DE2660331C2 - Halogenhaltige Polymerisate und Copolymerisate - Google Patents

Halogenhaltige Polymerisate und Copolymerisate

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DE2660331C2
DE2660331C2 DE19762660331 DE2660331A DE2660331C2 DE 2660331 C2 DE2660331 C2 DE 2660331C2 DE 19762660331 DE19762660331 DE 19762660331 DE 2660331 A DE2660331 A DE 2660331A DE 2660331 C2 DE2660331 C2 DE 2660331C2
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Georg Dipl.-Chem. Dr. 5205 St Augustin Blumenfeld
Egon-Norbert Dipl.-Chem. Dr. 5206 Neunkirchen-Seelscheid Petersen
Hermann Dipl.-Chem. Dr. 5203 Much Richtzenhain
Wilhelm Dipl.-Chem. Dr. 5000 Köln Vogt
Norbert Dipl.-Chem. Dr. 5210 Troisdorf Vollkommer
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    • C08F20/10Esters
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Description

enthaltend Grundbausteine der Strukturcinhcit
H,C O
R-C-C-O-CH2
O CH2
Il I
CH2—O — C — C — R
(2)
worin R = ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe und X = Chlor- oder Bromalome bedeuten.
2. Verfahren zur Herstellung von Polymerisaten und Copolymerisate!) der Formel 2 nach Verfahrensweisen der radikalischcn Polymerisation von äthylenisch ungesättigten Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß Monomere der Formel (!). gegebenenfalls mit weiteren älhylenisch ungesättigten Monomeren und gegebenenfalls nach Formgebung, polymerisiert werden.
jo 3. Verfahren nach Anspruch 2. dadurch gekennzeichnet, daß die Monomeren der Formel (1) unmittelbar
vor der Polymerisation ;ius Alkalisalzen der Acryl- oder Methacrylsäure und 'M'-Bis-chlormeihylociahalogenidphenyläiher gebildet werden, und diese Zwischenprodukte ohne Isolierung oder Reinigung polymerisiert werden.
4. Verwendung von Polymerisaten und Copolymerisate*!) nach Anspruch I als Flammschutzmittel für
j-, Kunststoffe oder als fhiniiugeschiuzte Kunststoffe.
Es ist allgemein üblich. Kunststoffe dadurch schwer entflammbar oder unbrennbar zu machen, daß man ihnen während ihrer Verarbeitung flammhemmcndc Substanzen zusetzt. In der Regel werden hierzu Stoffe verwendet, die mit den organischen Polymeren, die die Kunststoffe darstellen, keinerlei chemische Verwandtschaft besitzen, z. B. halogenhaltige oder auch phosphor- und stickstoffhaltige organische oder anorganische niedermolekulare Substanzen oder Gemische solcher Verbindungen mit Meialloxidcn. die sich mitunter gegenseitig in ihrer flammhemmenden Wirkung verstärken. Solche Zusätze zu Kunststoffen haben neben ihrer flammhemmenden Wirkung stets noch Nebenwirkungen, die in der Regel unerwünscht sind, weil sie die charakteristischen Eigenschaften der Kunststoffe nachteilig verändern und ihre Anwendbarkeit einschränken. So wirken fiammhcmmcnde Stoffe, die dem Kunststoff in Pulverform zugesetzt werden und als Pulver erhalten bleiben oder wieder als eigene Phase ausgeschieden werden, zumeist nicht nur in der gewünschten flammhemmenden Weise, sondern darüber hinaus als Füllstoffe, die die mechanischen Eigenschaften verhindern, in der Regel versprödend wirken und die Reißdehnung und Schlagzähigkeit verschlechtern.
In fast allen Fällen neigen die zugemischlcn Flammschutzmittel mehr oder weniger stark dazu, aus dem Kunststoff wieder her;iuszudiffundieren. Durch dieses sogenannte Auskreiden wird nicht nur die Unbrcnnbarkeit der Kunststoffe nach und nach wieder aufgehoben, sondern für viele Anwcndiingszwcckc sind solche flammfesl ausgerüsteten Kunststoffe nicht verwendbar, beispielsweise für den Bau elektrischer Anlagen und Aggregate.
Gegenstand der Erfindung sind Polymerisate und Copolymerisate auf der Grundlage der ungesättigten Bisester nach Formel
CH2=C-C-O-CH
(1)
enthüllend (irundhjusieine der Slriiklureinheit
I Il
R-C—C-O-CH2
CH,-Ο —C —C —R
worin R = ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe und X = Chlor- oder Bromatome bedeuten.
Die Stoffe gemäß der Erfindung enthalten, verteilt auf beide aromatische Ringe, ganz bevorzugt acht HaIogensubstituenten, wobei nur Brom- oder nur Chlorsubsiiiuenten oder gemischte Brom- wie auch Chlorsubstituenten möglich ist Für die Synthese von Flammschutzmitteln sind neben Bromsubstituenten an den aromatischen Kernen vielfach Gemische sehr zweckmäßig, in denen 6 bis 8, insbesondere 7 bis 8 Bromsubstituenten und 2 bis 0, insbesondere I bis 0, Chlorsubstiluenien vorhanden sind. Es ist möglich, daß weniger als acht Halogensubstituenten je Molekül vorhanden sind, beispielsweise /wischen 7 und 8. jeduch ist dies nicht bevorzugt.
Die Herstellung der ungesättigten Ester gelingt durch Umsetzung von «M'-Bischlormethyl-octachlordiphenyiäther oder von ^'-Bischlormethyl-octabromdiphenyläther mit den Alkalisalzen der Acrylsäure bzw. Methacrylsäure in polaren, mit Wasser zumindest in geringem Umfang mischbaren Lösungsmitteln.
Die so hergestellten monomeren Bisacrylate bzw. Bismethacrylaie befinden sich nach der Umsetzung mit Ausnahme des Alkatithiorids sowie geringer, bereits durch Polymerisation vernetzter Anteile der Bisacrylate oder Bis-meinacrylaie in Lösung. Durch Filtration üder Zentrifugieren kann von den ungelösten Produkten abgetrennt werden. Beim Abkühlen des Filtrats kristallisieren in der Regel die Bisester der Formel (I) mit R=H in hohen Ausbeuten und ausreichender Reinheit aus. Sie werden abgetrennt, mit Wasser chloridfrei gewaschen und vorzugsweise bei Raumtemperatur getrocknet. Zur Isolierung des Esters kann auch die Reaktionslösung, vorzugsweise nach Abtrennen der iti der Hitze ungelösten Anteile, in Wasser eingegossen und auf diese Weise die Reaktionsprodukte ausgefällt werden. Eine solche Arbeitsweise empfiehlt sich bei den etwas träger und unvollständiger auskristallisiercnden Bismethacrylcstern.
Die halogenhaltigen ungesättigten Bisester der Formel (I) können vernetzend polymerisiert werden oder als Comonomere bzw. als reaktive Vernetzer ungesättigter, copolymerisierbarer Verbindungen eingesetzt werden.
Infolge der Mehrfunktionalität der ungesättigten Bisester der Strukturformel (I) werden hierbei vernetzte, unlösliche Homopolymerisate oder auch Copolymerisate erhalten. Der Polymcrisationsmechanismus sowohl für die Homo- als auch für die Copolymerisation ist vorzugsweise radikalisch, obwohl auch eine anionische Polymerisationsauslösung gelingt. Als Radikalbildner können organische oder anorganische Peroxide oder aliphatische Azoverbindungen verwendet werden. Bevorzugt eingesetzt werden Dibenzoylperoxid, Dicumylperoxid oder js Kaliumperoxidisulfai sowie Azodiisobuttersäurenitril. Die Radikalbildner können hierbei thermisch, durch energiereiche Strahlung oder durch eine Redoxrcakiion zum Zerfall angeregt werden. Die üblichen Polymerisationstemperaturen, im allgemeinen im Bereich von 0 bis 150°C, kommen in Frage. Auch eine rein thermische Polymerisationsauslösung ohne Initiatorzusatz ist möglich.
Als Comonomere zur Herstellung der Copolymerisate sind mit den ungesättigten Bisestern der Formel (1) copolymerisierbare, äthylenisch ungesättigte Monomere, insbesondere Styrol, Acrylnitril, Acrylsäureester und Methacrylsäureester mit bevorzugt 1 bis 6 C-Atomen im Alkoholrest, unsubstituierte und chlor- oder bromsubstituierte Benzylacrylate und -methacrylate, unsubsiiluierte uad chlor- oder bromsubstituierte Xylylenbisacrylate oder -bismethacrylatc. Butadien und Isopren. Funiar- und Maleinsäure bzw. deren Anhydrid, deren Ester sowie gegebenenfalls auch Vinylchlorid, Vinylidenchlorid und andere geeignet. Die Polymerisation mehrerer Comonomerer zu Tcrpolymeren ist hierbei ebenfalls möglich. Bevorzugte Comonomere sind Styrol, Acrylsäure- und Methacrylsäureester sowie Ester und Polyester der Fumar- und Maleinsäure. Bei letzteren handelt es sich um die Härtung der styrolischen Lösungen ungesättigter Polyesterharze auf der Grundlage von Diolkomponenten wie Äthylenglykol oder Neopentylglykol, ungesättigten Säurekomponenten wie Fumar- oder Maleinsäure sowie gegebenenfalls zusätzlicher gesättigter Dicarbonsäurekomponentcn, wobei in die vernetzende Copolymerisation der Fumar- oder Malcinesterdoppclbindungen mit Styrol auch die ungesättigten Bisester der Formel (1) miteinbezogen werden.
Die Polymerisation der Biseslerder Formel (1) und clic Copolymerisation mit den vorgenannten Monomeren kann in Substanz, in Lösungen oder in Suspension vorgenommen werden.
Da die Homo- oder Copolymerisation in Substanz zu vernetzten, unschmelzbaren Produkten führt, wird sie zweckmäßigerweise nach Formgebung vorgenommen.
Bei der Homo- oder Copolymerisation in Lösung können je nach der Natur des Lösungsmittels, und im letzteren Fall des Comonomeren, entweder lösungsmittelfreie, pulverförmig« Produkte oder lösungsmittelhaltige, gequollene Polymerisatgele erhalten werden.
Sollen durch Auspolymerisiercn vernetzte Bis(mcih)acrylate hergestellt werden, so ist es nicht notwendig, die eo Synthese der Monomeren der Strukturformel (I) aus Acryl- oder Methacrylsäure und 4,4'-Bischlormethylocta· halogendiphcnylälher von der anschließenden vernetzenden radikalischen Polymerisation apparativ zu trennen; sowohl die Kondensalionsreaklion zur F.stcrbindung als auch die Polymerisation können in einer »Eintopfreaktion« ohne Isolierung oder Reinigung des Zwischenprodukts der Formel (I) durchgeführt werden. Das vernetzte Polymerisat, welches unlöslich ausfällt, wird abgesaugt, mit organischem Lösungsmittel nachgewaschen, mit b5 Wasser chloridfrei gewaschen und getrocknet.
Es ist sehr bemerkenswert, daß demnach die I lcrstcllung der vernetzten Polymerisate direkt aus der Bischlormclhylverbindung in einem einzigen Verfahrensgang möglich ist. indem das Monomere in seiner Lösung
ys. lediglich mit dem Polymerisationsinitiator und gegebenenfalls einem Lösungsmittel versetzt und weiter erwärmt
i|;.' wird. Hierbei stören also Begleitstoffe der Herstellung der Monomeren nicht und auch Reste von Chlormethyl·
■Äi gruppen sind ohne Einfluß.
K Die so hergestellten Polymeren haben — entgegen der Erwartung — ein nicht vermindertes Moiekular-
'f; 5 gewicht und dasselbe Eigenschaftsbild wie die aus isolierten und gereinigten Bisacrylatestern bzw. Bismethacry-
jj| latestern hergestellten Polymeren.
gf Der Vorteil der erfindungsgemäßen Verwendung der Flammfestausrüslung liegt darin, daß das Flammschutz-
E? mittel durch Copolymerisation, daher dadurch homöopolare Bindung, mit den Kunststoffen verbunden ist, was
sf ei" Auskreiden unmöglich macht. Weiterhin tritt, da das Flammschutzmittel keinen Füllstoffcharakier besitzt,
:?' l0 keine Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften auf; es werden im Gegensatz hierzu bemerkenswerte
|¥ Verbesserungen insbesondere der Wärmeformbeständigkeit und der Zugfestigkeit erzielt.
fi Die vernetzten Polymerisate oder Copolymerisate der bromhaltigen Bisacryl- oder Bismethacrylester der
υ Formel (2) weisen eine für bromierte organische Verbindungen ungewöhnlich hohe thermische Stabilität auf,
.": welche eine problemlose Verarbeitung bzw. einen befristeten Einsatz der erfindungsgemäßen Polymerisate bei
k\ 15 Temperaturen bis 320 bzw. bis 280°C ohne Gefahr der Zersetzung oder thermischen Schädigung gestattet.
Λ Die Verarbeitungs- und Einsatztemperaturen der Polymerisate und Copolymerisate liegen somit in vorteilhafter Weise über den Verarbeitungstemperaturen zahlreicher Kunststoffe, so daß für flammgeschützte Kunststoffe solche Temperaturbereiche erschlossen werden, welche durch Kunststoffe mit Zusatz konventioneller Flammschutzmittel nicht oder nur schwierig zugängig sind.
Die Bisacrylate und Bismethacrylate der Formel (1) stellen auch interessante Komponenten für wärmehärtbare (radialisch vernetzbare) Harze dar. Hierbei ist es möglich, die Bisesler nach Form-cbung in Substanz auszuhärten oder auch anderen AcrySaten, Mcthacrylatcn oder Bis(meih) acrylaien als reaktive Vernelzungskomponente zi zumischen.
Die ungesättigten Bisester der Formel (1) können auch bevorzugt als Vernelzungskomponente ungesättigter Polyesterharze dienen. Bei der Härtung reagieren die Maleinat- bzw. Fumaraldoppelbindungen des UP-Harzes mit den Doppelbindungen des Styrols sowie den Doppelbindungen der ungesättigten Bisester unter vernetzender radikalischer Copolymerisation. Durch die Einbeziehung der Verbindungen der Formel (1) in den Vernetzungsvorgang werden wertvolle Eigenschaftsverbesserungen er/.iclt. insbesondere der Wärmeformbeständigkeit und der Zugfestigkeit, wobei überraschenderweise Schlag- und Kerbschlagzähigkcit erhalten bleiben.
Es können auch styrolfreie ungesättigte Polyesterharze mit den ungesättigten Bisestern ausgehärtet werden, beispielsweise auf dem Einsatzgebiet der Preßmassen.
Homopolymerisate sowie Copolymerisate mit hohen Anteilen von Stoffen der Formel (1) im Bereich von 40 bis 99,9%, bevorzugt 70 bis 99,9 Gew.-%, können als polymere Flammschutzmittel Verwendung finden, wobei durch die Unlöslichkeil sehr vorteilhaft die allmähliche Entfernung der Flammschutzmittel durch Lösungsmittelextraktion oder Migration verhindert ist.
Ebenso ist der Zusatz der Polymeren der Formel 2, insbesondere solcher mit 40 bis 70, bevorzugt 50 bis 70 Gew.-% Brom, zu weiteren Polymeren als Flammschutzmittel möglich, wobei 5 bis 25 Gew.-% Zusatz, gegebenenfalls mit zusätzlichen Mengen Sb2Oj, zweckmäßig ist.
Beispiel!
In einem mit Rührer, Rückflußkühler und Gaseinlei.ungsrohr versehenen Reaktionsgefäß werden 22,7 g (0,315 Mol) Acrylsäure und 0.15 g Hydrochinon (letzteres, um in der Kodensationsstufe eine vorzeitige vernetzende Polymerisation zu verhindern) in 300 ml N-Mcihylpyrrolidon gelöst und unter Rühren eine 50%ige
wäßrige Lösung von 12 g Natriumhydroxid (0,3 Mol) zugefügt. Dann werden 130 g (0.145 Mol) 4,4'-Bischlormetnyloctabromdiphenyläther eingerührt und für 2 Stunden auf I I0"C erhitzt. Zur vernetzenden Polymerisation wird mit 150 ml Methylglykol verdünnt und nach Zusatz von 3 g Dicumylpcroxid als Radikalbildner unter Überleiten eines schwachen Stickstoffstromes auf I35"C Badtempcratur erhitzt. Es entsteht eine Dispersion des ausfallenden vernetzten Polymeren. Nach 2 Stunden wird die Badlcmperatur auf 1400C erhöht, nach einer
weiteren Stunde auf 150°C und 1,5 Stunden bei I5O°C belassen. Das vernetzte Bisacrylal wird abgesaugt, mit Wasser chloridfrei gewaschen und im Trockenschrank bei ansteigender Temperatur bis 160°C getrocknet. Es werden 135 g vernetztes. unlösliches und unschmelzbares, pulverförmiges, farbloses Polymerisat erhalten. Der elementaranalytisch bestimmte Bromanteil beträgt 63.5% der Chloruntcil 1,2%.
Durch IR-Analyse sind keine Acrylester-Doppclbindrng^i mehr nachweisbar.
Auf der Thermowaage (Luft, Heizratc 8"C7min) zeigt das vernci/ie Produkt nachstehende Gewichtsverluste· I % bei 309°C, 5% bei 327°C und 10% bei 334UC.
Beispiel 2
In einem Reaktionsgefäß wie in Beispiel 1 werden 44,7 g (0,52 Mol) Methacrylsäure und 0,2 g Hydrochinon (zur Verhinderung einer vorzeitigen vernetzenden Polymerisation in der Kondcnsationsslufe) in 300 ml Mclhyl· glykol gelöst und der Lösung unter Rühren die 50%ige wäßrige Losung von 20.4 g (0,51 Mo!) Natriumhydroxid langsam zugefügt. Dann werden 135,7 g (0,25 Mol) 4,4'-Bisehlornielhyloclachloridphcnyläther eingetragen, die Temperatur auf 110"C eingestellt und 1,5 Stunden reagieren lassen.
hj Unter Überleiten eines schwachen Stickstoffstromcs werden 2,5 g Dict'vnylpcroxid als Pdymerisationsiniliator zugefügt und die Badtempcratur auf 1 J5"C erhöht. Ls entsteht eine Dispersion des ausfallenden vernetzten Polymeren. Nach 4.5 Stunden Vernetzungsdauer wird abgebrochen, das vernetzte IVisniethaeryl.it abgesaugt, mit Wasser chloriüfrei gewaschen und biszurGewichtskonsian/ bis IW)C getrocknet.
Ι·Λ werden lr>2g eines verncl/len, unlöslichen und iinschinclzbaren pulverförmiger!. Unblosen l'ulvmensals erhallen. Dci Chlorantcil beträgl 44"/».
Durch IK-Analyse sind keine Methaerylcsler-I )oppelbindungcn mehr nachweisbar.
Auf deiThermowaage(l.uflaimosphäre: llei/raie 8 C/min) zeigt das vernei/ie Bismeihacrvlai nachsiehende Gewichtsverluste: I «/..bei 514 C; 5% bei J29 C und 10% bei Ml C.
»ei spie I 3
Kinc Mischung aus H)Og pXyllylenbisaeivlal (Γρ. - 72 — 7") C), 1JOg IVtiiichloi -mxvklenbismethacrslat (Γρ. = 83"C) und 23g des Bisacrylals der Tunnel (1) mit X = Brom (Ip - 14h—IhO C) wird /usammen aufgeschmolzen, mit 1.5 Gew.-"/« Dicumvlpen>\id als llärtungskatalysaior versetzt und in Formen gegossen.
Bei I2O"C wird 2SiuiKlen lang gchäriei und 2 Siunden bei 140 C nachgehärict. Fs werden transparente, nahe/u farblose 4 mm bzw. 2 mm dicke !'lallen hergestellt.
Die 4-mm !'latte besitz! eine Schlagzähigkeii von b.2K|/m' und eine Wärmelormbesiändigkeit von 97 C (Maricns) bzw. I I3"C" nach ISO/R 75: A. Inlernalional Standardisation Organisation. Die 2-mm-Platte erweist sich im UL/94-Tesl als selbslverlöschend mil der Charakterisierung: VO.d. h. dem besten Wen.
Zum Vergleich zeigt eine aus einer Gieliharzmisehung. bestehend aus 125 g p-Xylylenbisacrylat und 50 g Tetrachlor-m-xylylenbisacrylat nach der gleichen Verfahrensweise hergestellte 4-mm-Plalte eine Schlagzähigkeit von 5.0 Kl/m- und eine Warmeformbesli'mdigkeit von 89"C (Marlens) bzw. 99 C (ISO R 75: A). Kin 2 mm dicker Gießling ergab im 111794-Tesi den W.mi »nicht besianden«.
Beispiel 4
IiOg Tetrachlor-p xylyienbisacrylal (Fp = I lh— 117'C) iiiul 50 g des Bisaciylesters der Formel (I) mit X = Brom (Fp = 14b— 160"C) werden zusammen in 200 ml Styrol gelöst. Nach Zusatz von 2 Gew.-1Vu Dibenzoylperoxid-Paste (50%ig) wird die Harzlösung in Iormen gegossen und 4 Stunden bei 80 C gehärtet sowie anschließend 4 Stunden bei 135 'C naehgehäriet.
Eine 4-mm-Platte besitzt eine Biegefestigkeit von 108 N/mm-', eine Schlagzähigkeit von 7.3 K|/m" und eine Wärmeformbeständigkeil von 106°C (Martens).
F.ine 2-mm- Platte erweist sich im L) 1794 Tesi als selbst verlöschend ( harakierisierung: VO.
Beispiel 5
In 75 g destilliertem Methylmethacrylai werden 2.5 g Bismethacrylcsier der Formel (I) gelost, 0.5 g AzodiisobuttersHiircniiril als Polymerisationsinhilialor hinzugefügt und das flüssige Monomergeniiseh in Formen gegossen. Bei 55'C im Wärmesehrank wird die vernetzende Copolymerisation in Gang gebracht. Sobald eine Viskositätserhöhung des Formeninhaits registriert wird, weiden die Formen in ein thermostaiisieiies Wasserbad gestellt und innerhalb von 48 Stunden bei 4O11C" ausgehärtet. Fs wird I Siunde bei bO"C. I Mumie bei 8(f C und 2 Stunden bei 120"C naehgehäriet.
Nach der Fntformung werden 4 mm dicke transparente, wasserhelle Platten erhallen mit nachstehendem F.igL-nschaftsbild:
Biegefestigkeit Zugfestigkeit Schlagzähigkeit Vicat-Temp.
Wärmeformbesiändigkcii nach Marlens Nach ISO/R 75: A
Zum Vergleich besitz: eine nach der gleichen Verfahrensweise hergestellte Platte aus Methylmethacrylat-Homopolymerisat nachstehendes F.igcnschaflsbild:
Biegefestigkeit 12b N/mmJ
Zugfestigkeil 7b N/mm-' 5ί
Schlagzähigkeit Il K)Zm-
Vicat-Temp. 114= C
Wärmeformbesiändigkcii
nach Martens 92 C
Nach ISO/R 75: A 101' C cu
Die unier Mitverwendung des Bismethacrylesters als Vernelzungskomponente hergestellte 4-mm-Platte ist im Handversuch (Bunsenbrenner) auch nach mehrmaligem Anzünden selbstverlöschend (innerhalb von 5 Sekunden ohne Abtropfen).
B c i ν ρ i c I 6
Ein ungesättigtes Polyesterharz auf der Grundlage von 0.5 Mol Älhylenglykol, 0.5 Mol Neopentylglykol. 0,4 Mol Phthalsäureanhydrid und 0.6 Mol Fumarsäure mit einem gclchromatographiseh bestimmten Molgewicht
113 N'mm
Qf^ 1 M/mm-'
6.7 K)Zm-
121 C
112 C
123 C
/V/(./'( = 2800 wird zu 50 Gew.-Teilen in 50 Gew.-Teilen Styrol gelöst. In der slyrolisclicn Lösung wird der Bisacrylester der Formel (I) mil X = Brom in Mengen von IO und 20 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge, gelöst.
Nach dem Aushärten (Kulthärtung mit 2 Gew.-"/« Diben/oylperoxkl-PaMc 50%ig) + 0,2 Vol.-% Dimcthylanilinlösung (10%ig in Styrol) bei 50 C und Nachhärten bei I 35 C für 4 Stunden, werden transparente, nahezu farblose 4-mm-Platten mit nachstehenden hügensehaften erhalten, /um Vergleich sind die Werte der ausgehärteten, styrolisehen UP-Harzlösungenohne Bisacrylestet-Ziisal/ mit aufgeführt.
Zugfestigkeit. N/mm-Kugeldruckharte. 30 see. N/inm-' Sehlag/ähigkeit. K J/ni-Wärmefurnibeständigkeii nach Martens. "C nach ISOR 75; Λ. C
III'-Mar/
ohne ZuMil/
41
148
5.8
Ul'-Iliir/ BissicrylcMcr
90/10 «0/20
48 158
6.1 109 122
57 Ib7
5.5 117 129
Durch den Zusatz des Bisacrvlesters urhöhl sich die Zugfestigkeit. Kugeldruckhärte und Wärmeformbesiän- :ii digkeit des ausgehärteten I)I'-11 ar/es, ohne daiutie Schiag/ahigkeit abnimmt.
Werden in die mit dem Bisacrylester versetzten IHM lar/lösungcn vor der Aushärtung 5% bzw. 7 Gcv>.-% Antimontiioxid eingerührt, so werden im IM. -Test selbst verlöschende Gießlinge erhalten; ( haraklerisicriinj.' VO nachdem UI./9

Claims (1)

Patentansprüche:
1. Polymerisate und Copolymerisate auf der Grundlage der ungesättigten Bisestcr nach Formel
O O
CH2-O-C-C = CH2
(D
X4
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