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Verfahren zum Verbinden stumpf aneinanderstoßender Eisenteile, insbesondere
der Teile aus zwei Teilen zu bildender Ringe in warmem Zustande. Eisenteile werden
bisher zum Verbinden schneiden- oder kegelförmig zugeschnitten, übereinander gebogen
oder gelegt und durch Hammerschläge vereinigt bzw. geschweißt. Die Erhitzung kann
auch auf elektrischem Wege erfolgen. Dann pflegt man von dem Anspitzen abzusehen
und die Teile stumpf aneinander zu stoßen. Die Stoßflächen unterliegen vorher einer
Bearbeitung. Beim sogenannten autogenen Schweißen werden die Teile mit einer rinnenförmigen
Fuge aneinander gestoßen und durch eine Art Lötverfahren verbunden, wobei die Fuge
durch zugeführtes Eisen ausgefüllt wird.
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Nach dem vorliegenden Verfahren zum Verbinden von stumpf aneinanderstoßenden
Eisenteilen in warmem Zustande werden die Eisenteile im Gesenk vorgeschmiedet. Dabei
wird an den Stoßstellen einer mit seitlichen Stoffzugaben, außerdem einer mit Nut
und der andere mit Feder versehen. Darauf werden sie im warmen Zustande mit Nut
und Feder zusammengefügt und an der Stoßstelle leicht vernietet; dann werden sie
im Glühofen gemeinsam auf Weißglut erhitzt und die Verbindungsstelle im Gesenk fertig
geschmiedet.
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Dieses Verfahren läßt sich mit Vorteil zum kettenartigen Verbinden
ring- oder ösenförmiger Eisenteile, gleichgültig welchen Profils, insbesondere für
Ketten, Zugvorrichtungen sowie Kupplungsteile verwenden. Das bekannte Verfahren
zu diesem Zwecke besteht für Ketten oder Ringe darin, daß Rundeisenstäbe von entsprechender
Länge von der Stange abgeschnitten und kalt oder bei stärkeren Stücken auch warm
zur U-Form gebogen werden. Dann wird der vorher fertig gemachte zweite zusammenzufügende
Teil über das vorgebogene Stück geschoben, .dieses im Feuer erhitzt und zu der gewünschten
Form mit übereinanderliegenden Enden gebogen. Darauf wird die Verbindungsstelle
im Kohlenfeuer auf Schweißhitze (funkensprühend) gebracht und durch Hämmern geschlossen.
Das Verfahren verläuft also in vier Arbeitsgängen, die ihrer Natur nach von verschiedenen
Arbeitern-ausgeführt werden und zwischen denen -die Arbeitsstücke gesammelt, gezählt
und befördert werden müssen.
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Nach der Erfindung wird der eine (ringförmige) Teil in zwei Stücken
im Gesenk vorgeschmiedet und die Stücke nach Aufschieben des fertigen zweiten Teiles
auf das eine Stück nach dem im vorvorigen Absatz beschriebenen Verfahren in einem
Arbeitsgang an zwei Stellen verbunden.
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Das letztere Verfahren soll beispielsweise an Hand der Zeichnung näher
beschrieben werden. Der Haken a und der Ring b sollen in der in Fig.
5 dargestellten Art und Weise kettenartig miteinander verbunden werden. Zu diesem
Zweck wird zunächst der Haken a in bekannter Art im Gesenk geschmiedet und eine
ausreichende Anzahl solcher Haken bereit gestellt. Dann werden die beiden in Fig.
i und 2 dargestellten Teile c und d des Ringes in einem Gesenk vorgeschmiedet und
in
warmem Zustande entgratet. Die Teile c und d werden dabei
besonders an den Enden e,
f, g und la nicht fertig-, sondern mit reichlicher
Stoffzugabe nur vorgeschmiedet.. Die Enden e und f erhalten schwalbenschwanzförmige
Federn i und h, die Enden g und lt schwalbenschwanzförmige Nuten
l und in, die in warmem Zustande zu den Federn i und h
passen.
Die Federn i und h haben aus er Fläche der Enden e und' f heraustretende
Stoffzugaben n und o.
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Sobald die Teile c und d sofort nach dem Schmieden warm abgegratet
sind, werden nach Aufschieben eines Hakens a auf den Teil c die Federn i und k in
die Nuten l und m eingeführt. Die so geschaffenen Verbindungsstellen werden
durch einen leichten Hammerschlag vernietet, wobei die Stoffzugaben ia und o Nietstellen
bilden, um ein Querverschieben zu verhindern. In dieser Stellung des Verfahrens
sind die Teile in Fig. 3 und q. dargestellt. jetzt wird das in Fig. 3 und ¢ dargestellte
Stück, das mittlerweile unter die Schmiedetemperatur abgekühlt ;st, von neuem im
Glühofen weißwarm erhitzt, in einem Gesenk, das Raum für den Haken a läßt, auf die
in Fig. 5 dargestellte Form- fertig geschmiedet und endlich warm entgratet.
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Die Form der zum Zusammenfügen angewendeten Federn i, k urid
Nuten 1, in braucht mit teer in Fig. i und 2 dargestellten nicht übereinzustimmen.
Auch können nach Fig. f beide zu verbindenden Enden e und g Nuten erhalten und ein
für sich hergestelltes Stück in beide eingefügt werden. Auch eine Vernietung der
zusammengehefteten Stellen ist nicht unbedingt erforderlich.
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Die nach dem beschriebenen Verfahren entstandenen Verbindungstellen
sind von den übrigen Teilen des Ringes mit bloßem Auge nicht zu unterscheiden, weil
das Eisen. beim Fertigschmieden in derselben Weise ineinandertreibt, als ob nur
ein Stück Eisen vorlianden wäre. Auch in ihren Festigkeitseigenschaften unterscheiden
sie sich nicht von den übriger. Stellen. Dies dürfte daher rühren, daß nach Art
des Paketierungsverfahrens die stumpf aneinanderstoßenden Teile im Glühofen beider
Erhitzung dem Verbrennen nicht ausgesetzt sind, um so weniger, als sie sich schon
infolge der Ausdehnung beim Erhitzen bis zum weißwarmen Zustand im Glühofen fest
ineinander fügen.
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Das, angegebene Verfahren der Herstellung von Ringen aus zwei Stücken
durch Schmieden im Gesenk und nachheriges Verbinden ergibt eine größere Sicherheit
der Verbindung gegen Brüche und Verbiegungen (Langziehen der Ringe), als das übliche
Verfahren des Schweißens im Kohlenfeuer, da bei diesem die Verbindungsstellen in
der Schweißhitze sehr häufig verbrennen, stets unzuverlässig und jedenfalls von
geringerer Festigkeit sind als die übrigen Teile des Ringes.
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Abgenutzte Ringe können in Reparaturwerkstätten leicht in genau den
gleichen Abmessungen ersetzt werden, wenn den Werkstätten vorgeschmiedete Teile
nach Fig. i und 2 und ein Fertiggesenk geliefert werden. Das Verfahren bietet außerdem
den: großen wirtschaftlichen Vorteil, daß statt vier getrennter Arbeitsgänge deren
nur zwei in Frage kommen (i. Vorschmieden, Abgraten, Zusammenheften, 2: Fertigschmieden),
daß diese Arbeiten von demselben Arbeiter an einem und demselben Ofen in unmittelbarem
Anschluß aneinander ausgeführt werden kön= nen und daß dieser Arbeiter zudem nicht
die besonderen Fertigkeiten eines Schweißers zu haben braucht. Zum Schmieden kann
bei dem Verfahren jede sonst zum Schmieden im Gesenk verwendbare Maschine verwendet
werden, also ein Fallhammer, ein Dampfhammer, eine Schmiedemaschine, eine Schmiedepresse
usw.