DE2815C - Verfahren zum Schmieden von Scheeren in Gesenken - Google Patents
Verfahren zum Schmieden von Scheeren in GesenkenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
1878.
Firma J. A. HENCKELS in SOLINGEN. Verfahren zum Schmieden von Scheeren in Gesenken.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 2. April 1878 ab.
Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung der Schmiedstücke gufsstählerner
Scheeren auf Dampfhämmern vermittelst Gesenken. Die Schwierigkeiten, welche im allgemeinen
bei dem Schmieden in Gesenken zu überwinden sind, bestehen darin, dafs hierbei ein gegen die Handschmiederei sehr erheblicher
Abfall vom Material verursacht wird. Dieser Uebelstand ist durch das neue Verfahren vollkommen
beseitigt. Nach diesem Verfahren werden die Schmiedstücke ganz und gar mit Maschinen geschmiedet, wobei ein ganz unerheblicher
Abfall entsteht, der sich nur auf den zwischen den Matrizen hervorgeprefsten Metallgrath
beschränkt; und dieser selbst ist wegen der vortheilhaften Vertheilung des Materials
(durch vorhergegangene Operationen) auf das geringste Maafs zurückgeführt.
Diese vortheilhafte Vertheilung des Materials bei einem Schmiedstück so zusammengesetzter
Form, wie der Körper einer Scheere, hergestellt aus einem flachen, vierkantigen gewalzten Gufsstahlstab,
kann nur durch die bestimmte Reihenfolge gewisser Operationen beim Schmieden bewerkstelligt
werden.
Die Erfindung besteht denn auch hauptsächlich in der Anwendung eigenthümlich geformter
Matrizen oder Gesenke und in der Reihenfolge der verschiedenen Operationen beim Schmieden
der Stücke unter Dampfhämmern oder anderen zweckentsprechenden Schmiedmaschinen.
Die Fig. 1 bis 15 stellen die Schmiedstücke
einer Scheere in den verschiedenen Stadien der Fabrikation dar, sowie auch die bei jeder
Operation zur Verwendung kommenden Matrizen oder Gesenke.
In Fig. ι und 2 ist ^4 die Form des rohen
Stahlstückes, wie es mittelst einer Scheere von einem flach vierkantigen Gufsstahlstück abgeschnitten
wird, ohne dafs hierbei der geringste Abfall an Material stattfände. A1 ist das
Supplementstück, welches das Stück A zu einem Viereck ergänzt. Der rothwarm gemachte
Stab A wird nun in ein Gesenk MM', Fig. 3 und 4, eingehalten, worin ihm durch einen
einzigen Schlag (Stauchschlag) die in Fig. 3 und 4 dargestellte Form gegeben wird. Der
Theil a', aus welchem das Auge der Scheere
gebildet werden soll, wird hierbei gerichtet und erhält die zum Einschlagen in das folgende Gesenk
nöthige äufsere Form und Breitdrückung (siehe Fig. 4). Der Theil a2, aus dem der Halm
der Scheere gebildet wird, erfährt ebenfalls eine Breitquetschung, damit er sich mit seiner
schmalen Seite in die betreffende schmale, den Halm erzeugende Vertiefung der folgenden Gesenke
einlegen kann.
Der Theil, aus dem das Scheerenblatt geschmiedet wird, bleibt einstweilen noch unberührt,
erhält aber schon im Groben seine Stellung oder Richtung gegen Halm und Auge.
In Fig. 5 sind die beiden folgenden Gesenke dargestellt, links der Untertheil, rechts der
Obertheil. Zwischen diese beiden Gesenke wird der in Fig. 3 und 4 dargestellte, aus der ersten
Operation erhaltene rohe Scheerenbock noch roth von der ersten Anwärmung eingehalten und
das in Fig. 6 dargestellte Schmiedstück erzeugt. Die Matrize für den Stauchschlag und die darauf
folgende Fig. 5 sind nebeneinander in eine Schmiedmaschine eingekeilt. Hierbei sind Halm
und Auge auf beiden Seiten in ihrer Hauptstructur gebildet. Das Material α im Innern
des Auges A ist hierbei zu einem dünnen Plättchen zusammengeschlagen, welches in der
Mitte am dünnsten, gegen den Umfang des Auges hin dicker wird (siehe Schnitt.*.*, Fig. 6a).
Der zwischen dem Gesenke hervorgequetschte Rand rr bildet eine ganz dünne Platte, ungefähr
von der in Fig. 6 dargestellten Form. Ueber die Gesenke wollen wir nur im allgemeinen
sagen, dafs dieselben in dem Dampfhammer oder der Schmiedmaschine so eingefügt
sind, dafs der Obertheil genau auf den Untertheil auftrifft, dafs die beiden ausgetieften
Hälften sich genau decken. Ueber die Art der Herstellung solcher Gesenke ist nur zu erwähnen,
dafs dieselben in der bekannten Weise durch Einschlagen eines die positive Form besitzenden
Stahlstempels in den dunkel rothwarm gemachten Körper des Gesenkes bis zu einer bestimmten Tiefe eingeschlagen oder geprefst
werden.
Da dies nicht Gegenstand des Patentes ist, so wird nicht näher darauf eingegangen, sondern
es ist nur in Fig. 26 einer dieser Stempel oder positiven Formstücke, der sogenannte
Leisten, als Beispiel dargestellt.
Bei allen Gesenken ist das Material um die Vertiefung herum in schiefer Richtung wegge-
Claims (3)
1. Das oben beschriebene Verfahren beim Schmieden der Scheeren in seiner Art und
seiner Reihenfolge.
2. Bei der Scheerenfabrikation die Anwendung von Gesenken unter Dampfhämmern oder
anderen Schmiedemaschinen, welche Gesenke in der beschriebenen Art und in fortschreitender Reihenfolge dem Gegenstande
allmälig seine ihm eigene Gestalt ertheilen und das Material an die Stellen hindrängen, wo es hingehört.
3. Die in Fig. 2, 5, 7, 9, 11, 12 und 15
gezeichneten Gesenke und Durchschnitte in ihrer Verbindung und Reihenfolge der /Verwendung in der Fabrikation von
Scheeren.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2815C true DE2815C (de) |
Family
ID=281993
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE2815C (de) |
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