DE2930438C2 - Verfahren zum Voreinstellen des Registers bei Rollen-Rotations-Tiefdruckmaschinen - Google Patents

Verfahren zum Voreinstellen des Registers bei Rollen-Rotations-Tiefdruckmaschinen

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Voreinstellen des Registers bei Rollen-Rotations-Tiefdruckmaschinen, bei denen den Druckwerken Abtas:· Vorrichtungen für Paßmarken auf der Druckbahn und Geber für Bahnlänge und Winkellage der die Paßmarken druckenden Formzylinder zugeordnet sind und die Winkellage der Formzylinder zueinander in bezug auf die Bahn aufgrund von Registerstellbefehlen veränderbar ist.
Zur Umstellung einer Tiefdruckmaschine auf eine neue Produktion ist normalerweise eine Rüstzeit von etwa 20 Minuten bis zu einer Stunde erforderlich und dann nochmals etwa 20 Minuten bis die neue Produklion läuft. Es tritt hierbei eine Makulatur von ca. 2 bis Meter auf. Da die Rüstzeiten angesichts der Kapitalkosten der Maschine relativ teuer sind und auch der Preis der Makulatur nicht zu vernachlässigen ist, wäre eine Verringerung der Zeit, die erforderlich ist, um die Produktion voll wieder aufnehmen zu können, sehr wünschenswert. Ein nicht unerheblicher Teil dieser Zeit Wird dazu verbraucht, um das nach dem Einlegen der neuen Druckzylinder völlig aus dem Gleichgewicht geratene Register wieder so einzustellen« daß die Regelung die Registerhaltung sichern kann. Bei den bekannten Verfahren werden im allgemeinen nach dem optischen Sichteindruck die einzelnen Stellglieder so verfahren, daß sich zumindest einigermaßen regislerhaU tige Drucke efgebeben. Diese Verfahren beanspruchen naturgemäß erhebliche Zeit.
Bei einem dieser bekannten Verfahren zum Voreinstellen werden die Markierungen der von ihrer Hauptantriebswelle abgekuppelten Formzylinder zur Einstellung ihrer Nullstellungen mit gestellfesten Markierungen zur Deckung gebracht und anschließend die auf den ersten folgenden Formzylinder der Reihe nach um vorgegebene Winkel verdreht und an die Hauptantriebswelle angekuppelt Hierbei ist an der Hauptantriebswelle ein deren Verdrehwinkel anzeigendes Gerät in Form eines Impulsgebers mit nachgeschaltetem Zähler vorgesehen, der entsprechend den vorgegebenen Winkeln die Ankoppelung steuert (vgl. z. B. DE-OS 27 53 433).
is Es ist ferner eine Voreinstelleinrichtung an einer Mehrfarben-Rotationsdruckmaschine mit einer Längsregisterregelung nach dem Bahn-Zylindervergleich bekannt, bei der zum selbsttätigen Vorregeln sämtlicher Formzylinder dem ersten Druckwerk eine Markierungsvorrichtung zum Aufbringen von Vormarkierungspaßmarken auf die Bahn vorgeschaltet ist und sämtliche Formzylinder einschließlich des Formzylinders des ersten Druckwerkes mittels ihrer Stellmotoren auf die Vormarkierungspaßmarken selbsttätig ausgerichtet werden. (Vgl. z.B. DE-AS 14 11775.) Eine derartige Anordnung bringt zwar eine Beschleunigung der Einstellvorgänge, hat aber andererseits den Nachteil, daß eine zusätzliche Markierungsvorrichtung vorgesehen werden muß.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren anzugeben, mit dem praktisch ohne zusätzlichen Aufwand selbsttätig das Register sehr schnell voreingestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 gelöst Weiterbildungen des Verfahrens sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Durch die dort geschilderte Verfahrensweise sind die erforderlichen Befehle und Signale ohne Mehraufwand direkt von der Druckbahn ebleitb·.,/ so daß durch die ganze Maschine hindurch eine beträchtliche Beschleunigung des Voreinstellprozesses erreicht wird. Die Zylinder können dabei in jeder beliebigen Winkellage eingebaut sein.
Die vorstehend beschriebenen Vorgänge werden mit Mikroprozessor oder dgl. gesteuert der über einen Multiplexer mit den einzelnen Abtastvorrichtungen und Gebern in Verbindung steht
Anhand der Zeichnung sei die Erfindung näher erläutert; es zeigt
Fig. 1 einen Ausschnitt aus einer Tiefdruckmaschine in grobschematischer Darstellung.
F i g. 2 ein Impulsdiagramm mit Paß- und Zylinderimpulsen,
Fig. 3 ein ausführlicheres Prinzipbild einer Tiefdruckmaschine und
Fig.4 den Aufbau der Bedieneinheit an einem Steuerpult.
Wie in F i g. 1 gezeigt, wird die zu bedruckende
ω Papierbahn 1 in Richtung des Pfeiles 11 zunächst durch das Druckwerk 5 für Rotdruck RT, dann durch das Druckwerk 4 für Blaudruck BL und dann durch das Druckwerk 3 für Schwarzdruck SW geführt In jedem dieser Druckwerke 3,4,5 sind Formzylinder 31,41 und 51 vorgesehen. Ferner sind jedem Druckwerk optische Abtastvorrichtungen 32, 42 und 52 zugeordnet, durch die auf der Bahn aufgedruckte Paßmarken erkannt werden können.
Die einzelnen Formzylinder 31, 41 bzw. 51 werden über eine mechanische Längswelle 7 und Getriebe 71 angetrieben. Es sei gleich an dieser Stelle bemerkt, daß das vorstehend genannte Verfahren zur Registereinstellung genauso gut auch für längswellenlose Druckmaschinen verwendet werden kann.
Ferner sind zwischen den Druckwerken noch Registerstellvorrichtungen 33, 43 z.B. in Form von Stellwalzen vorgesehen, die im Falle der längswellenlosen Druckmaschine durch einen entsprechenden Eingriff in die Winkelregelung der einzelnen Formzylinder ersetzt würden.
Die jeweilige Winkellage der einzelnen Formzylinder wird über einen mit der Längswelle 7 gekuppelten Impulsgeber 81 erfaßt, der pro Umdrehung jedes Zylinders eine definierte Zahl von Umfangsimpulsen UI an einen Umfangszähler 82 abgibt Im Falle einer längswellenlosen Druckmaschine ist mit jedem Zylinder ein Impulsgeber gekuppelt. Ferner ist noch ein Bahnimpulsgeber 21 vorgesehen, der eine der Bahnlänge proportionale Zahl von Impulsen abgibt Dieser Bahnimpulsgeber 21 ist normalerweise Bestandteil der Markenerkennung für die Abtastvorrichtungen 32, 42 usw. Die aus diesem Bahnimpulsgeber 21 stammenden Impulse BI, deren jeder einer bestimmten Bahnlänge proportional ist, gelangen in einen Zähler 22, dessen Zählzustand durch Abtastvorrichtung 32 und Umfangszähler 82 gesteuert wird.
Die Wirkungsweise der Registervoreinstellung sei nun im folgenden anhand von F i g. 2 erläutert:
Es wird zunächst das Druckwerk 3 durch Anstellen des Gegendruckzylinders wirksam gemacht An der Abtastvorrichtung 32 werden dann die in der ersten Zeile von F i g. 2 gezeigten, von den schwarzen Paßmarken SW abgeleiteten Impulse auftreten. Tritt ein derartiger Impuls auf, so wird der zugeordnete Stand des Umfangszählers 82 abgespeichert Dieser Wert entspricht der geometrischen Lage der erfaßten schwarzen Paßmarke in bezug auf den Zylinderumfang im Umfangszähler 8Z Jedes Mal, wenn dieser Wert durch die Pulse Ui wieder im Zähler 82 erreicht wird, ist damit festgelegt, daß auch dann gerade eine schwarze Paßmarke an der Abtastvorrichtung 32 vorksiläuft. Der definierte Stand des Zählers 82 kann also gleichzeitig als sogenannter Zylinderimpuls ZIS verwendet werden, der gegebenenfalls späterhin auch bei der Regelung mit zur Freigabe aer Abtastvorrichtung herangezogen werden kann.
Nach Festlegung des Zyünderimpulses ZIS wird das Druckwerk 3 abgeschaltet und das Druckwerk 4 angestellt Nach einiger Zeit werden dann die blauen Paßmarken BL an der Abtastvorrichtung 32 vorbeilaufen, so daij hier die in Zeile 2 von F i g. 2 gezeigten Impulse BL erzeugt werden. Wird nun durch einen Zylinderimpuls ZIS des schwarzen Druckwerkes 3 z. B. zum Zeitpunkt 11 der Zähler 22 für die Impulse BI des Impulsgebers 21 geöffnet, und beim Auftreten der blauen Paßmarke BL an der Abtastvorrichtung 32 zum Zeitpunkt ti geschlossen, so ist dann sein Zählerstand an Bahnimpulsen BI proportional dem Registerfehler Ur, Dieser Wert kann dann, wie durch den Pfeil 9 (Fig. 1) angedeutet, zur entsprechenden Steuerung der Stellvorrichtung 33 für das Register verwendet werden. Bei längswellenlosen Druckmaschinen würde dieser Wert als Winkelversatz an die Winkelregler der einzelnen Antriebe pehen,
Nach diesem Einstellvorgang spielt sich der gleiche Vorgang hinsichtlich der Druckwerke 4 und 5 ab, d. h. es wird nun eine auf den blauen Formzylinder 41 bezogene blaue Paßmarke als Zylinderimpuls ZIB abgespeichert, der Druck am blauen Druckwerk 4 abgestellt, am roten Druckwerk 5 angestellt und die Messung wie vorher wiederholt Der gleiche Ablauf ergibt sich dann noch für weitere, nichtdargestellte Druckwerke.
Zusätzlich ist es auch möglich, für die Regelung bzw. für das Schnittregister und Schön-Wiederdruckregister das Format F bzw. den Zylinderumfang zu ermitteln, und zwar geschieht das dadurch, daß nach Anstellen des Druckes am Druckwerk 3 der Bahnweg mittels des Zählers 22 zwischen zwei aufeinanderfolgenden schwarzen PaBmarken SWgemessen wird.
Ebenso ist es auch möglich, für die Regelung und ein Makulaturverfolgungssystem den Bahnweg zwischen den zwei Druckwerken z. B. 3 und 4 zu erfassen, indem z. B. der Druck am schwarzen Druckwerk 3 abgestellt und am blauen Druckwerk 4 angestellt wird. Mit der Abtastvorrichtung 42 am blauen Druckwerk 4 wird dann die Paßmarke BL erfaßt und mit dem Zähler 22 der Bahnweg gemessen, bis die blaue Paßmarke an der Abtastvorrichtung 32 des schwarzc.i Druckwerkes 3 erscheint
Die vorstehend beschriebenen Messungen können parallel für Schön- und Wiederdruck vorgenommen werden Alle vorstehend nacheinander beschriebenen Messungen werden vorteilhafterweise aus Zeitgründen mehr oder weniger gleichzeitig vorgenommen.
F i g. 3 zeigt eine etwas ausführlichere schematische Darstellung einer Druckmaschine mit Regelung. Wie ersichtlich, schließen sich an das gezeigte Druckwerk 5 in F i g. 1 noch weitere Druckwerke, z. B. 61, 62 und 63 an. Ferner sind auf beiden Enden der Druckmaschine noch Falzapparaie 64 und 65 vorgesehen. Wie ferner ersichtlich, wird die Bahn 1 zunächst durch die Druckwerke 62 und 63 geführt, durchläuft dann ein Wenderegister und geht von hier aus dann über Druckwerke 61, 5, 4 und 3 zum Falzapparat 65. Der Falzapparat 64 ist dabei außer Betrieb. Die einzelnen Druckwerke bzw. Falzapparate können wie an sich bekannt, in jeweils der gewünschten Reihenfolge du chlaufen bzw. zusammengestellt werden.
Die von den Abtastvorrichtungen 32, 42 den Impulsgebern 21 usw. und dem Winkelgeber 81 gelieferten Signale werden in einer digitalen Steuerung 90 aufbereitet Diese Steuerung besteht im wesentlichen aus einem Mikrocomputer 91, der über einen Multiplexer 92 die einzelnen Meßwerte aufnimmt und verarbeitet. Die Anzeige und Steuerung der einzelnen Vorgänge kann wahlweise von zwei Pulten 95 bzw. % vorgenommen werden. Ferner sind in der Steuerung 90 noch eine Markenkennung 93 und eine gegebenenfalls analog ausgebildete Registerregelung 94 vorhanden, die eben?iMs über den Multiplexer 92 arbeiten. Die Stellbefehle gehen dann an die Maschinensteucrung 97.
Vor Produktiorsbeginn müssen in die Steuerung 90
die Maschinenbelegungs- und Produktionsdaten einge
geben werden. So wird z. B. die Zahl der Ätzungen der Zylinder und d'e Lage der Paßmarke in bezug zum Schnitt eingegebt ,i. Hieraus kann dann die Steuerung 90 das Schnit'.register einstellen. Das gleiche gilt sinngemäß für das Schön- und Wiederdruckregister ',Wenderegister), für das die Lage der Schöndruckpaßmarke zur Wiederdruckpaßmarke einzugeben ist
Falls auch das Äusziehschema bekannt ist, so kann dies mit den übrigen Pfoduktionsdaten eingegeben werden und zur Steuerung der Falzapparate dienen.
Die Steuerung 90 ist ferner mit Vorteil noch so
ausgebildet, daß man mit einer zentralen Bedieneinheit am Pult 95 bzw. % die Daten sämtlicher Druckmarken eingeben, auslesen und ggf. korrigieren kann. Das Pult 95 bzw. 96 wird dabei zweckmäßigerweise in der Nähe der Bogenentnahme untergebracht.
Fig.4 zeigt schematisch den Aufbau der Bedieneinheit am Pult 95 bzw. 96. Neben einer Funktionstastatur 12,mitderz. B. Regelslelle,Ätzfehler,Schnitt/Wenderegister usw. gewählt werden kann, ist u. a. noch eine digitale Zahleneingabe 15, ein Datensichtschirm 13 und ein Betriebsartwahlschalter 14 (z. B. für Automatik oder Handbetrieb) vorgesehen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Voreinstellen des Registers bei Rollen-Rotations-Tiefdruckmaschinen, bei denen den Druckwerken Abtastvorrichtungen für Paßmarken auf der Druckbahn und Geber für Bahnlänge und Winkellage der die Paßmarken druckenden Formzylinder zugeordnet sind und die Winkellage der Formzylinder zueinander in bezug auf die Bahn aufgrund von Registerstellbefehlen veränderbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zur Einstellung des Registers zwischen zwei Druckwerken (3, 4) der Druck des in Bahnlaufrichtung (11) zweiten Druckwerkes (3) angestellt und die Winkellage des Formzylinders (3 t) beim Vorbeilauf der von ihm gedruckten Paßmarke (SW) an seiner Abtastvorrichtung (32) als Zylinderimpuls (ZIS) gespeichert wird, daß anschließend der Druck dieses Druckwerkes (3) ab- und der des davorliegenden Druckwerkes (4) angestellt wird und daß die zwischen dem Auftreten des Zylinderimpulses (ZIS) und dem Erfassen der Paßmarke (BL) des ersten Druckwerkes (4) an der Abtastvorrichtung (32) des zweiten Druckwerkes (3) zurückgelegte Bahnlänge (Ar)a\s Registerstellbefehl verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Format- bzv. Zylinderumfangsermittlung die zwischen dem Vorbeilauf zweier Paßmarken (SW) des gleichen Druckwerkes (3) gemessene Bahnlänge dient.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, da ■* zur Ermittlung der Bahnlänge zwischen zwei Druckwerken (3 4) die zwischen dem Vorbeilauf einer Paßmarke (BL) an den Abtastvorrichtungen (42, 32) der beiden Druckwerke (3, 4) gemessene Bahnlänge dient
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