DE280476C - - Google Patents

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DE280476C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21BFIBROUS RAW MATERIALS OR THEIR MECHANICAL TREATMENT
    • D21B1/00Fibrous raw materials or their mechanical treatment

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVr 280476 -1 KLASSE 55 b. GRUPPE
Firma A. ZACHARIAS in PIRNA a/Elbe.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. Januar 1914 ab.
Bei den bisherigen Aufschließverfahren von Holz zur Herstellung von Holzstoff, insbesondere braunem Holzstoff, wurden die Hölzer vor ihrem Einbringen in die ein Verarbeiten des Holzes auf Holzstoff erleichternden Kochgefäße geschält und hierauf einer Behandlung mit Wasser oder Dampf oder abwechselnd mit Wasser und Dampf oder Chemikalien. unterworfen. Die Schälarbeit für die zu verarbeitenden Hölzer erfordert einen verhältnismäßig großen und teueren Aufwand an Handarbeit, die von wenigstens vier Arbeitern bei einer Tagesproduktion von 20 cbm Holz zu bewältigen ist, wobei außerdem ein Holzverlust von 8 bis 14 Prozent eintritt. Ein weiterer Nachteil von vorher entsprechend vorbereiteten Hölzern ist, daß sich bei deren Zerschneiden in einzelne Längen in den Poren der Kopfflächen der zerschnittenen Holzstücke Spänchen und Schwänzchen festsetzen, die mit der Hand abgeputzt werden müssen. Diese Putzarbeit wird aber in den meisten Fällen nicht mit der erforderlichen Sorgfalt vorgenommen, was zur Folge hat, daß sich solche Spänchen und Schwänzchen später in der fertigen Ware, z. B. in der Pappe, als Unreinheiten bemerkbar machen. Außerdem geht aber auch durch die Entfernung der Rinden vor dem Kochen eine sehr wesentliche Ausnutzung der in den Rinden enthaltenen Stoffe für diesen Vorgang selbst verloren.
Die Erfindung hat den Zweck, die vorstehend angeführten Übelstände zu beseitigen und kennzeichnet sich dadurch, daß die Hölzer im Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren vor dem Koch- und Dämpfvorgang nicht entrindet, sondern mit der Rinde und den Bastteilen dem Koch- und Dämpfvorgang zwecks Nutzbarmachung der in den Rinden enthaltenen Bestandteile für die Herstellung des braunen Holzstoffes ausgesetzt und alsdann die durch Kochung aufgelösten Rinden- und Bastteile durch Bürstarbeit entfernt werden.
Es wurde gefunden, daß schon' allein das Kochen des Holzes mit der Rinde der ganze 4-5 Koch- und Dämpfvorgang wesentlich verkürzt werden kann, wofür die Gründe rein chemischer Natur sein dürften. Es befinden sich bekanntermaßen in der Rinde Harz, Fette, Gerbstoffe und gummiartige Stoffe in viel größeren Mengen als im Holz. Diese Stoffe, die organisch mit den eigentlichen Holzsubstanzen nahe verwandt sind, bewirken unter dem Einflüsse des gespannten Dampfes und* des gespannten Wassers eine viel raschere Bräunung des Holzes als bei den bis jetzt üblichen Verfahren, oder chemisch ausgedrückt: Die in den Rinden enthaltenen Stoffe oxydieren unter dem unter Druck stehenden Dampf und Wasser außerordentlich stark und imprägnieren und färben die Wände der Zellen des Holzes braun, wobei gleichzeitig durch den Einfluß des Wassers ein Auslaugen und Auflösen der Stoffe in kolloidaler Lösung bewirkt wird. Es wird also durch die noch vorhandene Anwesenheit der Rinde unter dem Einfluß des Dampfes und des Wassers auf einfachstem Wege eine Kocherlauge hergestellt, die für die Beschleunigung des Prozesses von größter Wichtigkeit ist, wobei der kolloidale Zustand der Stoffe, der durch das Wasser und den Dampf von erhöhter Temperatur bewirkt worden ist, durch ein Zusetzen schwacher
Natronlauge oder Sodalösung verstärkt werden kann, indem hierdurch gleichzeitig ein Verseifen der Harze bewirkt wird.
Die Vorteile, die durch die Verseifung der Harze in dem Kochprozeß erzielt werden, sind sehr vielseitig. Es tritt erstens eine große Konzentration der Lauge in chemischer Beziehung ein, d. h. die durch Natronlauge verseiften Harze können nicht wieder in eine Verbindung mit dem Holze treten, wenn der gefüllte Kocher nach Beendigung des Kochprozesses entspannt und abgekühlt wird, während bisher die Harze auf Grund ihrer großen chemischen Verwandtschaft sich wiederum mit dem Holze verbanden.
Ferner ist es auch möglich, durch Waschwasser die verseiften Harze besser abzuscheiden, und außerdem bewirkt die Verseifung eine chemische Umbildung der Harze in dem Sinne, daß sie auch geruchlos werden, selbst wenn sie noch im Innern des Holzes haftenbleiben sollten. Schließlich nähert sich durch das Verseifen und das damit verbundene Entfernen der Harzteile das Braunholz der Zellulose, indem eine Hydratzellulose gebildet wird.
Die nach dem" neuen Verfahren mitsamt den Rinden und Bastteilen dem Koch- oder Dämpfvorgang unterworfenen Hölzer werden nach Beendigung dieses Vorganges alsdann in beliebiger Weise derart gebürstet, daß eine vollkommene Entfernung der anhaftenden, durch den Dämpfvorgang aber auf gelösten Rinden, Schalen- oder Bastteile erfolgt. Diese Bürstarbeit wird sowohl an der Längsfläche als auch an den Kopfflächen der Hölzer vorgenommen, wodurch außer der Ersparnis an Arbeitskraft für das bisher nötige Entrinden oder Schälen der Hölzer die beim Zerschneiden der Hölzer in den Kopfflächen derselben sich in Form von Spänchen oder Schwänzchen festsetzenden kleinen Holzteile sicher entfernt werden, demnach sie in dem fertigen Holzstoff und der aus demselben hergestellten Pappe nicht mehr vorhanden sind.
Das Verfahren gemäß der Erfindung gelangt in der Weise zur Ausführung, daß die in Längen geschnittenen Hölzer ungeschält in ein Kochgefäß eingebracht und in ihm so lange abwechselnd in Wasser und Dampf oder mit Chemikalien, wie z. B. Natronlauge, behandelt werden, bis Rinde und Bastteile aufgeweicht und aufgelöst sind. Hierauf werden die Hölzer aus dem Kochgefäß herausgenommen und mit ihren aufgeweichten Rinden an mechanisch angetriebenen, schnell umlaufenden Bürsten derart entlang geführt, daß sich die Rinden und die unter ihnen liegenden Bastteile leicht ablösen. Um auch die beim Zerschneiden der Hölzer an ihren Kopf- oder Schnittflächen sich festsetzenden Holzteile leicht und bequem entfernen zu können, sind an den Stirnflächen der mit Borsten besetzten Drehkörper ebenfalls j Borsten vorgesehen, gegen die die Kopf- oder Schnittflächen der Hölzer angedrückt werden und die ein Entfernen genannter kleiner Holzteile in Gestalt von Spänchen oder Schwänzchen sicher bewirken.
Die zur Ausführung des neuen Verfahrens dienende umlaufende Doppelbürste, deren Bauart nicht zur Erfindung gehört, ist nur zur näheren Erläuterung der Bürstarbeit dargestellt.
Auf einem Gestell α ist in den Lagern b eine mittels Riemenscheibe c anzutreibende Welle d gelagert, auf welcher die umlaufenden Burstwalzen e, e aufgekeilt sind. Diese Bürstwalzen sind außer auf ihrer Außenfläche auch an ihren nach außen liegenden Kopfflächen mit Borsten besetzt, so daß nach dem Abbürsten der aufgeweichten und aufgelösten Rinden- und Bastteile auch die Schnitt- oder Kopfflächen der ein ■ zelnen Hölzer einer kräftigen Bürstung unterworfen werden können, um die an genannten Flächen hängenden Spänchen und Schwänzchen sicher so zu entfernen, daß zuletzt zur Herstellung von Holzstoff vollkommen saubere glatte Holzstücke ohne Umhüllung zur Verfügung stehen. Letztere werden zu ihrer Überführung in Holzstoff in Gewichts-, hydraulischen oder Reibungsschleifern oder — wie z. B. zur Herstellung von braunem Holzstoff — nach Hacken durch Walzen zerfasert oder zerquetscht.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Holzstoff, insbesondere braunem Holzstoff, dadurch gekennzeichnet, daß die Hölzer mit der Rinde und den Bastteilen dem Koch- und Dämpfprozeß ausgesetzt und alsdann durch Bürstarbeit entrindet und geputzt werden.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ungeschälten Hölzer dem Kochprozeß unter Zusatz von Natronlauge ausgesetzt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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