DE331276C - Verfahren zur Nachahmung von Marmor in Portlandzementmoertel - Google Patents
Verfahren zur Nachahmung von Marmor in PortlandzementmoertelInfo
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Description
- Verfahren zur Nachahmung von IKarmor in Portlandzementmörtel. Es ist bekannt, Marmor in Portländzementmörtel unter Anwendung glatter Formen und von Zerteilungsgeräten, wie Stab und Kamm, nachzuahmen. Namentlich benutzte man zur Herstellung von Kunstmarmorplatten Glasscheiben, geschliffene Flächen, Wachstuch o.dgl., auf welche die gefärbten Mörtelmassen aufgetragen wurden; man stellte auch die Kanten durch Verwendung glatter Begrenzungsleisten der Form glatt her. Es waren aber nach den bekannten Verfahren teilweise maschinelle Einrichtungen erforderlich, um. das Musterungsverfahren durchzuführen, teilweise wurden die aufgebrachten Massen zersprengt, mit Gußmasse wieder ausgefüllt, um Aderbilder zu erzeugen, es wurden Steinstücke eingebettet oder es wurden Knet-, Spritz- oder Blasverfahren angewendet, um die gefärbten Massen marmorartig durchzumischen. -Vielfach war eine besondere Geschicklichkeit des Arbeitenden erforderlich,- um eine Marmormusterung nach Vorlagen, Schablonen durchzuführen. Vor allem war e 3 nach den bekannten Verfahren nicht möglich, auf einfache Weise die verschiedensten Marmorierungen, wie Flecken, Aderungen, Verwaschungen, Wolkenbildungen, Zerzausungen u. dgl., wie sie der Näturmarmor aufweist, mit gefärbten -Mörtelmassen, namentlich Portlandzementmörtelmassen, derart herzustellen, daB die Musterung eine tiefliegende, durchgehende ist 'und die ganze Masse gleichmäßig konsistent bleibt und gleichmäßig erhärtet. Bei dem bekannten Verfahren der Aderbildung durch Zersprengen bereits erhärteter Mörtelmassen werden zwar durchgehende Adern erzeugt, diese Kunstmarmorartenhaben aber stets -das Aussehen des gekitteten Marmors, abgesehen davon, daß lediglich Aderbilder erzeugt werden und die Masse von ungleicher Konsistenz bleibt. Lediglich einfache Aderungen bezweckt auch das Verfahren des Aufspaltens der Mässe mit einem Stab und nachheriges Ausfüllen der Spalten, wie ferner auch das Verfahren des DurcheinanderwirbeIns der Massen mittels Kammes lediglich verschwommene Wolkenbildungen bringt. -Bei dem Aufspritzverfahren ist es infolge des raschen Ineinanderlaufens der Massen auch unmöglich, naturgetreue Aderbilder und die oft sehr unterschiedlichen Marmorbilder zu bilden, man erzielt nur verschwommene, mehr mosaikartige Musterungen.
- Demgegenüber zeichnet sich das vorliegende Verfahren durch das eigentümliche Musterungsverfahren mit gefärbten Portlandzementmörtelmassen aus, welches die Herstellung durchgehend gemusterter Platten in beliebiger Marmorierung gleichmäßiger Konsistenz gestattet, wobei die ganze Masse gleichmäßig abbindet und Verwerfungen vermieden werden.
- Bei diesem Verfahren wird eine Grundmasse, bestehend aus Portlandzement, Farbe und Sand, auf eine Glasplatte aufgetragen, welche als Spiegelglasscheibe ausgebildet ist und auf einem Balkentisch liegt. Die Form wird durch Leisten gebildet, welche am besten ebenfalls aus Glas hergestellt werden. An. Stelle von Glas känn man auch geschliffene Holzleisten oder mit Wachstuch oder anderem glatten Stoff überdeckte Holz- bzw. Metalleisten verwenden. Der äußere Rand zwischen Leisten und Glasscheibe wird mit Gips oder Talg zugeschmiert. Je nachdem man nun verschieden bunten Marmor herstellen will, wird derart verfahren, daß man die einzelnen Farbmassen haufenweise bzw. als Klumpen auf die Platte aufträgt und die ebenfalls gefärbte Grundmasse aufbringt. Zum Einbrngen -dir Adermasse wird die aufgebrachte Masse mit eine. Stab in Richtung von 45'" yüi-i#de Form aufgespalten und die Adermasse darin eingebettet. Zur Erzeugung von Wolkenbildungen wird ein kammartiges Gerät, ebenfalls in Richtung von 45', durch die Masse bewegt, und zwar mehrmals. Die einzelnen Farbklumpen werden, je nachdem man die Marmorierung und Farbmischung herbeiführen will, mit den Fingern zerzaust bzw. zerdrückt. Es lassen sich auf diese Weise auch Flockenbildungen mit kleinen Klümpchen erzielen.
- Insbesondere wird z. B. roter Marmor mit grauen und weißen Flecken und weißen Adern dadurch hergestellt, daß die grauen und weißen Flecken zuerst auf -die Glasscheibe in kleinen Klümpchen aufgebracht werden, und zwar mittels Messers oder Spachtels einzeln und teilweise zusammenhängend. Dann bringt man die rote Grundmasse darauf, aber vorsichtig zwischen die Klümpchen, Hierauf werden die Klümpchen, welche Flocken abgeben sollen, mit den Fingern zerzaust. Die weißen Adern werden mit entsprechend gefärbter Masse -gezogen, wozu man mit einem Stab durch die Grundmasse fährt, wobei sich diese aufspaltet. Bringt man die Adermasse rasch, ehe sich die Lücken wieder schließen, ein, so werden die Lücken mit Adermasse ausgefüllt. Um die Adern ganz natürlich zu bekommen, drückt man sie mit den Fingern dünn oder dick, rostartig 'oder verschwommen zurecht.
- In ähnlicher Weise läßt sich dunkelgrauer Marmor mit grauen und schwarzen Flocken nachahmen.
- Grau und schwarz gewolkter Marmor mit dunkelgrauem Grunde und weißen Adern wird nach dem Verfahren auf die Weise hergestellt, daß man zunächst mittels Löffels hellgraue Wolkenmasse auf die Glasscheibe legt und dann in der Richtung von 45 ° zur Formseite parallele hellgraue Streifen mit geringen Zwischenräumen bildet. Die Zwischenräume füllt man mit dunkler Adermasse aus. Wird dann mit einem Kamm i die Masse in der Richtung von 45' mehrmals I durchfahren, so bilden sich Wolken in der Masse. Die schwarzen Wolken werden dann mittels Stabes eingeadert und mit den Fingern breitgedrückt. Darauf adert man ebenfalls die weißen Adern, aber gebogen und verschlungen, und drückt sie mit den Fingern nach dem gewünschten Aderbilde zurecht. Auf diese Weise läßt sich hellgrün und dunkelgrün gewolkter Marmor mit weißen Adern herstellen.
- Weißer Marmor wird nach dem Verfahren dadurch hergestellt, daß einzelne Klümpchen oder Streifen -in Hellgrau auf die Glasplatte ebenfalls in 45' Richtung gebracht werden, darauf die Hauptgrundmasse. Wird dann wiederum mit einem Kamm die Masse in 45' Richtung durchfahren, so bilden sich Wolken, worauf die Masse dunkelgrau geadert wird, wobei die Adern nach Wunsch zurechtgedrückt werden.
- Man kann bei all diesen Verfahrensstufen die Marmorierung dadurch bequem beobachten, daß man unter der Glasplatte einen Spiegel anbringt, durch den man die Masse auf der Glas-' platte sehen kann, ohne sich bücken zu müssen. Man kann auch hier die Marmormasse mit einer anderen Füllmasse hintergießen und auch Versteifungen aus Streckmetall oder Rundeisen hineinlegen. Nach dem Abbinden wird die fertige Platte mittels Spachtels. von der Glas-; platte abgelöst, hingestellt und später nach dem Erhärten poliert. Ein Abschleifen fällt fort, da die als Formboden benutzte Spiegelglas-` scheibe die Oberfläche der Marmortafel genügend glatt macht. Die Glasplatte wird zur Aufnahme einer neuen Masse mit Terpentin und einer Kupfermünze o. dgl. gereinigt und abgerieben.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Nachahmung von Marmor in Portlandzementmörtel unter Anwendung glatter Formen und von Zerteilungsgeräten, wie Stab und Kamm, dadurch gekennzeichnet, daß gefärbte Klümpchen aus Portlandzement, Sand und Farbe einzeln aufgetragen, alsdann mit einer anders gefärbten, ebenfalls aus Portlandzement, Sand und Farbe bestehenden Grundmasse in sirupartiger Konsistenz bedeckt, diese Masse vor dem Abbinden zur Erzeugung der Adern mittels Stabes. aufgespalten und in die Spalten vor dem Zusammenfließen gefärbte Portlandzementmasse eingebettet, darauf das Ganze zwecks Wolkenbildung mit dem kammartigen Gerät durcheinandergewirbelt wird, und zwar in Richtung von 45' zur Kante.
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