DE313242C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10H—PRODUCTION OF ACETYLENE BY WET METHODS
- C10H21/00—Details of acetylene generators; Accessory equipment for, or features of, the wet production of acetylene
- C10H21/08—Safety devices for acetylene generators
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- Organic Chemistry (AREA)
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Description
Bei mehreren im Betriebe von großen Azetylenanlagen des Karbideinwurfssystems
vorgekommenen Explosionen konnte die Ursache darauf zurückgeführt werden, daß sich beim
Auffallen größerer Karbidstücke auf die metallischen Teile im Apparate Funken bildeten,
durch die ein vorhandenes explosibles Gasluftgemisch zur Entzündung gebracht wurde.
Das Entstehen solcher explosibler Gasluft-.
ίο gemische in bestimmten Apparatteilen ist bei
allen jenen Azetylenapparaten, die zum Zwecke der Neubeschickung mit Karbid geöffnet
werden müssen, unvermeidlich. Sie können immer dann, wenn sie einem Azetylengehalt
der Luft von 3,2 bis zu 52,4 Prozent entsprechen, durch örtliche Erhitzung auf eine
oberhalb 480'0 C liegende Temperatur zur Entzündung gebracht werden.
Alle Azetylenapparate des Karbideinwurfssystems, die sich in letzter Zeit insbesondere
bei großen Schweißereibetrieben allgemein eingeführt haben, unterliegen dieser Gefahr.
Wenn das scharfkantige und harte Karbid aus größerer Fallhöhe auf die metallischen
Teile des Apparates aufschlägt, dann besteht die Möglichkeit, daß von ihnen unendlich
kleine Teilchen von der Eisenoberfläche abgerissen werden, die infolge Umsetzung der
zu ihrem Abreißen erforderlichen Arbeit in Wärme so hoch erhitzt werden, daß sie zum
Erglühen kommen und als Funken von glühendem und selbst von geschmolzenem Eisen
abspringen.
Die Größe der Körperchen, die solche Funken zu bilden vermögen, ist eine um so geringere,
je härter das Eisen ist, von dem sie abgerissen werden, und je kleiner die Masse eines solchen
Körperchens ist, um so höher muß bei gleicher Wärmewirkung seine Erhitzung sein. Je härter
und spröder das Eisen ist, um so größer wird auch die Gefahr der Entzündung eines vorhanden
explosiblen Gasgemisches durch die abspringenden Funken. Ist die Oberfläche des Eisens geschmeidig und weich, dann dringen
die scharfen Kanten der abfallenden Karbidstücke in sie ein, und es lösen sich nicht
mehr, so wie bei hartem und sprödem Eisen oder Stahl derart kleine Teilchen ab, daß sie
durch die Reibungswärme zum Erglühen oder Schmelzen gebracht werden können, sondern
die abgelösten Teilchen sind in ihrer Masse so groß, daß ihre Erhitzung nur eine mäßige
bleibt und die Entzündungstemperatur eines vorhandenen explosiblen Gasgemisches nicht
mehr erreichen oder gar übersteigen kann.
Daß die Härte des Eisens bestimmend ist für die Erhitzung abgerissener kleinster Teilchen, geht ohne weiteres aus einem für die
Beurteilung der Härte von Werkzeugstahl üblichen Verfahren hervor. Je härter der
Stahl ist, um so mehr tritt die Neigung der bei seiner Behandlung auf dem Schmirgelrad
abgerissenen Funken hervor, am Ende ihrer Flugbahn in glänzende Sternchen zu zerstieben.
Durch die mechanische Arbeit, die das Abreißen solcher Eisenteilchen bedingt, wird eine
bestimmte Menge von Wärme erzeugt, die von dem abgerissenen Teilchen aufgenommen wird,
und es
Teilchen
Teilchen
äb'et ;>
je kleiner dieses gleichen Arbeit muß 4ien Stahlteilchens
sein, je härter der Stahl ist,
'5 und deshalb muß auch die Erhitzung solcher Körperchen sich mit der Härte des Stahls
steigern. Während bei einem weicheren Stahl bloß ein hohes Erglühen oder vielleicht ein
Anschmelzen der s abgerissenen 'm kleinsten Teilo
chen eintritt, steigert sich diese Erhitzung bei hartem Stahl bis zu einer Überhitzung der
abgerissenen Teilchen.^ Sie fliegen in . diesem überhitzten Zustande durch die Luft, an"der
sie sieh oberflächlich abkühlen und mit einer dünnen Kruste erstarrten Stahls überziehen,
durch die Luftsauerstoff in den nach überhitzten Kern des Körperchens diffundiert .*bis
dasselbe so mit Sauerstoff gesättigt ist, Saß ■ die eingetretene Volumenvergrößerung die er-
ao starrte Haut sprengt, worauf der Tropfen in Funken zerstiebt.
Ähnliche Vorgänge, wenn auch im Verhältnis zu der geringeren Härte des in Betracht
kommenden Gußstahls oder Eisenblechs^ bei niedrigerer t Temperatur, vollziehen sich auch
dann, wenn das harte und scharfkantige Karbid aus bestimmter Höhe auf die Apparatteile
auffällt. Bei hartem Stahl oder Eisen sind die abgerissenen funkenbildenden Teilchen
so klein, daß ihre Erhitzung die Entzündungstemperatur eines etwa verhandenen explosiblen
Gasgemisches übersteigt, während bei weichem Eisen eine solche Gefahr nicht besteht.
Auf Grund dieser bisher fehlenden Erkenntnis werden die noch ?u beschreibenden Mittel
zur Behebung der Gefahr einer Explosion durch Funkenbildung vorgeschlagen, die das
Wesen der Erfindung ausmachen.
Daß die Bildung von Funken beim Auffallen von Karbidstücken auf die eisernen
Innenteile eines Azetylenapparates zu \ Explosionen führen kann, war bereits bekannt.
Man hat sich dadurch gegen Unfälle zu schützen gesucht, daß man die in Betracht kommenden Teile des Apparates verbleite,
verzinkte oder mit einem Farbenanstrich versah, doch bildet das nur einen vorübergehenden
Schutz, da alle diese Oberflächenschutzmittel sich bald abnutzten, so daß im weiteren Betriebe
immer wieder das harte Eisen zutage trat und die Gefahr der Funkenbildung erneut
hervortrat.
. Es kann als eine Norm gelten, daß die Gefahr einer Entzündung durch Funkenbildung
bei allen Flußeisenblechen oder Eisensorten vorliegt, deren Härte der Nummer 00 der
Brinellschen Härteskala entspricht oder sie übersteigt. Bei den für die Konstruktion von
Azetylenapparaten tverwendeten"^Eisenblechen
entspricht das einem Kohlenstoffgehalt des Eisensjvon etwa 0,1 Prozent. Bisher wurde
die Härte der verwendeten Bleche oder Stahlteile beim Baue von Azetylenapparaten niemals
berücksichtigt.
Bei einem Azetylenapparate sind es immer nur bestimmte Teile, die von aus größerer
Höhe auffallenden Karbid getroffen werden können, und die daher für die Bildung gefährlicher
Funken in Betracht kommen können. Wenn diese TeUe3vermittels einer oxydierenden
Flamme, wie z. B. mit einer scharf eingestellten Schweißflamme, gut und sorgfältig ausgeglüht
werden, dann tritt eine Entkohlung ihrer Oberfläche und hiermit eine Enthärtung derselben
ein, die aber nicht von Einfluß auf die innere Festigkeit des, Materials ist, sondern
nur seine obersten Schichten verändert. Die Gefahr einer Entzündung durch Funkenbildung
bleibt dann ^zuverlässig vermieden. Man kann natürlich, statt die fertigen Apparatteile in
solcher Weise auszuglühen, auch für ihre Herstellung ein besonders weiches, vorher schon
durch Ausglühen in einen anderen Oberflächen zustand übergeführtes Material verwenden,
wodurch der gleiche Zweck^erreicht wird.
Claims (2)
1. Verfahren zur Verhinderung >von Explosionen
durch Funkenbildung beim Betriebe von Azetylenapparaten, dadurch gekennzeichnet, daß die mit auffällendem
Karbid in Berührung kommenden Teile des Apparates durch Behandlung mit einer
oxydierenden Flamme an ihrer Oberfläche in einen Zustand geringerer Härte über- fl5
geführt sind.
2. Verfahren zur Verhinderung von Explosionen durch Funkenbildung beim
Betriebe von Azetylenapparaten, dadurch gekennzeichnet, daß für die Herstellung
der mit auffallendem Karbid in Berührung kommenden Apparatteile ein besonderes
in einer oxydierenden Flamme ausgeglühtes H Material verwendet wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE313242C true DE313242C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT313242D Active DE313242C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
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