DE338974C - Verfahren und Apparat zur Erzeugung eines atembaren quecksilberhaltigen Gasgemisches - Google Patents

Verfahren und Apparat zur Erzeugung eines atembaren quecksilberhaltigen Gasgemisches

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Description

  • Verfahren und Apparat zur Erzeugung eines atembaren quecksilberhaltigen Gasgemisches. Die Zuführung von Quecksilber durch Inhalation mittels eines Apparates, in dem das Quecksilber verdampft und der Dampf mit der Atmungsluft vermengt wird, hat sich bisher praktisch nicht durchführen lassen, und zwar hauptsächlich deshalb, weil das Quecksilber eine verhältnismäßig hohe Verdampfungstemperatur erfordert und die durch den Verdampfungsraum hindurchgetriebene Luft, welche die Quecksilberdämpfe aufnehmen und fortführen soll, eine entsprechend hohe Temperatur annimmt, so daß das Gasgemisch mit einer für die Einatmung ungeeignet hohen Temperatur aus dem Apparat herauskommt. Dies gibt einerseits Anlaß zu Verbrennungen der Schleimhäute, anderseits zu eine: starken Kondensation der Quecksilberdämpfe infolge der erheblichen Temperaturniedrigung, so daß von dem erzeugten Quecksilberdampf nur ein geringfügiger Teil therapeutisch nutzbar gemacht werden kann.
  • Gemäß vorliegender Erfindung wird unter sonst gleichen Bedingungen eine erheblich bessere Ausnutzung des Quecksilbers unter Erzeugung eines für die Einatmung richtig temperierten Gasgemisches dadurch erreicht, daß nicht die gesamte Luftmenge des Gemisches über das verdampfende Quecksilber geleitet wird, sondern nur ein Teil, während der Rest dem zunächst erhaltenen konzentrierten Quecksilberdampf-Luftgemisch nachträglich beigefügt wird.
  • Wesentlich ist dabei für die praktische Durchführbarkeit, daß die Verdampfungskammer, in der das Quecksilber oder Quecksilberpräparat erhitzt wird, nur einen geringen Fassungsraum besitzt. Dies hat nämlich zur Folge, daß einerseits die verhältnismäßig kleine hindurchgeführte Luftmenge die Kammer mit genügender Geschwindigkeit durchströmt und ' demzufolge schon an sich von vornherein keine sehr hohe Temperatur annimmt, anderseits die ganze Verdampfungskammer infolge ihrer geringen Abmessungen, trotz des ständigen Zustromes kalter Luft, durch Wärmeleitung von dem unmittelbar erhitzten Teile aus auf der Verdampfungstemperatur des Quecksilbers gehalten werden kann, so daß Niederschläge durch Kondensation- vermieden werden.
  • Zweckmäßig läßt man ferner den Zusatzluftstrom in einer Düse eine saugende Wirkung auf den durch die Verdampfungskammer gehenden Teilstrom ausüben und gewissermaßen eine weitere Zerstäubung der in Dampfform mitgeführten Quecksilberteilchen bewirken.
  • Man erhält auf diese Weise nach den Ergebnissen der Versuche des Erfinders ein Gasgemisch von geeigneter Temperatur, aus dem sich nur verhältnismäßig geringfügige Mengen des darin enthaltenen Quecksilberdampfes niederschlagen können. Infolgedessen ist man in der Lage, unter Berücksichtigung der erfahrungsgemäßen Niederschlagsmengen die einzuatmende Quecksilbermenge genau zu dosieren. -Das Quecksilber wird bei der Ausführung des Verfahrens zweckmäßig in Form von Amalgamtabletten verwendet. Dies ist .von großer Bedeutung für die gleichmäßige Entwicklung inhalierbarer Ouecksilberdämpfe von regelbarer Dichte und Entwicklungszeit bei einer Feinheit der Dämpfe, wie sie therapeutisch nötig und bei der Verdampfung metallischen Quecksilbers nicht erreichbar ist. Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines zur Ausführung des Verfahrens dienenden Apparates dargestellt. Der Apparat besitzt eine Verdampfungskammer b, deren Boden durch eine Platte a gebildet wird. Der die Kammer b enthaltende Teil f ist auf einen zylindrischen Mantel g geschraubt, der einen elektrischen Heizkörper c umschließt, dessen Hitze direkt auf die über ihm liegende Platte a ausstrahlt. In die Kammer b mündet ein Stutzen e, an den der Schlauch i einer Ballpumpe p angeschlossen ist. Auf der entgegengesetzten Seite geht von der Kammer b ein Düsenrohr 1a aus, dessen Düse k in einen eine Düsenkammer bildenden erweiterten Teil t eines Ausströmungsrohres s mündet. Die Anordnung ist derart, daß zwischen der Düse k und dem kegelförmigen Übergang von der Düsenkammer t in das Rohr s eine Ringdüse m gebildet wird. Zwischen dem Stutzen c und der Düsenkammer t ist eine Verbindung durch ein Umführungsrohr l hergestellt.
  • Die Wirkung des Apparates ist folgende Nachdem in den Verdampfungsraum b eine bestimmte Dosis Quecksilber oder eines Quecksilberpräparates, z. B. in Form einer Tablette d, eingeführt worden ist, was nach Abschrauben des Teiles f oder nach Öffnen einer in dessen Decke anzuordnenden Einfüllöffnung geschehen kann, wird mittels der Ballpumpe p Luft durch den Apparat geblasen. Ein Teil dieser Luft geht durch den Rohrstutzen e in die Kammer b, schwängert sich dort mit den durch die Hitzew'rkung des Heizkörpers c aus der Tablette sich entwickelnden Quecksilberdämpfen und tritt durch das Düsenrohr h aus. Ein erheblicher Teil der durch die Ballpumpe geförderten Luft strömt durch das Umführungsrohr L in die Düsenkammer t und von hier durch die Ringdüse ix, reißt dabei den aus der Düse k austretenden Quecksilberdampf-Luftstrahl mit und bewirkt eine weitere Zerstäubung. Das endgültige Gemisch tritt dann durch das Rohr s na£h dem Inhalationsmundstück aus. Die Luft wird mit solcher Geschwindigkeit durch den Apparat gepumpt und in solchem Verhältnis für den Durchgang durch die Kammer b und das Umführungsrohr l geteilt, daß aus dem Rohr s ein Gemisch von für die Einatmung geeigneter Temperatur austritt, so daß bei der Berührung mit den Schleimhäuten keine nennenswerte Kondensation mehr stattfindet, sondern im wesentlichen die gesamte eingeatmete Quecksilbermenge therapeutisch nutzbar gemacht wird.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: z. Verfahren zur Erzeugung eines atembaren quecksilberhaltigen Gasgemisches durch Vermischen von durch Erwärmung von Quecksilber oder einem Quecksilberpräparat erhaltenen Quecksilberdampf mit Luft, dadurch gekennzeichnet, daß nur ein Teil der gesamten' Luftmenge des Gemisches über das verdampfende Quecksilber geleitet wird, während der Rest dem zunächst erhaltenen konzentrierten Quecksilberdampf-Luftgemisch nachträglich beigemengt wird.
  2. 2. Apparat zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch x, dadurch gekennzeichnet, daß der Rauminhalt der Verdampfungskammer das Zwei- bis Fünfzehnfache des Rauminhaltes des zur Verdampfung eingebrachten Präparates beträgt.
  3. 3. Apparat zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzluft eine Saugwirkung auf den durch die Verdampfungskammer gehenden Luftstrom ausübt. q.. Bei dem Verfahren nach Anspruch z die Verwendung einer Quecksilberamalgamtablette zum Zwecke, Quecksilberdämpfe von großer Feinheit in gleichmäßiger und regelbarer Weise zu entwickeln.
DE1913338974D 1913-05-23 1913-05-23 Verfahren und Apparat zur Erzeugung eines atembaren quecksilberhaltigen Gasgemisches Expired DE338974C (de)

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