DE265253C - - Google Patents

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DE265253C
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10BORGANS, HARMONIUMS OR SIMILAR WIND MUSICAL INSTRUMENTS WITH ASSOCIATED BLOWING APPARATUS
    • G10B3/00Details or accessories
    • G10B3/08Pipes, e.g. open pipes, reed pipes

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
265253.-KLASSE 51 a. GRUPPB
und GEORGE HENRY HARMAN in GLEN RIDGE, New Jersey, V. St. A.
Lippenpfeife. Patentiert im Deutschen Reiche vom 21. Januar 1913 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft die Lippenpfeifen von Orgeln und bezweckt besonders die Erzeugung von kräftigen und harmoniereichen Tönen mit Hilfe verhältnismäßig enger Pfeifen, 5 ohne daß die Anordnung einer Hochdruckwindlade und der damit verbundenen Hilfsbälge· erforderlich wäre.
Bei Pfeifen von gewöhnlichem Umfang veranlaßt die seit vielen Jahren in verschiedener
ίο Form verwendete harmonische Brücke, daß ein mitgerissener Luftstrom auf den ursprünglichen Anblasestrom einwirkt oder sich mit demselben vereinigt, wodurch die Qualität des Tones verändert wird, ohne denselben jedoch zu verstärken.
Mittels der im folgenden beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten neuen Lippenpfeife ist es möglich, bei einem Winddruck von nur J1J2 bis 10 cm Töne zu erzeugen, für welche bisher ein bedeutend stärkerer Luftstrom erforderlich war.
Diese neue Pfeife unterscheidet sich von den bekannten Lippenpfeifen mit zwei parallelen Spalten dadurch, daß beide mit einem gemeinsamen, im Pfeifenfuß vorgesehenen Windkanal in Verbindung stehen. Hierdurch soll nicht nur die Tonstärke erhöht, sondern auch eine Vorrichtung gebildet werden, die die Erzeugung harmonischer Obertöne veranlaßt. Die durch diesen doppelten Anblasestrom gewährte Wirkung ist derart, daß die Spalte viel breiter hergestellt werden kann als bei einer Pfeife mit nur einer Spalte, so daß nicht nur ein Ton von großer Kraft, sondern auch von ungewöhnlich reicher und glänzender Färbung erzeugt wird.
Natürlich erfordert diese Pfeife ein reichliches Zuströmen von Wind und daher einen Fuß mit weiter Bohrung. Die Erfindung kann bei allen Arten von Lippenpfeifen, aus Metall oder Holz, sowie bei gedeckten oder offenen Pfeifen von beliebigem Umfang und bei solchen mit einem Aufschnitt oder zwei Aufschnitten verwendet werden, gleichviel, ob sie mit hohem oder geringem Druck angeblasen werden.
Beim Ansprechenlassen der Pfeife sollten die beiden Anblaseströme so gerichtet sein, daß sie an einem Punkt zusammentreffen, der ein wenig vor und ungefähr in gleicher Höhe mit dem Rand der Oberlippe liegt. Bei richtigem Ansprechenlassen wird die Tonhöhe ein wenig höher sein als die einer gewöhnlichen Pfeife von derselben Länge und gleichem Umfang.
Infolge der außerordentlichen Stärke der Luftschwingungen sollten offene Pfeifen dieser Art mit Hilfe eines einstellbaren Schirmes oder Schiebers abgestimmt werden, der an der Seitenwand der Pfeife in der Nähe des oberen Endes derselben angebracht wird, nicht aber mittels eines auf dem oberen Ende der Pfeife vorgesehenen Schiebers.
Die außergewöhnliche Stärke der Luftschwingungen kann auch Schwankungen der Stimme erzeugen, infolge der sympatischen Schwingungen der in den Luftkanälen und im Pfeifenfuß enthaltenen Luft; dies kann durch Verlängerung des Fußes überwunden werden.
55
60
Die beiliegende Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, und zwar eine offene aus Holz verfertigte C-Pfeife, bei der die Höhe des Aufschnittes oder Mundes 3/7 seiner Breite beträgt. In der Zeichnung ist
Fig. ι ein Vorderaufriß,
Fig. 2 ein Längsschnitt durch die Pfeife und
Fig. 3 ein Querschnitt nach der Linie x-y der Fig. 2.
ίο Die gewünschte Wirkung kann entweder durch Teilung der vorhandenen Spalte erreicht werden oder durch Anordnung einer parallel zur Hauptspalte liegenden Hilfsspalte. Die im folgenden beschriebene Pfeife ist mit einer zur Hauptspalte parallel liegenden Nebenspalte versehen. Die Hauptspalte ist mit α und die unmittelbar vor und parallel zu derselben liegende Nebenspalte ist mit δ bezeichnet. Die beiden Spalten sind durch einen Teil c voneinander getrennt, welcher bei f durchlocht ist; diese Öffnung f ist in Fig. 1 durch punktierte Linien angedeutet.
Unter Druck stehende Luft tritt in den Fuß iü ein und wird aus der vom Kern g begrenzten Luftkammer e gleichzeitig durch die beiden Spalten α und b getrieben; von dort streicht sie am Mund h vorbei. Die Oberlippe i ist mit einer sehr scharfen Schneide versehen. Die Aushöhlung j in der Kappe (oder Unterlippe) k reicht über die ganze innere Breite des Pfeifenkörpers, wie in Fig. 3 in punktierten Linien angedeutet ist.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Lippenpfeife mit zwei parallelen Kernspalten, aus denen zwei Anblaseströme am Aufschnitt der Orgelpfeife vorbeistreichen, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Anblaseströme von einem gemeinsamen im Pfeifenfuß vorgesehenen Windkanal ausgehen.
2. Lippenpfeife nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Herstellung der beiden Spalten (a und b) eine mit einem Ausschnitt ff) versehene Scheidewand fc) zwischen der Kappe (k) und der Luftkammer (e) der Pfeife vorgesehen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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