DE305641C - - Google Patents
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23K—FODDER
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Description
AUSGEGEBEN
AM 21. MAI 1919
AM 21. MAI 1919
KLASSE 53 g GRUPPE
mit Alkalilauge.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Stroh, z. B. von Getreide oder Hülsenfrüchten, für
Futterzwecke dadurch geeigneter zu machen, daß man es mit Alkalilauge benetzt und erhitzt,
um dadurch , unverdauliche - Bestandteile des Strohes, wie Ligin, herauszulösen und schließlich
ein verdauliches Produkt, das als Futtermittel verwendet werden kann, zu erhalten.
Die Mißstände dieses Verfahrens sind vor allem,
ίο daß man Temperaturen von ioo° und darüber
anwandte, die eine umständliche Apparatur erforderlich machten. Die Erhitzung mußte
auch, da nur verhältnismäßig, wenig Flüssigkeit benutzt wurde, zweckmäßig im Dampfbade erfolgen,
um ein Anbrennen des Materials zu verhindern. Man hat schon versucht, um günstigere
Resultate zu erzielen, das Erhitzen im Autoklaven bei 5 bis 6 Atm. Dampfdruck vorzunehmen.
Aus den angeführten Gründen konnte man das Verfahren im Kleinbetriebe gar nicht verwenden,
weil sich dort die teure Apparatur ent-" weder nicht rentierte, das Verfahren infolge
des benötigten Heizmaterials zu teuer wurde, oder aber nicht genügend Bedienungsmann-■
schaft zur Verfügung stand. Bei einer Zentralisierung der Herstellung dieses Futtermittels ergeben
sich aber durch die hohen Frachtkosten Schwierigkeiten.
Ein weiterer erheblicher Nachteil des angegebenen Verfahrens liegt · darin, daß bei der
Einwirkung der, Lauge auf das Stroh unter Erhitzung oder Druck, insbesondere' bei Verwendung
stärkerer Laugen, nicht nur das für die Verdauung schädliche Lignin, sondern auch
verdauliche Stoffe wieXylan usw. aus dem Stroh herausgelöst werden und für die Fütterung verloren
gehen.
Die vorliegende Erfindung will allen diesen Übelständen abhelfen. Es geschieht dies dadurch,
daß Temperatursteigerung oder Druckerhöhung bei der Behandlung des Strohes mit Alkalilauge . durch zeitliche Einwirkungsdauer
ersetzt wird. Zur Ausführung des neuen Verfahrens kann man das Stroh z. B. in Häckselform
so mit Alkalilauge übergießen, daß die gesamte zu behandelnde Strohmenge vollständig
mit Lauge bedeckt ist. Zu starkes Zusammenpressen wirkt dabei hemmend. Überläßt man
nun die Masse bei gewöhnlicher Lufttemperatur und Atmosphärendruck eine Zeit sich selbst,
so geht die Aufschließung des Strohes in der ge- - wünschten Weise allmählich vor sich, wobei zunächst
das Lignin gelöst wird, dagegen das Xylan nur -zum kleineren Teil in Lösung übergeht,
also zum größten Teil in dem Futtermittel verbleibt. Die Konzentration der Lauge kann
verschieden gewählt werden; mit einer Ver-' ringerung der Konzentration ist natürlich eine
Verlängerung der Einwirkungszeit verbunden. Gute Erfolge erzielt man bei Verwendung von
ein- bis zweiprozentiger Lauge. Mit einer dreiprozefitigen
Lauge und unter Anwendung der acht- bis neunfachen Gewichtsmenge des Strohgewichtes
war in 24 Stunden der Aufschluß so weit vorgeschritten, daß die Halmteile wie auch
die Knoten ganz weich geworden waren. Die Anwendung einer zweiprozentigen Lauge er-
orderte 36 Stunden, einprozentige Lauge 48 Stunden Einwirkungszeit, um ein genügendes Durchweichen des Materials zu erzielen.
Bei o,5prozentiger ,.,Lauge bleiben auch bei längerer Einwirkungszeit die Knoten hart.
Immerhin wif]it''aueh;diese dünne Lauge noch
ein und kann zur vorbereitenden Behandlung mitverwendet werden. .Zugleich wird alles
Alkali verbraucht und an Stelle der alkalischen tritt saure Reaktion.
Zur Durchführung des Verfahrens genügen einfache Fässer, Bottiche oder sonstige Gefäße,
die, sofern sie aus Holz sind, durch Paraffin oder andere Mittel gegen verdünnte Alkalilauge
widerstandsfähig gemacht sind oder welche zweckmäßig aus Ton, Zement, Eisen usw. be- stehen.
Diese Behälter werden mit gehäckseltem Stroh in Schnittlänge von etwa 2 cm gefüllt,
während man in einem besonderen Gefäß Natronlauge von gewünschter Konzentration bereitet,
welche dann auf das Stroh aufgegossen wird, bis dasselbe bei mäßigem Zusammendrücken,
z. B. durch Auflegen eines gering beschwerten Siebbodens, unter die Lauge kommt.
Das Gefäß wird zweckmäßig mit einem gut passenden Deckel verschlossen, schon um das
Anziehen von Kohlensäure und- Sauerstoff aus der Luft zu verringern. Nach beendeter Einwirkungszeit
wird mit Wasser gewaschen, um die für den Tierkörper nachteiligen Alkalireste
zu beseitigen. Dies geschieht zweckmäßig in der Weise, daß man auf die Strohmasse eine Schicht
von Filterpapier oder anderem porösen Material auflegt, von oben Wasser nachfüllt und unten
langsam die Lauge abfließen läßt. ,In gleicher Weise kann man aber auch Laugen verschiedener
Konzentration nacheinander zur Einwirkung bringen oder nach Anwendung einer schon vorgebrauchten Lauge eine frische Lauge
verwenden. Auch dies führt zu einer Beschleunigung des Verfahrens. Die Einwirkungszeit wird
am bequemsten am Weichwerden der Knoten bestimmt, was_ bei der Durchführung des Verfahrens
z. B. in der Weise geschehen kann, daß man eine Anzahl Knoten in eine Röhre aus Drahtnetz einschließt und sie in dem zu behandelnden
Stroh derart anordnet, daß die Drahtnetzröhre leicht zur Kontrolle herausgezogen
werden kann. Ein Trocknen des Endproduktes ist nicht notwendig, wenn es, von dem Landwirt selbst hergestellt, alsbald nach
der Beendigung des Verfahrens verwendet wird. Das aufgeschlossene Material ist anfangs
mehr zitronengelb, beim Liegen blaßt die Farbe ab, und das Aussehen gleicht nunmehr geköchtem
Sauerkraut; längeres Liegen des Produktes , in feuchtem Zustande führt leicht zum Schimmeln.
Ist daher eine längere Aufbewahrungszeit in Aussicht genommen, So empfiehlt sich
ein Abpressen, Einstampfen in Silos oder Trocknen des Materials.
Zur Durchführung des Verfahrens kann sowohl Kali- als auch Natronlauge Benutzung
finden.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß das Ver- 65-fahren von jedem kleinen Landwirt ohne besondere
Apparatur durchgeführt werden kann und daß infolgedessen die Herstellung des
Futtermittels außerordentlich billig wird und gleichzeitig auch eine bessere Ausnutzung des
Strohes erzielt wird als durch die bisher bekannten Verfahren.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels aus Stroh (z. B. von Getreide und
Hülsenfrüchten) durch Aufschließung desselben in zerkleinertem Zustande mit Alkalilauge,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Alkalilauge anstatt bei höherer Temperatur oder unter Dampfdruck bei gewöhnlicher
Temperatur, also ohne äußere Wärmezufuhr je nach der Konzentration der Lauge mehr od'er weniger lange Nauf das Stroheinwirken
läßt. , '
2. ,Ausführungsform des Verfahrens nach.
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das gehäckselte Stroh mit der Alkalilauge
vollständig bedeckt wird, worauf nach genügender Aufschließung durch Auswaschen mit Wasser Alkalireste beseitigt werden
können.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die erste Lauge durch andere schon gebrauchte oder frische Laugen verdrängt wird, um die Laugen durch wiederholten
Gebrauch möglichst auszunutzen.
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