DE30244C - Elektrisch gesteuerte Ventile bei Eisenbahn-Luft-Bremsen - Google Patents
Elektrisch gesteuerte Ventile bei Eisenbahn-Luft-BremsenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. April 1884 ab.
In den Fig. 1 bis 4 bezeichnet der Buchstabe
A den Cylinder, B dessen Kolben und C die Kolbenstange, welche auf die gewöhnliche
Weise mit den Bremshebeln oder anderen, die Bremse bethätigenden Verbindungen aufserhalb
des Cylinders in Verbindung zu setzen ist. D ist die Hauptleitung und E die Zweigleitung,
welche die erstere mit einem Kniestücke e verbindet, welches seinerseits mit
einer Trägerverbindung e1 verbunden ist, von deren gegenüberliegenden Seiten sich zwei gekrümmte
Röhren, und zwar jede um ein Viertel des Umfanges des Cylinders herum erstrecken, und welche in hohle Brückenstücke
e2 enden, die gewisse, im Mantel des Cylinders an diametral entgegengesetzten Punkten
angeordnete Schlitze ff bedecken, welche mit den inneren Gängen der Brückenstücke
in Communication stehen. In einer Ebene rechtwinklig zu jener dieser beiden Schlitze ff
sind zwei andere Schlitze f1 f1 im Mantel
des Cylinders angeordnet, die ebenfalls einander diametral gegenüberstehen und zur
gehörigen Zeit eine Communication zwischen dem Innern des Cylinders und der äufseren
Luft herstellen, wie in folgendem erklärt werden wird. Das Oeffnen und Schliefsen dieser beiden
Schlitzenpaare wird durch ein Ventil G bewirkt, welches die Form eines flachen Bandes
hat und einem Sitze im Innern des Cylinders zwischen einem schmalen, einwärts ragenden
Flantsch h und einem abnehmbaren Flantsch h1
angepafst ist.
In diesem Bandventile sind vier Schlitze g g und g1 g1 angeordnet oder eingeschnitten; die
ersteren stehen einander diametral gegenüber in einer Ebene, welche auf die Ebenen der
anderen beiden senkrecht steht; diese beiden letzteren stehen einander nicht vollkommen,
sondern blos annähernd diametral gegenüber, indem sie in parallelen Ebenen an entgegengesetzten
Seiten des Ventilcentrums angeordnet und jede um den Betrag einer Schlitzenbreite
von einer diametralen Ebene entfernt sind. Aus Fig. 3 ist ersichtlich, dafs infolge dieser
Anordnung der Schlitze des Ventiles die Schlitze g1 g1 bezw. auf entgegengesetzten
Seiten von den Schlitzen/1/1 stehen und um
eine Schlitzenbreite von denselben entfernt sein werden, wenn* die Schlitze g g mit den
Schlitzen ff des Cylinders zusammenfallen oder coincidiren. Die Schlitze f1 f1 werden
daher geschlossen sein, wenn die Schlitze// offen sind, und umgekehrt, und eine partielle
Rotation des Ventiles um einen der Schlitzenbreite entsprechenden Betrag wird das Schliefsen
des einen Cylinderschlitzenpaares und das Oeffnen des anderen Paares verursachen. Diese Bewegungen
des Ventils werden mittelst Elektromagnetismus durch die in folgendem beschriebenen
Vorrichtungen bewirkt.
Am Ventile G ist ein gekrümmter Elektromagnet I befestigt, und die polaren Theile seines
Kernes werden von einem am Ventile vorragenden, aus diamagnetischem Material, vorzugsweise
Messing, gebildeten Träger i getragen und ragen durch denselben hindurch, während
die verbundenen Enden des Kernes in einem becherartigen oder pfannenförmigen Träger il
getragen werden, der auf ähnliche Weise am Ventile vorragt.
An dem am Cylinder angebrachten (jedoch
abnehmbaren) Plantsch h1 ist ein stationärer
Elektromagnet K befestigt, welcher in einer dem Magneten I entgegengesetzten Richtung
gekrümmt ist, und die polaren Theile seines Kernes werden von einem von dem Flantsch h1
seitlich vorragenden Träger getragen und ragen durch denselben hindurch, während die verbundenen
Enden in einem becher- oder pfannenartigen Träger k1 getragen werden, der
ebenfalls von dem erwähnten Flantsche seitlich vorragt.
Die Pole des am Ventile befestigten Magneten / stehen den Polen des an dem
Flantsch h1 befestigten Magneten K direct
gegenüber.
An dem Flantsch hl ist nahe den Polen des
Magneten K das eine Ende einer länglichen Schiingenfeder L befestigt, während das andere
Ende dieser Feder in eine Kerbe eines einwärts ragenden Theiles des Trägers i eintritt,
welcher die polaren Theile des Magneten / trägt, und durch einen Arm dieser Schiingenfeder
ist eine adjustirbare Schraube m durchgesteckt, deren Spitze auf den anderen Arm drückt.
Mit Hülfe dieser Schraube wird der freie Arm der Feder, d. h. jener, welcher sich
gegen den Träger am Ventile anlegt, adjustirt oder eingestellt, um das Ventil normal in
irgend einer gewünschten Stellung zu erhalten, während die Pole der beiden Magneten
durch einen solchen Zwischenraum getrennt sind, dafs sie eine kräftige Anziehung
auf einander äufsern, wenn ihre Kerne magnetisirt werden.
Die Windungen oder Spiralen der beiden Magnete / und K sind, wie gezeigt, durch den
Draht ^ verbunden und derart gewickelt, dafs,
wenn sie von einem elektrischen Strom durchflossen werden, die Pole der Magnete sich in
der Stellung gegenseitiger Anziehung befinden, d. h. der Nordpol eines jeden Magneten dem
Südpole des anderen gegenübersteht.
Der Leitungsdraht w, durch welchen der
Strom zu den Windungen des Magneten fliefst, passirt durch die Haupt- und Zweigleitungen,
indem in den Schlauchkupplungen geeignete Vorkehrungen getroffen sind, durch welche die Drahtenden des einen Wagens mit
den Drähten des Nachbarwagens elektrisch verbunden werden können.
Eine kleine gebogene Röhre ρ leitet von der Kniestückkupplung e der Zweigleitungsluftröhre zu einer Oeffnung im Cylinder, um
den Leitungsdrähten zu den Spiralen der Magneten einen geschützten Weg zu bieten.
Nachdem die Drähte durch die Röhre ρ geleitet werden, wird diese mit Paraffin oder
irgend einer ähnlichen Substanz gefüllt, um das Passiren von Luft durch die erwähnte
Röhre zu verhindern.
Die Leitungsdrähte eines jeden Wagens müssen selbstverständlich an den Schlauchkupplungen
an jedem Ende des Wagens enden, und der Erfinder hat mit den Schlauchkupplungen
Vorrichtungen combinirt, mittelst deren die Drähte von Wagen zu Wagen gleichzeitig
mit dem Kuppeln der Schläuche elektrisch mit einander verbunden werden können.
Diese Vorrichtungen sind im Patent No. 30232 beschrieben.
An jedem Ende . eines jeden Eisenbahnwagens ordnet der Erfinder nahe dem Schlauche
eine stationäre Kupplung an, wie bei Q, Fig. 9 und ι o, gezeigt ist, so dafs die Schlauchkupplung, wie ersichtlich, mit denselben verbunden
werden kann.
Der Muff oder die Klaue der stationären Kupplung ist eingerichtet, mit der Schlauchkupplung
in elektrische und luftdichte Verbindung gebracht zu werden und die stationäre Kupplung
selbst wird auch mit einer metallenen Wagenachse an demselben Ende des Wagens in elektrische
Verbindung gebracht, wie durch punktirte Linien in Fig. 9 angedeutet ist.
Diese elektrische Verbindung wird in der Praxis vermittelst eines isolirten Drahtes hergestellt,
welcher die stationäre Kupplung mit der Achsbüchse oder dem Achsenlager in einer
wohlbekannten Weise verbindet, die keiner weiteren Erläuterung oder besonderen bild·^
liehen Darstellung bedarf.
Einer der Pole des Stromerzeugers, welcher vorzugsweise an der Lokomotive anzuordnen
ist, wird mit der Linie der Leitungsdrähte, welche durch die Röhren hindurchgehen, verbunden
und der andere Pol wird mit einer der Lokomotivachsen verbunden und es ist daher
ersichtlich, dafs, sobald bei einem Eisenbahnzuge der Schlauch desselben mit der stationären
Kupplung zusammengekuppelt ist, auch schon ein Retourweg für den elektrischen Strom
durch die erwähnte stationäre Kupplung, ihre Drahtverbindung, die Wagenachse und das Rad,
die Schienen des Geleises und ■ das Lokomotivrad und die Achse desselben hergestellt
ist. Gleichzeitig wird das rückwärtige Ende der pneumatischen Leitung durch die stationäre
Kupplung geschlossen, so dafs weder Luft entweichen, noch ein Vacuum gestört werden
kann.
Aus Fig. 9 und 10 ist ersichtlich, dafs einer
der Drähte (y2), welcher benutzt wird, um die
Batterie mit den Leitungsdrähten zu verbinden, in die Röhre D1 eintritt, welche das Reservoir
mit dem Lokomotivschlauch an einem Punkte jenseits des Dreiweghahnes W vom Reservoir
verbindet und mit einem metallenen FederknopfjK verbunden ist, welcher auf den Haupthebel
W1 aufgesetzt ist, der seinerseits am Küken W1 des erwähnten Dreiweghahnes starr
befestigt (aufgekeilt) ist.
Am Küken oder Kegel ist ein Supplementarhebel
W3 drehbar befestigt, auf welchen ein metallener Federknopfy1 aufgesetzt ist, der
mit einem zur Batterie leitenden Drahte w% verbunden
ist und mit dem Knopfe y dadurch in Contact gebracht werden kann, dafs der
Supplementarhebel gegen den Haupthebel hin gedreht wird; in normalem Zustande werden
die beiden Hebel durch eine Feder s5 aus einander
gehalten. Der Dreiweghahn ist auf die bei Luftbremsapparaten ■ gebräuchliche Weise
construirt und eingerichtet.
Es soll nun die Methode erläutert werden, wie diese Erfindung mit Luftcylindern zum Betriebe
von Bremsen vom Mallinckrott-Typus angewendet wird.
Bei diesem Systeme wird comprimirte Luft benutzt, um die Kolben zu treiben, welche
Schwengelhebel in Thätigkeit setzen, die mit den Wagenkasten und den Bremsen verbunden
sind. Die Hauptröhren, der Schlauch und die Cylinder werden mit comprimirter Luft geladen
und die Wagenkasten in gehobenem Zustande erhalten; wenn jedoch' die Bremsen
angezogen werden sollen, wird die Luft von den Cylindern entlassen, so dafs die Kolben
sich einwärts bewegen und den Wagenkasten gestattet ist, sich zu senken und durch ihr Gewicht
die Bremsen anzulegen..
Bei der Anwendung dieser Erfindung wird der Führer, wenn es gewünscht wird, die
Bremsen völlig anzuziehen, den Supplementarhebel W3 am Dreiweighahn derart bewegen,
dafs die Knöpfe y undy1 in Contact gebracht
werden, wobei er jedoch beide Hebel ergreift und den Haupthebel derart bewegt, dafs die
Verbindung zwischen dem Reservoir und den Röhren abgeschnitten ist. Da der Batteriestromkreis
durch den Contact der beiden Knöpfe hergestellt wird, wird der Strom durch die Leitungsdrähte fliefsen und die Magneten /und K
laden, so dafs sie einander anzuziehen bestrebt sind; da jedoch blos der Magnet / beweglich
ist, wird er gegen den Magneten K hingezogen und bewirkt durch seine Bewegung, dafs das
Ventil, an welchem er. befestigt ist, sich in der durch die Pfeile angedeuteten Richtung hinreichend
weit bewegt, um die Schlitze f1/1 der
Cylinder zu öffnen, welche mit der äufseren' Luft communiciren, und die Schlitze ff zu
schliefsen, welche mit den Luftröhren communiciren. Die comprimirte Luft wird daher aus den
Cylindern entweichen und die Kolben befreien, kann jedoch nicht aus den Röhren entweichen.
. Indem die Kolben derart gleichzeitig an allen Wagen befreit werden, senken sich die
Wagenkasten und ziehen auch die Bremsen an allen Wagen des Zuges gleichzeitig an.
Wenn es nun gewünscht wird, die Bremsen zu lüften, wird der Supplementarhebel losgelassen,
der Stromkreis unterbrochen, und da die Magnete somit entladen werden, werden die Ventile durch ihre Zugfedern in ihre normale
Lage zurückgebracht, so dafs die Communication zwischen den Cylindern und der äufseren
Luft abgeschnitten und die Communication zwischen den Cylindern und den Luftröhren
hergestellt wird. Der Haupthebel wird gedreht, um die Communication zwischen den
Röhren und dem Reservoir wieder herzustellen, und da die Röhren voll comprimirter Luft sind,
strömt diese sofort in alle Cylinder ein und die Kolben aller dieser werden daher gleichzeitig
in Thätigkeit gesetzt, die Wagen zu heben und die Bremsen zu lüften und es braucht blos so viel neile Luft zugeführt zu
werden, als nöthig ist, um die aus den Röhren in die Cylinder eingeströmte Luftmenge zu
ersetzen, während hingegen beim alten Modus dieses Bremsbetriebes das ganze System von
Luftleitungen gänzlich von der comprimirten Luft entledigt werden mufste, wenn die Bremsen
angezogen werden sollten, und gänzlich frisch geladen werden mufste, wenn dieselben gelüftet
werden sollten. Wenn es gewünscht wird, die Geschwindigkeit des Zuges blos ein wenig zu verringern, ohne jedoch gänzlich anzuhalten,
wird der Führer blos einen kurz dauernden Contact zwischen den Knöpfen y
und y1 herstellen, welcher eine genügende
Menge Luft entweichen lassen wird, um den gewünschten Effect hervorzubringen. In jenen
Systemen, bei welchen die comprimirte Luft benutzt wird, um die Kolben zum Stellen der
Bremsen anzutreiben, wie bei der Westinghouse-Bremse, wird die Hauptleitung immer
voll comprimirter Luft erhalten und die Ventile werden so gestellt, dafs sie normal die Communication
zwischen jedem Cylinder (an der einen Seite des Kolbens) und der äufseren Luft öffnen
und die zur Luftröhre führenden Schlitze oder Wege schliefsen. Dann wird der Führer beim
Anziehen der Bremsen blos den Supplementarhebel manip.uliren, um -den Stromkreis zu
schliefsen, die Communication zwischen dem Reservoir und der Luftröhre jedoch offen
lassen.
Wenn sich das Ventil infolge der Anziehung der Magneten dreht, werden die nach aufseri
mündenden Schlitze oder Kanäle geschlossen und diejenigen, welche zu den Luftröhren
führen, geöffnet, und die comprimirte Luft wird in alle Cylinder einströmen und die Bremsen
gleichzeitig an allen Wagen des Zuges anziehen.
Wenn der Strom unterbrochen wird, nehmen die Ventile ihre normalen Stellungen wieder
ein, die Cylinder werden geleert und der Luftstrom von ' der Hauptleitung zu den Cylindern
abgeschnitten. Die Bremsen werden daher von den Rädern vollständig gelüftet oder abgenommen.
Wenn statt eines vollständigen Anhaltens blos eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit
beabsichtigt ist, kann diese selbstverständlich durch eine kurz dauernde Schliefsung des
Stromes erzielt werden; wenn jedoch gewünscht wird, den Zug anzuhalten, wird der Stromkreis
geschlossen erhalten, bis der Zug zum Stehen gebracht ist.
Bei Vacuum-Bremsen wird die Hauptröhre luftleer erhalten und die Ventile werden so
.gestellt, dafs zwischen den Cylindern und dieser Röhre keine Communication besteht, die Communication
zwischen den Cylindern und der äufseren Luft jedoch hergestellt ist. Wenn dann der Stromkreis geschlossen wird, wird
das Ventil durch seine Drehung die zur äufseren Luft führenden Schlitze schliefsen und diejenigen
öffnen, welche die Communication mit der Röhre herstellen.
Das partielle Vacuum, welches so an der einen Seite der Kolben hervorgebracht wird,
und der atmosphärische Druck an der anderen Seite setzen nun die Kolben in Bewegung, wodurch
die Bremsen angezogen werden.
Wenn der Strom wieder unterbrochen wird, werden die Ventile durch die Zugfedern veranlafst,
ihre normalen Stellungen einzunehmen, Luft von aufsen strömt durch die Schlitze in die Cylinder, das Vacuum in den Cylindern
wird aufgehoben und die Bremsen daher von den Rädern gelüftet.
Wenn Diaphragmen zum Betriebe von Vacuumbremsen benutzt werden, können die
Ventile und anderen Vorrichtungen für deren Betrieb in kurzen Cylindern oder Kammern
angeordnet werden, welche an der einen Seite mit der Haupt- oder den Zweigluftröhren und
an der anderen mit den Diaphragmenkammern an der einen Seite der Diaphragmen verbunden
sind.
Das in vorhergehendem beschriebene ringförmige Ventil wird, wie bemerkt wurde, bei
seiner Steuerung zu einer rotirenden Bewegung veranlafst; in folgendem wird nun ein röhrenförmiges,
im Cylinder diametral angeordnetes Ventil beschrieben, welches bei seiner Steuerung
eine geradlinige Bewegung macht. Die Fig. 12 bis 16 zeigen dieses röhrenförmige
Ventil.
Es bezeichnet der Buchstabe A den Cylinder, B dessen Kolben und C die Kolbenstange,
welche aufserhalb des Cylinders mit den Bremsen durch die gewöhnlichen Vermittelungshebel
ödere andere, Bewegung übertragende Vorrichtungen zu verbinden ist.
Nahe dem rückwärtigen Ende des Cylinders und an diametral entgegengesetzten Punkten
desselben befinden sich auswärts ragende kurze Halsstücke DD1, welche mit dem Innern
des Cylinders communiciren und mit Kappen rfrf1
bedeckt sind.
Diametral gegenüber ist im Innern des Cylinders ein röhrenförmiges Ventil E angeordnet,
dessen gegenüberliegende Enden bezw, in die Halsstücke D und D1 ragen.
Das erwähnte Ventil hat der Längenrichtung nach etwas Spielraum zwischen den Kappen d
und rf1, und die inneren Oberflächen der erwähnten Kappen sind mit Dichtungsscheiben e
bedeckt, um luftdichte Verbindungen zwischen den Kappen und den Enden des Ventiles herzustellen.
Das Ventil wird in geeigneten Lagern^,
welche in den Halsstücken DD1 angeordnet sind und das erwähnte Ventil nahe seinen entgegengesetzten
Enden umgeben und den Zwischenraum um das erwähnte Ventil an den inneren Enden der Halsstücke schliefsen, getragen und
gehörig gefuhrt.
Diese Lager tragen ringförmige, biegsame Liderungsringe g, deren innere Ränder sich
gegen das Ventil legen und das Durchdringen der Luft zum und vom Cylinder verhindern.
Nahe seinem unteren Ende trägt das Ventil E eine Armatur E1, vorzugsweise aus weichem
Eisen; das Ventil geht durch diese Armatur hindurch, welche entgegengesetzten Seiten desselben
rechtwinklig hervorragt.
Diametral und quer durch den Cylinder ist unter rechtem Winkel zum Ventile eine
permanente Querstange H befestigt, welche einen Elektromagneten / trägt, dessen Pole an
entgegengesetzten Seiten des Ventiles stehen und in solcher Nähe zur Armatur E1 angeordnet
sind, dafs die erwähnte Armatur vom Magneten angezogen wird, wenn dessen Kern durch einen seine Spiralen i i durchfliefsenden
Strom geladen wird.
Der Magnet ist an der Querstange H mittelst Klammerstücke h befestigt und der gebogene
Theil oder Bügel der Magnetkerne passirt durch einen im Ventile angeordneten Kanal eh,
welcher hinreichend grofs ist, um dem Ventile einen Spielraum in der Längenrichtung zu gestatten,
so dafs dessen Enden abwechselnd mit den Liderungsscheiben der Kappen rf und d1
in Berührung kommen können, wobei zu verstehen ist, dafs, wenn ein Ende des Ventiles mit
der Liderung einer der erwähnten Kappen in Berührung ist, das andere Ende desselben
von der Liderung der anderen Kappe durch einen hinreichenden Zwischenraum getrennt
ist, um einen gehörigen Luft-Zu- und Austritt zum und vom Ventile zu gestatten, welches
am mittleren Theile der Länge nach geschlitzt ist, wie bei 5 gezeigt, um eine freie Communication
zwischen seinem Innern und dem Innern des Cylinders herzustellen.
Der obere Hals D des Cylinders ist mit der Communicationsröhre K mittelst einer kleinen
Zweigröhre k für Passage der Luft verbunden, und die erwähnte Communicationsröhre ist
auch mit dem Cylinder durch eine kurze Röhre / verbunden, welche als Passage für die
elektrischen Leitungsdrähte»'^ dient, welche
von den bezw. Enden der Spiralen des Magneten / wegleiten und von ihrer Abgangsstelle
aus dem Cylinder ab in entgegengesetzten Richtungen durch die Communicationsröhre K geführt
sind.
Die Röhre I mufs um die Drähte herum mit Paraffin oder ähnlichem Material gefüllt werden,
. um das Passiren von Luft zum und vom Cylinder zu verhindern.
Die Communicationsröhre K eines jeden Wagens dient wieder nicht allein als Luftleitung,
sondern auch als Leitung für die Drähte.
Mit dem Halse Dl des Cylinders ist eine
seitwärts ragende Röhre M verbunden, deren äufseres Ende durch eine längliche Klappe M1
geschlossen ist, deren Seitenwände geschlitzt sind, wie bei m gezeigt ist. Auf einem im
Ende der Röhre M gebildeten Sitze ist ein Ventil N ' angeordnet, gegen welches ein
Ende einer. Feder O anliegt, deren anderes Ende gegen eine bewegliche Platte ρ in der
Kappe M1 drückt.
In der Endwand der erwähnten Kappe ist eine Adjustirschraube Q angeordnet, deren
Spitze gegen die Platte ρ drückt, so dafs mittelst der erwähnten Schraube die Feder Q adjustirt
werden kann, mit gröfserer oder geringerer Kraft auf das Ventil N zu drücken. Der
Zweck dieses Ventiles ist, das Entweichen von mehr Luft aus dem Cylinder, als absolut nothwendig
ist, dann zu verhindern, wenn diese Erfindung bei jener Klasse von Luftbremsen angewendet wird, bei welchen der Cylinder
normal mit comprimirter Luft geladen erhalten wird, und nur dann vom Drucke befreit wird,
wenn gestattet werden soll, dafs das Gewicht der Wagen die Bremsen anziehe, wie in folgendem
noch näher beschrieben wird.
In Fig. 16 ist ein äufseres Ventil dargestellt,
welches eingerichtet ist, um bei Cylindem irgend eines der im Vorhergehenden erwähnten
Luftbremssysteme angewendet zu werden, insbesondere aber bei jenen, in welchen der Cylinder
zum Betriebe der Bremsen blos.entweder
geladen oder ausgesaugt wird.
M2 ist eine central gebohrte Düse, welche
vom Halse D vorragt und mit einer Schraubenkappe Ms versehen ist, welche seitliche
Oeffnungen mB besitzt, die ihr Inneres mit
der äufseren Luft in Verbindung setzen.
Durch den Kopf oder die Endwand der Kappe ist die Schraubenspindel Mi eines Kegelventils
N durchgeführt, welche mehr oder weniger tief in die Düse NP eingesteckt werden
kann, um den Querschnitt der äufseren Oeffhung derselben zu reguliren.
Die Leitungsdrähte w w führen wieder durch
die Communicationsröhre in einer Richtung zur Lokomotive und enden da in eine Contactplatte
oder einen Knopf eines Stromkreisschliefsers und führen in der anderen Richtung zum rückwärtigen Ende des Zuges, wo die
Verbindung mit der Rückkehrleitung eines Stromkreises (vorzugsweise aus den Schienen
des Geleises selbt gebildet) hergestellt wird; letztere Rückkehrleitung ist an der Lokomotive
mit dem einen Pole der Batterie verbunden, deren anderer Pol mit dem Stromkreisschliefsercontact
oder Knopfe verbunden ist, welcher eingerichtet ist, mit dem Contacte oder Knopfe
in Berührung gebracht zu werden, mit welchem die in den Röhren laufende Drahtzweigleitung
des Stromkreises verbunden ist.
Die Wirkungsweise des röhrenförmigen ■ Ventils bei den verschiedenen Bremssystemen
ist der des ringförmigen analog, mit dem Unterschiede, dafs hier der zweite Magnet
durch eine Armatur ersetzt ist, und dafs das Ventil, statt durch Federn, durch seine eigene
Schwere in seine normale Läge zurückgeführt wird, wenn der Stromkreis unterbrochen und'
die Armatur vom Magneten freigegeben wird.
Beim Mallinckrott-System wendet der Erfinder noch vorzugsweise das in Fig. 15 gezeigte
äufsere Ventil N an. Der Druck der' Feder auf das Ventil ist derart adjustirt, dafs,
wenn durch das Entweichen von Luft der Druck im Cylinder hinreichend reducirt ist,
um einen leeren Wagenkasten sinken und die Bremsen anlegen zu lassen, das Ventil
auf seinen Sitz getrieben wird, um das fernere Entweichen von Luft zu verhindern.
. Eine Wiederherstellung des Normaldruckes kann begreiflicherweise derart rascher bewirkt
werden, um die Bremsen zu lüften, als wenn beim Anziehen derselben der gesammte Druck
aufgehoben oder beseitigt würde.
In jenen Luftbremssystemen, bei welchen comprimirte Luft benutzt wird, um die Bremsen
anzuziehen, mufs die Communicationsröhre durch Röhre k mit dem unteren Halse D1
verbunden und der obere Hals D zur Communication mit der äufseren Luft eingerichtet
sein, wie in Fig. 16 gezeigt ist.
Die Communication wird dann normal zwischen Röhre und Cylinder abgeschnitten,
d. h. unterbrochen und zwischen dem letzteren und der äufseren Luft offen sein.
Die Röhre wird normal mit comprimirter Luft geladen erhalten, der Cylinder jedoch wird entleert.
Um die Bremsen anzuziehen, schliefst der Ingenieur den Batteriestromkreis und der
Magnet zieht seine Armatur . an und hebt das Ventil, wodurch· die Communication zur Röhre
geöffnet und die zur äufseren Luft geschlossen wird. Comprimirte Luft strömt von der Röhre
in den Cylinder und treibt den Kolben an, die Bremsen anzuziehen, und zwar entweder
kurze Zeit, um blos eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit zu bewirken, oder hinreichend
lange, um den Zug gänzlich anzuhalten, je nach der Zeitdauer, während welcher der Stromkreis geschlossen gehalten wird. Um
die Bremsen zu lüften, nachdem dieselben angehalten worden, mufs der Stromkreis unterbrochen
werden und das Ventil nimmt seine normale Stellung wieder ein, wodurch es das Entleeren des Cylinders gestattet und den Druck
des Kolbens auf die Bremsen verringert. Da die Passage vom Cylinder zur Röhre nun geschlossen
ist, kann der Ingenieur seine Luftpumpe in Betrieb setzen, oder diese kann automatisch
functioniren, um den Normaldruck in den Röhren wieder herzustellen.
Zu diesem Zwecke ist blos eine weitere Menge comprimirter Luft nöthig, nämlich ein
Cylinder voll für jeden Wagen, da dies die Menge ist, welcher ein Entweichen gestattet
wird. Die Erneuerung des Druckes kann mit Mufse in der Zwischenzeit (von einem Bremser zum anderen) bewerkstelligt werden.
Bei Vacuumbremsen wird die Anordnung der Theile wieder dieselbe sein als in jenen,
welche comprimirte Luft benutzen, um die Bremsen anzuziehen.
Für Diaphragma-Vacuumbremsen gilt auch wieder dasselbe, was gelegentlich der Beschreibung
des ringförmigen Ventiles bemerkt wurde.
Es wird nun bemerkt werden, dafs durch Anwendung des elektromagnetischen Ventiles
in jedem Cylinder der Erfinder in den Stand gesetzt ist, einen Vorrath von comprimirter
Luft von wirksamer Spannung in der Nähe aller Cylinder eines Zuges bereit zu halten, so
dafs kein merklicher Zeitverlust beim Durchströmen der Luft durch die Röhren verursacht
wird, ' nachdem durch die Bewegung des Ventiles die Communication zwischen dem Cylinder
und der Röhre hergestellt und die zur . äufseren Luft geschlossen worden ist. So also
kann ein wirksames Vacuum in der Röhre aufrecht erhalten werden, damit eine prompte
Aussaugung der Cylinder gleichzeitig bei allen Wagen des Zuges stattfindet, sobald der Stromkreis durch den Ingenieur geschlossen wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Bei pneumatischen Eisenbahnwagenbremsen die Combination des Bremscylinders A und der Hauptröhren D mit dem durch den Elektromagneten IK gesteuerten Ringschieber G, Fig. ι bis 4, oder mit der durch den Elektromagneten IE1 verschobenen, geschlitzten Röhre E, Fig. 12 bis 16, zu dem Zwecke, den Cylinder A wechselweise mit der Röhre D oder mit der äufseren Luft in Verbindung zu setzen.Hierzu 5 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30244C true DE30244C (de) |
Family
ID=306378
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT30244D Expired - Lifetime DE30244C (de) | Elektrisch gesteuerte Ventile bei Eisenbahn-Luft-Bremsen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE30244C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2023247A1 (de) * | 1968-11-14 | 1970-08-07 | Asea Ab |
-
0
- DE DENDAT30244D patent/DE30244C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2023247A1 (de) * | 1968-11-14 | 1970-08-07 | Asea Ab |
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