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Klosettsitz aus .gelenkig miteinander verbundenen Teilen. Die Erfindung
betrifft einen Klosettsitz, bei, dem der eigentliche Sitz bei Nichtgebrauch aus
drem Bereiche der Klesettschüssel vollständig entfernt und in einem ihn gegen Verunreinigung
schützenden Kasten untergebracht wird. Die Einrichtung ist dabei so getroffen:,
daß der Sirtz nach dem Verlassen desselben selbsttätig, also unter allen Umständen,
in den Kasten zurückkehrt, wobei er außerdem, ebenso wie beirr Herausziehen, das
von Hand zu geschehen hat, einer Reinigung und D;eis.inflektilon unterzogen wird.
Die Einrichtung ist einfach im Aufbau und sicher in der Wirkung.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, ein Lattentuch als Klosefsitz
zu verwenden und dieses vor Gebrauch zu desinfizieren. Die Bewegung des über zwei:
Walzen geführten Tuches erfolgt dabei. durch den Klosettdeckel, wodurch die ganze,
zum großen Teil aus Eisen bestehende Einrichtung kompliziert und teuer wird, so
daß sie leicht versagen kann. Außerdem ist sie dadurch dem Verrosten ausgesetzt.
Auch außer Gebrauch befindet sich hierbei das Lattentuch über der Klosettschüssel,
was nachteilig ist.
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Demgegenüber stellt die Erfindung eine wesentliche Vereinfachung und
Verbesserung dar. Der Gegenstand derselben ist auf der Zeichnung beispielsweise
veranschaulicht.
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Fig. i zeigt die Sitzeinrichtung in Seitenansi!cht außer Gebrauch,
Fig.2 dieselbe in gleicher Ansicht beim Gebrauch, Fig. 3 zeigt dieselbe in Vorderansicht
außer Gebrauch, Fig.4 und 5 sind Teilquerschnitte durch die Einrichtung in und außer
Gebrauch, Fig. 7 zeigt -den offenen Sitz in Drauf-Sicht.
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Fig. 6 und 8 bis 14 stellen Einzelheiten dar. Die Einrichtung besteht
aus dem Klosettsitz c, einem hinten an der Schüssel befestigten, querliegenden Kasten
d mit verschließbarem Deckel a, und einer in diesem-Walze b. Der Kasten
a wird mittels Schrauben an den Lappen f der Klosettschüs:siel befestigt.
An der Unterseite des Kastens befindet sich eine die Breite des Sitzes einnehmende
Öffnung h (Fig. 6) für den Durchlaß des Sitzes.
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Die Walze b wird zweckmäßig als Hohlzylinder ausgebildet; sie isst
in den beiden Seitenwänden des Kastens a drehbar gelagert (Fig. ii). Um jeden Achszapfen
m ist eine Schneckenfeder n angeordnet, die mit ihrem inn@eiren Ende am Zapfen,
mit dem äußeren Ende aber am Kasten befestigt ist (Fig. 6).
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Der Sitz c besteht aus mehreren, durch Gelenke miteinander verbundenen
Gliedern, die sowohl ein Ausziehen des Sitzes in gestrecktem Zustand als auch ein
Aufrollen desselben auf die Walze b ermöglichen. Das Anfangsgliedo des Sitzes dient
zur Versteifung des Ganzen und ist mittels beweglicher Bänder t an der Walze b befestigt.
Beiderseits des Anfangsgliedes o sind: Zapfen o1 (Fig. 7) vorgesehen, die im herausgezogenen
Zustande des
Sitzes in Aussparungen q der Kastenvorderwand (Fig.6
und: io) eingreifen und ein Hochgehen des Sitzes beim Gebrauch verhindern.
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Die Federn n der Walze b sind so eingestellt, daß sie beim Herausziehen
des Sitzes gespannt werden und den Sitz nach dem Gebrauch selbsttätig, unter entsprechendem
Drehen der Walze b, in den Kasten zurückführend.
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Das Schlußglied r des Sitzes hat vorn einen Griff s, an dem der Sitz
für den Gebrauch aus dem Kasten zu ziehen ist. Der Griff ist beweglich eingerichtet
und trägt eine Feststellvorrichtung für den Sitz im herausgezogenen Zustande. Zu
diesem Zwecke sitzt der Griff s an einer Stange u, die in eine entsprechende Aussparung
des vorderen Sitzgliedes eingreift. Die Stange ist an. diesem mittels einer Schraubenfeder
t befestigt, so daß sie herausgezogen werden und selbsttätig wieder zurückkehren
kann. An der Stange u ist eine einseitig abgerundete Nase v befestigt und ein Daumen
w angel.emkt. Die Nase v bewegt sich auf einer unteren Abschlußplatte
x und kann .in ein Loch y derselben eingreifen. Die Platte hat an ihrem vorderen
Ende außerdem eine Nase x, Auf die Stange at wiirkt von oben her eine Feder z, die
die Stange stets nach unten. zu drücken sucht.
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Im geschlossenen Zustande, d. b. beim Nichtgebrauch des Sitzes, hält
dife Feder t den Griff s mit seiner Stange u in Einwärtsstellung, und die Nase v
ruht auf der unteren Abschlußplatte x auf. Der Daumen w liegt dabei in schräger
Lage auf der Nase x1 (Fig. i3). Beim Herausziehen des Sitzes am Griff s wird der
letztere entgegen der Wirkung der Feder t mit seiner Stange u nach vorn gezogen.
Dabei kommt die Nase v über das Loch y der Platter. .Durch die Feder z wird die
Stange at in,dieser Lage abwärts gedrückt, @da die Nase v dies nicht mehr verhindern
kann: Diese tritt v ielmehr durch die Öffnung y aus - der Platte
x hervor. Sie ist so angeordnet, daß sie dann auf dem oberen Rande der Klosettschüssel
aufsitzt. Gleichzeitig hat sich der Daumen w an der Nase x, vorbei in senkrechte
Lage bewegt, in der er durch die Nase s. gesperrt wird. Er hat sich dabei vor die
Klosettschüssel d gelegt, so d'aß er den Sitz sperrt und am Zurückgehen hindert.
Dieser Zustand ist in Fig. 1q. dargestellt.
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Beim Gebrauch des Sitzes wird dieser durch das- Gewicht des Benutzenden
ganz auf die Klosettschüssel niedergedrückt. Dabei wird der -vorstehende Zapfen
-v zurückgedrängt, so daß die Schraubenfeder t wieder in Witrkung treten und den
Griff mit der Stange u in die in Fig. 13 gezeigte Stellung zurückführen kann.
Dabei geht auch der Daumen w wieder in die Höhe, verliert seinen Fiait an der Nase
x1 und legt sich wieder in schräge Lage. Er gibt also die Klosettschüssel und damit
den Sitz wieder frei, so daß dieser nach seinem Verlassen durch die Wirkung der
Federn ohne weiteres in den Kasten zurückgezogen wird.
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Innen an der Vorderseite des Kastens ist eine über die ganze Breie
des Sitzes reichende Bürste i (Fig. q., 5, to) vorgesehen, die zur Reinigung und
Desinfektion desselben dient. Über der Bürste ist eine Röhre k angebracht, die an
der Unterseite mit kleinen Öffnungen versehen ist. An die Röhre k schließt sich
eine aufrechtstehende Röhre mit einem Trichter oder Vorratsbehälter l an. In diesen
wird eine Desinfektionsflüssigkeit eingebracht, die dem Verteilerrohr k und von
diesem durch die kleinen Öffnungen der Bürste i zufließt.
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Die Bürste übt also sowohl beim Herausziehen wie beim Einschieben
eine reinigende und desinfizierende Wirkung auf den Sitz aus.