DE3235161C2 - Vorrichtung zum Scheren von Stoffbahnen - Google Patents
Vorrichtung zum Scheren von StoffbahnenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Schervorrichtung für Stoffbahnen mit einem Scherspiralen aufweisenden hohlen Scherzylinder, dessen Innenraum an eine in diesem Unterdruck erzeugende Absaugeinrichtung angeschlossen und dessen Mantel mit Luftdurchtrittsöffnungen zum Absaugen von Faserresten und zum Aufrichten des Flors versehen ist. Die Erfindung verringert den apparativen Aufwand einer bekannten Vorrichtung, bei der der Innenraum des Scherzylinders über Rohrleitungen mit einer Vakuumsaugquelle verbunden ist, dadurch, daß die Absaugeinrichtung aus wenigstens einem im oder am Stirnendbereich des Scherzylinders drehfest mit diesem verbundenen Ventilator besteht. Ein besonderer Vorteil hiervon besteht darin, daß der bewegungseinheitlich mit dem Scherzylinder verbundene Ventilator auch ohne Regelapparaturen und -schaltungen die Luftmenge abhängig von der Drehzahl des Scherzylinders fördert.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Scheren von Stoffbahnen mit einem mit Scherspiralen
versehenen oberhalb einer Stoffbahnauflage angeordneten als Hohlzylinder ausgebildeten Scherzylinder,
dessen Innenraum an eine in diesem Unterdruck erzeugende Absaugeinrichtung angeschlossen und dessen
Mantel mit Luftdurchtrittsöffnungen versehen ist.
Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise durch die US 30 08 212 bekanntgeworden. Bei dieser bekannten
Vorrichtung wird die den Scherzylinder umgebende Luftschicht durch die in seinem Mantel angeordneten
Luftdurchtrittsöffnungen angesaugt und durch den Innenraum des Scherzylinders abtransportiert. Die Absaugung
hat einmal den Zweck, die Fasern der Warenbahn (Flor oder Fäden) an der Scherstelle schnittgerecht
aufzurichten und abgescherte Fäden abzusaugen. Bei der bekannten Vorrichtung ist der Innenraum des
Scherzylinders über Rohrleitungen mit einer Vakuumsaugquelle verbunden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, den apparativen Aufwand einer solchen Absaugungseinrichtung
zu verringern.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß die Absaugeinrichtung aus wenigstens einem Ventilator besteht,
der im oder am Stirnendbereich des Scherzylinders drehfest mit diesem verbunden ist.
Dabei kann nur in oder an einem Stirnendbereich des Scherzylinders ein Ventilator vorgesehen sein, während
der andere Stirnendbereich geschlossen ist.
Es ist jedoch auch möglich, daß jeder Stirnendbereich des Scherzylinders einen Ventilator aufweist.
Die Erfindung schafft mit diesen Merkmalen einen sich selbst absaugenden Scherzylinder, bei dem eine separate
Vakuumsaugquelle völlig entbehrlich ist. Dadurch ist nicht nur der apparative Aufwand gegenüber
der vorbekannten Vorrichtung drastisch gesenkt, sondern es ergibt sich ein erheblicher weiterer Vorteil. Dadurch,
daß nämlich der mindestens eine Ventilator svn chron mit dem Scherzylinder rotiert, nimmt mit steigender
Roiationsgeschwindigkeit des Scherzylinders die Förderleistung des Ventilators zu. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung besitzt daher eine vollautomatische Sauglcistungsregelung, die bei der vorbekannten Vorrichtung
nur durch besondere Regelapparaturen und -r.chaltungen erreicht werden könnte. Eine Saugleistungsregelung
ist bei Scherspiralen besitzenden Scherzylindern von besonderem Vorteii, weil solche Scherzylinder
eine ausgeprägte Eigenventilation aufweisen, die die nachteilige Folge hat, daß in der Scherzone die eigentlich
aufzurichtenden Fäden bzw. der anzuhebende Flor niedergedrückt werden. Mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung läßt sich bei entsprechender Auslegung der Ventilatoren dieser Eigenventilationseffekt in
seinen schädlichen Folgen drastisch mindern oder sogar aufheben.
Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal besteht darin, daß der Scherzylinder an seinem Außenmantel drehgelagert
ist, so daß für den Einbau oder Anbau des Ventilators oder der Ventilatoren und für die Luftführung der volle
Querschnitt des Scherzylinder-Innenraums verfügbar ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert. In den Figuren zeigt
F i g. 1 einen mit Axialventilatoren bestückten Scherzylinder im Längsschnitt,
F i g. 2 einen mit Radialventilatoren bestückten Scherzylinder im Längsschnitt und
jo F i g. 3 einen Querschnitt durch eine Schervorrichtung
im Bereich der Scherzone.
Der in Fig. 1 dargestellte Scherzylinder 10 besitzt einen als Hohlzylinder 11 ausgebildeten Mantel 12 mit
glatter Außenmantelfläche 13 und glatter Innenmantelfläche 14. Auf der Außenmantelfläche 13 sind mit Endringen
44 befestigte und mit Fußleisten 15 versehene messerartige Scherspiralen 16 befestigt. Die Scherspiralen
16 verlaufen, wie ihr Name aussagt, schraubenlinienförmig in Längsrichtung des Scherzylinders 10. Im
Überdeckungsbereich der Scherspiralen 16 ist der Zylindermantel 12 mit einer Vielzahl von Luftdurchtrittsöffnungen
17, die im Ausführungsbeispiel als Langlöcher ausgebildet sind, bestückt. In Wälzlagern 18, die auf
der Außenmantelflächc 13 in den Stirnendbereichen 19 des Scherzylinders 10 angeordnet sind, ist der Scherzylinder
10 um seine Längsachse 20 rotierbar gelagert.
In den Endstirnbereichen 19 ist im Innsnraum 21 des
Scherzylinders 10 jeweils cm Ventilator 22 angeordnet, der im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 als luftschrau-
w benartig gestalteter Axialventilator 23 ausgebildet ist.
Demzufolge ist er mit einer Mehrzahl von Luftschaufeln oder -flügeln 24 ausgestattet.
Die beiden Axialventilatoren 23 sind drehfest mit dem Scherzylinder 10 verbunden. Sie saugen — mit steigender
Drehzahl des Scherzylinders 10 mit wachsender Leistung — Luft von der äußeren Umgebung des Scherzylinders
10 durch die Luftdurchtrittsöffnungen 17 hindurch in den Innenraum 21 und blasen diese mit abgescherten
Partikeln versetzte Luft aus dem Innenraum 21 des Scherzylinders 10 hinaus. In nicht dargestellter Weise
kann an den Scherzylindern eine Abluft-Rohrleitung angeordnet sein. Der Scherzylinder kann auch unmittelbar
an eine Staubabschcidevorrichtang angeschlossen
sein, in die dann die Luft von den Avalventilatoren 23
b5 direkt hineingeblasen wird.
Die Ausführung nach F i g. 2 unterscheidet sich hinsichtlich der konstruktiven Ausgestaltung des Scher/.y-'nnders
10 nicht von derjenigen nach Fig. 1. Hier sind
aber statt der Axialventilatoren 23 Radialventilatoren
25 an die Stirnendbereiche 19 angeschlossen, wobei die Schaufelräder 26 bei 27 drehfest mit dem Scherzylinder
10 verbunden sind. Das Ventilatorgehäuse 28 führt entweder in eine Rohrleitung oder eine iitaubabscheidevorrichtung.
Beiden Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, daß in (F i g. 1) oder an (F i g. 2) jedem Stirnendbereich 19 des
Scherzylinders 10 ein Ventilator angeordnet ist Die beiden Ventilatoren eines Scherzylinders arbeiten dann natürlich
gegenläufig, so daß beide jeweils im Innenraum 21 des Scherzylinders 10 einen Unterdruck erzeugen.
Es ist, insbesondere bei nicht zu langen Scherzyiindern auch möglich, nur an einer Stirnendseite 19 einen
Ventilator 22 anzuordnen. In diesem Falle würde der andere Endstirnbereich des Hohlzylinders 11 einen geschlossenen
Boden aufweisen.
Fig. 3 zeigt schematisch die Funktionsweise einer
mit einem erfindungsgemäßen Scherzylinder 10 ausgerüsteten Schermaschine. Der in PfeilricKiung 29 umlaufend
rotierende Scherzylinder 10 wirkt mit einem Unter- oder Gegenmesser 30 im Scherbereich 31 zusammen.
Dort ist die mit ihren Fasern bzw. ihrem Flor 32 in Richtung auf das Scherzeug 10/30 weisende Warenbahn
33 über einen Spitztisch 34 als Warenbahnauflage 35 in Pfeilrichtung 36 geführt. Ein zwei voneinander
distanzierte Tischkanten 37 und 38 aufweisender Hohltisch 37/38 für eine Warenbahn 10' ist als alternative
Möglichkeit einer Warenbahnauflage mit strichpunktierten Linien angedeutet.
Um eine lokal auf den Scherbereich 31 besonders eng begrenzte und starke Saugwirkung zu erzielen, ist der
Scherzylinder 10 mit allseits geringen Abständen von einem Düsenkasten 39 umgeben, dessen bezüglich der
Darstellung rechte Seitenwand von einem mit 40 bezeichneten Teil eines Maschinengestells bereitgestellt
wird. Der Düsenkasten 39 läßt nur eine schmale im wesentlichen spaltförmige öffnung 41 unmittelbar im Bereich
des Scherbereichs 31 frei; ansonsten umgibt er die Außenseite des Scherzylinders 10 vollständig. Das hat
zur Folge, daß der im Innenraum 21 des Scherzylinders 10 erzeugte Unterdruck in Warenlaufrichtung 36 hinler
der Scherzone 31 auf den Flor 32 der Warenbahn 33 einen Sog ausübt, der mit der Pfeilschar 42 verdeutlicht
ist. Dies hat ein Aufrichten des Flors in nahezu radialer Richtung bezüglich des Scherzylinders 10 zur Folge. Die
abgescherten Fadenreste werden ebenfalls infolge des im Innenraum 21 des Scherzylinders 10 herrschenden
Unterdrucks abgesaugt. Der Stromverlauf dieser Fadenreste ist schematisch mit der Pfeilschar 43 angedeutet.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Scheren von Stoffbahnen mit einem mit Scherspiralen versehenen oberhalb einer
Stoffbahnauflage angeordneten als Hohizylinder ausgebildeten Scherzylinder, dessen Innenraum an
eine in diesem Unterdruck erzeugende Absaugeinrichtung angeschlossen und dessen Mantel mit Luftdurchtrittsöffnungen
versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugeinrichtung aus wenigstens einem Ventilator (22) besteht, der im
oder am Stirnendbereich (19) des Scherzylinders (10) drehfest mit diesem verbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur in oder an einem Stirnendbereich
(19) des Scherzyiiriders (10) ein Ventilator (22) vorgesehen
ist, während der andere Stirnendbereich geschlossen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Stirnendbereich (19) des Scherzyiinders
(10) einen Ventilator (22) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Scherzylinder
(10) an seiner Außenmantelfläche (13) drehgelagert ist.
Priority Applications (5)
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