DE278285C - Hygienische Fussbekleidung für Normalfüssige und Vorrichtung zur Verhütung und Beilung des Plattfusses und von Formveränderungen des Fusses aller Art - Google Patents
Hygienische Fussbekleidung für Normalfüssige und Vorrichtung zur Verhütung und Beilung des Plattfusses und von Formveränderungen des Fusses aller ArtInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- ΛΙ 278285 -KLASSE 3Od. GRUPPE
Dr. SIEGFRIED ROMICH in WIEN.
Der Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, welche die zur Aufnahme der bei
der natürlichen Beanspruchung des Fußes jeweilig, hervorgerufenen Druckkräfte mit verschieblichem
Angriffspunkt dienenden festen Organe, wie Federn, Platten 0. dgl, durcli
Zwischenorgane, wie Hebel, Gestänge, Getriebe oder Kombinationen dieser Elemente ihre Bewegung
weiterleiten zu einem das Längsgewölbe stützenden Auflagerorgan, um letzteres gegen das Längsgewölbe empoi zudrücken, so
daß einerseits der Gang Normalfüßiger federnd und elastischer gestaltet wird, anderseits
Formveränderungen des Fußes zur Heilung gebracht oder deren Entstehen verhindert
werden. Die Vorrichtung wird entweder im Schuh eingebaut, oder sie kann als selbständige
Einlage ausgestaltet werden. Die Ausgestaltung kann den individuellen Verhältnissen
angepaßt werden.
In der Zeichnung sind bloß schematische; Darstellungen einiger Ausführungsformen des
Gegenstandes der Erfindung gezeigt. Fig. 1 ist. ein Längsschnitt durch den Absatz eines
Schuhes, Fig. 2 die zugehörige Ansicht von oben. Fig. 3 zeigt eine zweite Ausführungsform im Grundriß. Fig. 4 und 5 zeigen im
Grundriß Ausbildungen der Vorrichtung,, die auch als Einlagen benutzt werden können.
Gemäß der Erfindung wird die Fußbekleidung oder die Einlage mit beweglichen Organen
ausgerüstet, welche ihre Bewegung dem auf die Organe wirkenden wandernden Druck entsprechend zu anderen Teilen des Fußes
weiterleiten, und zwar unter Verwendung von Zwischenorganen, wie Federn, Hebel, Gestänge,
Getrieben u. dgl., oder auch Kombinationen dieser einzelnen Elemente. Wird die Einrichtung
im Schuh eingebaut, so. kann man die mechanischen Übertragungsorganc
für die Druckkräfte in einem hohlen Absatz einbauen. Gemäß Fig. 1 ist im Absatz
c ein zweiarmiger Hebel g, f. mit der Achse h gelagert, der, durch den Druck der
Ferse beim Aufsetzen des Fußes betätigt, eine Feder b mit seinem Lastarm f gegen das Längsgewölbe
des Fußes drückt.
Auf dem Hohlabsatz ruht die durchlochte Führungsplatte ei, über welcher die Fersenplatte
e aufliegt, die mit dem-Stift i auf den
Lastarm einwirkt und eine vertikale oder zur Vertikalen geneigte Bewegung ausführen kann.
Die Bewegung der Platte kann durch eine Feder gedämpft werden. In Verbindung mit
dem Hohlabsatz steht die Stützplatte a, über welcher die gespannte Feder b angeordnet ist,
die am vorderen Ende der Stützplatte, einen Stützpunkt hat und deren Spannung durch
\ die Regelungsschraube r einstellbar ist.
! Beim Aufsetzen des Fußes wird durch Ver-
mittlung des zweiarmigen Hebels die Feder b in erhöhte Spannung gebracht und ihre Wölbung
angehoben, während mit dem Vorrücken des Schwerpunktes gegen das vordere Fußende
das Körpergewicht derart einwirkt, daß es zu einer Hebung der Fersenplatte kommt.
Zur Regelung und feinsten Abstufung der Wirkung des Systems kann das vordere Ende
der Feder b leicht einstellbar sein; ferner
ίο dient hierzu die Regelungsschraube r sowie
z. B. ein leicht auswechselbarerem der Längsrichtung verstellbarer Stift i und eine Änderbarkeit
der Hebelarmlängen. Auf der Feder b ruht eine Sohleneinlage frei aufliegend oder
fest mit der Feder verbunden, und zur Verminderung der Reibung der Ferse kann die
Platte e mit einem Fersenaufbau ausgerüstet werden. Zur Verhütung und Heilung verschiedener
Arten von Fußmißbildungen kann die Feder b in jeder beliebigen Längsrichtung
angebracht sein. Es können auch Federnpaare zur Anwendung kommen. Auch die Breite
der Feder kann dem Einzelfall entsprechend gewählt werden. Als Federn kann Stahl,
Holz, Fischbein oder irgendein künstlich hergestelltes Material benutzt werden. Zur Verringerung
des Gewichtes können die Federn Ausnehmungen besitzen.
Durch alle die bisherigen mehr oder minder starren Plattfußeinlagen ist es nur möglich,
den.Fuß fest in einer halbwegs korrigierten Stellung fixiert zu halten, während durch das
gemäß vorliegender Erfindung verwendete Federn- und Hebelsystem das Fußgewölbe nicht
nur eine federnde Unterstützung findet, sondern auch eine rhythmische, dem natürlichen
Gangmechanismus angepaßte Entspannung des Bandapparates hervorruft, so daß eine bei jedem
Schritt sich wiederholende Korrektur des Plattfußes erreicht wird, ein Vorgang, der sich
als selbsttätige Mechanotherapie des Plattfußes bezeichnen läßt.
Die Umkehrung dieses Systems findet bei Behandlung des Klumpfußes Anwendung. Als
Ausgestaltung zu der beschriebenen Einrichtung wird zur gleichzeitigen Behandlung eines
bestehenden vorderen Querplattfußes die Einrichtung derart eingebaut, daß sich an die
Längsgewölbe-Stützfeder α eine quergestellte Stützplatte % anschließt (Fig. 3). Auf dieser
ruht eine im Stützpunkt I fixierte Feder Z)1,
deren zweites Ende an dem Hebelarm β anliegt, welcher mit dem Hebelarm γ einen um
die vertikale Achse α drehbaren Winkelhebel darstellt.
Das vordere Quergewölbe steht nun unter dem Druck der Feder. Beim Abstoßen des
Fußes in dem Zeitpunkt, in dem das ganze Körpergewicht auf der Feder lastet, wird
die letztere, da ihr Ende in I festgelegt ist, nach dorthin, wo der geringe Widerstand ist,
ausweichen und durch Vermittlung des Winkelhebels die Feder b in erhöhte Spannung
bringen. Es wird daher neben der Unterstützung des vorderen Quergewölbes gleichzeitig
ein federndes Abstoßen erzielt und ferner durch Anspannung der Feder b eine
Hebung des Längsgewölbes und eine den natürlichen Gang unterstützende Bewegung bezweckt.
Bei der Hauptbeteiligung des vorderen Quergewölbes und des Längsgewölbes, wobei die
Valgidität und Varidität des Gesamtfußes nicht ausgeprägt ist und mithin keiner Behandlung
bedarf, wird eine Vorrichtung ahnlieh dem in Fig. 3 beschriebenen System verwendet,
bei der die Feder b an ihrem hinteren Ende festgelegt ist und der Hohlabsatz
mit dem Hebelsystem keine Anwendung findet.
Gemäß der Ausführungsform nach Fig. 4 ist auf einer Stützplatte α die mit den Enden
festgelegte Feder angeordnet, welche zwei Bögen J1, b2 bildet und bei t (Fig. 4) in einer
Führung läuft. Durch Auftreten der Ferse auf den Federteil 52 erfolgt ein Einsinken
desselben und eine Hebung von S1 und beim
Einsinken des das Längsgewölbe stützenden Federteils S1 ein Heben von b2. Die Anordnung
von Federpaaren verursacht eine Additionswirkung, weil sich der eine Teil senkt,
der andere hebt. Die beiden Federn bv b (Fig. 5) können auch getrennt, z. B. parallel,
gelagert sein und durch Übertragungsorgane gekuppelt werden, z. B. nach Fig. 5 durch
einen zweiarmigen (geraden oder winkeligen) Hebel, der in der horizontalen Ebene liegt
und um eine vertikale Achse A1 schwingt. Die Achse kann verstellbar sein, um durch
Änderung der Hebelarmlängen die Wirkung leicht zu regeln. Die Feder b kann auch
unterhalb der Stützplatte α liegen. Es wird dann auch der Hebel g2 und das rückwärtige
Ende der Längsgewölbefeder unter die Platte verlegt. Die Ferse kann nach Art der Einrichtung
gemäß Fig. 1 auf einer Fersenplatte ruhen, welche vertikale oder Schwingbewegungen
vollführt. Die Vorrichtung, insbesondere die Ausführungsarten nach Fig. 4 und 5, können als flache, für jeden Schuh benutzbare
Einlagesohlen Verwendung finden, und eine vom Schuhwerk unabhängige Einrichtung bilden.
Claims (7)
- Patent-Ansprüche:i. Hygienische Fußbekleidung für Normalfüßige und Vorrichtung zur Verhütung und Heilung des Plattfußes und von Formveränderungen des Fußes aller Art, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Aufnahme der bei der natürlichen Beanspru-chung des Fußes jeweilig hervorgerufenen Druckkräfte mit verschieblichem Angriffspunkt dienenden festen Organe (z. B. Federn, Platten u. dgl.) durch Zwischen-5 organe (wie Gestänge, Hebel, Getriebe oder Kombinationen dieser Elemente) ihre Bewegung weiterleiten zu einem der Längsgewölbe stützenden Auflagerorgan, um letzteres gegen das Längsgewölbe emporzudrücken.
- 2. Ausführungsform der Fußbekleidung oder Einlage nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein unter dem Druck der Ferse stehendes Organ, das verstellbar eingerichtet ist, die elastische Stütze für das Längsgewölbe des Fußes bildet und als mit wechselnder Stärke arbeitendes Druckorgan für den Fuß ausgebildet ist.
- 3. Ausführungsform der Fußbekleidung oder Einlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an die elastische . Stütze für das Längsgewölbe eine unter dem Quergewölbe des Fußes angeordnete bewegliche Feder derart angeschlossen ist, daß beim Niederdrücken der letzteren ein Heben der Längsgewölbestütze erfolgt.
- 4. Ausführungsform der Fußbekleidung oder Einlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsgewölbefeder im vorderen Teil auf einer (als Sehne oder Stützplatte ausgebildeten) Grundplatte befestigt ist, über welcher sich eine mit einem Ende befestigte zweite Feder befindet, die, durch den Fersendruck bewegt, ein Heben der ersteren bewirkt.
- 5. Ausführungsform der Fußbekleidung oder Einlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Übertragung der Druckkräfte dienende Feder im vorderen und rückwärtigen Teil Widerlager oder Befestigungspunkte auf der Grundplatte besitzt und zwei Wölbungen aufweist.
- 6. Ausführungsform der Fußbekleidung oder Einlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckkräfte von einer im Innern des Schuhes angeordneten oder außerhalb befindlichen Platte aufgenommen werden, welche vertikal beweglich ist oder eine zur Vertikalen geneigte Bewegung vollführt, welche letztere gegebenenfalls auch gleichzeitig mit einer Vertikalbewegung erfolgen kann.
- 7. Ausführungsform der Fußbekleidung oder Einlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der Bewegung der Fersenplatte durch einen zweiarmigen, in horizontaler Ebene schwingenden oder durch einen um eine horihorizontale Achse schwingenden und gegebenenfalls im Sohlenabsatz eingebauten zweiarmigen Hebel erfolgt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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