DE749029C - Verfahren zum Reinigen von Zellstoff - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von ZellstoffInfo
- Publication number
- DE749029C DE749029C DEF89002D DEF0089002D DE749029C DE 749029 C DE749029 C DE 749029C DE F89002 D DEF89002 D DE F89002D DE F0089002 D DEF0089002 D DE F0089002D DE 749029 C DE749029 C DE 749029C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- pulp
- lime
- calcium hydroxide
- acidification
- journal
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C9/00—After-treatment of cellulose pulp, e.g. of wood pulp, or cotton linters ; Treatment of dilute or dewatered pulp or process improvement taking place after obtaining the raw cellulosic material and not provided for elsewhere
- D21C9/08—Removal of fats, resins, pitch or waxes; Chemical or physical purification, i.e. refining, of crude cellulose by removing non-cellulosic contaminants, optionally combined with bleaching
- D21C9/083—Removal of fats, resins, pitch or waxes; Chemical or physical purification, i.e. refining, of crude cellulose by removing non-cellulosic contaminants, optionally combined with bleaching with inorganic compounds
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Wood Science & Technology (AREA)
- Paper (AREA)
Description
- Verfahren zum Reinigen von Zellstoff
Die Erfindung betrifft die Reinigung von Zellstoff beliebiger Herkunft, insbesondere Holzzellstoff, durch Behandeln mit Calcium- liydroxyd (Kalkmilch) in der Wärme und bezweckt die Steigerung ges Reinheitsgrades bei hoher Ausbeute sowie die Verbilligung der Herstellung. Beim bekannten Verfahren der genannten Art erhält man durch Erhitzen des Faser- stoffes mit Kalkmfilch und anschließendem At}säuern des Kochgutes nur Zellstoffe, deren Alphacellulosegehalt iin besten Falle nicht mehr als 92 bis 93°/o beträgt, weshalb jenes Verfahren keinen Eingang in die Technik fand. N.,Ian führt daher die Reinigung des Zellstoffes zwecks Erzielung des für viele Zwecke notwendigen hohen Reinheitsgrades voll 96°/o Alphacellulosegehalt mittels Ätz- alkalien durch. Bei dieser Behandlung geht jedoch die Ausbeute um 2j bis 30°/a zurück. Solche Edelzellstoffe bilden bekanntlich den Ausganässtoff für die Herstellung hochwer- tiger Kunstseide, Zellwolle, Folien, Cellu- loid usw., d. h. von Celltfosehydraten, -estern oder -.*ithern. Das '`erfahren gemäß der Erfindung ge- steht nun darin, daß man den Zellstoff in Kalhlllilch unter Bildung einer verdünnten Zellstoffsuspension einträgt, deren Stoff- dichte (bis zu iJ) man allmählich, d. h. bis jeweils zur völlig gleichmäßigen Verteilung des Kalkhydrates' im Faserbrei, durch weite- res Eintragen voll Zellstoff auf den gewünsch- ten Gehalt, z. B. 3 bis 1o °/p, erhälit und die Suspension je nach dem gewünsch- ten Reinigungsgrad t bis io Stunden mit oder ohne Druck in der Wärme behandelt- wird, worauf die Zellstoffasern durch Faserstoffwäscbe voll den gebildeten gelösten und ungelösten Kalksalzen sowie etwaigem überschüssigem Calciumhydroxyd und Cal- ciulncarl)onat abgetrennt und dann erst zwecks Verringerung des Aschegehaltes bis zur kongosauren Reaktion abgesäuert werden. Die Ausbeute beträgt 82 bis 83 % bei einem Alphacellulosegelialt des gereinigten Zell- stc>fes v-n ungefähr c)6°1", bei 93 bis cf4°ro Alpliagehalt etwa 93% vom Gewicht des ein- esetzteil Rollstoffes. Der Gehalt an Alpha- cellulose kann je flach Gier "Leitdauer der Be- handlun- zwischen 91 und nahezu 97% be- tragen. Das Erhitzen mit Kalkmilch kann i111 offenen Behälter hei Temperaturen bis roo = oder unter Druck (z. B. 4 atii) hei. höheren Temperaturen (z. B. 145 °) erfolgen. Das Verfahren eignet sich für jede Art von Zellstoff, z. B. von Fichte, Kiefer, Buche, Stroh, nleicligülti" ob dieser Zellstoff nach ,11211l Wattren oder alkalischen Aufschlußver- fahrun Hergestellt wurde und ob es 5-1121i u111 urgebleichten oder halbgebleichten (z. B. vor- Zellstoff Zellstoff handelt. Wesentlich für den Erfolg ist die Art, insbesondere die heihenfolge der Vermischung von Kalkmilch mit dein Zellstoff. Diese Vernlischug muß so erfl@lgtn. daß das Calciumhydrotyd völlig gleichmäßig in der Reaktionsmasse verteilt wird, vor allem auch innerhalb der Faser- ilester, die in jeder Zell#toffaufschlämmung, besonders 1>e1 höheren Stoffdichten, vorlian- den sind und dein Versuch einer gleichinäßi- gen Verteilung in Einzelfasern, z. B. durch Rühren, hartnäckig widerstehen. M'enn man den Ätzkalk nachträglich in den Faserbrei einrührt. ist die Herstellung von weitgehend gereinigtem Edelzellstoff voll z. B. 96 bis 07'I" :@lpllacellulose nicht möglich. Das Ein- (1,`s Zellstoffs kann in die kalte oder be- liebig erwärmte ls'alkinilcli erfolgen. Zum Unterschiecl_von den bekannten Ver- fahren, bei Gienen Calciumhydroxyd zum Reinigen voll Zellstoff verwendet wird, ist .es aber beim Verfahren nach .der Erfindung von ausschlaggebender Bedeutung, daß vor der Absäuerung eine gründliche Faser- stoffwä sehe vorgenomillen wird. Beisl Felllee einer derartigen Wäsche entstehen nämlich durch den S:itireztisritz aus den all der Zell- stoffaser haftenden organischen Kalkver- tlinclungen hochinc@lekulare kolloicfallösliche Stoffe. die von der Faser wieder absorbiert werden und dadurch den Alphacellulosegehalt it@ gereinigten Zellstoffs illilldei-11. Zur praktischen Durchführung des Verfah- reils eignen sich die für dieZellstoffherstellun:g iihlichen Vorrichtungen, z. B. Ktigelkocli°r oder Reaktionstürme. durch «-elche der Faser- stoffbrei mit regelbarer Geschwindigkeit hin- durchgefördert wird, und Wascheinrichtun- "c#tl, z. B. rotierende Trommelsiebe, wobei es vorteilhaft ist. letztere unter Bewegung in Gier Stoffsuspension unterzutauelien und die Flüssigkeit bzw. das Waschwasser aus dein rroiiii71elitliluril abzusau-en. Das Absauern a111 Schluß cler Behandlung kann finit ir"endeinvr Südre erfolgen, z. B. Schwefel- säure, Salzsäure, schweflige Säure oder auch I einer geeigneten organischen Säure. Hierfür ist kaum der zehnte Teil gegenüber dem be- kannten Verfahren an Säure erforderlich, weil die Kalkwalze fast restlos auf mechanischem Wege entfernt worden sind. Das Verfahren kann sowohl im Einzel- als auch im ununter- brochenen Betrieb, z. B. in Reaktionstürmen, durchgeführt werden. Beispiel 1 8oo kg lufttrockener urgebleichter Sulfit- zellstoff aus Fichte wurde in aufgeschlagener und bis auf etwa 200% Wassergehalt wieder eingedickter Forte unter ständigem Rühren allmählich in io (bin einer von Sand und anderen Verunreinigungen durch Abschläm- nien befreiten Kalkmilch mit etwa 75k- CaO-Gehalt eingetragen. ciltspreclleild einer Stoffdichte voll etwa 80/". Die Suspension wurde ,dann in einem langsam umlaufenden Kugelkocher auf etwa 140', entsprechend einem Druck von etwa 4 atii, während 5 Stun- den erhitzt. Das Kochgut wurde in eine Stoffgrube abgelassen und dann in einem Siebwäscher so lange mit Wasser gewaschen, bis das Waschwasser keine Trübung mehr zeigte. Nach Filtrieren auf eirein Zellen- filter und Nachwaschen zeigte der Stoff prak- tisch keinen Säureverbrauch. Noch zurück- gebliebene Spuren voll Calciunlcarbonat wur- den durch Ansäuern his zur kongosauren Reaktion und erneutes Waschen entfernt. Man erhielt 68o kg lufttrockenen Edelzell- stoff, entsprechend einer Ausbeute von 8304 finit einem _,IpliaceIlulosegelialt voll 96,404, einem Holzguminigehalt von 1,50J" und einem Ascliegehalt voll 0,25 01". Der erhaltene Stoff kann gewünschtenfalls noch einer Bleichung unterworfen werden. bleichbaren hochwertigen Kunstseildenzellstoff mit einer Ausbeute von 92% des Ausgangsmaterials. Der Alphacellulos-egehalt beträgt ()3,80/a, der Holzgummigehalt 3,2% und der Aschegehalt 0,3/o. Die entsprechenden Konstanten des Ausgangszellstoffes waren folgende: Alphacel.lulose 89,90%, Holzgummi ,;,211", Asc egehalt o,60/0.Beispiel 2 plan ersetzt den iin Beispiel i genalin- teil urgebleichten Fichtensulfitzellstoff durch ioo kg vorclilorierten Buchensulfitzellstoff, trägt ihn als 2o0/"ige Paste in einen Mischer mit 1,6 in-' vereinigter, auf loo° erhitzter Kalk- milch illit 3,41:g Ca 0-Gehalt allmählich unter s -tändigem Rühren ein und führt dieses Ge- - inisch einer Reihe von isolierten eisernen Reaktionstürmen zu. Zwecks Erzielung eines umunterbrochenen Betriebes können mehrere Xlischer beschickt und darauf entleert wer- den, so ,daß die Einwirkungszeit in den Türelen etwa 9o Minuten tleträgt. Der aus dein Reaktionsturm austretende Faserstoff wird sodann mit Wasser auf eine Stoffdichte von etwa 10(o verdünnt und alsdann mittels eines Siebwäschers gründlich von allen ge- hsten und ungelösten Beimengungen durch Aus«-aschen befreit. Man erhält nach (lern Ansäucrn und Auswaschen einen sehr leicht
Claims (3)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Reinigen von Zellstoff mit C alciumhydroxyd unter gleichmäßigem Verteilen der Reaktionspartner, Erwärmen der Masse und schließlichem Absäuern des abgetrennten Zellstoffes, dadurch gekennzeichnet, daß man den Zell--,tof in Kalkmilch allmählich einträgt, d. 1i. bis zur jeweils völlig gleichmäßigen Verteilung des Kalkhydrates im Faser-Brei, die Suspension je nach dein gewünschten Reinigungsgrad i bis io Stunden mit .oder ohne Druck in der Wärme behandelt und darauf die Zellstoffasern durch Faserstoffwäsche von den gebildeten gelösten und ungelösten Kalksalzen sowie etwaigem überschüssigem Calciunihydroxyd und Calciumcarbonat weitgehend abtrennt, worauf erst bis zur kongosauren Reaktion abgesäuert wird.
- Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstandes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: deutsche Patentschrift ..... ir. 369 6o6: aus der Zeitschrift Journal für praktische Chemie«, ioo,-S. 1,9 bis 47 (i92o), insbesondere S. 27,
- 3. Absatz, und Tabelle auf S. 45-. -
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF89002D DE749029C (de) | 1940-10-23 | 1940-10-23 | Verfahren zum Reinigen von Zellstoff |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF89002D DE749029C (de) | 1940-10-23 | 1940-10-23 | Verfahren zum Reinigen von Zellstoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE749029C true DE749029C (de) | 1944-11-15 |
Family
ID=7115210
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEF89002D Expired DE749029C (de) | 1940-10-23 | 1940-10-23 | Verfahren zum Reinigen von Zellstoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE749029C (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE369606C (de) * | 1919-08-19 | 1923-02-21 | Carl G Schwalbe Dr | Verfahren zur Reinigung und Veraenderung der physikalischen Beschaffenheit von Zellstoffen |
-
1940
- 1940-10-23 DE DEF89002D patent/DE749029C/de not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE369606C (de) * | 1919-08-19 | 1923-02-21 | Carl G Schwalbe Dr | Verfahren zur Reinigung und Veraenderung der physikalischen Beschaffenheit von Zellstoffen |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE2246647A1 (de) | Verfahren zur fraktionierten gewinnung von lignin und cellulose aus baumrinde bzw. borke | |
| DE749029C (de) | Verfahren zum Reinigen von Zellstoff | |
| USRE23868E (en) | Method of removing hemicellulose | |
| DE555461C (de) | Verzuckerung von pentosanehaltigen Pflanzenstoffen | |
| DE305641C (de) | ||
| DE396284C (de) | Verfahren zum Aufschliessen von Holz oder Pflanzenstengeln zwecks Gewinnung von Zellstoff oder Spinnfasern | |
| DE3227843A1 (de) | Verfahren zur herstellung von zellstoffen mit niedrigem ligningehalt | |
| US1801782A (en) | Process for the manufacture of high-alpha-cellulose fiber | |
| DE557170C (de) | Verfahren zur Herstellung von an Alphacellulose reichem Zellstoff durch Behandlung von rohem Zellstoff mit alkalischer Lauge | |
| DE328034C (de) | Verfahren zur Herstellung von Einzelfasern aus Bastfaserbuendeln unter gleichzeitiger Aufschliessung und Entfernung vorhandener Holzteile und Inkrusten | |
| DE1005824B (de) | Verfahren zur Erzeugung von alphacellulosereichem, pentosanarmem Zellstoff | |
| DE2640885C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Zellstoff nach dem Sulfitverfahren | |
| DE665959C (de) | Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Buchenholz | |
| DE749633C (de) | Verfahren zur Herstellung eines zur Verarbeitung auf Pappe geeigneten Stoffes und Furfurol aus Stroh | |
| DE557263C (de) | Verfahren zur Herstellung von hochviscosen Celluloseloesungen | |
| AT136005B (de) | Verfahren zur Herstellung praktisch reinen Zellstoffs (Alpha-Zellulose) aus Rohzellulosen beliebigen Ursprungs. | |
| DE396137C (de) | Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Schilf, Stroh, Maiskolbenblaettern und aehnlichem Material | |
| DE379771C (de) | Verfahren zur Reinigung und Veredelung von handelsueblichen Zellstoffen aller Art fuer die Zwecke der Herstellung von Zelluloseestern und sonstigen chemisch charakterisierten Zelluloseverbindungen, Kunstfaeden u. dgl. | |
| DE272036C (de) | ||
| DE564553C (de) | Verfahren zur Herstellung von Zellstoff | |
| AT80876B (de) | Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels aus Verfahren zur Herstellung eines Futtermittels aus Stroh (z. B. von Getreide und Hülsenfrüchten) durcStroh (z. B. von Getreide und Hülsenfrüchten) durch Aufschließung desselben mit Alkalilauge. h Aufschließung desselben mit Alkalilauge. | |
| DE665335C (de) | Verfahren zum Veredeln von Zellstoff | |
| AT148150B (de) | Verfahren zur Darstellung eines sehr reinen Zellstoffes. | |
| DE302523C (de) | ||
| AT109984B (de) | Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Aufschließen von Pflanzen. |