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Selbsttätiger Umschalter für Verbrennungskraftmaschinen, insbesondere
Flugzeugmotoren, bei Anordnung mehrerer unter Druck stehender Brennstoffbehälter
und eines Fallbrennstoffbehälters. Vorläufige Erfindung betrifft eine selbsttätige
Regelung des Brennstoffzuflusses, die besonders für Flugzeugmotoren bestimmt ist,
doch auch für Verbrennungskraftmaschinen aller Art, z. B. bei Automobilen, Motorbooten
u. dgl. verwendet werden kann, wenn bei diesen die Anordnung mehrerer Brennstoffquellen
notwendig ist, bzw. diese oder deren Leitungen äußerlichen Beschädigungen ausgesetzt
sind.
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- Eine der hauptsächlichsten Ursachen der gefährlichen Notlandungen
bei Flugzeugen waren bisher Störungen im Benzinzufluß, wie Beschädigung der Behälter
oder deren Leitungen. Es wurde versucht, diesen Übelständen entgegenzuwirken, indem
mehrere Benzinquellen angeordnet wurden, die bei einer eventuellen Beschädigung
der einen der Reihe nach mittels einer von Hand zu betätigenden Vorrichtung eingeschaltet
werden konnten. Diese Einrichtung erfüllte aber ihren Zweck insofern nicht ganz,
als es für den Flugzeugführer sehr schwer ist, die Druckmanometer und Benzinuhren
dauernd zu beobachten und bei einer Beschädigung eines Behälters den richtigen Moment
herauszufinden, den Benzinzufluß umzuschalten; zudem erlaubt die ohnehin schon voll
und ganz in Anspruch genommene Aufmerksamkeit des Fliegers die Anbringung weiterer
Einstell- und TJ:mschaltorgane nicht. Überdies sind- diese Umschaltvorrichtungen
schon an und für sich viel zu verwickelt, weisen doch manche Flugzeugmotoren allein
.zwölf -Benzinumschalthähne auf.
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Vorliegende Erfindung beseitigt nun diese Übelstände durch eine selbsttätige-Regelung
und Umschaltung einer beliebigen Anzahl von Benzintanks und zeichnet sich ganz besonders
durch ihre unbedingt zuverlässige Betriebssicherheit aus. Sie besteht im wesentlichen
darin, daB die an sich bekannten unter Druck stehenden Benzintanks durch Steigröbren
mit einem Regelbehälter in Verbindung stehen und daß die Steigröhren durch Ventile
abgeschlossen werden; welche mittels dehnbarer, mit der Luftdruckleitung in Verbindung
stehender Hohlkörper gesteuert werden. Je nachdem bei den Hohlkörpern der innere
oder äußere Druck überwiegt, dehnen sie sich aus oder sie werden zusammengedrückt,
und damit werden die Ventile geschlossen bzw. geöffnet.
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Durch: beiliegende Zeichnung wird der Gegenstand -vorliegender Erfindung
in einer beispielsweisen Ausführung schematisch näher erläutert. Es zeigen Fig:
x in schematischer Darstellung die neue Anlage mit zwei unter Druck -stehenden Benzintanks
und einem Fallbenzintank, Fig. 2 eine vergrößerte Ansicht -eines Hohlkörpers,. .
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Fig: 3 die Ausführung eines glnlaßventi'ls, Fig- q., 5 und ,6 - stark
vergrößerte-Ansichten' des Umschalthahnes: . - - - -° -- - -
Der
Gegenstand vorliegender Erfindung besteht aus dem Regelbehälter =, welcher mit den
unter Druck stehenden Benzintanks 2 und 3 durch Steigröhren 4 und 5 und mit dem
Fallbenzintank 6 durch die Rohrleitung 7 in Verbindung steht. Die beiden unter Dru,:k
stehenden Benzintanks 2 und 3 sind durch Rohre 8 und g und Ventile io und il mit
einer kleinen (z. B. von der Nockenwelle des Motors betriebenen) Luftpumpe in Verbindung.
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Gemäß vorliegender Erfindung sind nun in dem Regelbehälter i besonders
ausgestaltete Hohlkörper 12, 13, 14 (s. auch Fig. 2) angeordnet, welch erstere durch
Abzweigventil 15 und Rohre 16, 17 mit den' Druckleitungen 8 und g in Verbindung
gebracht werden können. Die Schäfte 18 der Hohlkörper 12 und 13 dienen zur Führung
der Ventile ig und 20, welche den Einfluß des Benzins in den Behälter i regulieren.
Der Hohlkörper 14 ist durch eine Leitung 21 mit dem Fallbenzintank 6 in Verbindung
und steuert das mit ihm fest verbundene Ventil 22 der Leitung 7, in welcher auch
noch ein Rückscblagventii z3 angeordnet ist. Durch die Rohrleitung 24 kann die Anlage
vor dem Anlassen des Motors mittels einer kleinen Handpumpe durch Umstellen der
Ventile io und ix unter Druck gebracht werden, während dies, nachdem der Motor in
Bewegung ist, durch die Luftpumpe geschieht. Die Leitungen z5 Eiihren zu .den Vergasern.
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Die Arbeitsweise des Umschalters ist nun folgende Nach Umstellung
der Hähne 1o und ii derart, daß die Rohrleitung 24 mit den Rohren 8 und 9 in Verbindung
tritt, wird durch die Handpumpe der erforderliche Druck (etwa $/" Atm.) in Tank
2 und 3 hergestellt. Da der Druck durch- das Ventil 15 und Rohr 17 sich in den Hohlkörper
13 fortsetzt, wird das Ventil 2o auf seinen Sitz gepreßt und das Rohr 5 geschlossen,.
da ja in demselben sowie Tank g und Behälter i der gleiche Druck herrscht. Der Druck
in Tank 2 pflanzt sich durch das Steigrohr 4 fort und hebt Ventil i9, somit kann
hier Benzin in den Behälter i einströmen. Das einströmende Benzin erhöht den Druck
im Behälter i, wodurch der mittels Ventil 15 mit der Außenluft in Verbindung stehende
Hohlkörper 12, in dessen Innerem nur gewöhnlicher Luftdruck herrscht, sowie Hohlkörper
14, dessen Druck dem der Fallbenzinsäule (etwa ioo bis i5o cm Höhe) entspricht,
beide zusammengepreßt werden, so daß das Ventil i9 dem in der Röhre q. herrschenden
Druck folgen kann und Ventil 22 festgeschlossen wird. Sollte vorher Benzin eingedrungen
sein durch Ventil 2z, so wird dies durch Rückschlagventil 23 verhindert, in den
Fallbenzintank .6 abzufließen. Ist 'der erforderliche an den Manometern 26 sichtbare
Druck erreicht, so werden die Ventile io und ii umgestellt, wie Fig. x zeigt, und
der Motor angeworfen. Die Moto-luft. pumpe unterhält den Druck auf gleicher Höhe.
Geht % nun infolge irgendeines Umstandes in Tank 2 oder dessen Zuleitung 8 der Druck
zurück, so schließt sich Ventil i9 durch sein eigenes Gewicht. Das Sinken des Druckes
teilt sich sofort durch die Rohrleitung 17 dem Hohlkörper 13 mit, dieser wird durch
den an Ventil 2o angreifenden Druck _ der Leitung 5 zusammengedrückt und der Einlaß
5 geöffnet. Tank 3 ist automatisch eingeschaltet.
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Fällt auch in Tank 3 der Druck, so schließt sich Ventil 2o. von selbst
und da nun in dem Behälter i fast gar kein Druck mehr herrscht, wird das Ventil
22 durch den im Innern des Hohlkörpers 14 herrschenden Druck der Benzinsäule geöffnet.
Somit ist der Fallbenzintank eingeschaltet.
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Der Umschalthahn 15 ist mit einer halben, mit der Außenluft kommunizierenden,
und drei durchgehenden, sämtlich nicht miteinander in Verbindung stehenden Bohrungen
so ausgestaltet, daß der Flugzeugführer durch die Umstellung dieses jederzeit auch
von Hand einen beliebigen Benzintank einschalten kann. Bei der in Fig. i dargestellten
Stellung ist z. B. Tank 2, bei der in Fig. 4 dargestellten Stellung der Fallbenzintank
6 und in der in Fig. 5 gezeichneten Stellung Tank 3 eingeschaltet; Fig. 6 zeigt
den Umschalthahn 15 mit sämtlichen Durchbohrungen. Die Ventile ig und 2o sind auf
ihren Schäften frei gleitend und so angeordnet, daß bei Ruhestellung der Hohlkörper
12 und =3 die Schaftenden 27 den Boden 28 ihrer Führung in den Ventilen nicht ganz
berühren (vgl. Fig. 4).
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Die Anzahl der unter Druck stehenden Tanks ist beliebig, als letzter
kann immer ein Fallbenzintank eingeschaltet werden, nur erfordert das Umschaltventil
eine andere Bauart.
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Die Ausführung der Hohlkörper ist ganz beliebig. Sie bestehen bei
vorliegendem Ausführungsbeispiel aus ineinandergeschobenen Schalen aus dünnem Blech,
welches zur Ver= größerung der Angriffsfläche gewellt ist; doch i ist ihre Ausgestaltung
für .das Wesen -der Erfindung sowie die Art des Materials ganz beliebig.