DE2807245C2 - Verfahren zur Herstellung von grobem Aluminiumoxid - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von grobem Aluminiumoxid

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DE2807245C2
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Mitsuyoshi Tomakomai Fujiike
Akio Kainuma
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    • C01F7/04Preparation of alkali metal aluminates; Aluminium oxide or hydroxide therefrom
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Description

1. ein erstes Verfahren, bei dem ein Aluminiumhydroxid-Beimpfungsmaterial aus relativ groben Teilchen (nachstehend als Beimpfungsmaterial abgekürzt) zu der trächtigen Flüssigkeit gegeben wird, um die Teilchen wachsen zu lassen, d. h. ein Verfahren, das auf einer Ausfällung entsprechend dem Teilchenwachstum basiert;
2. ein zweites Verfahren, bei dem ein Beimpfungsmaterial aus feinen Teilchen zu der trächtigen Flüssigkeit gegeben wird, um die Teilchen zusammenzuballen, wodurch die zusammengeballten Teilchen allmählich wachsen, d, h, ein Verfahren, das auf der Ausfällung in Abhängigkeit von der Zusammenballung und dem Teilchenwachstum basiert; und
3. ein drittes Verfahren, das eine Kombination der obengenannten zwei Verfahren darstellt.
Das nach dem ersten Verfahren hergestellte grobe
Aluminiumhydroxw liefert weniger staubiges Aluminiumoxid, da es eine so hohe Teilchenfestigkeit besitzt, daß das Produkt beim Calcinieren, beispielsweise im Wirbelschichtbett, im wesentlichen bruchfrei ist. Jedoch wird aufgrund eines Auftretens von abnorm gewachsenen Portionen von Teilchen feines Aluminiumhydroxid aus der Flüssigkeit ausgefällt. Weil dieses Material nicht als Beimpfungsmaterial zu dem ersten Verfahren zurückgeführt werden kann, wird hierdurch die Produktivität des Verfahrens vermindert
Bei dem zweiten Verfahren muß die Menge des Beimpfungsmaterials, die zum Bewirken der Zusammenballung zugesetzt wird, vermindert werden, so daß es unvermeidbar ist, daß eine Verminderung der Ausbeute (d.h. derjenigen Aluminiumoxidmenge, die is aus einer Volumeneinheit der Ausfällungsflüssigkeit ausgefällt wird) und eine Erniedrigung der Flüssigkeitsproduktivität resultiert Obgleich weiterhin ein allmähliches Wachstum der zusammengeballten Teilchen (nachstehend als Zementierungswachstum bezeichnet) festgestellt wird, ist jedoch die Kraft, die die einzelnen Teilchen zementiert bzw. verbindet, so schwach, daß eine Calcinierung des erhaltenen Aluminiuaihydroxids, beispielsweise eine Wirbelschichtbett-Calcinierung, bewirkt daß die zusammengeballten Teilchen so fein aufgebrochen werden, daß sie staubförmig werden.
Das dritte Verfahren, das in der JP-AS 7 015/68 beschrieben wird, ist vorgeschlagen worden, um die obengenannten Nachteile des ersten und des zweiten Verfahrens zu überwinden. Dieses bekannte Verfahren ist — der Einfachheit halber als absatzweise geführtes System — in dem Fließschema gemäß F i g. 3 gezeigt Dieses Verfahren ist ein sogenanntes 2-Reihen-2-Stufen-Verfahren, bei denen die trächtige Flüssigkeit in zwei Reihen aufgeteilt wird, d. h. in eine Reihe zum Zusammenballen und Wachsenlassen des feinen Beimpfungsmaterials (nachstehend als erste Reihe bezeichnet) und in eine weitere zum Wachsenlassen des groben Beimpfungsmaterials (nachstehend als zweite Reihe bezeichnet). In der ersten Stufe wird die trächtige Flüssigkeit in jeder der zwei Reihen hydrolysiert und hierauf werden die aus der ersten und zweiten Reihe gewonnenen Flüssigkeiten nach einer Klassierung kombiniert, und in die zweite Stufe überführt, wo das feine Beimpfungsmaterial zu der kombinierten Flüssigkeit gegeben wird, um die weitere Hydrolyse der Flüssigkeit durchzuführen. Dieses Verfahren wird näher unter Bezugnahme auf die Fig.3 der Zeichnungen erläutert. In der ersten Reihe wird die von einem Rohr 1 abgezweigte trächtige Flüssigkeil durch ein Rohr 2 in einen Ausfällungstank 21 eingeführt Zu dieser Flüssigkeit wird durch das Rohr 16 und 7 ein Teil des feinen Beimpfuhgsmaterials gegeben, das aus dem unteren Strom einer Klassierungseinrichtung 25 in der zweiten Ausfällungsstufe erhalten worden ist. Der Ausfällungstank 21 dient vorwiegend dazu, das Beimpfungsmaterial zusammenzuballen und das zusammengeballte Beimpfungsmaterial wachsen zu lassen. Die hydrolysierte Flüssigkeit wird sodann zu einer Klassierungseinrichtung 24 überführt, aus der der Teil der zusammengeballten und gewachsenen Teilchen des Aluminiumhydroxids, der eine relativ grobe Größe hat, durch ein Rohr 5 zu einem Rohr 9 geleitet wird, um als Beimpfungsmaterial in der zweiten Reihe verwendet zu werden, während der obere Strom der Klassierungseinrichtung 24 durch ein Rohr 27 zu sinem Ausfällungstank 20 in der zweiten Stufe geleitet wird. Andererseits werden in der zweiten Reihe die relativ g/oben Teilchen, die durch die Klassierungseinrichtung 24 in der ersten Reihe abgetrennt worden sind, und die relativ groben Teilchen, die durch die Klassierungseinrichtung 26 in der zweiten Reihe abgetrennt worden sind, als Beimpfungsmateiial zu der trächtigen Flüssigkeit gegeben, welche durch ein Rohr 3 einem Ausfällungstank 22 zugeführt wird. Der Ausfällungstank 22 dient hauptsächlich dazu, das Beimpfungsmaterial wachsen zu lassen.
Die hydrolysierte Flüssigkeit wird sodann einer Klassierungseinrichtung 23 der zweiten Reihe zugeführt von der der gröbste Teil des Aluminiumhydroxids durch das Rohr 15 abgetrennt wird und sodann gewaschen und calciniert wird, wodurch grobes Aluminiumoxid erhalten wird. Der obere Strom der Klassierungseinrichtung 23 tritt durch ein Rohr 9 in die Klassierungseinrichtung 26 ein. Relativ grobe Teilchen zur Verwendung als Beimpfungsmaterial werden von dem unteren Strom der Klassierungseinrichtung 26 abgetrennt während deren oberer Strom zusammen mit dem oberen Strom der Klassierungseinrichtung 24 der ersten Reihe in einen Ausfällungstank 20 in der zweiten Stufe durch ein Rohr 19 eingeleitet wird. Zur weiteren Hydrolyse wird der Rest der feinen Teilchen, die aus der Klassierungseinrichtung 25 erhalten werden (wie oben beschrieben, wobei ein Teil dieser Teilchen als Beimpfungsmaterial für die erste Reihe verwendet wird), durch ein Rohr 17 in den Ausfällungstank 20 gegeben. Die hydrolysierte Flüssigkeit strömt durch ein Rohr 18 und tritt in die Klassierungseinrichtung 25 ein Der obere Strom der Klassierungieinrichtung 25 wird aus einem Rohr 12 abgenommen, um ais verbrauchte Flüssigkeit zurückgeführt werden zu können.
Die vorstehende Beschreibung zeigt daß bei dem dritten Verfahren die Aluminiumhydroxidteilchen, die in der ersten Reihe zusammengeballt worden sind und gewachsen sind, zurückgeführt werden, um in der zweiten Reihe als Beimpfungsmaterial verwendet zu werden, wo sie mindestens einer weiteren Zementierung unterworfen werden, wodurch die Teilchenfestigkeit verbessert wird. Weiterhin kann die niedrige Produktivität der trächtigen Flüssigkeit in der ersten R?ihe durch die Ausfällung in der zweiten Stufe kompensiert werden, so daß die Gesamtproduktivität der trächtigen Flüssigkeit bei einem hohen Wert gehalten werden kann. Das nach diesem Verfahren ausgefällte grobe Aluminiumhydroxid hat jedoch immer noch eine nicht ausreichende Teilchenfestigkeit, so daß das Aluminiumoxid, das durch den Calcinierungsprozeß erhalten wird, eine nicht-verriachlässigbare Menge an Staub erzeugt. Weiterhin ist bei diesem Verfahren die in der zweiten Stufe ausgefällte Menge ziemlich groß und entspricht 5 bis 15% der gesamten ausgefällten Menge, so daß die Aufwendungen in der Vorrichtung -jur Abtrennung von feinem Btimpfungsmaterial erhöht werden.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Nachteile der herkömmlichen Techniken zu beseitigen und ein grobes Aluminiumoxid herzustellen, das nur eine geringe Menge von Staub bildet Diese Aufgabe wird durch die Erfindung bei eir;m Verfahren der oben beschriebenen Art dadurch gelöst, daß man in der Zusammenballungswachstumsreihe nach dem Zusatz des feinen Beimpfungsmaterials bzw. feinen Keimmaterials als Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial relativ grobe Teilchen zusetzt, die vorwiegend aus der Zusammenballungs-Wachstumsreihe erhalten worden sind, wob?i die Temperatur der trächtigen Flüssigkeit zum Zeitpunkt der anfänglichen Zugabe des Beimpfungsmaterials bzw.
Keimmaterials bei 65 bis 8O0C für die Zusammenballungs-Wachstumsreihe und bei 60 bis 75°C für die Zementierungs-Wachstumsreihe liegt, wobei das Zeitintervall, das in der Zusammenballungs-Wachstumsreihe /wischen der anfänglichen Zugabe des feinen Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials und der nachfolgenden Zugabe des relativ groben Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials liegt, 5 bis 30 Stunden beträgt und wobei die Menge des Beimpfungsmaterials, das pro m3 der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt wird, so bemessen ist, daß 20 bis 70 kg feines Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterini und 60 bis 150 kg relativ grobes Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial in der Zusammenballungs-Wachstumsreihe und 100 bis 300 kg relativ grobes Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial in der Zementierungs-Wachstumsreihe zugegeben werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren stellt eine Weiterbildung des aus der JP-7 015/68 bekannten Verfahren dar. Die spezielle Verfahrensführung beim erfindungsgemäßen Verfahren wird jedoch durch diese Druckschrift nicht vorweggenommen oder nahegelegt, da diese im wesentlichen nur die Lehre vermittelt, ein solches Verfahren in zwei Reihen durchzuführen.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
F i g. I ein Fließschema, das eine Ausführungsform der Erfindung darstellt;
Fig. 2 ein Fließschema, das eine weitere Ausführungsform der Erfindung darstellt; und
Fig. 3 ein Fließschema, das eine herkömmliche Anlage darstellt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann als in zwei Reihen erfolgendes Zirkulierungsverfahren unter ZusammenHallung des Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials bezeichnet werden, in der ersten Reihe (zur Zusammenballung-Wachstumsreihe) wächst eine relativ kleine Menge eines feinen Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials, die am Anfang zu der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt worden ist. zusammen. Nach dem Ablauf einer geeigneten Zeitspanne werden relativ grobe Teilchen von Aluminiumoxid, die hauptsächlich von der ersten Reihe erhalten worden sind, als Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial zu der Flüssigkeit gegeben, um eine weitere Hydrolyse der Flüssigkeit durchzuführen. In der zweiten Reihe (zur Zementierung-Wachstumsreihe) werden relativ grobe Teilchen von Aluminiumhydroxid, die sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe erhalten worden sind, als Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial zu der trächtigen Flüssigkeit gegeben, um eine Zementierung und ein Wachstum der Aluminiumhydroxidteilchen zu fördern. Der gröbere Teil des ausgefällten Aluminiumhydroxids wird von der zweiten Reihe abgetrennt, gewaschen und calciniert, wodurch ein grobes Aluminiumoxid erhalten wird, das geringere Staubeigenschaften hat
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachstehend genauer unter Bezugnahme auf F i g. 1 erläutert, welche eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt, die absatzweise durchgeführt wird.
Der Ausfällungsprozeß besteht aus zwei Reihen. In der ersten Reihe tritt die trächtige Flüssigkeit, die von einem Rohr 1 abgezweigt wird, durch ein Rohr 2 in einen Ausfällungstank 21 ein. Feine Teilchen von Aluminiumhydroxid, die als unterer Strom einer Klassierungseinrichtung 25 erhalten worden sind, werden am Anfang durch ein Rohr 7 als Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial zu der Flüssigkeit zugesetzt Das zugesetzte feine Beimpfungsmaterial ballt sich zusammen und wächst in Form von zusammengeballten Teilchen in der Flüssigkeit. Nach Ablauf einer vorgewählten Zeitspanne von der Zugabe des feinen Beimpfungsmaterials an wird ein Hauptteil von relativ groben Teilchen, die in einer Klassierungseinrichtung 24 abgetrennt worden sind, durch die Rohre 5 und 8 weiterhin der Flüssigkeit, die der Hydrolyse unterworfen wird, zugeführt. Nachdem ein vorgewählter Wert der Ausfällung erzielt worden ist, wird die Flüssigkeit in to dem Ausfällungstank 21 durch ein Rohr 4 in die Klassierungseinrichtung 24 überführt. In der zweiten Reihe tritt die trächtige Flüssigkeit durch ein Rohr 3 in einen Ausfällung^tank 22 ein. Das in der Klassierungseinrichtung 26 der zweiten Reihe abgetrennte, relativ grobe Aluminiumhydroxid und der Rest davon, abgetrennt in der Klassierungseinrichtung 24 der ersten Reihe, werden durch ein Rohr 9 der Flüssigkeit als Beimpfungsmaterial zugeführt. Nach dem Erreichen eines vorgewählten Werts der Ausfällung wird die Flüssigkeit in dem Ausfäüungstank 22 durch ein Rohr 10 einer Klassierungseinrichtung 23 zugeführt. Das gröbste Aluminiumhydroxid wird von dem unteren Strom der Klassierungseinrichtung 23 erhalten, gewaschen und calciniert (nicht gezeigt), so daß grobes Aluminiumoxid hergestellt wird. Der obere Strom der Klassierungseinrichtung 23 wird durch ein Rohr 11 einer Klassierungseinrichtung 26 zugeführt und aus dem unteren Strom wird relativ grobes Beimpfungsmaterial abgetrennt. Der obere Strom der Klassierungseinrichtung 26, der durch ein Rohr 14 läuft, wird mit dem oberen Strom der Klassierungseinrichtung 24 der ersten Reihe, der durch ein Rohr 6 strömt, kombiniert und in die Klassierungseinrichtung 25 überführt Feines Beimpfungsmateria! wird von dem unteren Strom abgetrennt während der obere Strom wiedergewonnen und als verbrauchte Flüssigkeit zurückgeführt wird.
Wie aus den obigen Ausführungen ersichtlich wird, zirkuliert bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ein Hauptteil der Teilchen, die in der ersten Reihe zusammengeballt worden sind und gewaschen sind, in einem Kreis, der aus der Klassierungseinrichtung 24, den Rohren 5 und 8, dem Ausfällungstank 21 und dem Rohr 4 besteht. Während der Zirkulation sind die Teilchen einer größeren Anzahl von Zementierungs-Wachstums-Vorgängen unterworfen, als es bei den bekannten Verfahren der Fall ist. Das Verfahren verleiht daher den erhaltenen Aluminiumhydroxidteilchen eine größere Festigkeit, so daß diese, wenn sie, beispielsweise durch ein Wirbelschichtbett-Calcinielängsverfahren, das heftige Kollisionen zwischen den Teilchen bewirkt calciniert werden, nur ein sehr geringes Ausmaß des Bruches der Teilchen erf&..ren und das erhaltene grobe Aluminiumoxid geringe Staubeigenschaften hat Weiterhin kann die Produktivität der trächtigen Flüssigkeit, die in der ersten Reihe verwendet wird, durch Zugabe von relativ grobem Beimpfungsmaterial genügend hoch gemacht werden. Eine Ausfällung in der zweiten Stufe, wie sie bei den Verfahren nach dem Stand der Technik erforderlich ist und die eine große Menge von feinem Aluminiumhydroxid erzeugt, kann daher in Wegfall kommen, wodurch die Produktionseinrichtungen und die Durchführung der Produktionsstufen vereinfacht werden. Dazu kommt noch, daß feine Teilchen von Aluminiumhydroxid, die durch ein Auftreten von abnorm gewachsenen Teilen von Teilchen, gebildet in der ersten und zweiten Reihe, hervorgerufen werden, als Beimpfungsmateria! für die erste Reihe verwendet werden können, wodurch die
Gesamtproduktivität des Verfahrens erhöht wird.
Der Verhältnisteil der trächtigen Flüssigkeit, der in die erste und zweite Reihe des erfindungsgemäßen Verfahrens verteilt wird, sollte entsprechend der Festigkeit der ausgefällten Aluminiumhydroxidteilchen, ihrer Abgabe, den Eletriebsbedingungen etc. geeignet bestimmt werden. Was die Temperatur der trächtigen Flüssigkeit zum Zeitpunkt der Zugabe des anfänglichen Bfcu.ifpungsmaterials anbelangt, so beträgt sie in der ersten Reihe 65 bis 80°C, um die Zusammenballung des Beimpfungsmaterials zu fördern und dessen Verunreinigung durch Natriumhydroxid zu vermeiden. In der zweiten Reihe ist sie geringfügig niedriger und beträgt 60 bis 75°C, um das Wachstum und die Zementierung zu fördern. Das Zeitintervall zwischen der Zugabe des feinen Beimpfungsmaterials und der Zugabe des relativ grobem Beimpfungsmaterials in der ersten Reihe beträgt 5 bis 30 h. Ein Zeitintervall von weniger als 5 h liefert nur eine nicht ausreichende Zusammenballung. Andererseits isi ein ZciiiiHei väü von mehr als 30 h unnötig, da eine wesentliche Zusammenballung bereits innerhalb von 30 h erreicht wird. In der ersten Reihe werden 20 bis 70 kg feines Beimpfungsmaterial und 60 bis 150 kg relativ grobes Beimpfungsmaterial pro m3 der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt, während in der zweiten Reihe 100 bis 300 kg relativ grobes Beimpfungsmaterial pro die gleiche Volumeneinheit der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren wurde oben im Hinblick auf eine Ausführungsform beschrieben. Das erfindungsgemäße Verfahren ist jedoch in keiner Weise aui diese Ausführungsform beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Modifikationen möglich, ohne daß man den Rahmen dieser Erfindung verläßt. In der F i g. 2 ist ein Beispiel für eine solche Variation dargestellt, die verwendet werden kann, wenn ein Spielraum bei der Festigkeit der erhaltenen Aluminiumhydroxidteilchen besteht. Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der obere Strom der Klassierungseinrichtung 23 der zweiten Reihe an das Rohr 4 angeschlossen, mit der hydrolysierten trächtigen Flüssigkeit der ersten Reihe kombiniert und sodann in die Klassierungseinrichtung 24 überführt Im Vergleich zu der oben beschriebenen ersten Ausführungsform wird bei diesem System die Teilchenfestigkeit etwas erniedrigt, da die zirkulierende Menge der zusammengeballten und gewachsenen Teilchen vermindert wird. Es wird jedoch offensichtlich, daß bei diesem Verfahren die Produktionseinrichtungen und die Durchführung der Produktionsstufen einfacher gemacht werden kann. Weiterhin kann das erfindungsgemäße Verfahren entweder ein absatzweise geführtes oder ein kontinuierlich geführtes Ausfällungssystem verwenden.
Die Erfindung wird in den Beispielen erläutert Diese beziehen sich auf die Anwendung eines absatzweise geführten Systems.
Beispiel 1
Das grobe Aluminiumoxid wurde gemäß F i g. 1 in der Weise hergestellt, daß eine trächtige Flüssigkeit mit 118 g/l Na2Ü und einem Molverhältnis von 1,53 auf die erste Reihe (Zusammenballungs-Wachstumsreihe) und die zweite Reihe (Zementierungs-Wachstumsreihe) verteilt wurde. Das Verhältnis betrug 45% in die erste Reihe und 55% in die zweite Reihe.
In der ersten Reihe wurde das feine Beimpfungsmaterial (die Menge des Materials mit —44 um betrug 51%), das in der Klassierungseinrichtung 25 in einer Menge von 50 kg (Trockengewicht) pro m3 der trächtigen Flüssigkeit abgetrennt worden war (ein solches Verhältnis wird nachstehend als 50 kg/m3 ausgedrückt), zu der trächtigen Flüssigkeit mit einer Temperatur von 74°C zugefügt und das Gemisch wurde 17 h lang gerührt. Die Ausbeute betrug 32 kg/m3. Die Teilchengröße des ausgefällten Aluminiumhydroxids war so bemessen, daß die Menge eines Materials mit —44 μπι 22% betrug. Dies weist darauf hin, daß das Beimpfungsmaterial sich erheblich zusammengeballt hatte und erheblich gewachsen war. Zu der Flüssigkeit wurden weiterhin 95 kg/m3 relativ grob zusammengeballte und gewachsene Teilchen gegeben (der Anteil des Materials mit —44 μηι betrug 13%), das in der Klassierungseinrichtung 24 abgetrennt worden war. Das Gemisch wurde 28 h lang gerührt, um eine weitere Hydrolyse der Flüssigkeit vorzunehmen. Die Ausbeute betrug 57 kg/m3. Die Teilchengröße des ausgefällten Aluminiumhydroxids war so, daß die Menge des Materials mit - 44 μπι 18% war.
In der zwoiten Reihe wurden 155 kg/m3 des Beimpfungsmaterials (die Menge des Materials mit —44 μηι betrug 15%), bestehend aus relativ groben Teilchen, die in der Klassierungseinrichtung 26 abgetrennt worden waren, und einen Teil der zusammengeballten und gewachsenen Teilchen, die in der Klassierungseinrichtung 24 abgetrennt worden waren, zu der trächtigen Flüssigkeit mit einer Temperatur von 68°C gegeben. Das Gemisch wurde 45 h lang gerührt. Die Ausbeute betrug 55 kg/m3. Die Teilchengröße des ausgefällten AluminiuiTihydroxids war so, daß die Menge des Materials mit — 44 μπι 11% betrug. Die Flüssigkeit wurde sodann in der Klassierungseinrichtung 23 klassiert. Aus dem unteren Strom der Klassierungseinrichtung 23 wurde Aluminiumhydroxid mit einer in der Tabelle angegebenen Teilchengrößenverteilung erhalten, während der obere Strom in der Klassierungseinrichtung 26 klassiert wurde, um relativ grobes Beimpfungsmaterial abzutrennen. Der obere Strom der Klassierungseinrichtung 26, kombiniert mit dem oberen Strom der Klassierungseinrichtung 24, wurde in die Klassierungseinrichtung 25 überführt und dort in feines Beimpfungsmaterial und verbrauchte Flüssigkeit aufgetrennt
Das in der Klassierungseinrichtung 23 abgetrennte grobe Aluminiumhydroxid wurde gewaschen und in einem kurzen Drehofen mit Hänge-Vorerhitzern calciniert, wodurch grobes Aluminiumoxid erhalten wurde, dessen Teilchengrößenverteilung in der Tabelle angegeben ist. Das Aluminiumoxid wurde auf die Staubbildung nach der Methode, beschrieben in »Tsvetnye Metally«, Nr. 12, Seiten 31 bis 33, 1969, getestet Als Ergebnis wurde festgestellt daß nur 0,5% Staub gebildet wurde. Dies ist erheblich weniger als die Staubmenge, die bei dem in herkömmlicher Weise hergestellten groben Aluminiumoxid erzeugt wird. Die Staubbildung bei letzterem Produkt ist 03 bis 03%.
Beispiel 2
Das grobe Aluminiumoxid wurde gemäß Fig.2 hergestellt, indem eine trächtige Flüssigkeit mit 115 g/l Na2O und einem Molverhältnis von 1,52 auf die erste Reihe (Zusammenballungs-Wachstumsreihe) und die zweite Reihe (Zementierungs-Wachstumsreihe) im Verhältnis von 50% für die erste Reihe und 50% für die zweite Reihe aufgeteilt wurde.
In der ersten Reihe wurden 55 kg/cm3 des feinen Beimpfungsmaterials (bei dem die Menge eines
Materials mit —44 μπι 40% betrug), das in der Klassierungseinrichtung 25 abgetrennt worden war, zu der trächtigen Flüssigkeit mit einer Temperatur von 750C gegeben und das Gemisch wurde 19 h lang gerührt. Die Ausbeute betrug 33 kg/m3. Die Teilchengröße des ausgefällten Aluminiumhydroxids war so, daß die Menge des Materials mit —44 μΐπ 18% betrug. Zu der Flüssigkeit wurden weiterhin 90 kg/m3 eines Teils des relativ groben Beimpfungsmaterials (bei dem die Menge eines Materials mit —44 μηι 14% betrug), das in der Klassierungseinrichtung 24 abgetrennt worden war, gegeben und das Gemisch wurde 28 h lang gerührt, um eine weitere Hydrolyse der Flüssigkeit durchzuführen. Die Ausbeute betrug 56 kg/m3. Die Teilchengröße des ausgefällten Aluminiumhydroxids war so, daß die Menge des Materials mit — 44 μπι .7% betrug.
In der zweiten Reihe wurden 160 kg/m3 des Restes des relativ groben Beimpfungsmaterials (bei dem die Menge des Materials mit —44 μηι 14% betrug), das in der Klassierungseinrichtung 24 abgetrennt worden war, zu der trächtigen Flüssigkeit mit einer Temperatur von 65° C gegeben. Das Gemisch wurde 45 h lang gerührt. Die Ausbeute betrug 56 kg/m3. Die Teilchengröße des ausgefällten Aluminiurr.hydroxids war so, daß die Menge des Materials mit — 44 μπι 12% betrug. Die
Tabelle
Flüssigkeit wurde sodann in der Klassierungseinrichtung 23 klassiert. Vom unteren Strom der Klassierungseinrichtung 23 wurde Aluminiumhydroxid erhalten, dessen Teilchensxößenverteilung in der Tabelle angegeben ist, während der obere Strom mit der hydrolysierten Flüssigkeit der ersten Reihe kombiniert und in die Klassierungseinrichtung 24 überführt wurde. Relativ grobes Beimpfungsmaterial wurde von dem unteren Strom der Klassierungseinrichtung 24 abgetrennt. Der obere Strom der Klassierungseinrichtung 24 wurde in die Klassierungseinrichtung 25 überführt, um dort in feines Beimpfungsmaterial und verbrauchte Flüssigkeit aufgetrennt zu werden.
Das grobe Aluminiumhydroxid, das in der Klassierungseinrichtung 23 abgetrennt worden war, wurde gewaschen und in einem kurzen Drehofen mit Hänge-Vorerhitzern calciniert, wodurch grobes Alum: niumoxid erhalten wurde, dessen Teilchengrößenverteilung in der Tabelle angegeben ist. Das Aluminiumoxid wurde gemäß Beispiel 1 auf die Staubbildung getestet. Es zeigte sich, daß nur 0,6% Staub erzeugt wurde.
Wie die Beispiele zeigen, ist das erfindungsgemäße Verfahren ein technisch wirksames Verfahren, das dazu imstande ist, in einfacher Weise grobes Aluminiumoxid zu liefern, das nur geringe Staubmengen bildet.
Teilchengröße Beispiel 1 Hierzu Beispiel 2 hydroxid Aluminiumoxid
Aluminium Aluminiumoxid Aluminium- (%)
hydroxid 9,2 (%)
(μπι) (%) TA) 47,6 4,6
+ 105 7,0 4,0 21,2 40,2
105-74 51,6 43,6 16,0 25,0
74-62 22,8 27,0 6,0 21,7
62-44 14,6 19,5 2 Blatt Zeichnungen 8,5
-44 4,0 5,9

Claims (1)

  1. Patentanspruch;
    Verfahren zur Herstellung von grobem Aluminiumoxid durch Hydrolyse einer trächtigen, aus einer konzentrierten Natriumaluminatlösung bestehenden Flüssigkeit, in Gegenwart eines Aluminiumhydroxid-Beimpfungsmaterials bzw. -Keimmaterials und CaI-cinierung des ausgefällten Aluminiumhydroxids, bei dem man die trächtige Flüssigkeit auf eine Zusammenballungs-Wachstumsreihe und eine Ze- ι ο mentierungs-Wachstumsreihe verteilt, wobei in der Zusammenballungs-Wachstumsreihe feines Beimpfungsmaterial bzw. feines Keimmaterial zu der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt wird und in der Zementierungs-Wachstumsreihe als Beimpfungsma- υ terial bzw. Keimmaterial relativ grobe Teilchen, die aus beiden Reihen erhalten worden sind, zu der trächtigen Flüssigkeit gegeben werden und bei dem man grobes Aluminiumhydroxid von der Zementierungs-Wachstumsreihe abtrennt und das abgetrennte grobe .Aluminiumhydroxid wäscht und calciniert, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Zusammenballungs-Wachstumsreihe nach dem Zusatz des feinen Beimpfungsmaterials bzw. feinen Keimmaterials als Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial relativ grobe Teilchen zusetzt, die vorwiegend aus der Zusammenbatlungs-Wachstumsreihe erhalten worden sind, wobei die Temperatur der trächtigen Flüssigkeit zum Zeitpunkt der anfänglichen Zugabe des Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials b°.i 65 bis 80° C für die Zusammenballungs-Wachstumsreihe und bei 60 bis 75° C für die Zementierungs-Wacustumsiv-ihe liegt, wobei das Zeitintervall, das in de.· Zusammenballungs-Wachstumsreihe zwischen der anfü :glichen Zugabe des feinen Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials und der nachfolgenden Zugabe des relativ groben Beimpfungsmaterials bzw. Keimmaterials liegt, 5 bis 30 h beträgt und wobei die Menge des Beimpfungsmaterials, das pro m3 der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt wird, so bemessen ist, daß 20 bis 70 kg feines Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial und 60 bis 150 kg relativ grobes Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial in der Zusammenballungs-Wachstumsreihe und 100 bis 300 kg relativ grobes Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial in der Zementierungs-Wachstumsreihe zugegeben werden.
    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von grobem Aluminiumoxid durch Hydrolyse einer trächtigen, aus einer konzentrierten Natriumaluminatlösung bestehenden Flüssigkeit, in Gegenwart eines Aluminiumhydroxid-Beimpfungsmaterials bzw. -Keimmaterials und Calcinierung des ausgefällten Aluminiumhydroxids, bei dem man die trächtige Flüssigkeit auf eine Zusammenballungs-Wachstumsreihe und eine Zementierungs-Wachstumsreihe verteilt, wobei in der Zusamrncnballungs-Wachstumsreihe feines Beimpfungsmaterial bzw. feines Keimmaterial zu der trächtigen Flüssigkeit zugesetzt wird und in der Zementierungs-Wachstumsreihe als Beimpfungsmaterial bzw. Keimmaterial relativ grobe Teilchen, die aus beiden Reihen erhalten worden sind, zu der trächtigen Flüssigkeit gegeben werden und bei dem man grobes Aluminiumhydroxid von der Zementierungs-Wachstumsreihe abtrennt und das abgetrennte grobe Aluminiumhydroxid wäscht und calciniert
    Das Bayer-Verfahren ist eine bekannte Technik zur Herstellung von Aluminiumoxid. Bei diesem Verfahren wird Bauxit mit heißer Natriumhydroxidlösung behandelt, um den Aluminiumoxidgehalt aus dem Bauxit zu extrahieren. Nach Abfiltrieren des erhaltenen Schlammes, um den unlöslichen Rest (den sogenannten Rotschlamm) abzutrennen, wird das Filtrat (die Lösung von Natriumaluminat, die nachstehend als trächtige Flüssigkeit bezeichnet wird) mit Aluminiumhydroxid beimpft, um die Flüssigkeit zu hydrolysieren und daraus das Aluminiumhydroxid auszufällen. Nach der Abtrennung des Aluminiumhydroxids von der Flüssigkeit wird ein Teil des Hydroxids als Beimpfungsmaterial zurückgeführt und der Rest wird gewaschen und calciniert, wodurch Aluminiumoxid als Produkt erhalten wird. Die Flüssigkeit, von der das Aluminiumhydroxid abgetrennt worden ist (die nachstehend als verbrauchte Flüssigkeit bezeichnet wird), wird so eingestellt, daß sie zur weiteren Verwendung als Bauxit-Extraktionsfiüssigkeit zurückgeführt werden kann.
    Aluminiumoxid wird bekanntlich für viele Anwendungszwecke verwendet Der größte Teil wird als Rohmaterial für die Herstellung von Aluminium durch Elektrolyse eingesetzt
    In Japan ist bislang zur elektrolytischen Herstellung von Aluminium ein Aluminiumoxid mit relativ kleiner Teilchengröße eingesetzt worden. Dieses Aluminiumoxid ist als mehiförmiges Aluminiumoxid bezeichnet worden und es hat eine solche Teilchengrößenverteilung, daß die Menge der Aluminiumoxidteilchen, die durch ein Sieb mit einer lichten Maschenweite von 44 μηι hindurchgeht (d. h. diejenige Menge, die nachstehend als die Menge von —44 μπι bezeichnet wird) etwa 40 bis 60% beträgt. In den letzten Jahren wird aufgrund von verschiedenen Faktoren, beispielsweise der Automatisierung des Elektrolyseprozesses und von Umweltschutzerwägunger. für elektrolytische Anlagen, in steigendem Maße die Verwendung von relativ grobkörnigen Aluminiumoxidteilchen verlangt. Ein solches Aluminiumoxid wird als sandartiges Aluminiumoxid bezeichnet. Die Teilchengrößenverteilung ist so, daß die Menge von —44 μπι etwa 10% oder weniger ist.
    Zur Herstellung von groben Aluminiumoxid gibt es bereits drei herkömmliche Verfahren, nämlich
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