DE2804350C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Messen des
Kohlensäuregehaltes in einer Flüssigkeit, insbesondere in Bier, mit
einem Gefäß, in dem eine Flüssigkeitsprobe abgesondert und oberhalb
der Flüssigkeit im Gefäß durch Freisetzen von Kohlensäure
eine Kohlensäuregasatmosphäre geschaffen wird, mit einem Druckmeßgerät
am Gefäß zum Messen des partiellen Kohlensäuregasdruckes
oberhalb der Flüssigkeit, mit einem temperaturempfindlichen
Element im Gefäß für die Temperatur der Flüssigkeit sowie
mit einer Verarbeitungsschaltung für die erhaltenen Meßwerte.
Bei der Bierherstellung ist es sehr wichtig, daß der
Kohlensäuregehalt im Bier den richtigen Wert hat. Durch einen zu
niedrigen Kohlensäuregehalt geht der erfrischende Effekt des Bieres
verloren, während ein zu hoher Kohlensäuregehalt ebenfalls unerwünscht
ist.
Aus "Brewers Guild Journal", Oktober 1967, S. 513-524 ist eine
Vorrichtung zum Messen des Kohlensäuregehaltes in Bier bekannt.
Die bekannte Vorrichtung besteht aus einem Gefäß, in dem über
ein Ventilsystem eine Bierprobe abgesondert wird. Ebenfalls über
ein Ventilsystem wird oberhalb des Biers im Gefäß durch Freisetzen
von Kohlensäure mittels eines Agitators eine Kohlensäuregasatmosphäre
geschaffen. Der partielle Kohlensäuregasdruck dieser
Kohlensäuregasatmosphäre oberhalb des Biers wird gemessen.
Weiterhin wird mit einem temperaturempfindlichen Element
die Temperatur des Biers gemessen. Eine Verarbeitungsschaltung
ermittelt aus den Meßwerten für Druck und Temperatur den
Kohlensäuregehalt des Biers. Die bekannte Vorrichtung und das dazu
entsprechende Verfahren hat den Nachteil, daß zum Bestimmen des
Kohlensäuregehaltes im Bier eine Temperaturkorrektur notwendig
ist, wenn nicht die Temperatur des Biers auf einer konstanten
Temperatur gehalten wird.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die
bekannte Vorrichtung zum Messen des Kohlensäuregehalts in einer
Flüssigkeit derart weiterzuentwickeln, daß das Meßverfahren
unabhängig von der Temperatur der Flüssigkeit ist.
Als technische Lösung wird mit der Erfindung vorgeschlagen, daß
die Verarbeitungsschaltung eine elektrische Verstärkerschaltung
mit einem Operationsverstärker mit einer Rückkopplungsschleife
ist, daß der elektrischen Verstärkerschaltung ein dem gemessenen
partiellen Kohlensäuregasdruck proportionales elektrisches Signal
des Druckmeßgerätes zugeführt wird, daß die Rückkopplungsschleife
das temperaturempfindliche Element enthält, daß die
elektrische Impedanz R des temperaturempfindlichen Elements mit
der Temperatur T (°K) nach der Beziehung R=k₁ e k 2/T variiert,
wobei k₁ und k₂ Konstanten sind, wobei damit ein linearer
Zusammenhang zwischen der Henry-Konstanten f und der elektrischen
Impedanz R bei unterschiedlichen Temperaturen T besteht, und daß
das von der elektrischen Verstärkerschaltung abgegebene
Ausgangssignal proportional zu dem zu messenden Kohlensäuregehalt
ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
So wird mit dem Anspruch 2 vorgeschlagen, daß das
temperaturempfindliche Element ein Thermistor ist. Mit den
Ansprüchen 3 und 4 werden spezielle Schaltungsanordnungen
vorgeschlagen.
Eine nach der erfindungsgemäßen Lehre ausgebildete Vorrichtung
zum Messen des Kohlensäuregehalts in einer Flüssigkeit hat den
Vorteil, daß eine Temperaturkorrektur nicht mehr notwendig ist.
Beispielsweise kann bei der Bierherstellung, die üblicherweise
bei Temperaturen zwischen 0° und 20°C erfolgt, der Kohlensäuregehalt
exakt bestimmt werden, und zwar unabhängig von der jeweiligen
Temperatur, die das Bier gerade aufweist. Das temperaturempfindliche
Element variiert mit seiner elektrischen Impedanz R
auf dieselbe Weise wie die Henry-Konstante f mit der Temperatur,
wobei der Temperaturausgleich bei der Messung über die Rückkopplungsschleife
der elektrischen Verstärkerschaltung erfolgt.
Die Funktion und Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung
beruht auf dem Gesetz von Henry, das wie folgt lautet:
"Bei konstanter Temperatur ist die Masse eines Gases (im vorliegenden
Fall CO₂), gelöst in einem vorgegebenen Lösungsmittelvolumen,
direkt proportional dem Partialdruck dieses Gases oberhalb
der Flüssigkeit."
Dieses Gesetz von Henry gilt nur für ein geschlossenes System
bei Gleichgewicht zwischen dem Gas in der Flüssigkeitsphase und
dem Gas in der Gasphase. In Symbolen kann das Gesetz von Henry
wie folgt geschrieben werden:
worin
m
= Masse des Gases
V
= Lösungsmittelvolumen
f
= Henry-Konstante
p
= Druck
T
= Temperatur in °K.
In dieser Formel ist die Henry-Konstante f abhängig von der
Temperatur. Da die Temperatur des Bieres während der Herstellung
erheblichen Schwankungen unterliegt, ist es notwendig, daß man
den Verlauf der Henry-Konstante f bei Temperaturschwankungen
kennt. Dann kann man, indem man im Gleichgewichtszustand p mißt
und mit dem Wert f der Henry-Konstante bei der herrschenden (und
ebenfalls zu messenden) Temperatur multipliziert, bestimmen,
z. B. in Gramm CO₂ je 100 ml Flüssigkeit (Gew.-%), wie es in Bierbrauereien
üblich ist.
Untersuchungen haben ergeben, daß der Zusammenhang zwischen der
Henry-Konstante f und der Temperatur T (°K) wie folgt geschrieben
werden kann:
wobei für a gefunden wurde: a = 10,89232 und für b: b = 2654,06.
Dieser Zusammenhang zwischen f und T ist nicht aus der Literatur
bekannt. Wohl aber ist aus der Literatur bekannt, daß der Zusammenhang
zwischen dem Widerstand R und der Temperatur T (°K)
eines Thermistors wie folgt geschrieben werden kann:
wobei für einen im Handel erhältlichen Thermistor guter Qualität
gilt:
c = 5,114275 und d = 3826,74.
Aus den Gleichungen (1) und (2) kann mit den genannten Werten
für a, b, c, d folgender linearer Zusammenhang zwischen f und R
abgeleitet werden:
f = 3,33.10-5 R + 6,86.10-2 (3).
Ausgehend von diesem Zusammenhang zwischen f und R ist es
nunmehr möglich, eine einfache elektrische Schaltung zu entwerfen,
die einen sich im Bier befindenden Thermistor umfaßt und an
deren Eingang ein dem partiellen Kohlensäuregasdruck p oberhalb
des Bieres proportionales Signal zugeführt wird und die dem Ausgang
ein Signal verschafft, das unmittelbar den Kohlensäuregehalt
im Bier angibt, ohne daß noch Temperatureinflüsse in Betracht
gezogen werden müssen.
Im Nachfolgenden wird die Erfindung unter Hinweis auf die beiliegende
Zeichnung einiger Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Schaltung
näher erläutert. Es zeigt darin
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
und
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Fig. 1 zeigt einen Operationsverstärker I, dessen einer Eingang mit einer
ersten Eingangsklemme 1 der Schaltung verbunden ist. Die zweite Eingangsklemme
2 ist mit einer Bezugslinie verbunden, die weiter mit der einen
Ausgangsklemme 4 verbunden ist.
Zwischen den Eingangsklemmen 1 und 2 wird eine Signalspannung V₀ zugeführt.
Die Spannung V₀ rührt von einem druckempfindlichen Element 5 her, das den
partiellen Kohlensäuregasdruck oberhalb einer Bierprobe mißt. Das Gas ist
in bekannter Weise gebildet, z. B. dadurch, daß man vorübergehend eine
Spannung zwischen zwei sich im Bier befindenden Elektroden 6, 7 aus einer
Hilfsspannungsquelle 8 zuführt. Die Elektroden 6, 7 und das druckempfindliche
Element 5 ragen in ein Gefäß 9 hinein, das in üblicher Weise mit
absperrbaren Zu- und Abfuhrleitungen 10 bzw. 11 versehen ist.
Der andere Eingang des Operationsverstärkers I ist über einen Eingangswiderstand
R₁ mit der Bezugslinie und über einen Rückkopplungswiderstand R t
mit dem Ausgang des Operationsverstärkers I verbunden. Der Widerstand R t
ist ein temperaturabhängiger Widerstand, der sich im Bier im Gefäß 9 befindet.
Der Deutlichkeithalber ist der Widerstand R t jedoch in Fig. 1 außerhalb
des Gefäßes 9 gezeichnet. Der Widerstandswert von R t schwankt in der
schon beschriebenen Weise mit der Temperatur und bei einer praktischen
Ausführungsform der Schaltung galt folgender Zusammenhang zwischen f und R t :
f = 3,33.10-5 R t + 6,86.10-2.
Aus dem Henry-Gesetz geht hervor, daß, wenn V₀ proportional p ist und
außerdem f in derselben Weise mit der Temperatur schwankt wie R t , die
Ausgangsspannung V u der Schaltung unmittelbar den zu messenden
Kohlensäuregehalt angibt, wenn der Verstärkungsfaktor der Verstärkerschaltung
passend gewählt wird.
Für den Verstärkungsfaktor b I des Operationsverstärkers I gilt:
Weiter gilt für ein druckempfindliches Element von einem bestimmten, im
Handel erhältlichen Typ V₀ = 1,43.10-2 p.
Daraus folgt für die Ausgangsspannung V i des ersten Operationsverstärkers:
Daraus folgt für die Ausgangsspannung V i des ersten Operationsverstärkers:
Das Signal V i wird über einen Reihenwiderstand einem zweiten Verstärker II
zugeführt, dessen Ausgang mit der Ausgangsklemme 3 der Schaltung und
über einen Rückkopplungswiderstand R₂ mit dem Eingang des Verstärkers II
verbunden ist.
Der Verstärkungsfaktor β II des zweiten Verstärkers ist:
so daß gilt:
Die Kombination von (3) und (4) ergibt:
V u (in Volt) ist der Kohlensäuregehalt in Gew.-%, wenn gilt:
Daraus ergibt sich:
Einige Rechenarbeit ergibt:
R₁ = 2060 Ω
R₂ = 4,797 R₃
R₂ = 4,797 R₃
Fig. 2 zeigt eine Schaltung, die sich für ein anderes, ebenfalls im Handel
erhältliches, druckempfindliches Element eignet, wofür gilt: V₂₀ = 2,5 p.
Dieses Ausgangssignal V₂₀ wird über einen Spannungsteiler, bestehend aus
einem Reihenwiderstand R₂₁ und einem Parallelwiderstand R₂₃ dem einen
Eingang eines Verstärkers III zugeführt. Der andere Eingang des Verstärkers
ist wieder über einen Widerstand R₂₂ mit der Bezugslinie und über einen
temperaturabhängigen Widerstand R t mit dem Ausgang verbunden. Wenn das
Eingangssignal des Verstärkers III mit V 2i und das Ausgangssignal mit V 2u
angegeben wird, gilt:
V 2u gibt den Kohlensäuregehalt in Gew.-% wie folgt an:
Daraus ergibt sich:
und
Folglich:
R₂₂ = 2060 Ω und R₂₁ = 35,44 R₂₃
Die beiden beschriebenen Schaltungen geben sehr genaue Resultate über
einen Temperaturbereich, der sich mindestens 0-20°C erstreckt.
Die Ausgangsspannung V u oder V 2u kann in jeder gewünschten Weise, z. B.
digital, wiedergegeben werden und verwendet werden, um, falls notwendig,
die Kohlensäurezufuhr während des Bierherstellungsverfahrens zu regeln.
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Messen des Kohlensäuregehalts in einer
Flüssigkeit, insbesondere in Bier,
mit einem Gefäß (9), in dem eine Flüssigkeitsprobe abgesondert und oberhalb der Flüssigkeit im Gefäß (9) durch Freisetzen von Kohlensäure eine Kohlensäuregasatmosphäre geschaffen wird
mit einem Druckmeßgerät (5) am Gefäß (9) zum Messen des partiellen Kohlensäuregasdrucks oberhalb der Flüssigkeit,
mit einem temperaturempfindlichen Element im Gefäß (9) für die Temperatur der Flüssigkeit
sowie mit einer Verarbeitungsschaltung für die erhaltenen Meßwerte, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verarbeitungsschaltung eine elektrische Verstärkerschaltung mit einem Operationsverstärker (I, II, III) mit einer Rückkopplungsschleife ist,
daß der elektrischen Verstärkerschaltung ein dem gemessenen partiellen Kohlensäuregasdruck proportionales elektrisches Signal des Druckmeßgeräts (5) zugeführt wird,
daß die Rückkopplungsschleife das temperaturempfindliche Element enthält,
daß die elektrische Impedanz R des temperaturempfindlichen Elements mit der Temperatur T (°K) nach der Beziehung R=k₁ e k 2/T variiert, wobei k₁ und k₂ Konstanten sind, wobei damit ein linearer Zusammenhang zwischen der Henry-Konstanten f und der elektrischen Impedanz R bei unterschiedlichen Temperaturen T besteht, und
daß das von der elektrischen Verstärkerschaltung abgegebene Ausgangssignal proportional zu dem zu messenden Kohlensäuregehalt ist.
mit einem Gefäß (9), in dem eine Flüssigkeitsprobe abgesondert und oberhalb der Flüssigkeit im Gefäß (9) durch Freisetzen von Kohlensäure eine Kohlensäuregasatmosphäre geschaffen wird
mit einem Druckmeßgerät (5) am Gefäß (9) zum Messen des partiellen Kohlensäuregasdrucks oberhalb der Flüssigkeit,
mit einem temperaturempfindlichen Element im Gefäß (9) für die Temperatur der Flüssigkeit
sowie mit einer Verarbeitungsschaltung für die erhaltenen Meßwerte, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verarbeitungsschaltung eine elektrische Verstärkerschaltung mit einem Operationsverstärker (I, II, III) mit einer Rückkopplungsschleife ist,
daß der elektrischen Verstärkerschaltung ein dem gemessenen partiellen Kohlensäuregasdruck proportionales elektrisches Signal des Druckmeßgeräts (5) zugeführt wird,
daß die Rückkopplungsschleife das temperaturempfindliche Element enthält,
daß die elektrische Impedanz R des temperaturempfindlichen Elements mit der Temperatur T (°K) nach der Beziehung R=k₁ e k 2/T variiert, wobei k₁ und k₂ Konstanten sind, wobei damit ein linearer Zusammenhang zwischen der Henry-Konstanten f und der elektrischen Impedanz R bei unterschiedlichen Temperaturen T besteht, und
daß das von der elektrischen Verstärkerschaltung abgegebene Ausgangssignal proportional zu dem zu messenden Kohlensäuregehalt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
temperaturempfindliche Element ein Thermistor ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückkopplungsschleife auf der Eingangsseite des Verstärkers
(I) über einen Einstellwiderstand (R₁) mit der
Bezugsspannung verbunden ist und daß der Ausgang des Verstärkers
(I) über einen Reihenwiderstand (R₃) mit einem mittels
eines Widerstandes (R₂) zurückgekoppelten zweiten Verstärker
(II) verbunden ist, wobei das druckempfindliche Element, der
Thermistor und die Widerstände so gewählt sind, daß die
Ausgangsspannung in Volt gleich ist dem Kohlesäuregehalt in
Gramm pro 100 ml Flüssigkeit.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Rückkopplungsschleife auf der Eingangsseite des
Verstärkers (II) über einen Einstellwiderstand (R₂₂) mit der
Bezugsspannung verbunden ist und daß das Eingangssignal über
einen aus einem Reihenwiderstand (R₂₁) und einem Parallelwiderstand
(R₂₃) gebildeten Spannungsteiler dem Verstärker
(III) zugeführt wird, wobei das druckempfindliche Element,
der Thermistor und die Widerstände so gewählt sind, daß die
Ausgangsspannung in Volt gleich ist dem Kohlensäuregehalt in
Gramm pro 100 ml Flüssigkeit.
Applications Claiming Priority (1)
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