DE3336692C2 - Verfahren und Gießwalze zum Stranggießen von Metallblech - Google Patents
Verfahren und Gießwalze zum Stranggießen von MetallblechInfo
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Abstract
Es werden ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Stranggießen von Metallblech offenbart, wobei auf das Innere einer eine negative Balligkeit aufweisenden Walze ein Druck aufgebracht wird, so daß die Walze eine wahre zylindrische Oberfläche ohne jegliche Balligkeit bei Beginn des Stranggießvorgangs einhalten kann. Wenn bei Fortschreiten des Stranggießens die zylindrische Walzenfläche durch geschmolzenes Metall erwärmt wird, so wird der Innendruck der Walze vermindert, so daß diese eine wahre zylindrische Oberfläche ohne irgendeine Balligkeit beibehalten kann.
Description
45
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Stranggießen von Metallblech mit einem einen Walzspalt
begrenzenden, durch eine Flüssigkeit innen gekühlten und mit dem geschmolzenen Metall unmittelbar
in Berührung befindlichen Paar von parallelen Gießwalzen sowie auf eine Gießwalze zur Durchführung des
Verfahrens. Vor allem ist die Erfindung auf das Stranggießen von Blech, dessen Querschnittsabmessungen,
insbesondere die Breite, mit sehr kleinen Toleranzen eingehalten werden kann, abgestellt.
Das Stranggießen wurde zur Erzeugung von Blechen aus Siliziumstahl, aus warmfesten, schwer zu bearbeitenden
Legierungen für Strahltriebwerke, für Aluminiumfolien u. dgl. angewendet. eo
Zur Erläuterung des der Erfindung zugrunde liegenden Standes der Technik wird auf die F i g. 1 bis 4 Bezug
genommen. In diesen zeigt
F i g. 1 eine schematische Darstellung zur Erläuterung eines Stranggießvorgangs von Blech nach dem Stand
derTechnik;
F i g. 2 eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Schrumpfung eines gemäß dem Verfahren von
F i g. 1 gegossenen Blechs in einer Breitenrichtung;
F i g. 3 und 4 Darstellungen zur Erläuterung, weshalb bei Anwendung des Verfahrens von F i g. 1 das gegossene
Metall in der Breite schrumpft, wobei Fig.3 die Gestalt der Gießwalzen bei Beginn des Gießens und
F i g. 4 die nach Einleiten des Gießvorgangs auf der Zylinderfläche der Walzen hervorgerufenen Wärmebailigkeiten
zeigt
Bei dem in F i g. 1 dargestellten herkömmlichen Stranggießverfahren kommt ein Paar von Walztn a zur
Anwendung, in denen Kühlwasser umläuft Das geschmolzene Metall c wird durch eine Gießschnauze b
zugeführt, und das Blech d wird durch das Walzenpaar a geformt
Das einem keilförmigen, von oberen Teilbereichen •der Walzen a bestimmten Raum zugeführte geschmolzene
Metall c wird durch die Walzen a gekühlt, es erstarrt und wird ununterbrochen nach abwärts geführt
Jedoch unterliegt, wie F i g. 2 zeigt die Breit-:: des erstarrten
Metallblechs d unmittelbar nach dem Gießen des geschmolzenen Metalls c einer allmählichen
Schrumpfung, d. h, das gegossene Blech d hat eine Breite,
die wesentlich schmaler ist als die Breite des zwischen die beiden Walzen a eingegossenen Metalls. Es sei
beispielsweise angenommen, daß die Temperatur des geschmolzenen Metalls 1500" C beträgt, daß die Stärke
des gegossenen Blechs 0,15 mm ist und daß die Umfangsgeschwindigkeit
der beiden Walzen 15 m/s beträgt. Wenn hierbei die Breite W1 des gegossenen, geschmolzenen
Metalls, d.h. die Breite einer Form, 100 mm ist, dann schrumpft das gegossene Metallblech d
über die Länge / = 20 m, so daß die Breite W2 des
Endprodukts etwa 50 mm wird (s. F i g. 2).
Wie gesagt wurde, ist die Breite des Endprodukts geringer als die Gießbreite, so daß der Ausstoß bzw. die
Produktionsleistung mäßig sind und korrekte, einwandfreie Kanten nicht erhalten werden können. Zusätzlich
haften an den Oberflächen des Endprodukts Metallspritzer an, wodurch dessen Qualität herabgesetzt wird.
Insofern hat es Schwierigkeiten bereitet, Stranggießverfahren und -vorrichtungen der oben erläuterten Art
praktisch anzuwenden.
Die Erfinder führten ausgedehnte Untersuchungen und Versuche durch, um die den Stranggießverfahren
und -vorrichtungen nach dem Stand der Technik anhaftenden und eigenen Mangel zu überwinden, und sie fanden
dabei heraus, daß bei dem Gießen des geschmolzenen Metalls anfangs der Spalt zwischen den Walzen a
über deren gesamte Länge gleichförmig ist, so daß das geschmolzene Metall ausreichend gekühlt und auf der
gesamten Walzenlänge zum Erstarren gebracht wird, daß aber nach dem anfänglichen Gießen auf den zylind.ischen
Oberflächen der Walzen a Wärmeballigkeiten auftreten, wie Fig.4 zeigt, und demzufolge der Spalt
zwischen den Walzen a an deren Stirn- oder Außenbereichen vergrößert wird. Das hat zum Ergebnis, daß
nahe den Stirnbereichen der Walzen a eingegossenes Metall nicht zum Erstarren kommt und verbreitert oder
auseinander- oder weggedrückt wird. Darüber hinaus wird, je länger der Form- oder Gießvorgang andauert,
desto mehr der Grad bzw. das Ausmaß der Wärmeballigkeit ausgeprägt, so daß nichterstarrte Teile e größer
werden und somit die Breite W des erstarrten Metalls abnimmt. Nachdem der Grad der Wärmeballigkeit seinen
Maximalwert erreicht hat, wird einer weiteren Schrumpfung in der erstarrten Breite W ein Ende gemacht.
Es wurde des weiteren gefunden, daß auf Grund des Ausspritzens von Kantcnteilen oder nichtcrslairlen
Abschnitten e.die Kanten des Endprodukts nicht in korrekter
Weise fertigbearbeitet werden können und zusätzlich Spritzer von den nichterstarrten Abschnitten e
am Produkt c/anhaften.
Zum Stand der Technik ist auch eine Umlenkrolle bei einer aus zwei endlosen Gießbändern bestehenden
Stranggießkokille für Metali bekanntgeworden (DE-AS 27 07 483). Hierbei werden zwei endlose Bänder, die direkt
mit dem geschmolzenen Metall in Berührung sind, von Umlenkrolfen geführt, die nicht mit dem Metall in
Berührung sind und die eine wahre zylindrische Gestalt ohne jegliche Balligkeit haben. Am Außenumfang eines
Kernteils der Umlenkrolle sind flache, ringförmige Aussparungen ausgestaltet, über die eine zylindrische Hülle
geschrumpft wird. Jede dieser Aussparungen ist mit einem Kanal verbunden, um ihr von der Rollenwelle her
eine Druckflüssigkeit zuführen zu können. Damit die Rolle das Wandern oder Verlagern des Bandes mit Bezug
zur Rolle, das auf der unterschiedlichen elastischen, thermischen oder Anfangslängung bzw. -dehnung an
den beiden Seiten des Bandes beruh?, verhindern kann, wird auf die Aussparungen zwischen dem RoIIen-Kerntcil
und der aufgeschrumpften Hülle ein Innendruck aufgebracht, so daß der Außenumfang der Rolle-, der anfangs
eine wahre Zylindergestalt hat und keinerlei Druck ausgesetzt ist, stellenweise konvex gedehnt wird,
und dieses Dehnen oder Erweitern erfolgt ganz individuell nur an den Stellen der Aussparungen. Das endlose
Band, das als Gießform oder -kokille dient, ist unmittelbar mit dem geschmolzenen Metall in Berührung. Die
Rolle selbst dient lediglich der Führung dieses Bandes. Durch die individuelle Regelung der konvexen Erweiterungen
kann es zu einer punktartigen Berührungs- oder Abstützlage zwischen dem Endlosband und der Umlenkrolle
kommen. Auf Grund der thermischen Einflüsse und des Berührungszustands zwischen Band sowie
Rone ist cini: elastische oder dauernde Verformung des
endlosen Gießbandes unvermeidbar, wodurch eine gleichförmige Regelung des Spalts (oder der Stärke des
gegossenen Flachmaterials in der Breitenrichtung) nicht erzielt werden kann; das endlose, nur durch Zweipunkt-Bcrührung
abgestützte Gießband wird durch die Reaktionskraft des geschmolzenen Metalls verformt; es ist
eine Grenze in der individuellen Regelung an den beiden Aussparungen gesetzt, weil die dehnbare Hülle
dünn ist, und durch die Verformung von Band sowie Rolle ist deren Funktion in bezug auf das Verhindern
der Bandwanderung nicht gewährleistet.
Im Hinblick auf den Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Stranggießen von Blech in hoher Qualität in bezug auf Ebenheit,
Abmessung, Kantengüte usw. anzugeben und eine Gießwalze zur Durchführung dieses Verfahrens zu
schaffen.
Diese Aufgabe v.ird bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß die Außenumfangsfläche jeder
Gießwalze im Ausgangszustand eine negative Balligkeit erhält, daß bei Einleiten des Stranggießvorgangs
auf einen inneren Bereich jeder Walze ein Druck ausgeübt wird, so daß die Außenumfangsflächen beider Wal-/.en
eine wahre zylindrische Gestalt annehmen, und daß der auf den inneren Bereich einer jeden Walze aufgebrachte
Druck bei Erwärmung der Außenumfangsflächen der Walzen durch geschmolzenes Metall bei Fortschreiten
des Stranggießvorgangs vermindert wird, so daß die Außenumfangsfläche einer jeden Walze geradlinig
oder als wahrer Zylinder ohne jegliche Wärmeballigkeit eingehalten wird.
Erfindungsgemaß ist somit ein Walzenpaar mit dem geschmolzenen Metall direkt in Berührung, um den
Gießvorgang auszuführen, und jede der Walzen weist eine Außenumfangsfläche mit einer negativen Balligkeit
auf, die durch Aufbringen eines Innendrucks veränderbar ist. Bei Beginn des Gießens wird der Innendruck zur
Wirkung gebracht, so daß die Außenumfangsfläche der Walze vollkommen zylindrisch ist. Während des Gießens
wird dieser Innendruck geregelt, um diese Zylindergestalt ständig beizubehalten.
Eine Gießwalze zur Durchführung des Verfahrens ist gekennzeichnet durch eine Walzenspindel, durch einen
über der Spindel angebrachten Innenmantel, durch einen über dem Innenmantel angebrachten Außenmante!
mit einer negativen Balligkeit an seiner Außenumfangsfläche sowie mit an seiner Innenumfangsfläche ausgebildeten
Kühlkanälen und durch eine an der Innenumfangsfläche des Innenmantels in seinem axial mittigen
Bereich ausgebildete Hydraulikdruckkammer, die mit einer Dr-ückflüssigkeitsquelle regelbar in Verbindung
steht
Das Walzenpaar dient erfindungsgeinäß als Stranggießform,
und jede Walze ist unmittelbar mit dem geschmolzenen Metall in Berührung. Die anfängliche zylindrische
Gestalt der Gießwalze, die durch Einleiten von Druckflüssigkeit in die Hydraulikdruckkammer erreicht
wurde, wird durch Regelung des Flüssigkeitsdrucks während des gesamten Gießvorgangs aufrechterhalten.
Kühlflüssigkeit wird durch die Walze geleitet, um deren Temperatur einzuregeln, wobei durch eine
schrauben- oder ringförmige Ausbildung der Kühlkanäle eine gezielte bzw. ungestörte Kühlung gewährleistet
ist.
Jede Walze erfüllt die Aufgabe, die Ebenheit und Größenabmessung des zu gießenden Bandes oder
Blechs direkt einzuregeln. Zu diesem Zweck liegen der tiefste Punkt der negativen Balligkeit und die axiaie Mitte
der Druckkammer in der Quermittelebene der Walze, so daß eine radiale Veränderung im Außenumfang der
Walze symmetrisch zu dieser Quermittelebene auftritt, wodurch die genaue Abmessung des Blechbandes in seiner
Breitenrichtung korrekt einzuhalten ist.
Durch Einregelung des Achsabstands zwischen den eine korrekte Zylinderform beibehaltenden Walzen
kann der Walzspalt — und damit die Blechstärke — eingestellt werden.
Durch das Gießverfahren und die Gießwalze gemäß der Erfindung können Bänder mit hoher Güte in bezug
auf Ebenheit und Stärken- sowie Breitenabmessung auf extrem einfache Weise erzeugt werden, wobei darüber
hinaus eine Anpassung an verschiedene Gieß- oder Walzbedingungen ohne Schwierigkeiten gegeben ist.
Das Verfahren und die Gießwalze gemäß der Erfindung werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
erläutert. Es zeigt
F i g. 5 eine schematische Darstellung zur Erläuterung des Verfahrens sowie einer Vorrichtung zum Stranggießen
von Blech gemäß der Erfindung;
F i g. 6 einen Ax;nlschnitt der in F i g. 5 gezeigten Walzen;
Fig.7 eine Darstellung zur Erläuterung, in welcher
Weise die Walzen von Fi g. 5 und 6 während des Gießens
verformt werden:
F i g. 8 eine Darstellung zur Erläuterung der Art und Weise der Erfassung des Spalts zwischen den Gießwalzen.
Die Fig.5 zeigt zwei waagerechte Gießwalzen la und \b, Hydraulikzylinder 2 zur Bewegung der Walze
la, Schraubspindeln 3 zur Bewegung der Walze 16, eine
dem Eingießen von geschmolzenem Metall dienende Gießschnauze 4 und Antriebsmotoren 19a sowie 196,
die die Walze la bzw. löin Umdrehung versetzen.
Die Fig. 6 zeigt die Konstruktion der Walzen la. \b
im einzelnen. Über einer Walzenspindel 5 ist ein hohlzylindrischer Innenmantel 6 angebracht, auf dem ein hohlzylindrischer
Außenmantel 7 angebracht ist. In der zylindrischen Innenfläche des Innenmantels 6 ist eine Hydraulikkammer
8 ausgebildet, die sich im mittigen Bereich des Innenmantels in axialer sowie radialer Richtung
erstreckt und über eine die Walzenspindel 5 axial durchsetzende Flüssigkeitsleitung 9 mit einer Hydraulikdruckpumpe
15 in Verbindung steht, so daß mit Hilfe des Innenmantels 6 der Außenmantel 7 erweitert oder
gedehnt werden kann. Die zylindrische Innenfläche des Außenmantels 7 ist mit einem schraubenförmigen Flüssigkeitskanal
11 ausgestattet, durch den ein von einer die Walzenspindel 5 in axialer Richtung durchsetzenden
Flüssigkeitsleitung 12 zwangsweise zugeführtes Kühlmittel, z. B. Kühlwasser, fließt, um den Außenmantel 7
zu kühlen. Das Kühlmittel wird durch eine die Walzenspindel 5 ebenfalls axial durchsetzende Flüssigkeitsleitung
13 abgeführt. An Stelle des schraubenförmigen Flüssigkeitskanals 11 kann auch eine Mehrzahl von
ringförmigen Kanälen ausgebildet sein, die mit einem (strich-punktiert angedeuteten) Hydraulikkanal 14 in
der zylindrischen Außenfläche des Innenmantels 6 in Verbindung stehen.
Wenn der Hydrauliitdruck in der Kammer 8 des Innenmantels
6 Null ist, dann hat der Außenmantel 7, wie F i g. 7 zeigt, eine negative Balligkeit; wird jedoch auf
die Kammer 8 der maximale Hydraulikdruck aufgebracht, dann wird die zylindrische Außenfläche des Außenmantels
7 geradlinig, wie durch die strichpunktierte Linie A in F i g. 7 angegeben ist.
An den mittigen Bereichen der Walzen la und Xb sind
in Gegenüberläge zueinander {s. F i g. 5 und 0) Fühler
16a und 166 angeordnet, die den Grad oder das Ausmaß der Walzenballigkeit erfassen und deren Ausgänge zu
einem Steuergerät 17 geführt werden. Die Ausgänge des Steuergeräts 17 werden an Druckregelventile 18a
und 18£>. die in von der Pumpe 15 zu den Hydraulikkammern
8 der Innenmäntel 6 der Walzen la und 1 b führenden Leitungen liegen, übermittelt.
Die beschriebene Ausführungsform arbeitet in der nachstehend erläuterten Weise.
Vor dem eigentlichen Betrieb werden die Hydraulikzylinder 2 sowie die Schraubspindein 3 so betätigt, daß
der Spalt zwischen den Walzen la, ib etwa 50—150 μηι so
beträgt, und die Pumpe 15 wird in Gang gesetzt, um den
maximalen Druck zu den Hydraulikdruckkammern 8 der Innenmäntel 6 der beiden Walzen zu übertragen, so
daß die negativen Balligkeiten der Außenmäntel 7 der Walzen la, la durch eine radiale Erweiterung dieser mit
Hilfe der Innenmäntel 6 beseitigt werden und die äußeren Zylinderflächen der Außenmäntel 7 die geradlinige,
durch die Linie A in Fig. 7 angegebene Gestalt annehmen; d. h, die Walzen la. ib erhalten somit eine wahre
zylindrische Oberfläche oder Außengestalu Dann wird das Kühlmittel durch die schraubenförmigen Kanäle 11
umgewälzt, und geschmolzenes Metall wird von oben in den Spalt zwischen den Gießwalzen la. 1 b eingegossen,
womit der Stranggießvorgang eingeleitet wird.
Das eingegossene Metall kommt mit den Walzen la, ib in Berührung, es erstarrt und wird abwärts gezogen.
Die Berührung des hoch erhitzten, geschmolzenen Metalls mit den Walzen la. ib führt zu einer Erwärmung
der Walzenoberflächen, so daß die Walzen eine positive Balligkeit annehmen, wie die strich-punkticrte Linie Λί in
Fig. 7 angibt. Die Fühler I6a, 166 erfassen fortlaufend
die Abstände I1 und h (Fig. 8) zwischen sich und den
gegenüberliegenden Flächen der Walzen in bzw. ib, und die Ausgänge der Fühler 16a, i6b werden an clii.s
Steuergerät 17 überführt.
Das Ausmaß des Balligwerdens der Oberfläche einer jeden Walze la und ib kann in Abhängigkeit vom gemessenen
Abstand /1 oder /2 (im Steuergerät) berechnet werden, und demzufolge kann auch der Druck, der in
der Hydraulikkammer 8 des Innenmantcls 6 zur Wirkung kommen muß, um die wahre zylindrische Flüche
der Walzen la, ib aufrechtzuerhalten, berechnet werden, d. h., im Ansprechen auf die Ausgangssignale der
Fühler 16a und 16b wird die Höhe der in den Kammern 8 aufzuwendenden Drücke erhalten. Deshalb werden im
Ansprechen auf die Ausgangssignale vom Steuergerät 17 die Druckregelventile 18a und iSb so gesteuert, daß
der jeder Hydraulikkammer 8 zugeführte Druck eingestellt werden kann. Das Ergebnis ist, daß die zylindrischen
Flächen der Walzen la und ib geradlinig eingehalten werden können, die Walzen la und ib also ihre
wahre zylindrische Oberfläche, wie in F i g. 7 durch die Linie A angegeben ist, beibehalten.
Mit Fortschreiten des Stranggießvorgangs haben die Balligdrehen der Walzen la und ib das Bestreben, größer
zu werden, so daß im Ansprechen auf die Ausgänge vom Steuergerät 17 die Drücke in den Kammern 8 allmählich
vermindert und demzufolge die zylindrischen Außenflächen der Walzen la, ib geradlinig gehalten
werden können. Nach einem gewissen Zeitraum kommt das Anwachsen der Balligkeiten zu einem Ende, so daß
die Hydraulikdrücke in den Kammern 8 auf im wesentlichen konstanten Pegeln bleiben, während der ununterbrochenene
Stranggießvorgang weitergeführt wird.
Wenn die äußeren Zylinderflächen der Walzen la, ib so gesteuert werden, daß sie eine wahre Zyiinderobcrfläche
beibehalten, dann treten nichterstarrte Abschnitte oder Bereiche nicht auf, so daß das Endprodukt
eine vorbestimmte Breite hat. Beispielsweise betrugt unter den Bedingungen einer Temperatur von 1500"C
für das geschmolzene Metall, einer Stärke von 0,15 mm des gegossenen Metallblechs, einer Ziehgeschwindigkeit
von 15 m/s und einer Eingießbreite von 100 mm die Breite des anfangs gegossenen Blechs 100 mm, während
die Breite des Endprodukts etwa 90 mm beträgt. Somit können sehr zufriedenstellende Endprodukte erhalten
werden.
Erfindungsgemäß werden keine nichterstarrten Abschnitte hervorgerufen, so daß das Endproduk. eine
vorbestimmte Breite und einwandfreie Kanten aufweist. Ferner kann das Anhaften von Spritzern auf der Oberfläche
des Endprodukts vermieden werden, so daß ein Metallblech von hoher Qualität erhalten werden kann.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Stranggießen von Metallblech mit einem einen Walzspalt begrenzenden, durch eine s
Flüssigkeit innen gekühlten und mit dem geschmolzenen Metall unmittelbar in Berührung befindlichen
Paar von parallelen Gießwalzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenumfangsfläche
jeder Gießwalze im Ausgangszustand eine negative Balligkeit erhält, daß bei Einleiten des Stranggießvorgangs
auf einen inneren Bereich jeder Walze ein Druck ausgeübt wird, so daß die Außenumfangsflächen
beider Walzen eine wahre zylindrische Gestalt annehmen, und daß der auf den inneren Bereich einer
jeden Walze aufgebrachte Druck bei Erwärmung der Außenumfangsflächen der Walzen durch
geschmolzenes Metall bei Fortschreiten des Stranggießvorgangs vermindert wird, so daß die Außenumfangsfläche
einer jeden Walze geradlinig oder als wahrer Zylinder ohne jegliche Wärmeballigkeit eingehalten
wird.
2. Gießwalze zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Walzenspindel
(5), durch einen über der Spindel angebrachten Innenmantel (6), durch einen über dem Innenmantel
(6) angebrachten Ayßenmantel (7) mit einer negativen Balligkeit an seiner Außenumfangsfläche
sowie mit an seiner Innenumfangsfläche ausgebildeten Kühlkanälen (11) und durch eine an der
Innenumfangsfläche des Innenmantels (6) in seinem axial mittige:: Bereich ausgebildete Hydraulikdruckkammer
(8), die mit einer Druckflüssigkeitsquelle (15) regelbar in Verbindung steht.
3. Gießwalze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlkanäle (li) in einer Schraubenform
verlaufend ausgestaltet sind
4. Gießwalze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlkanäle (11) in Form von Ringen
ausgebildet sind, die mit einem an der zylindrisehen Außenumfangsfläche des Innenmantels (6)
ausgestalteten Kanal (14) in Verbindung stehen.
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