unterworfen werden. Da die Pflanzen Öle, Fette und andere Nebenprodukte enthalten, welche zweckmäßig verwertet werden, so sind beim Wiederbrauchbarmachen der bei der Aufschließung benutzten Lauge Vorrichtungen getroffen, um die genannten Öle, Fette und ähnlichen Nebenprodukte zu gewinnen.
Claims (1)
- PATENT-AN sPRUcH: Verfahren zur Gewinnung von Fasern aus Schilf, insbesondere aus Rohrkolbenschilf, unter Benutzung von Einsatzkörben, in denen das Schilf mit einer Lauge behandelt wird, deren Stärke sich nach dem Alter des Schilfs richtet, dadurch gekennzeichnet, daß zur Vergleichmäßigung der Aufschließung und Erzielung einer gleichwertigen Faser in allen Teilen der Pflanze, die härteren, der Wurzel zunächstliegenden Teile gespalten werden und die so vorbereiteten Pflanzenteile während der ganzen Dauer der Behandlung, ohne Änderung ihrer Lage, in den Einsatzkörben verbleiben, welche hintereinander in die Laugenkochapparate, in die Zentrifugen, in die Trockenvorrichtungen und schließlich zur Lagerstelle übergeführt werden.
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| DE344052C true DE344052C (de) | 1921-11-11 |
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- 1917-06-27 DE DEC26806D patent/DE344052C/de not_active Expired
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