DE279780C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08C—TREATMENT OR CHEMICAL MODIFICATION OF RUBBERS
- C08C19/00—Chemical modification of rubber
- C08C19/085—Devulcanisation
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 396. GRUPPE
Bei der Polymerisation von Isopren oder seinen Homologen zu kautschukartigen Substanzen
oder bei der Nachbehandlung derartiger Produkte erhält man unter Umständen je nach
der benutzten Methode Körper, welche in Benzol ganz oder zum Teil unlöslich oder sehr schwer
löslich sind und daher anscheinend zu hohe Polymerisationsstufen darstellen. Derartige
Produkte sind nicht nur zur Herstellung von Kautschuklösungen ungeeignet, sondern zeigen
in gewissen Fällen auch sonstige Nachteile, z. B. bleiben sie oft auf der Walze, zu trocken
und lassen sich daher auf ihr schlecht verarbeiten.
Es wurde nun gefunden, daß sich derartige in Benzol nicht öder schwer lösliche synthetische
kautschukartige Substanzen in leichter lösliche bzw. quellbare und leichter zu verarbeitende
Produkte überführen lassen, wenn man sie mit organischen Säuren oder sauren Derivaten derselben, mit Ausnahme der Kern-
■ carbonsäuren oder ihrer Derivate, behandelt.
?, Die hierbei eintretenden chemischen und physikalischenVeränderungen
lassen darauf schließen, daß vielleicht Produkte von weniger hoher Molekulargröße
entstehen.
Man kann die genannten Mittel in Gegenwart oder Abwesenheit von Verdünnungs- oder
Lösungsmitteln verwenden und bei niedrigeren oder höheren Temperaturen arbeiten.
Als kautschukartige Substanzen, welche für das vorliegende Verfahren in Betracht kommen,
seien z. B. genannt die Produkte, welche durch Polymerisation von Butadienen mit Alkalimetallen
in Gegenwart von Kohlensäure oder durch Autopolymerisation (vgl. Kondakow, Journ. f. prakt. Chemie Bd. 64, S. 109/110) entstehen,
oder welche durch längeres Erhitzen der nach vorstehenden oder beliebigen anderen
Polymerisationsmethoden erhaltenen Produkte bei gewöhnlichem oder vermindertem Druck
(z. B. gemäß den Verfahren der Patente 271849 und 272399) bis zur teilweisen oder völligen Unlöslichkeit
in Benzol erhalten werden u. a.
Die nach vorliegendem Verfahren erhaltenen Produkte können gewünschtenfalls, sei es zur
völligen Entfernung -etwaiger 'Beimischungen, sei es, um ihre Eigenschaften weiter zu verändern,
nachträglich noch den in den Patenten 271849 und 272399 beschriebenen Behandlungen
unterworfen werden.
50 Teile des nach Beispiel 2 der französischen Patentschrift 459005 erhältlichen Polymerisationsprodukts
von Isopren werden mit 20 Teilen saurem weinsaurem Kalium auf der heißen Walze gemischt. Man steigert dann mittels
gespannten Dampfes die Temperatur der Walzen auf 110 bis 120 °, wobei im Verlauf einer
viertel bis halben Stunde eine weiche Masse entsteht. Diese wird auf der warmen Walze mit
schwach alkalischem Wasser ausgewaschen und getrocknet. Es entsteht ein hellgraues Fell,
welches beim Lagern an Elastizität noch gewinnt. Es ist im Gegensatz zu dem in Benzol
unlöslichen Ausgangsmaterial in Benzol teils löslich, teils quellbar geworden.
Durch weiter fortgesetzte Behandlung wird das Produkt weicher und zuletzt in Benzol voll-
ständig löslich, so daß man es in der Hand hat, jeden gewünschten Löslichkeitsgrad zu erzielen.
An Stelle von saurem weinsäurem Kalium kann man auch freie Weinsäure, Oxalsäure,
Zitronensäure, ■ Phenoxyessigsäure u. a. verwenden.
20 Teile des nach Beispiel 2 der französischen Patentschrift 459005 erhältlichen Polymerisationsproduktes
von Isopren werden mit 100 Teilen Eisessig mehrere Tage auf dem Wasserbade erwärmt. Die durchscheinend gewordene
Substanz wird vom Eisessig abfiltriert und ergibt nach dem Auswaschen auf der Walze
ein hellbernsteinfarbenes elastisches Fell.
Beispiel III.
100 Teile der nach der französischen Patentschrift 440173 aus Isopren unter Zusatz von
Carvenozonid erhältlichen und nach Beispiel 5 . des Patentes 271849 behandelten kautschukartigen
Substanz werden mit 20 Teilen Weinsäure auf der heißen Walze etwa eine halbe Stunde innig gemischt. Die entstandene weiche,
plastische Masse wird durch Waschen entsäuert und trocken gewalzt.
Das Produkt läßt sich gut vulkanisieren und gibt mit Benzol eine zähflüssige, colloidale
Lösung.
In ähnlicher Weise verfährt man mit anderen synthetischen kautschukartigen Materialien der
genannten Art.
Das nach Beispiel 2 der französischen Patentschrift 459005 erhältliche Polymerisationsprodukt
wird einige Tage über Ameisensäure von etwa 80 Prozent aufbewahrt. Das Ausgangsmaterial
ist äußerlich anscheinend unverändert, erweicht aber zum Unterschied vom Ausgangsprodukt
beim Behandeln auf der heißen Walze und liefert nach dem Auswaschen ein hellgraues
Fell.
Es ist bereits ein Verfahren bekannt, bei welchem Polymerisationsprodukte von Butadienen
mit gerbstoffartigen Körpern, also bestimmten aromatischen Kerncarbonsäuren bzw.
Derivaten solcher, behandelt werden. Durch diese Behandlung wird eine weitergehende Um-Wandlung
der Kautschuksubstanz, wodurch dieselbe z. B. eine größere Löslichkeit erhält, nicht
bewirkt, sondern es soll nur das sonst an sich schnell verharzende Material an der Luft haltbar
werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Verbesserung synthetischer kautschukartiger Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß man solche synthetische kautschukartige Substanzen, welche in Benzol ganz oder zum Teil unlöslich oder sehr schwer löslich sind, mit organischen Säuren oder sauren Derivaten derselben, mit Ausnahme der Kerncarbonsäuren oder ihrer Derivate, behandelt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE279780C true DE279780C (de) |
Family
ID=535670
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT279780D Active DE279780C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE279780C (de) |
-
0
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