DE343340C - Verfahren zur Gewinnung von Spinnfasern aus Kolbenschilf (Typha), Binsen usw - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Spinnfasern aus Kolbenschilf (Typha), Binsen usw

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DE343340C
DE343340C DE1919343340D DE343340DD DE343340C DE 343340 C DE343340 C DE 343340C DE 1919343340 D DE1919343340 D DE 1919343340D DE 343340D D DE343340D D DE 343340DD DE 343340 C DE343340 C DE 343340C
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von -Spinnfasern aus Kolbenschilf (Typha), Binsen usw. Es ist bekannt, aus spinnfaserngebenden Pflanzen, wie Kolbenschilf, Binsen usw., die Fasern durch Kochen mittels schwacher Laugen freizulegen; die so erhaltenen Fasern sind aber noch mehr oder weniger hart und spröde, insbesondere leiden die Fasern der Typhaceen an diesem Übel. Sie sind stark verholzt und brüchig.
  • Man hat nun versucht, durch eine mehrstündige Nachkochung mit schwacher alkalischer Lauge die Fasern weicher zu machen, also einen Teil der Verholzung herauszulösen. Dieser Weg führt aber nicht zum Ziel, weil die Faser, wenn sie einigermaßen freigelegt ist, morsch und faulgeworden ist, so daß sie für Spinnereizwecke nur noch bedingungsweise verwendet werden kann.
  • Es hat sich nun gezeigt, daß das Freilegen der groben Fasern aus den Pflanzen durch kräftiges Waschen in einer geeigneten Maschine schon möglich ist, nachdem die Pflanzen vorher nur kurze Zeit in einer schwachen Lauge gekocht werden. Es genügt, statt der heute allgemein angewendeten 3- bis 5stündigen Kochung in etwa Iprozentiger Ätznatronlauge, die gut lufttrockenen Pflanzen nur (beispielsweise) eine Stunde in einer Lauge dieser Stärke zu kochen, wenn durch eine nachfolgende Behandlung die Verfeinerung der Fasern sichergestellt wird. Zahlreiche nach dieser Richtung hin unternommene Versuche haben gezeigt, daß die Verfeinerung der Fasern (Entfernen der verholzenden Stoffe), also Aufspalten der Faserbündel, durch Kochen in alkalischer Lauge hoher Konzentration leicht gelingt. Es ist zwar bekannt, Gespinstfasern, wie Baumwolle, Jute usw., mit kalter starker Natronlauge zu behandeln. Diese nach M e r -c e r benannte Arbeit wird aber bei niederer Temperatur durchgeführt, und zwar soll das Alkali um so wirksamer sein, also eine um so schwächere Lösung bereits für den Erfolg ausreichen, je kälter die Lauge zur Anwendung kommt. Es werden für diesen Zweck vielfach sogar Maschinen zur künstlichen Erzeugung tiefer Temperaturen angewendet, dagegen hat man die Nachbehandlung von Fasern (am wenigsten solcher aus einheimischen Spinnpflanzen) mit heißen oder kochenden hochprozentigen Laugen bisher für unmöglich gehalten und angenommen, daß die Fasern hierdurch zerstört würden.
  • Es hat sich jedoch ergeben, daß insbesondere bei Abkürzung der eigentlichen Aufschließungskochzeit die Erzeugung von Fasern ohne Schwächung derselben auch in Großbetrieben durchaus möglich ist. Als Beispiel möge der ungefähre Arbeitsgang nach diesem Verfahren bei Herstellung von Fasern aus Kolbenschilf (Typha) dienen.
  • Gut lufttrockenes, gegebenenfalls in bekannter Weise mechanisch aufgespaltenes Schilf wird eine Stunde lang in einer Iprozentigen Ätznatronlauge gekocht und darauf in einer Waschmaschine bekannter Bauart gründlich ausgewaschen. Nachdem das Fasergut nunmehr auf einer Zentrifuge entwässert ist, unterwirft man es etwa eine halbe Stunde lang der Einwirkung einer Ätznatronlauge von 35° Be bei etwa Ioo° C, schleudert hierauf aus und spült zwecks Beseitigung der Alkalireste gut nach. Die so erhaltene Faser ist außerordentlich weit aufgeteilt, sehr weich und hat eine Kräuselung, wie sie der Wolle eigen ist.' Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß eine so erzeugte Faser von der durch Nachbehandlung mit kalter starker Natronlauge, selbst wenn die Einwirkung 24 Stunden und mehr gedauert hat, verschieden ist. Das Fasergut ist weiter aufgeschlossen und wesentlich gleichmäßiger, enthält kaum noch grobe Faserbestandteile und kann ohne besondere Vorbereitung unmittelbar den Krempeln der Wollspinnerei, gegebenenfalls nachdem das Gut geschmelzt ist, zugeführt werden.
  • Die nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren erzeugte Faser zeigt aber noch einen wesentlichen und für die Weiterverarbeitung außerordentlich wertvollen Unterschied gegenüber der mit kalter Natronlauge nachbehandelten Faser. Während bei der letzten ein großer Teil der Fasern, und zwar ,die feinsten, sich zu Knötchen (sog. Noppen) zusammengezogen haben, welche auf den Krempeln nicht aufgelöst werden können, fehlen diese .bei nach dem neuer. Verfahren hergestellten Fasern vollständig.

Claims (2)

  1. PATENT-ANsPRÜcnE: i. Verfahren zur Gewinnung von Spinnfasern aus Kolbenschilf (Typha), Binsen usw., dadurch gekennzeichnet, daß ,die gegebenenfalls vorher in bekannter Weise gespaltenen Pflanzen zunächst in schwacher Natronlauge zur Freilegung der Fasern gekocht und hierauf der Einwirkung einer heißen hochprozentigen Lauge (z. B. solcher von Ätzriatron, Ätzkali usw.) unterworfen werden.
  2. 2. Nachbehandlung von auf andere Art hergestellten. Rohfasern mittels heißer alkalischer Lauge höherer Konzentration in der unter z beschtiebeneri. Weise.
DE1919343340D 1919-11-21 1919-11-21 Verfahren zur Gewinnung von Spinnfasern aus Kolbenschilf (Typha), Binsen usw Expired DE343340C (de)

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