DE30902C - Verfahren und Apparat zur Entfuselung von Rohspiritus - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Entfuselung von RohspiritusInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
- B01D3/001—Processes specially adapted for distillation or rectification of fermented solutions
- B01D3/003—Rectification of spirit
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
in PARIS.
Das vorliegende Verfahren gründet sich auf die Löslichkeit des in 50 procent. Rohspiritus
enthaltenen Fuselöles und Aldehyds in bestimmten Lösungsmitteln, so namentlich in
Kohlenwasserstoffen.
Die Kohlenwasserstoffe sind in 50 procent. Spiritus nicht löslich, dagegen lösen sich die
Fuselöle auf, welche ihrerseits in schwachem Spiritus verhältnifsmäfsig wenig löslich sind,
sich dagegen mit dem Kohlenwasserstoff in jedem Verhältnifs mischen.
Das Aldehyd, welches sich zwar in jedem Verhältnifs in wasserhaltigem Spiritus löst, ist
gleichwohl auch in Kohlenwasserstoffen löslich, wenn auch nur nach wiederholter Berührung
mit demselben.
Wenn man also Rohspiritus mit Kohlenwasserstoffen tüchtig unter einander rührt und
dann das Ganze stehen läfst, so schwimmt der Kohlenwasserstoff auf dem Spiritus und
enthält fast alles Fuselöl, sowie einen Theil des Aldehyds, welche vorher den Spiritus verunreinigten.
Will man anstatt des noch wasserhaltigen den bereits rectificirten Spiritus, der aber noch
Fuselöl und Aldehyd enthält, entfasern, so ist es nöthig, denselben vorher auf einen niedrigeren
Grad zu bringen, damit die Auflösung, des Kohlenwasserstoffes vermieden werde. Als
Lösungsmittel verwenden die Erfinder die flüchtigen Kohlenwasserstoffe, hauptsächlich die unter
dem Namen Petroleumäther bekannten flüchtigen Producte des Petroleums.
Dieser Petroleumäther wird durch das bekannte Mittel der Reinigung mit 66 gradiger
Schwefelsäure und zuletzt mit rauchender Schwefelsäure oder Schwefelsäureanhydrid gereinigt
und geruchlos gemacht.
Man verfährt bei der Entfuselung in der Weise, dafs man den Rohspiritus mit dem
gereinigten Petroleumäther innig mischt, indem man zu ihm in einem grofsen, hermetisch verschliefsbaren
Gefäfse eine gewisse Menge Petroleumäther hinzubringt, das Gefäfs verschliefst und seinen Inhalt durch irgend eine mechanische
Vorrichtung gehörig unter einander schüttelt oder rührt. Alsdann läfst man den mit den Fuselölen und dem Aldehyd beladenen
Petroleumäther sich oben absetzen und entfernt ihn durch Decantiren. Hierauf giebt man eine
neue Menge Petroleumäther zu dem Spiritus und so fort, bis der Petroleumä'ther beim Abdampfen
durchaus keinen Geruch mehr abgiebt. Um den Petroleumäther wiederzugewinnen, mischt man ihn mit Schwefelsäure.
Da aber das angegebene Verfahren im Grofsen nicht praktisch durchführbar ist, so bedienen
sich die Erfinder des in folgendem bestehenden Verfahrens in Verbindung mit dem in der Zeichnung
dargestellten Apparat.
Dieser Apparat besteht aus dem cylindrischen Behälter A zur Aufnahme des Rohspiritus.
Der obere Theil desselben ist durch einen Glasballon a oder einen kleinen Blechkasten
mit gläsernen Schaulöchern verschlossen. An seinem unteren Ende ist . der Behälter mit
einem Hahn b versehen, welcher einerseits mit einer Pumpe p, andererseits mit dem in A
befindlichen fein durchlöcherten Rohr t in Verbindung steht.
Oben steht der Behälter A durch das Rohr d und den Hahn e mit dem cylindrischen Gefäfs
B in Verbindung, welches im Innern mit den Schalen c versehen und zur Aufnahme
von reinem Wasser bestimmt ist.
Mit diesem Gefäfs steht durch ein Rohr mit Hahn ein zweites ähnliches cylindrisches Gefäfs
C in Verbindung, welches zur Aufnahme einer gesättigten Chlorcalciumlösung
bestimmt ist.
Das Gefäfs C steht durch Rohr und Hahn mit dem aus Blei construirten Cylinder D in
Verbindung. Dieser hat ebenfalls Schalen f und ist zur Aufnahme von 66 gradiger Schwefelsäure
bestimmt.
Dieser Cylinder steht endlich mit dem Behälter E in Verbindung, welcher Stücke von
Marmor oder irgend eines anderen Carbonate oder von Kalk enthält.
Der zu entfuselnde Rohspiritus wird in den Behälter A eingefüllt, so jedoch, dafs der Glasballon
α leer bleibt. Die vier anderen Behälter BCDE sind mit den oben genannten
Füllungen versehen.
Nunmehr wird die Pumpe p, welche durch den Hahn b mit dem Behälter A verbunden
ist, in Bewegung gesetzt. Dieselbe saugt Petroleumäther an und befördert denselben unter
Druck in den mit Rohspiritus gefüllten Behälter A. Dieser Petroleumäther geht rasch
durch die ganze Menge Rohspiritus und ladet sich auf seinem Wege mit dem in dem Rohspiritus
enthaltenen Fuselöl und Aldehyd, um endlich den Glasballon α anzufüllen. Es wird
mit dem Einpumpen von Petroleumäther fortgefahren, worauf sich der Ueberschufs aus dem
Glasballon α in den mit Wasser gefüllten Cylinder ergiefst. Dort kommt der Petroleumäther
am Boden des Cylinders an und begegnet beim Aufsteigen dem in den Schalen c
enthaltenen Wasser, um demselben die etwa mitgenommenen Spuren von Spiritus abzugeben.
Von dem Cylinder B läuft der Petroleumäther oben aus und tritt am Boden des mit
Chlorcalcium oder einer Lösung desselben angefüllten Cylinders C ein. Das Chlorcalcium
entzieht dem Petroleumäther das aus B etwa mitgerissene Wasser.
Von C tritt der vollkommen wasserfreie Petroleumäther in den Behälter D. Die dort
in den Schalen f befindliche Schwefelsäure nimmt das in dem Petroleumäther enthaltene
Fuselöl und Aldehyd auf und bildet mit denselben Sulfosäuren.
Der auf diese Weise wieder vollständig regenerirte Petroleumäther passirt alsdann noch
den mit Carbonat oder Kalk angefüllten Cylinder E, woselbst die etwa mitgerissene
Schwefelsäure neutralisirt wird.
Aus E wird der vollständig reine Petroleumäther von der Pumpe ρ wieder ausgesaugt und
in den Behälter A befördert. Man setzt diesen Kreislauf fort, bis man glaubt, dafs die Entfuselung
vollständig stattgefunden. Eine Reihe von einigen Stunden genügt alsdann, um den
Petroleumäther sich über dem entfuselten Spiritus absetzen zu lassen. Dieser wird alsdann
abgelassen und in der gewöhnlichen Weise rectificirt. ·
Um die Unlöslichkeit der ätherischen OeIe und ihrer Aether in dem Rohspiritus zu vergröfsern
und auch um eine schnellere Abscheidung zu bewirken, bedient man sich eines in dem Rohspiritus leicht löslichen Salzes,
z. B. des Kochsalzes, welches man mit dem Spiritus versetzt.
Claims (3)
1. Das beschriebene Verfahren zum Entfuseln des Rohspiritus durch wiederholte Behandlung
desselben mit Petroleumäther.
2. Bei diesem Verfahren die Vermehrung der Dichtigkeit des Rohspiritus und dessen Unlöslichkeit
durch Auflösung von Kochsalz in demselben.
3. Der dargestellte Apparat zur wiederholten Behandlung des Rohspiritus mit einer und
derselben Menge Petroleumäther oder eines anderen flüssigen Kohlenwasserstoffes, bestehend
aus den Gefäfsen ABCD und E, von welchen A mit dem zu entfuselnden
Spiritus, B mit reinem Wasser, C mit Chlorcalcium, D mit Schwefelsäure und E
mit Carbonat oder Kalk gefüllt sind, und durch welche der zur Entfuselung dienende
Petroleumäther durch die Pumpe ρ in beliebig langem Kreislauf geleitet wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30902C true DE30902C (de) |
Family
ID=307007
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT30902D Expired - Lifetime DE30902C (de) | Verfahren und Apparat zur Entfuselung von Rohspiritus |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE30902C (de) |
-
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- DE DENDAT30902D patent/DE30902C/de not_active Expired - Lifetime
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