DE340418C - Kolben fuer Verbrennungsmotoren mit einsetzbarem Boden zur Veraenderung des Kompressionsraumes - Google Patents
Kolben fuer Verbrennungsmotoren mit einsetzbarem Boden zur Veraenderung des KompressionsraumesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft .einen Kolben für Verbrennungsmotoren mit einsetzbarem Boden.
Sie bezweckt eine Veränderung des Kompressionsraumes durch. Veränderung des
Kolbenvolumens, Derartige Veränderungen sind an sich bekannt. So wurde z. B., um
Ungenauigkeiten bei der Herstellung des Kolbens auszuschließen, vorgeschlagen, diese Ungenauigkeiten
dadurch zu beseitigen, daß zwisehen zwei zusammenfügbaren Kolbenteilen
bei dem erstmaligen Zusammenbau Ringe eingesetzt wurden, deren Dicke entsprechend den
Ungenauigkeiten bemessen wurde. Andererseits war es bekannt, zur Erzielung eines dau-
*5 ernd gleichen Kompressionsdruckes den Kolbenboden
gegen einen bestimmten Gegendruck beweglich zu machen. Diese bekannten Maßnahmen
oder Verfahren ergaben eine Anpassung der Maschine an verschiedene Betriehs-
ao stoffe oder Betriebsverhältnisse. Bekanntlich
sind beispielsweise bei dem zur Zeit herrschenden Betriebsstoffmangel die Benutzer
von Verbrennungsmotoren häufig gezwungen, mit dem Betriebsstoff zu wechseln, so z. B.
*5 für Benzin gebaute Motoren mit Benzol,
Steinkohlenteerölen, Azetylen o. dgl. zu betreiben. Da jedem Brennstoff ein bestimmter
günstigster Kompressionsdruck zukommt, der von dem günstigsten Kompressionsdruck anderer
Brennstoffe in einem bestimmten Verhältnis verschieden ist, ergeben die Motoren
bei Anwendung eines anderen Betriebsstoffes nur dann günstigste Betriebsergebnisse, wenn
die Größe des Kompressionsraumes, und zwar in einem bestimmten Verhältnis geändert
wird.
Der Erfindung gemäß wird dies dadurch bewirkt, daß der Kolbenboden eingebuchtet
und derart eingesetzt bzw. aufgesetzt und gestalte.t ist, daß entweder die konkave oder die
konvexe Seite des Bodens dem Kompressionsraum zugekehrt werden kann. Dieses Umsetzen
des Kolbens kann ohne Schwierigkeiten und ohne besondere Vorkehrungen auch vom Laien vorgenommen werden. Der Kolben
wird durch die der Erfindung entsprechende Ausgestaltung nicht wesentlich verteuert.
Falls am Boden Dichtungsflächen vorgesehen sind, ist hierbei Voraussetzung, daß
diese Dichtungsflächen in gleicher Weise an beiden Seiten des Bodens ausgebildet werden.
Die Ausbuchtung kann hierbei jede beliebige, vorteilhaft gewölbte Form besitzen.
Der Kolbenboden kann mittels · eines die ganze Höhe seines Flansches= einnehmenden
Gewindes in den Kolben eingesetzt werden. An den Kolbenboden angrenzend kann in den
Kolben, und zwar wahlweise über oder unter dem Boden, ein Paßring eingesetzt werden.
Durch diesen Paßring wird die Lage des Bodens bestimmt und das freie Gewinde gegen
Verunreinigungen (Ansetzen von Brennstoffausscheidungen usw.) geschützt.
Die Festlegung des Kolbenbodens in dem Kolben kann dadurch erfolgen, daß die zylindrische
Sitzfläche des Kolbenbodens und die entsprechende Fläche des Kolbens je mit
mindestens einer Ringnut versehen sind, die
nach Einsetzen des Bodens einen Ringkanal ergeben, in den ein Draht dicht eingesetzt
wird. Die Einführung bzw. Ausführung des Drahtes erfolgt durch eine seitlich im Kolben
angeordnete Öffnung.
Auf der Zeichnung sind Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise dargestellt.
Fig. ι stellt einen Längsschnitt durch einen ίο mit dem verstellbaren Boden versehenen Kolben
dar,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform eines derartigen Kolbens,
Fig. 3 einen Querschnitt gemäß den Linien A-B in Fig. 2,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch einen Teil einer dritten Ausführungsform eines solchen
Kolbens.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist in dem Kolben a, der oben mit Gewinde versehen
ist, der gewölbt ausgebildete Kolbenboden b eingesetzt. Dieser Kolbenboden ist
bei c und d mit ringförmigen Sitzflächen versehen, die mit einer entsprechenden Sitzfläche
des Kolbens zusammenwirken. In der ausgezogen gezeichneten Bodenlage wirkt die
Fläche d mit der Sitzfläche des Kolbens zusammen, während bei der umgekehrten Stellung
des Bodens, die auf der Zeichnung strichpunktiert angedeutet ist, die Fläche c
des Bodens mit der Fläche des Kolbens zusammenwirken würde.
Wie ohne weiteres aus der Zeichnung ersichtlich ist, ist beim Einsetzen des Bodens
entsprechend der ausgezogen gezeichneten Lage der Kompressionsraum größer als bei
der strichpunktiert gezeichneten Lage. Der Boden wäre beispielsweise bei 'Anwendung
von Benzin als Triebstoff einzusetzen, wie es ausgezogen dargestellt ist, bei Benutzung
von Benzol als Triebstoff dagegen so einzusetzen, wie es strichpunktiert dargestellt ist.
Zwischen den Sitzflächen von Kolbenboden und Kolben kann geeignetes Dichtungsmaterial
angeordnet werden. Weiterhin wird der Boden im· Kolben durch geeignete Mittel, z. B.
durch Verbohren, gegen selbsttätige Verstellung gesichert. Um das Heraus- und Hineinschrauben
zu ermöglichen, sind am Boden geeignete Angriffsflächen, Einstecklöcher o. dgl. vorgesehen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 und 3 ist der Boden b% in den Kolben Cf1 ohne Gewinde
eingesetzt. Die zylindrischen Sitzflächen des Kolbenbodens sind sowohl am Kolbenboden
als auch am Kolben mit Ringnuten versehen, die nach dem Einsetzen des Kolbenbodens
zusammen einen Ringkanal f von im vorliegenden Fall kreisförmigem Querschnitt
ergeben. In diesen Ringkanal / wird ein Draht g durch eine seitlich im Kolben
angebrachte öffnung h eingeführt. Dieser Draht g besteht vorteilhaft aus einem Material
mit größeren Wärmeausdehnungskoeffizienten als das Material des Kolbens, so daß
durch die Erwärmung im Betrieb eine einwandfreie Abdichtung erzielt wird. Außer dem Ringg· kann noch Dichtungsmaterial
zwischen den ringförigen Sitzflächen d± und der zugehörigen Sitzfläche des Kolbens angeordnet
werden.
Eine gute Abdichtung kann insbesondere dadurch erzielt werden, daß vor Einführung
des Drahtringes g der Deckel einem Druck ausgesetzt wird, der größer ist als der größte
Betriebsdruck. Das unter die Sitzfläche d% eingefügte Dichtungsmaterial ist dabei derartig
bemessen, daß unter dem genannten Druck die Ringnuten sich decken.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 ist ein Paßring i vorgesehen, der wie der Kolbenboden
d2 außen mit Gewinde versehen ist, entsprechend dem im Kolbenboden a2 vorgesehenen
Innengewinde. Die Höhe des Innengewindes entspricht der Summe der Höhe des Paßringes und des Bodenflansches. Der Paßring
kann entweder über dem Boden oder unter dem Boden in den Kolben eingesetzt
werden. Der Boden kann, falls er, wie gezeichnet, gewölbt ausgebildet ist, entweder
mit der konkaven oder konvexen Seite gegen den Kompressionsraum gerichtet werden, so
daß sich vier verschiedene Kombinationen und demgemäß vier verschiedene Größen des Kompressionsraumes
ergeben. Falls bei dieser Ausführungsform ein eben gestalteter Boden zur Anwendung gelangt, wurden sich drei
Kompressionsraumgrößen ergeben. Ein gewölbter bzw. ausgebuchteter Boden könnte auch, insbesondere bei Motoren mit starkwandigen
Kolben, aufgesetzt werden. In diesem Falle wäre es nur erforderlich, die Oberseite
sowohl wie die Unterseite des Flansches derart zu bearbeiten, daß' beide Seiten auf die
entsprechende Sitzfläche des Kolbens passen, d. h. daß ein Umkehren des Bodens möglich
ist.
Claims (4)
1. Kolben für Verbrennungsmotoren mit einsetzbarem Boden zur Veränderung
des Kompressionsraumes durch Verstellung des Kolbenbodens im Kolben, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kolbenboden (b) eingebuchtet und derart eingesetzt
bzw. aufgesetzt und gestaltet ist, daß entweder die konkave oder die konvexe Seite des Bodens dem Kompressionsraum
zugekehrt werden kann.
2. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet^ daß der Kolbenboden mit-
tels eines die ganze Höhe seines Flansches einnehmenden Gewindes eingesetzt und
der Flansch auf beiden Seiten mit Sitzflächen (c, d) ausgestattet ist (Fig. i).
3. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrische Sitzfläche
des Kolbenbodens und die entsprechende Fläche des Kolbens mit einer Ringnut versehen sind, die zusammen nach
Einsetzen des Bodens einen Ringkanal (/) ergeben, in den ein Draht (g) durch eine
seitlich im Kolben angeordnete öffnung eingesetzt wird (Fig. 2 und 3).
4. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Paßring (i) vom
Durchmesser des Bodens vorgesehen ist, der wahlweise über oder unter dem Boden eingesetzt werden kann (Fig. 4).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE340418T | 1919-08-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE340418C true DE340418C (de) | 1921-10-01 |
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ID=6226954
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1919340418D Expired DE340418C (de) | 1919-08-20 | 1919-08-20 | Kolben fuer Verbrennungsmotoren mit einsetzbarem Boden zur Veraenderung des Kompressionsraumes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE340418C (de) |
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1919
- 1919-08-20 DE DE1919340418D patent/DE340418C/de not_active Expired
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