DE718754C - Verfahren zum Aufschliessen entholzter Bastfasern - Google Patents

Verfahren zum Aufschliessen entholzter Bastfasern

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DE718754C
DE718754C DEB188974D DEB0188974D DE718754C DE 718754 C DE718754 C DE 718754C DE B188974 D DEB188974 D DE B188974D DE B0188974 D DEB0188974 D DE B0188974D DE 718754 C DE718754 C DE 718754C
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DE
Germany
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fibers
treatment
water
deforested
alkaline
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Expired
Application number
DEB188974D
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English (en)
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Dr Klaus Christoph Menzel
Dr Habil Kurt Schneider
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BASTFASER GmbH
Original Assignee
BASTFASER GmbH
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Publication date
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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
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  • Zoology (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)
  • Artificial Filaments (AREA)

Description

  • Verfahren zum Aufschließen entholzter Bastfasern Es ist bekannt, Bastfaserbündel (Langfasern) von Hanf, Flachsoder anderen Faserpflanzen auf chemischem und mechanischem Wege in Einzelfasern Moder in Gruppen von solchen zu zerlegen. Dieser Vorgang wird als Kotonisierung bezeichnet, weil dadurch Kurzfasern erzeugt werden, die den Baumwollhaaren ähnlich sind. Sie werden in Mischung mit anderen Kurzfasern, z. B. Baumwolle, Zellwolle und Wolle, oder allein in Baumw .all- oder Wollspinnereien verarbeitet.
  • Der chemische Aufschluß ,der Bastfasern verfolgt das Ziel, die Pektin- und L igninstaffe herauszulösen, die die Einzelfasern im Bündel zusammenhalten. Sie werden vor allem durch Alkalien, Säuren, saure Salze, Chlor bzw. Chlorverbindungen und Oxydationsmittel angegriffen. Diese Chemikalien bilden die Grundlage der mannigfaltigsten Aufschließung sverfahren.
  • Ein großer Nachteil aller dieser Verfahren besteht darin, daß die Zerlegung der Bündel in Einzelfasiern nur sehr ungleichmäßig erfolgt. Ein wesentlicher Grund für einen derartigen mangelhaften Aufschluß liegt darin, daß durch nicht restlos abgelöste Pektin-und Ligninstoffe ein nachträgliches Verkleben der Fasern eintritt. Verfahren, die in ihrem .Aüfschlußgrad am weitesten gelangen, sind mit sehr erheblichen Kosten verknüpft; zum Teil haben auch technische Schwierigkeiten bisher ihre fabrikationsmäßige Durchführung verhindert.
  • Sei verschiedenen Verfahren wird z. B. abwechselnd mit Laugen und Säuren gearbeitet.-Nun hat .es sich gezeigt, daß z. B. durch Zw-ischensäuern Ausfällungen auf der Faser auftreten, die zum Verkleben stark beitragen. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, das unter Benutzung bekannter billiger Chemikalien einen weitgehenden Aufs:chluß unter Vermeidung von störenden Verklebungen erzielt. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die Pektinstoffe, Ligninstoffe u. dgl., welche im fblgenden kurzweg als Kittstoffe bezeichnet werden, verschiedenartige Löslichkeit aufweisen. So. läßt sich z. B. mit Wasser von 5o bis 6o' bereits ein Teil der Kittstoffe in Lösung bringen, welche bis zu etwa. i %, bezogen auf das Gewicht der Rohfaser, ausmachen. Bemerkenswert ist es, daß ein Teil dieser gelösten Stoffe bei Zusatz von Alkalien oder Säuren. ausgefällt wird.
  • Auf d'ese Erkenntnis gründet sich die Er-Endung, indem das rohe Fasergut eine der Löslichkeit der Iiittsto-ffe angepaßte ;-,ttifenweis.e Auslaugung verfährt. Hierbei erfolgt zunächst eine Behandlung mit warmem oder heißem Wasser und dann eine heiße alkalische Behandlung. Die Wasserbehandlung erfolgt vorzugsweise bei etwa 5o bis 6o'. Die alkalische Behandlung, welche vorzugsweise mit verdünnter Alkalilauge geschieht,. erfolgt in mehreren Stufen, wöbei mindestens m einer Arbeitsstufe Überdruck angewendet wird. Auch die Behandlung mit Wasser kann in mehreren Stufen erfolgen. Es empfiehlt sich, die Temperatur in der ersten Stufe am niedrigsten, in der letzten am höchsten zu halten, während in den Zitvvischenstufen entsprechende Temperaturen eingehalten werden.
  • Sehr bewährt hat sich ein Verfahren, bei dem in der ersten Stufe mit mäßig erwärmtem Wasser von etwa 5o bis 6o' behandelt und in der zweiten Stufe im offenen Gefäß mit verdünnter Alkalilauge, z. B. Natronlauge, ,gekocht wird, während als dritte Stufe eine Druchl;ochung mit verdünnter Alkalilauge erfolgt. Die stufenweisse Behandlung mit Wasser und alkalischer Lösung kann bei schwer aufschließbarem Fasergut auch wiederholt werden.
  • Vor oder nach der -ersten Laugenbehandlungsstufe kann eine Behandlung mit einer Alkali-:oder Erdallzalibisulfitlauge stattfinden, wobei Überdruck empfehlenswert ist.
  • Durch .die stufenweise Behandlung wird in den weiteren Stufen insbesondere bei der Druckkochung die Tiefenwirkung verbessert, da die quellungsfähigsten Kittstoffe schon im den vorangehenden Stufen entfernt werden. Dadurch werden bei der Druckkochung die schwer hydrolysierbaren Kittstoffe leichter angreifbar. Auf diese Weise wird mit einem 1.Iindestaufwand an chemischen Stoffen und :in schonenderWeiseeine eZerteilung der Faser-13iiindelerzielt, wähnend Verklebungen weitgehend vermieden werden.
  • Im allgemeinen findet man mit drei Arbeitsstufen sein Auskommen. Bei besonders verbolztem Rohfasergut kann man noch eine weitere alkalische Kochung unter Überdruck folgen lassen. Nach der Laugenbehandlung empfiehlt sich eine Spülung mit heißem Wasser, Der mehr oder minder festen Bindung der einzelnen Kittstoffe und ihrer versch;,edeneii Löslichkeit entsprechend :erfolgt also nach vorstehendem Verfahren durch zielhewußte Auswahl der Temperatur und der Auslaugungsmittel eine fraktionierte Lösung der Kittstoffe.
  • Für die -Gewinnung von Langfasern aus Bastpflanzen hat man, bereits ein Verfahren in Vorschlag gebracht, wonach zunächst mit Wasser und dann, mit einer verdünnten Al-1;,alicarbonatlösung gekocht wird. Während bei diesem Verfahren ein einziger Arbeitsgang in alkalischem 1Vledium verläuft, erfolgt erfindungsgemäß zwecks Gewinnung kurzer baumwollähnlicher Fasern die alkalische Behandlung in mehreren Arbeitsgängen, von ,denen mindestens :einer eine Druckkochung darstellt.
  • Zur Gewinnung langer Nesselfasern ist ferner ein Verfahren bekanntgeworden, bei denn die Nesselstauden zunächst mehrmals mit warmem Wasser und dann mehrmals mit verdünnter persalz- oder peroxydhaltiger Alkalilauge behandelt werden. Die Temperatur bei dien letzten dieser Arbeitsgänge.wird grundsätzlich höher gehalten als bei den erst,-n*Arbeitsgängen, darf aber keineswegs höher als 9o' sein. Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen erfolgt jeweils eine Spültrog mit kaltem Wasser. Schließlich folgt eine Druckkochung mit Wasser. Dieses Verfahren ist zur Gewinnung haulmwollähnlicher Fasern nicht :geeignet, weil bei Temperaturen von höchstens 9o' die Kittsubstanz zwischen den Einzelfasern von alkalischen Bädern noch nicht aufgelöst wird. Sehr unzweckmäßig wäre auch die jeweilige Spülung mit kaltem Wasser zwischen den einzelnen Behandlungsstufen. Demgegenüber wird erfindungsgemäß zwischen den einzelnen Arbeitsstufen eine Abschreckung vermieden und die chemische Behandlung durch mindestens eine Drucklochung erheblich verstärkt. Auf diese Weise wird an Stelle einer Langfaser eine wie Baumwolle verspinnbare Kurzfaser erhalten. Beispiel i Flachsgi ünwerg wird 1/2 Stunde mit Wasser -von 5o bis' 6o° ausgesaugt. Im Anschluß ,daran wird 1/2 Stunde mit einer o;io%igen Natronlauge gekocht. Schließlich folgt eine 3stündige Kocheng mit 2o/oiger Natronlauge bei 3 atü. Bei jedem .dieser Arbeitsgänge wie auch bei dem folgenden Beispiel beträgt die Flottenlänge i.- i o. Das aufgeschlossene Fasergut wird mit heißem Wasser gespült und in üblicher Weise aviviert. Es läßt sich nach dem Zweizylinderspinnverfahren wie Baumwolle verarbeiten. Beispiel 2 Hanfgrünwerg wird 1/2 Stunde bei 80° mit Wasser ausgelaugt. Anschließend -wird 1/2 Stundemit o,25 %iger Natnonlaug e gekochti. Darauf folgt eine 1/2stündige Kocheng mit Wasser. Dann wird das Fasergut mit i, 5 o/oiger Natronlauge bei einem Druck von 2 atü i Stunde lang gekocht. Diese Druckkochunng wird mit i %iger Natronlauge @ wiederholt. Die Nachbehandlung erfolgt wie bei Beispiel i. Die jerhaltenen Fasern sind in gleicher Weise wie .die gemäß Beispiel i @erhaltenen verarbeitbar.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Aufschließen @enth olzter B,asffasern .durch Behandlung finit Wasser bei erhöhter 'Temperatur und darauffolgende Kocheng mit alkalischen Lösungen in mehreren Stufen, dadurch gekennzeichnet, daß die entholzten Bastfasern, vorzugsweise als Griiawerg, nach einer zweckmäßigerweise bei .5o bis 6o° erfolgten Wasserbehandlung in wenigstens zwei Stufen mit Alkalilauge gekocht werden, wobei zumindest eine Kocheng unter Druck erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, d,aß vor oder nach der ersten Behandlungsstufe mit alkalischer Lösung eine Behandlung mit Alkali-oder Erdalkalibisulfit bei gewöhnlichem Druck oder unter Überdruck erfolgt.
DEB188974D 1939-10-31 1939-10-31 Verfahren zum Aufschliessen entholzter Bastfasern Expired DE718754C (de)

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