DE314504C - - Google Patents
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- DE314504C DE314504C DENDAT314504D DE314504DA DE314504C DE 314504 C DE314504 C DE 314504C DE NDAT314504 D DENDAT314504 D DE NDAT314504D DE 314504D A DE314504D A DE 314504DA DE 314504 C DE314504 C DE 314504C
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- G01C21/10—Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration
- G01C21/12—Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration executed aboard the object being navigated; Dead reckoning
- G01C21/16—Navigation; Navigational instruments not provided for in groups G01C1/00 - G01C19/00 by using measurements of speed or acceleration executed aboard the object being navigated; Dead reckoning by integrating acceleration or speed, i.e. inertial navigation
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Description
AUSGEGEBEN
AM 20. SEPTEMBER 1919
KLASSE 42 c GRUPPE.
Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung des Ortes
und der horizontalen Geschwindigkeitskomponenten auf Grund . des Beschleunigungs-5
oder Reaktionsprinzips. Das Verfahren beT
steht darin,· daß die von der Eigenbewegung der Erde herrührenden Reaktionskomponenten
bei den entsprechenden Reaktionsmessern als Berichtigungen in Rechnung gezogen
ίο werden.
Ein Beispiel der Anwendung des Verfahrens an einer Vorrichtung zur Orts- und-Geschwindigkeitsbestimmung
durch ein bewegliches Erdmodell- ist in der Zeichnung im Grund- und Aufriß dargestellt, wobei im
Aufriß (Fig. 1) die Vorrichtung nach einem beliebigen Standort auf der Erde, im Grundriß
(Fig. 2) nach einem-solchen am Äquator eingestellt ist. .
so Ein in Bewegung gesetzter Körper, z. B.
ein Fahrzeug, erfährt eirie gewisse Beschleunigung". Auf eine v. am Fahrzeug etwa angebrachte
bewegliche und abgefederte Masse wirkt infolge der Beschleunigung eine derselben
entgegengesetzt gerichtete Reaktion, durch die sie einen bestimmten Ausschlag macht, an welchem die Beschleunigung gemessen
werden kann. ■ ' ■. ·
Bei beliebiger Bewegung kann die Beschleunigung und dementsprechend auch die Reaktion in drei Komponenten nach drei Richtungen zerlegt werden. Für,Bewegungen auf der Erde kommen hauptsächlich zwei Richtungen in Betracht, die in der Horizontalebene liegen. Werden durch irgend welche Reaktionsmesser die Komponenten nach zwei zueinander senkrechten festen Richtungen bestimmt und über die Zeit integriert, so ergeben sich die horizontalen Geschwindigkeitskomponenten nach diesen beiden Riehtungen, ihre Resultierende ist die horizontale Geschwindigkeit des Fahrzeuges. Durch nochmalige Integration der Geschwindigkeitskomponenten über die Zeit ergeben sich die in den beiden festen Richtungen zurückgelegten Wegkomponenten und in ihrer Resultierenden der gesamte zurückgelegte Weg in horizontaler Projektion.
Bei beliebiger Bewegung kann die Beschleunigung und dementsprechend auch die Reaktion in drei Komponenten nach drei Richtungen zerlegt werden. Für,Bewegungen auf der Erde kommen hauptsächlich zwei Richtungen in Betracht, die in der Horizontalebene liegen. Werden durch irgend welche Reaktionsmesser die Komponenten nach zwei zueinander senkrechten festen Richtungen bestimmt und über die Zeit integriert, so ergeben sich die horizontalen Geschwindigkeitskomponenten nach diesen beiden Riehtungen, ihre Resultierende ist die horizontale Geschwindigkeit des Fahrzeuges. Durch nochmalige Integration der Geschwindigkeitskomponenten über die Zeit ergeben sich die in den beiden festen Richtungen zurückgelegten Wegkomponenten und in ihrer Resultierenden der gesamte zurückgelegte Weg in horizontaler Projektion.
Da die Erde nun nicht ruhend ist, sondern eine bestimmte Eigenbewegung mit bestimm- g0
ter Beschleunigung besitzt, die an einem Reaktionsmesser eine entsprechende Reaktion
erzeugt, ist die auf einem bewegten Fahrzeug gemessene Reaktion diejenige der Absolut-.bewegung,
der Bewegung des betreffenden Punktes im Raum, also nicht ohne weiteres zur Kennzeichnung der Relativbewegung des
Fahrzeuges auf der Erde brauchbar. Um auf die Bewegung relativ zur Erde zu kommen,
müssen zu der gemessenen Reaktion die durch die Eigenbewegung' des betreffenden Punktes
der Erde erzeugten Systemreaktionen in negativem Sinne hinzugefügt werden. Bei
ruhendem Fahrzeug müssen die Reaktions-
messer, demgemäß nach Anbringen der Korrekturen in der Nullage stehen.
Die" Bewegung der Erde setzt sich aus zwei Bewegungen zusammen: Rotation der
Erde um ihre eigene Achse und Bewegung der Erde um die Sonne, wobei die Bahn der
Erde eine Ellipse von kleiner Exzentrizität ist, in deren einem Brennpunkt die Sonne
steht.
Die Beschleunigung eines Punktes der Erdoberfläche infolge der Rotation p\ ist
senkrecht zur Rotationsachse nach innen gerichtet und proportional dem Rotationsradius
sowie~ dem Quadrat der Winkelgeschwindig-
!5 keit der Rotation. Die Umdrehungszeit der
Erde ist ein Sterntag. Die Beschleunigung hat an den Polen den Wert o, am Äquator
ihren größten Wert von der Größenordnung 0,034 m/sek.2 und verläuft angenähert wie
eine Sinusfunktion. Die Abweichung rührt von der Abweichung der Erdform von der
Kugelgestalt her. Da die Beschleunigung immer in die Meridianebene fällt, so ergibt
sie auch nur eine im Meridian verlaufende horizontale Komponente. Diese Horizontalkomponente
P1' ist wieder eine angenäherte
Sinusfunktion, und zwar hat sie den Wert ο am Äquator und an den Polen ihr Maximum
vom halben obigen \Vert in 45 ° Breite.
Bei der zweiten Bewegung der Erde, derjenigen um die Sonne, tritt entsprechend dem
Charakter einer Zentralbewegurig eine stets nach dem Sonnenmittelpunkt gerichtete Beschleunigung
p2 auf, deren Größe sich im Laufe des Jahres umgekehrt proportional dem
wechselnden Erdabstand von der Sonne ändert. Ihr Mittelwert hat etwa die Größenordnung
0,006 kg/sekA Zu gleicher Zeit hat diese Beschleunigung für jeden Punkt der Erde die gleiche Größe, im Laufe des Tages
dreht sich ihre Richtung entsprechend der scheinbaren Sonnenbewegung um die Erde.
Für einen beliebigen Punkt der Erde ergibt sie im allgemeinen eine Nord-Süd-Komponente
p2' und eine Ost - West - Komponente pz" in der Horizontälebene.
Bei Relativbewegungen tritt außer den Systembeschleunigungen noch die Ergänzungsbeschleunigung
der Relativbewegung oder Coriolis - Beschleunigung auf, welche gleich ist dem doppelten Produkt aus der Relativgeschwindigkeit,
projiziert auf eine zur Momentanachse senkrechte Ebene in die Winkelgeschwindigkeit der Drehung um diese
Momentanachse. Ein Punkt der Erdoberfläche bewegt sich in einer zykloidenartigen
Kurve, die zwar infolge der Schiefstellung der Erdachse zur Erdbahnebene nicht eben
ist. Infolge der verhältnismäßig großen Fortbewegungsgeschwindigkeit der Erde um
die Sonne (im Mittel etwa 29800 m/sek.) gegenüber der Umfangsgeschwindigkeit der
Erdrotation (am Äquator etwa 464 m/sek.) ist diese Bahn in die Länge gezogen und hat
die Form einer sehr flachen Wellenlinie. Die ■ Momentanachse rückt demgemäß weit hinaus
und die' Winkelgeschwindigkeit um diese Achse wird sehr klein. Unter Annahme der
Erdachse als extremsten Fall, der Momentanachse würde bei einer relativen Fahrzeuggeschwindigkeit
von beispielsweise 30 m/sek. die Ergänzungsbeschleunigung höchstens (am Pol) eine Größenordnung von 0,0044 m/sek.2
haben; bei der tatsächlichen Momentanachse in mindestens 50 fächer Entfernung des Erdradius
kann demnach der Wert der Ergänzungsbeschleunigung noch nicht die Größenordnung 0,0001 m/sek.2 erreichen, so daß sie
im allgemeinen.vernachlässigt werden darf. .
Durch die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung werden die erforderlichen Korrekturen
an den aufgenommenen Fahrzeugreaktionen selbsttätig angebracht.
Das kardanisch aufgehängte Erdmodell 1 soll dauernd in ähnlicher Lage zur Erde gehalten
werden. . . ■
Seine Achse ist im Ring 2 gelagert, der seinerseits wieder in seiner horizontalen
Achse in dem vertikal gestellten Ring 3 gelagert ist. Der Ring 3 selbst kann um seine 9° '
vertikale,Achse beliebig gedreht werden, wobei dafür gesorgt ist, daß diese Achse
dauernd vertikal gehalten wird. Durch einen Kompaß wird der Ring 3 jederzeit so eingestellt,
daß die horizontale Achse von Ost nach'West zeigt, so daß also, die .Erdmodellachse
immer in die Meridianebene fällt. Mit dem Ring 3 verbunden sind in horizontaler Ebene zwei Reaktionsmesser 4 und 5 angebracht,
welche die zur Ebene des Ringes parallele und die dazu senkrechte horizontale Reaktionskomponente bestimmen und über
die Zeit zweimal integrieren. Das Resultat der Integrationen, Geschwindigkeit und zurückgelegter
Weg nach den betreffenden Richtungen, kann auf Papierstreifen und durch Zählwerke aufgenommen werden. Der
zurückgelegte Weg nach den beiden Richtungen wird durch die Rollen 6 und 7 in passendem
Maßstabe auf das Erdmodell in dem no Sinne übertragen, daß sich dieses stets in
ähnliche Lage zur wirklichen Erde stellt.
Mit dem Ring 2, dessen Ebene die Erdachse enthält, ist ein Zahnrad 8 fest verbunden.
Die Stellung desselben gegenüber dem vertikalen Ring 3 zeigt die geographische Breite des jeweiligen Ortes an und kann beispielsweise
an einer Teilung k mit Nonius genau abgelesen werden. In ähnlicher Weise
ist die. geographische Länge des jeweiligen
Ortes ζ B. mit Hilfe eines mit dem Ring 2
verbundenen Zeigers auf einer am Erdmodell angebrachten Teilung abzulesen
Die Zylinder der Reaktionsmesser 4 und 5 sind nicht fest, sondern in achsialer Richtungverschiebbar
angeordnet, um die notwendigen Korrekturen der Reaktionen anzubringen.
"
Durch Rad.9 wird die Drehung des Rades 8 in doppelter Übersetzung auf ein weiteres
Zahnrad 10 von halber Zähnezahl übertragen, welches durch den Kurbelzapfen 11 den Winkelhebel·
12, 13 auslenkt. Der Hebel 13 greift
durch ein Gelenk an dem einen Ende des
X5 Hebels 14 an und verschiebt hierdurch den
Zylinder des Reaktionsmessers 4 um eine Strecke, die der Beschleunigungskomponente
P1', herrührend von der Erdrotation, entspricht.
Zur Darstellung der Systembeschleunigung p2, herrührend von der Bewegung der
Erde um die Sonne, ist ein Punkt 15 zu Hilfe genommen, der um einen festen Punkt 16
eine der scheinbaren Bewegung der Sonne um die Erde in gewisser Beziehung ähnliche
Bewegung ausführt. Die Richtung nach dem Punkte ist gegeben durch die Verbindungslinie
der Mittelpunkte von Erde und Sonne, der Abstand ist proportional der Größe der Beschleunigung p2, also indirekt proportional
- dem Quadrate der jeweiligen Entfernung der Erde von der Sonne. Die tägliche scheinbare
Bewegung der Sonne um die Erde ist eine Drehung um die Erdachse, und zwar in
einer Ebene, die entsprechend der Jahreszeit von der Äquatorebene nach Norden oder
Süden achsial verschoben ist.
Der Punkt 15 erhält seine Bewegung durch die in dem beweglichen Rahmen 18 gelagerte
AVelle 17. Der Rahmen wird von dem Rad 8 aus durch den* Lenker 19 derart eingestellt,
daß. die Welle 17 stets parallel der Erdachse steht. Mit der Welle 17 und der zu ihr
parallelen Stange 20 sind die beiden gleich langen Lenker 21 zu einem Gelenkparallelogramm
derart verbunden, daß der am Ende der Stange 20 sitzende Punkt 15 von dem
festen Punkt 16 immer den der Beschleunigung p2 entsprechenden Abstand hat. Die
Welle 17 wird durch eine Zahnradübersetzung vom Uhrwerk der Integriertrommel
des Reaktionsmessers 4 angetrieben und macht in 24 Stunden eine Umdrehung.
Auf der AVelle 17 ist eine Muffe 22 verschiebbar
angeordnet, die durch eine kleine Kurbel mit umlaufendem Schneckenrad 23 bewegt wird, welches wiederum durch die
fest am Rahmen 18 sitzende Sclinecke 24 nach rund 365 Umdrehungen der Welle 17
einmal gedreht wird. Beim Verschieben der Muffe 22 rollt die Rolle 25 auf der Kurvenbahn
26. ab, wodurch das Gelenkparallelo- .· gramm der Jahreszeit entsprechend eingestellt
wird und der Punkt 15 jederzeit seine Drehung in der vorgeschriebenen Ebene ausführt.
Da die Verbindungslinie der Punkte 15 und 16 immer nach der Sonne hinzeigen
muß, kann der richtige Gang der ganzen Einrichtung auf einfache Weise daran nachgeprüft
werden, ob der Schatten des Punktes 15 jederzeit auf den Punkt 16 fällt.
Die Nord-Süd-Komponente der Bewegung des Punktes 1.5 wird durch den Lenker 27,
der am zweiten Ende des Hebels 14 angreift, als der Beschleunigung p2' entsprechende Reaktion
auf den Zylinder des entsprechenden Reaktionsmessers 4 übertragen. Der Lenker 2J ist im Punkte 15 mit der Stange 20 durch
ein Kreuzgelenk, mit dem Hebel 14 durch ein Kugelgelenk verbunden.
In ähnlicher Weise wird die der Ost-West- _. Komponente p2" der Beschleunigung p2 entsprechende
Reaktion von der Bewegung des Punktes 15 durch den Lenker 28 abgeleitet,
der dieselbe durch den Hebel 29 auf den Zylinder des Ost-West-Reaktionsmessers 5
überträgt.
Das Rädergetriebe hat den Zw'eck, den Antrieb der Welle 17 unabhängig von ihrer
Stellung zur Welle 30 zu machen, von der aus der Antrieb durch die Räder 31 und 32
erfolgt. Das Getriebe besteht, im wesentlichen aus zwei Paaren gleichachsiger Kegelräder
33, 34 und 35, 36, die mit den weiteren, auf gemeinsamer .Welle sitzenden Kegelrädern
37, 38 im. Eingriff stehen. Das Rad
34 steht fest. Bei ebenfalls feststehendem Rad 36 wird sich bei einer Drehung des
Rades 33 auch das Rad 35 um den gleichen Winkel drehen, da die beiden dieselben kuppelnden
Räder 37, 38 sich gegenseitig nicht verdrehen können. Die beiden Räder 33 und
35 bewegen sich demnach so, als ob sie mit- "
einander fest verbunden wären.
Nun wird das Rad 39 entsprechend der Erdachse durch die durchgeführte Welle 40
eingestellt. Eine Neigung der Erdachse verdreht durch das Kegelrad 41 das Rad 36 inumgekehrtem
Sinn, das Rad 35 also infolge nochmaliger Umkehrung durch 38 im gleichen Sinn um denselben Winkel. Bei irgendeiner
beliebigen gleichzeitigen Bewegung des Rades 33 erfolgt diese Drehung, zusätzlich, die
relative Lage des Rades 35 oder 42 zur Welle 40 und daher auch die Übersetzung der
Bewegung auf das Rad 43 ist demnach· vollständig unabhängig von der Neigung der
Erdachse zur Vertikalen. '
Durch die beschriebene Vorrichtung werden die durch die. Reaktionsmesser 4" und 5
aufgenommenen absoluten Beschleunigungen auf Relativbeschleunigung'en zurückgeführt,
und somit sind die durch Integration dieser Beschleunigungen über die Zeit erhaltenen
Geschwindigkeiten und Wege die relativ auf der Erdoberfläche vorhandenen. Wenn die
Vorrichtung an einem beliebigen nach geographischer Länge und Breite bekannten Ort
auf denselben eingestellt wird, so zeigt sie
ίο von einem auf beliebigem Wege erreichten
neuen Standort die geographische Länge und Breite ohne werteres an.
Die ' nach erstmaliger Integration der korrigierten Reaktionen erhaltenen Ge-
-15 schwindigkeitskomponenten können den entsprechenden^
Anzeigevorrichtungen entnommen und zusammengesetzt werden und ergeben so die horizontale Geschwindigkeit
und Richtung der wirklichen Fahrzeugbewegung auf der Erde.
An Stelle der Zahnräder 8 und 10 mit.dem
Übersetzungsverhältnis 1 :2 und ,dem Kurbelzapfen 11 kann eine Kurvenscheibe gesetzt
werden, welche die Reaktion von der Erdrotation herrührend darstellt, wobei
gleichzeitig der genaueren Gestalt der Erde Rechnung getragen werden kann.
Wird zur Einstellung des. Erdmodells nur ein Ost-West-Reaktionsmesser benutzt, die
Paralleleinstellung· der Erdmodellachse zur Erdachse dagegen durch ein passendes Kreiselsystem
besorgt, das den zweiten Reaktionsmesser und 'den Kompaß ersetzt, dann werden
die beiden zusätzlichen Nord-Süd-Reaktionskomponenten entsprechend P1' und />2'
von vornherein berücksichtigt und es ist nur die der Ost-West-Komponenten p2" entsprechende
Reaktion zur Korrektur anzubringen. In diesem Fall vereinfacht sich die
Vorrichtung entsprechend.
Das Wesentliche vorliegender Erfindung besteht darin, daß die durch Reaktionsmesser
bestimmten Beschleunigungen durch Hinzufügen der negativen System- und Ergän-Zungsbeschleunigungen
korrigiert werden, um zu den Relativbeschleunigungen zu kommen, die zur' Geschwindigkeit^- und Ortsbestimmung
allein brauchbar sind. Mit welchen Mitteln hierbei diese Korrekturen bestimmt werden, ist gleichgültig.
Das Verfahreq ist sinngemäß auch anwendbar auf Anordnungen, bei denen das
Erdmodell nicht in ähnlicher Lage zur Erde gehalten oder bei denen überhaupt kein
eigentliches Erdmodell verwendet wird. Ferner können die beispielsweise benutzten Reaktionsmesser
sowie die Integrationsvorrichtungen durch beliebige, den gleichen Zweck
erfüllende Einrichtungen ersetzt werden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Bestimmung des Ortes und der horizontalen Geschwindigkeitskomponenten
auf «Grund des Beschleunigungs- oder. Reaktionsprinzips, dadurch gekennzeichnet, daß die von der
Eigenbewegung der Erde herrührenden Reaktionskomponenten bei den entsprechenden Rea'itionsmessern als Berichtigungen
inR.echnung gezogen werden.
2. Vorrichtung zur Ortsbestimmung mittels eines beweglichen Erdmodells (1),
eingestellt-durch Reibrädchen (6 und 7),
die mittels horizontaler, in Nord-Süd- und ,Ost-West-Richtung aufgestellter Reaktionsmesser
(4 und 5) gedreht werden, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der von der Erdrotation herrührende Fehler durch eine in den Meridian fallende
horizontale Reaktionskomponente, und der von der Bewegung der Erde um die
Sonne herrührende Fehler mit wegen der gleichzeitigen Rotation täglich wechselnder
Richtung durch je eine nach dem Me-. ridiän und senkrecht dazu gerichtete Reaktionskomponente
berichtigt wird.
3. Vorrichtung zur Ortsbestimmung, nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die zur Berichtigung infolge der Erdrotation dienende Reaktionskomponente
von einem Kurbelzapfen (11) abgeleitet wird, der vom Polring (2) in doppelter
Übersetzung verdreht wird.
4. Vorrichtung zur Ortsbestimmung. nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die zur Berichtigung infolge der Erdrotation dienende Reaktionskomponente von einer mit dem Polring (2)
verbundenen Kurvenscheibe abgeleitet wird.
5. Vorrichtung zur Ortsbestimmung nach Anspruch Ί und 2,. dadurch gekennzeichnet,
daß die zur Berichtigung infolge der Bewegung der Erde um die Sonne
dienenden Reaktionskomponenten von einem mittels Getriebes bewegten Punkte
(15) abgeleitet werden, der sich täglich in gleicher Weise um einen Festpunkt
(16) dreht, wie die Sonne scheinbar um die Erde, dessen Abstand von demselben n0
j edoch umgekehrt proportional dem Quadrate des im Laufe des Jahres wechselnden Sonnenabstandes von der Erde gehalten
wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE314504C true DE314504C (de) |
Family
ID=567315
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT314504D Active DE314504C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE314504C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE911672C (de) * | 1936-10-24 | 1954-05-17 | Dr Richard Prell | Einrichtung zum Messen der Winkelgeschwindigkeit eines Fahrzeuges |
| DE19944632A1 (de) * | 1999-09-17 | 2001-04-12 | Manfred Boehm | Verfahren zur globalen autonomen Präzisions-Eigenortung mittels des lokalen Lotvektors |
-
0
- DE DENDAT314504D patent/DE314504C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE911672C (de) * | 1936-10-24 | 1954-05-17 | Dr Richard Prell | Einrichtung zum Messen der Winkelgeschwindigkeit eines Fahrzeuges |
| DE19944632A1 (de) * | 1999-09-17 | 2001-04-12 | Manfred Boehm | Verfahren zur globalen autonomen Präzisions-Eigenortung mittels des lokalen Lotvektors |
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