KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE -4: Beleuchtungsgegenstände.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. September 1883 ab.
Im wesentlichen besteht dieser Verschlufs aus einem Winkelstück a, Fig. 1, welches mit dem
Oelbehälter D fest verbunden ist. Ueber diesem Winkelstück befindet sich der Arretirer b, welcher
mit α durch einen Bolzen d verbunden ist und in horizontaler Ebene gedreht werden kann.
Auf der einen Seite besitzt b eine Aussparung, die sich in ihrer Form den Zähnen anschliefst,
welche sich am Umfange des Schraubenmutterstückes E befinden; auf der entgegengesetzten
Seite hat der Arretirer eine konische Bohrung, welche in den Stellungen Fig. 1 bis 3 genau
auf die ebenfalls konische Bohrung des Winkelstückes α pafst. Der Obertheil des Arretirers
überragt die konische Bohrung zur Hälfte, hat aber in dem überragenden Theil wieder eine
Aussparung k, welche mit ihrer Breite die Durchschnittsfläche der konischen Bohrung an
Gröfse übertrifft.
Nimmt der Arretirer die in Fig. 4 gezeichnete Stellung ein, so kann die Lampe durch Zurückdrehen
der den Sicherheitsaufsatz befestigenden Schraubenmutter E leicht geöffnet werden. Soll
dagegen die Lampe fest geschlossen werden, so dreht man den Arretirer aus der durch Fig. 4
dargestellten Lage so weit zurück, bis sich seine konische Bohrung mit der des Winkelschenkels a,
Fig. 2, deckt und seine Aussparung einen der an der Mutter E befindlichen Zähne umgreift.
In dieser Lage hindert der Arretirer' die Lösung der Schraubenmutter E, und es wird, um
ihn fest darin zu erhalten, von unten her ein entsprechend geformter Niet durch die auf einander
passenden konischen Bohrungen gesteckt. Den über die konische Bohrung heraustretenden
Theil des Nietes prefst man nun durch einen horizontal gegen den Niet gesetzten Stempel in
die Aussparung k des Arretirers, welche, wie erwähnt, die Stärke des Nietes an Breite übertrifft.
Indem der Niet nun mit seinem oberen Theil die bezeichnete Aussparung k ausfüllt, erhält
sein Kopf eine verbreiterte Form, welche ein Herausfallen des Nietes nach unten hin
unmöglich macht. Anderentheils hindert die konische Form des Nietschaftes ein Heraustreten
des Nietes in der Richtung nach aufwärts. In den Fig. 1 und 3 ist die Plombirung als ausgeführt
dargestellt, während in Fig. 2 und 4 der Niet als weggedacht erscheint. Vorausgesetzt
ist hierbei, dafs der zu benutzende Niet aus einem weichen Material besteht, welches
ein Plombiren in der angegebenen Weise gestattet. Die Lampe kann nicht anders geöffnet
werden als dadurch, dafs man den durch Pressung erzeugten Nietkopf vom unteren Schafttheil
trennt.
Der wesentlichste Vortheil dieses Verschlusses liegt in der Sicherheit gegen Fälschung. Es ist
hier das unerlaubte Einziehen eines Nietes dadurch erschwert, dafs die seitliche Einpressung
des Nietes mit Schwierigkeiten verknüpft ist und zu ihrer Herstellung dem Bergmann das erforderliche
Handwerkszeug in der Grube unzugänglicher ist.
Patenτ-Anspruch:
Die Anordnung eines Arretirers b, welcher, um einen Bolzen d drehbar, mit dem am Oelbehälter
der Sicherheitslampe befindlichen Theile a verbunden ist und eine Aussparung besitzt, in
welche bei Schlufs der Lampe der Kopf des schliefsenden Nietes geprefst wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.