DE322754C - Verfahren zur Trennung der festen Ausscheidungen, wie z. B. Paraffin, von der die ungesaettigten Kohlenwasserstoffe enthaltenden schwefligsauren Loesung bei der Zerlegung von fluessigen Kohlenwasserstoffgemischen mit verfluessigter schwefliger Saeure - Google Patents
Verfahren zur Trennung der festen Ausscheidungen, wie z. B. Paraffin, von der die ungesaettigten Kohlenwasserstoffe enthaltenden schwefligsauren Loesung bei der Zerlegung von fluessigen Kohlenwasserstoffgemischen mit verfluessigter schwefliger SaeureInfo
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Description
- Verfahren zur Trennung der festen Ausscheidungen, wie z. B. Paraffin, von der die ungesättigten Kohlenwasserstoffe enthaltenden schwefligsauren Lösung bei der Zerlegung von flüssigen Kohlenwasserstoffgemischen mit verflüssigter schwefliger Säure. Die Zerlegung von Kohlenwasserstoffgemischen mittels verflüssigter schwefliger Säure ist an sich aus den Patentschriften 216459 (Klasse 23) und 29713I (Klasse 12) bekannt. .
- Im Größbetriebe erfolgt die Ausführung dieser Verfahren in einer geschlossenen Apparatur, die schematisch in der Zeitschrift für angewandte Chemie, Jahrg. 26, S. 177ff., beschrieben ist. Die Behandlung der Kohlenwasserstoffe mit der schwefligen Säure geschieht in einem Mischer oder Extraktor vorteilhaft bei tiefer Temperatur. Öle mit festen Bestandteilen scheiden nun-häufig diese bei der mit der Behandlung einhergehenden tiefen Temperatur aus, so z. B, das Braunkohlenteeröl-, Paraffin, wobei die Ausscheidung in der oberen Schicht - der Raffinatschicht - erfolgt. Die Flüssigkeit ist dann in gewissem Sinne emulsioniert; zwischen den ausgeschiedenen Paraffinteilchen befindet sich eine .mehr oder minder beträchtliche Menge von Extraktlösung, d. h. einer Lösung von ungesättigten Kohlenwasserstoffen in schwefliger Säure, deren Vereinigung mit der Hauptmenge der Extraktschicht behindert ist. Die ausgeschiedenen Teilchen setzen sich erst dann äb oder ballen sich erst dann zusammen, wenn durch Steigerung der Temperatur ein Teil der Ausscheidung in Lösung gebracht wird, sq daß die Teilchen der Extraktlösung durch die locker gewordene Masse herabsinken können. Die geschilderte Erscheinung beeinträchtigt in gewissem Sinne bei manchen Ölen die wirtschaftliche Ausnutzung der Apparatur. Die Schwierigkeit kann aber durch folgendes Verfahren behoben werden.
- Nach dem Ablassen der klar abgeschiedenen Hauptmenge der Extraktlösung läßt man den von der ausgeschiedenen festen Masse durchsetzten Rückstand in ein zweites, dem Mischer ähnliches Scheidegefäß laufen, in welchem durch eine geeignete Wärmezuführungsvorrichtung das Gemisch so weit erwärmt wird, bis sich die in dem Rückstand eingeschlossene Extraktlösung abgesetzt hat. Hierauf wird getrennt, man läßt die Extraktlösung zu der bereits abgetrenntenHauptmenge des Extraktes und den Rückstand in die vorgesehenen Verdampfer einlaufen, worauf die weitere Verarbeitung in üblicher Weise erfolgt. Durch das gekennzeichnete Verfahren sind der Mischer, und damit auch die ganze Einrichtung, ohne Zeit- und ohne Kälteverlust für weitere Operationen frei. Auch bei dem Verfahren nach Patent 297131 kann diese Erwärmung sinngemäß eingeschaltet «-enden.
- Die vorliegende Erfindung ist von jenen der Patente 276994 und 28.9879 verschieden. Dort handelt es sich darum, Rohparaffine, die im wesentlichen aus festen Paraffinkohlenwasserstoffen bestehen, mit verflüssigter schwefliger Säure mit oder ohne Zusatz gewisser Mengen ungesättigter aromatischer, in schwefliger Säure unlöslicher Kohlenwasserstoffe zu :behandeln, um die dem festen Paraffin beigegebenen öligen Bestandteile zu entfernen. Demgegenüber bezieht sich vorliegendes Verfahren nicht auf die Reinigung von Paraffin, sondern auf die Behandlung von Kohlenwasserstoffen, ohne Rücksicht auf die Menge des Paraffingehalts; so z. B. auf die Destillate des Braunkohlenteers, welche durch das Schwelverfahren gewonnen werden, und welche die hochsiedenden Anteile des Teers nicht enthalten. Behandelt man diesen Anteil des Destillats mit flüssiger schwefliger Säure, so bilden sich zwei Schichten. Selbst wenn man die Operation bei gewöhnlicher Temperatur vornimmt, so enthält das Raffinat geringe Ausscheidungen von Paraffinkristallen; in erhöhtem Maße ist dies der Fall, wenn die Behandlung mit der schwefligen Säure bei tiefer Temperatur, z. B. etwa - fo°, ausgeführt wird. Dann ist die ganze Menge des Raffinats mit einem Netz von feinen Paraffinkriställchen durchsetzt, und diese verhindern eine glatte Trennung des Extralots von dem Raffinat. Würde man nun die ganze Masse auf eine Temperatur erwärmen, bei welcher die Kristalle sich wieder lösen, so würde der Extrakt erhebliche Mengen - des Raffinats lösen. Das soll aber gerade vermieden werden, da man eine möglichst scharfe Trennung der in schwefliger Säure löslichen von den darin unlöslichen Anteilen anstrebt. Um dies zu erreichen, zieht man zunächst den bei der tiefen Temperatur sich glatt abgesetzten Anteil des Extraktes ab, erwärmt den zurückbleibenden Anteil auf etwa + io°, wobei sich darin das Netz der ausgeschiedenen Paraffinkristalle auflöst und den eingeschlossenen Anteil des Extrakts wieder zu Boden fallen läßt. Es bilden sich dabei wieder zwei voneinander leicht trennbare Schichten.
- Würde man die Erwärmung in dem gleichen Gefäß vornehmen wie die Behandlung mit der schwefligen Säure, so würden dessen Wandungen ebenfalls die höhere Temperatur annehmen, und die Wiederabkühlung auf - fo°, die für die Durchführung der nächsten Operation erforderlich ist, würde einen großen Zeitverlust herbeiführen. Es ist mithin von technischem Vorteil, daß ein neues Gefäß eingeschaltet wird, in welchem nach dem Ablassen der klar abgesetzten Extraktschicht der weitere Anteil des Raffinats abgelassen und dort die Erwärmung und Wiedertrennung vorgenommen wird Beispiel. i ooo kg eines Braunkohlenteerdestillats vom spezifischen Gewicht o,887, welches bei 2o2° zu sieden beginnt, und von welchem bis 225° fo ccm, bis 25o° 21 ccm, bis 275° 44 ccm, bis 310o° 62 ccm, bis 325° 77 ccm und bis 35o° 9o ccm destillieren, werden mit i ,,co kg flüssiger schwefliger Säure unter Rühren gemischt und auf - fo° abgekühlt. Nach kurzer Zeit wird die abgesetzte Unterschicht der Extraktlösung`in ein zur Weiterverarbeitung bestimmtes Gefäß abgelassen, der Rührer wieder, in Gang gesetzt und durch ein zweites, am Mischerausfluß befindliches weites Rohr die zurückgebliebene Flüssigkeit in ein besonderes, dem Mischer ähnliches Gefäß übergeführt, welches durch einen Heizmantel mit Dampf erwärmt werden kann und in welchem die Temperatur langsam bis auf -f- 2o° gesteigert wird. Dabei sammeln sich ständig weitere Mengen von Extrakt unten an, der in dem Maße, wie er sich absetzt, ständig in das gleiche Gefäß abgelassen wird, in welchem sich der Hauptanteil des Extrakts befindet. Sobald die Temperatur 2o° erreicht ist, nimmt man durch das am Ausfluß befindliche Schauglas wahr, daß keine weitere Ansammlung -von Extrakt mehr stattfindet und die Oberschicht, das Raffinat, völlig klar geworden ist. Das Raffinat wird nun ebenfalls in ein zur weiteren Verarbeitung dienendes Gefäß abgelassen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur- Trennung der- festen Ausscheidungen, wie z: B. Paraffin, von der die -ungesättigten Kohlenwasserstoffe enthaltenüen schwefligsauren Lösung bei der Zerlegung von flüssigen Kohlenwasserstoffgemischen mit verflüssigter schwefliger. Säure, dadurch gekennzeichnet, daß man- nach der Behandlung des Kohlenwasserstoffgernisches mit der verflüssigten schwefligen Säure die Hauptmenge des die ungesättigten Kohlenwasserstoffe enthaltenden schwefligsauren Extraktes abzieht und den Rückstand, bestehend aus einem -Gemisch der- gesättigten Kohlenwasserstoffe, -mit abgeschiedenen festen Kohlenwasserstoffen und einem Extraktrest in ein besonderes Gefäß abläßt und darin so lange erwärmt, bis sich die eingeschlossene Extraktlösung abgeschieden hat, welche alsdann abgetrennt und mit der zuerst abgezogenen Hauptmenge des Extraktes vereinigt wird, worauf die weitere Verarbeitung in bekannter Weise erfolgt.
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