DE264284C - Verfahren zum Schutz der Elektroden bei elektrischen Lichtbogenoefen - Google Patents
Verfahren zum Schutz der Elektroden bei elektrischen LichtbogenoefenInfo
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Classifications
-
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVI 264284-KLASSE 21Ä. GRUPPE
ROMBACHER HÜTTENWERKE,
in ROMBACH i.LoTHR.
Bei elektrischen öfen, bei welchen die Elektroden durch das Gewölbe oder durch die
Ofenwandung in den Ofen hineinragen, muß den hierfür bestimmten Aussparungen eine im
Vergleich zum Querschnitt der Elektroden etwas größere lichte Weite gegeben werden,
so daß zwischen der Elektrode und der Wandung des Gewölbes ein kreisförmiger Schlitz
entsteht. Es läßt sich nicht vermeiden, daß
ίο die glühenden Ofengase und -flammen aus
diesen,Schlitzen herausschlagen und die Außenteile der Kohlenelektroden so stark erhitzen,
daß eine Verbrennung der oberen Teile der Kohlenelektroden an der Außenluft eingeleitet
wird. Hierdurch verringert sich an den betreffenden Stellen der Querschnitt der Elektroden
und diese Querschnittsverjüngung führt zur weiteren Überhitzung gerade dieser Stellen
der Elektroden durch die Joulesche Stromwärme. Die Elektrode wird daher gleichzeitig
von innen und von außen überhitzt und verzehrt, und ihr Querschnitt an dieser Stelle
kann so weit abnehmen, daß die Kohle abbricht.
Um diesem Übelstande abzuhelfen, wendet man allgemein einen metallenen, von Wasser
durchflossenen hohlen Kühlring β an, wie dies bei der Elektrode I auf der beiliegenden Zeichnung
dargestellt ist.
Da die lichte Weite dieser Kühlringe, sowohl aus Gründen der Betriebssicherheit wie
auch infolge der Ungleichmäßigkeiten zwischen den einzelnen Elektroden, größer gehalten
! werden muß als der Elektrodenquerschnitt, so j läßt sich auch hier ein Schlitz von etwa 10
!bis 15mm Breite zwischen den Elektroden
und dem Kühlring nicht vermeiden. Aus diesem Grunde schwächt, zwar die Anwendung
der Kühlringe α die geschilderten Übelstände merklich ab, kann sie aber nicht ganz beseitigen
und daher bilden sich auch bei Anwendung der Kühlringe an den Elektroden (vgl.
Elektrode I auf der Zeichnung) Verjüngungen b. Wird nun eine solche Elektrode infolge des
Abbrandes ihres unteren Endes in den Ofen nachgeschoben, so gelangen die Verjüngungen b
in die Kühlringzone; der Schlitz ist dann viel breiter und die Ofenflammen können dann
nicht nur die Kohlenelektrode, sondern auch die Stromzuführungen c gefährden oder wenigstens
schädigen.
Auch die Anwendung von Packungen und r
stopfbüchsenartigen Vorrichtungen hat sich im ^ Dauerbetriebe nicht bewährt. Dagegen haben
sich als sehr wirksam die - im weiteren beschriebenen und auf der beiliegenden Zeichnung
an den Elektroden II und III veranschaulichten Maßnahmen erwiesen. Um nämlich
das Herausschlagen der Ofenflammen durch den Schlitz zwischen dem Kühlring und der
Elektrode zu verhindern, wird oberhalb des Kühlringes α noch ein kreisförmiger Hohlkörper,
z. B. ein kreisförmig gebogenes Rohr d angebracht, welcher die Elektrode gar nicht
besonders dicht zu umschließen braucht. Dieser Hohlkörper d hat an seiner Innenwandung
(2. Auflage, ausgegeben am 4. December ig'3)
zahlreiche Öffnungen oder Düsen <?, aus welchen
irgendwelche nicht brennbare Gase, wie z. B. Stickstoff, Kohlensäure, Rauch oder Essengase
und Wasserdampf, unter einem gewissen Überdruck gegen die Elektrode ausströmen können. Der hierdurch um die Elektrode entstehende
Überdruck, der, absolut gemessen, sehr klein sein kann, verhindert das Austreten
der Ofenflammen, wodurch die geschilderten
ίο Ubelstände völlig vermieden werden.
Überraschenderweise hat es sich herausgestellt, daß man an Stelle der oben aufgezählten
inerten und nicht brennbaren Gase auch die atmosphärische Luft benutzen kann, ohne daß die Elektrodenkohle darunter leidet,
und die Befürchtung, daß, wenn man gegen die von der Ofenhitze und den Stromdurchgang
recht heiße Kohlenelektrode Luft bläst, die Elektrode an dieser Stelle stark oxydieren
oder gar verbrennen könnte, hat sich als unzutreffend herausgestellt. Das Ausbleiben der
befürchteten schädlichen Wirkungen der Luft ist vielleicht auf die starke Abkühlung zurückzuführen,
welche die Druckluft bei ihrer Ausströmung aus den Düsen infolge der plötzlichen
Expansion erleidet. Andererseits kann für die günstige Wirkung noch der Umstand förderlich sein, daß die Ofenflammen durch
die relativ große Menge kalter Gase abgeschreckt oder bei Anwendung von Wasserdampf
gewissermaßen erstickt werden.
In manchen Fällen kann man von dem bisher allgemein üblichen Kühlring α überhaupt
Abstand nehmen und läßt statt dessen, wie dies bei der Elektrode III der Fall ist, aus
dem mit Düsen, versehenen oder geschlitzten Hohlkörper g eins der aufgezählten Gase oder
deren Gemische gegen die Elektrode ausströmen.
Statt um jede einzelne Elektrode einen Überdruck zu erzeugen, kann man auch in
der Weise verfahren, daß man durch Ausströmenlassen von komprimierter Luft usw.
aus in der Nähe des Ofens befindlichen Düsen um das ganze Ofengewölbe und somit auch
um alle Elektrodenschlitze einen Gasüberdruck erzeugt und so das Herausschlagen der Flammen
aus den letzteren verhindert.
Falls der Ofeninhalt, z. B. das Metallbad, zur Oxydation neigt und davor geschützt
werden muß, empfiehlt es sich, bei der oben beschriebenen Anwendung von Luft, Kohlensäure
oder Wasser bzw. Wasserdampf zur sicheren Verhütung der Oxydation des Schmelzbades
dieses mit einer Decke von Koksklein o. dgl. zu versehen, wodurch die sauerstoffhaltigen
Gase von der Einwirkung auf das Schmelzbad abgehalten werden.
Claims (2)
1. Verfahren zum Schutz der Elektroden bei elektrischen Lichtbogenöfen, dadurch
gekennzeichnet, daß an der Eintrittsstelle der Elektroden in den Ofen' oder oberhalb
dieser Stelle ein Gasüberdruck um die Elektroden erzeugt wird, wodurch, das-Herausschlagen
der Ofengase und -flammen verhindert wird.
2. Verfahren zum Schutz der Elektroden bei elektrischen Lichtbogenöfen, dadurch
gekennzeichnet, daß man an der Eintrittsstelle der Elektroden in den Ofen oder oberhalb dieser Stelle nicht brennbare Gase
oder Luft oder Wasserdampf oder deren Gemische aus Düsen oder Schlitzen gegen
die Elektroden ausströmen läßt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE264284T | 1912-12-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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|---|---|---|---|
| DE1912264284D Expired DE264284C (de) | 1912-12-18 | 1912-12-18 | Verfahren zum Schutz der Elektroden bei elektrischen Lichtbogenoefen |
Country Status (4)
| Country | Link |
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| FR (1) | FR466265A (de) |
| GB (1) | GB191329259A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE976090C (de) * | 1954-06-19 | 1963-02-21 | Deutsche Edelstahlwerke Ag | Kuehlmitteldurchflossener Kuehlring fuer Elektrooefen |
Families Citing this family (4)
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| US3379918A (en) * | 1964-07-27 | 1968-04-23 | Union Carbide Corp | Method for producing high brightness and lower electrode consumption rate in carbon arcs |
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-
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- 1913-12-18 GB GB191329259D patent/GB191329259A/en not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE976090C (de) * | 1954-06-19 | 1963-02-21 | Deutsche Edelstahlwerke Ag | Kuehlmitteldurchflossener Kuehlring fuer Elektrooefen |
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US1129377A (en) | 1915-02-23 |
| FR466265A (fr) | 1914-05-08 |
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