DE33537C - Instrumente zur Bestimmung der Länge einer Luftrohrleitung - Google Patents
Instrumente zur Bestimmung der Länge einer LuftrohrleitungInfo
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- G01—MEASURING; TESTING
- G01B—MEASURING LENGTH, THICKNESS OR SIMILAR LINEAR DIMENSIONS; MEASURING ANGLES; MEASURING AREAS; MEASURING IRREGULARITIES OF SURFACES OR CONTOURS
- G01B5/00—Measuring arrangements characterised by the use of mechanical techniques
- G01B5/02—Measuring arrangements characterised by the use of mechanical techniques for measuring length, width or thickness
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 31. December 1884 ab.
Die längs der Eisenbahnzüge zum Betriebe von Bremsen oder Signalapparaten geführten
Luftrohrleitungen setzen sich aus einer der Zahl der den Zug bildenden Fahrzeuge gleichen Anzahl
von einzelnen Rohrlängen zusammen, die sowohl vorderseits wie hinterseits des zugehörigen
Fahrzeuges mit beim Trennen der Leitung zu schliefsenden Absperrhähnen versehen sind. In manchen Fällen rüstet man
auch die Kupplungsglieder solcher Rohrlängen mit Ventilen aus, welche sich beim Entkuppeln
automatisch schliefsen. Nun kann bei Herstellung der Leitung nach geschehener Verbindung
der Einzelrohre leicht das Oeffnen eines Hahnes übersehen oder auch das Zusammenkuppeln
von mit Ventilen der beregten Art versehenen Kupplungsglieder vergessen werden, und es ist ferner auch nicht ausgeschlossen,
dafs in der Leitung selbst sich irgendwo eine Verstopfung gebildet hat. In allen diesen
Fällen ist der Durchflufs der Luft durch die ganze Leitung gehemmt und nur ein Theil der
letzteren betriebsfähig.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet nun ein Instrument, mit dessen Hülfe
der Lokomotivführer, ohne seinen Stand zu verlassen, jederzeit schnell und sicher sowohl
das Vorhandensein als auch annähernd, den Ort eines Zwischenschlusses in der Leitung
erkennen kann. Das Verfahren, auf welches die Anwendung dieses Instrumentes gegründet
ist, besteht darin, dafs ich zunächst das Quantum Luft ermittele, welches erforderlich ist,
um in einer ihrem cubischen Inhalte nach bekannten Einzelrohrlänge (Längeneinheit) eine
für alle Fälle bestimmte Druckveränderung zu erzeugen. Dieses Quantum Luft bildet die
Mafseinheit. Nun erzeuge ich in der ihrem cubischen Inhalte nach ebenfalls bekannten, zu
prüfenden Leitung die normale Druckverä'nderung. Das hierzu nöthige Quantum Luft, dividirt
durch die wie oben gefundene Mafseinheit, ergiebt in dem Quotienten direct die in freier Communication stehenden Rohrlängen
(d. i. Fahrzeuglängen), und folglich auch annähernd den Ort, wo ein etwaiger Z wisch enschlufs
vorhanden ist.
Steht die in der Leitung enthaltene Luft unter einem höheren als dem atmosphärischen
Drucke, so lasse ich so viel Luft aus der Leitung ausströmen, bis in derselben die fixirte
Druckermäfsigung eingetreten ist, und messe dieses Quantum Luft, indem ich dieselbe in
ein geschlossenes Gefäfs einströmen lasse und die in demselben stattfindende Druckerhöhung
bestimme. Ist dagegen der in der Leitung herrschende Druck niedriger als der atmosphärische,
so lasse ich umgekehrt so viel Luft aus einem unter Atmosphärendruck stehenden
Gefäfse in die Leitung abfliefsen, als nöthig ist, um in dieser eine bestimmte Druckerhöhung
zu erzeugen.
Bei dem in Fig. 1 im Verticalschnitt mit theilweiser Ansicht, Fig. 2 in einer Seitenansicht
und Fig. 3 im Horizontalschnitt nach x-x, Fig. 1,
dargestellten Instrument wird das oben dargelegte Verfahren so ausgeführt, dafs der Prüfende aus der Rohrleitung Luft in ein geschlossenes Gefäfs überströmen läfst, um in
diesem eine Druckerhöhung zu erzeugen, welche von einem Manometer angezeigt, gleichzeitig
das Volumen der übergetretenen Luft und die
vorhandene ununterbrochene Länge der Leitung angiebt. .'. ,
Das Instrument besteht aus einem automatischen Ventilapparat A, welcher so eingerichtet
ist, dafs er die Verbindung mit der Leitung schliefst, sobald in dieser eine bestimmte Druckverminderung
eingetreten ist;
2. einem Hahn B, mittelst dessen das Instrument in und aufser Betrieb gesetzt wird;
3. einem Gefäfs C von bekanntem cubischen Inhalte, und
4. einem Manometer zur Angabe des im Gefäfs C herrschenden Druckes.
Der Ventilapparat A ist durch ein elastisches Diaphragma α in einen oberen und einen
unteren Raum getheilt. Dieses Diaphragma ist in seiner Mitte an dem Stiel des Ventils a1 befestigt
(oder liegt auf demselben auf). Eine Feder α 2 ist immer bestrebt, das Ventil in die
Höhe zu drücken, und es kann deren Spannung mittelst einer Schraube a3 so regulirt werden,
dafs sie einem bestimmten von oben auf das Diaphragma wirkenden Drucke das Gleichgewicht
hält. ai ist ein den Ventilapparat mit
der Leitung verbindendes Rohr. So lange das Ventil offen ist, strömt die durch <24 aus der
Leitung nach A übertretende Luft sowohl in dessen unteren Raum und zwar um das Ventil,
als auch in dessen oberen Raum durch die vermittelst des Hahnes B in Communication gesetzten
Kanäle α 5 und α β.
Im Küken des Hahnes B sind zwei Kanäle vorgesehen, b und b1. Der Kanal b verbindet in
der einen Stellung des Kükens das Gefäfs C mit der äufseren Luft; diese Verbindung kann
durch Drehen des Kükens abgestellt werden. Der Kanal b l besitzt eine solche Lage in Bezug
auf den Kanal b, dafs er während dessen ersterwähnter Stellung die Verbindung zwischen
den Kanälen α5 und λ6 herstellt, bei dessen
zweiter Stellung aber den Kanal a5 mit dem Gefäfse C in Verbindung setzt.
Das Zifferblatt des Manometers D kann nach Gewichtseinheiten eingetheilt werden, um den
Druck anzuzeigen, erhält aber am zweckmäfsigsten, und zwar um Umrechnungen zu
vermeiden, eine solche Eintheilung, dafs deren Ziffern 1,2, 3 .... eine, zwei, drei u. s.w. Wagenlängen
der Rohrleitung bedeuten.
Die Wirkungsweise des Instrumentes ist folgende: Will der Lokomotivführer die Prüfung
auf freie Communication in der Rohrleitung vornehmen, so schliefst er zunächst den Hahn,
durch welchen die Leitung mit comprimirter Luft gespeist wird, und dreht sodann den
Hahn B in die Stellung, in welcher er die Verbindung zwischen den Kanälen α 5 und α β,
sowie zwischen der äufseren Luft und dem Gefäfs C absperrt, dagegen die Verbindung des
letzteren mit dem Kanal α5 herstellt. Jetzt
strömt aus der Leitung Luft durch α 5 b 1 nach
dem Gefäfs C und erhöht den in letzterem herrschenden Druck. Da mit der neuen Hahnenstellung
der Raum oberhalb des Diaphragmas abgeschlossen worden ist, kann in demselben eine Druckveränderung nicht stattfinden. Sobald
daher in der Rohrleitung eine Druckverminderung eintritt, welche äquivalent ist der Wirkung
der Feder α 2 gegen das Ventil α \ so wird der
Druck oberhalb des Diaphragmas α dieses und das Ventil herabdrücken, so dafs der Luftzuflufs
aus der Leitung nach dem Gefäfs C abgeschlossen wird. Die Druckzunahme, welche in letzterem stattgefunden hat und vom Manometer
angezeigt wird, hängt von dem Verhältnisse zwischen den cubischen Inhalten dieses
Gefäfses C und der ununterbrochenen Leitung ab und ist dem cubischen Inhalte der letzteren
und folglich auch annähernd der freien Rohrlänge proportional. Da nun die Gesammtleitung
aus einer bekannten Anzahl gleich langer, zusammengekuppelter Einzellängen besteht
(entsprechend der Zahl der Fahrzeuge), so kann der Lokomotivführer, wenn die Theilung
des Manometerzifferblattes nach Wagenlängen gemacht ist, sofort von diesem die Länge der freien Communication oder den
Ort eines etwaigen Zwischenabschlusses in der Leitung direct ablesen. Z. B. kommt der Manometerzeiger
auf 5 zu stehen, so heifst dies, dafs die Leitung in der Länge von fünf Fahrzeugen
ununterbrochen ist. Besteht nun aber der Zug aus mehr als fünf Fahrzeugen, so
würde der Zeiger mit der obigen Angabe dem Lokomotivführer mittheilen, dafs hinter dem
fünften Fahrzeuge eine Sperrung der Leitung vorhanden ist.
Dasselbe System ist auch bei Leitungen anwendbar, in denen der herrschende Druck
niedriger als der atmosphärische ist. In diesem Falle tritt beim Drehen des Hahnes B atmosphärische
Luft aus dem Gefäfs C in die Rohrleitung und die in C stattfindende Verminderung
des Druckes ist proportional der Rohrlänge, auf welche sich das aus C ausgetretene
Luftquantum vertheilt. Das Manometer ist in diesem Falle auf Vacuum eingerichtet und der
Apparat, wie in Fig. 4 gezeigt, mit umgekehrter Anordnung des Ventils aL und der Feder a2
constrain.
Anstatt einer Feder α2 könnte man bei der Construction, Fig. 4, auch ein Gewicht anwenden;
ebenso in der Construction, Fig. 1, wenn dort der Ventilapparat umgekehrt würde.
Ferner könnte man den Stiel des Ventils a *
auch nach aufwärts in die Kammer führen und daselbst eine Schraubenfeder anordnen, die
unten gegen den Boden von A und oben gegen eine am Ventilstiel sitzende Schraubenmutter
oder einen Flantsch drückt. Auch kann das Ventil aus einer aus der Nabe des Diaphragmas vortretenden
ringförmigen Rippe bestehen, welche
sich auf einen Sitz aus Kautschuk oder anderem passenden Material aufsetzt.
Es ist klar, dafs ein wie A oder A1 construirter
Ventilapparat mit seinem Diaphragma, belastetem Ventil und den durch einen Hahn wie B zu verbindenden Kanälen auch überall
da Anwendung finden kann, wo man den in einer Rohrleitung oder einem Gefäfse herrschenden
Druck um einen gewissen, durch die Ventilbelastung bestimmten Betrag vermindern oder vermehren will.
Eine Modification des Verfahrens besteht darin, dafs ich, anstatt das ganze aus der Luftleitung
zum Entweichen gebrachte Luftquantum in das Gefä'fs C zu leiten, einen bestimmten
Theil davon durch eine in geeigneter Weise angebrachte Oeffnung frei in die Atmosphäre
entweichen lasse. Die in dem Gefäfs C erfolgende Druckerhöhung ist natürlich in diesem
Falle nur proportional dem entweichenden Gesammtquantum minus des in die Atmosphäre
entweichenden Theiles. Der Vortheil dieses modificirten Verfahrens besteht darin, dafs das
Gefäfs C in seinen Dimensionen kleiner gehalten werden kann. Die aus der Luftleitung
nach C gelangte Luft wird entweder mittelst eines Rückschlagventils am Entweichen verhindert,
oder man lä'fst sie aus C zurückfiiefsen, sobald das selbsttätige Ventil die Leitung geschlossen
hat. Für den letzteren Fall wird das Manometer D mit einem Maximalzeiger versehen,
den der andere Zeiger in die Maximalstellung bewegt, in welcher er stehen bleibt,
wenn sich dieser wieder zurückbewegt.
Claims (2)
1. Ein Instrument, welches durch den Spannungsgfad eines unter Benutzung eines
Druckreductionsventils unter einem bekannten Spannungs-Intervall aus einer Rohrleitung
in einen Behälter von bekannter Gröfse abgeflossenen Gasquantums die Länge dieser Rohrleitung anzeigt.
2. In dem Instrument unter i. ein Ventilapparat , bestehend aus einem Kasten A
bezw. Al mit einem Diaphragma a, dessen
eine Seite abschliefsbar mit dem zu regulirenden Druckraume verbunden ist, und dessen andere Seite einerseits mit dem zu
regulirenden Druckraume communicirt und andererseits durch ein belastetes Ventil αl
mit einer Abfmfsöffhung in Verbindung steht, derart, dafs, wenn der Druck im
Druckraume eine bestimmte, durch die Ventilbelastung bedingte Ermäfsigung erfahren
hat, die Abflufsöffhung selbsttätig
geschlossen wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE33537C true DE33537C (de) |
Family
ID=309498
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT33537D Expired - Lifetime DE33537C (de) | Instrumente zur Bestimmung der Länge einer Luftrohrleitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE33537C (de) |
-
0
- DE DENDAT33537D patent/DE33537C/de not_active Expired - Lifetime
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