DE2607397B2 - Verfahren und Schaltungsanordnung zum selbsttätigen Erfassen von Gesprächsgebühren für Teilnehmerstellen einer Fernsprech-Nebenstellenanlage - Google Patents

Verfahren und Schaltungsanordnung zum selbsttätigen Erfassen von Gesprächsgebühren für Teilnehmerstellen einer Fernsprech-Nebenstellenanlage

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum selbsttätigen Erfassen von Gesprächsgebühren od. dgl. für Teilnehmerstellen einer Fernsprech-Nebenstellenanlage der im Oberbegriff des Patentanspruches 1 genannten Gattung, sowie eine Schaltungsanordnung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Eine Vorrichtung dieser Gattung ist bereits bekannt. (SEG-Nachrichten, 1955, Seiten 84—88). Dort wird eine Wechselspannung mit 200 Hz als Identifizierungsspannung erzeugt Außerdem werden Relais verwendet, wodurch kein nachträglicher Einbau in eine Nebenstellenanlage möglich ist, sofern diese nicht selbst verändert wird. Verfahren zum Erfassen der Benutzung von Sprechstellen beispielsweise in privaten automatischen Haustelefonzentralen ermöglichen, z. B. in Hotels, Krankenhäusern, Fabriken u.dgl. die Erfassung der Kosten für geführte Telefongespräche entsprechend der Gesprächsdauer und/oder Entfernung der Gesprächsteilnehmer. Dadurch kann eine genauere Verteilung auf die wirklichen Benutzer erfolgen, was die Verrechnung der Telefonkosten wesentlich erleichtert.
Bekannt is«, für die Identifizierung bzw. Erkennung der rufenden Sprechstelle entweder Impulsreihen, die der gewählten Nummer entsprechen, oder Gleichstromimpulse zu verwenden, die aus der Amtszentrale ausgesendet oder mit Hilfe transistorgesteuerter Kondensatorentladungen erzeugt und in die Amtsleitung eingegeben werden.
Bei dem erstgenannten System können weitere Sprechstellen, denen das bestehende Gespräch weitervermittelt wurde, nicht erfaßt werden. Bei den letztgenannten Systemen müssen dagegen besondere Maßnahmen getroffen werden, wenn die Hauszentrale die verwendeten Gleichstfomimpulse nicht durchläßt. Hierzu ist eine dritte Leitung erforderlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Gattung zu vereinfachen und zu ermöglichen, daß das Verfahren ohne besondere Änderungen an der bestehenden Hauszentrale mit und ohne Taximpulszählung anschaltbar ist.
Die Erfindung besteht darin, daß die Identifizierungsspannung als Identifizierungssignai auf eine Trägerwelle aufmoduliert, in die Amtsleitung eingegeben und nach dem Passieren der Hauszentrale aus der jeweiligen Teilnehmerleitung enpfangen und in der Steuereinheit ausgewertet wird.
Hierdurch ist die »Identifizierungseinrichtung« an jede bestehende Hauszentrale mit und ohne Taximpulszählung nachträglich anschaltbar, ohne daß interne Verbindungen, Zuleitungen oder andere Änderungen in der Amts- und/oder Hauszentrale bzw. Nebenstelle erforderlich sind.
Weitere Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus Unteransprüchen bzw. den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen. Darin zeigt
F i g. 1 ein Blockschaltbild einer an eine Amtszentrale bzw. Amtsleitung angeschlossenen Hauszentrale mit mehreren Sprechstellen,
Fig. 2 ein Schaltschema eines Empfängers für ein Identifizierungssignal,
F i g. 3 eine Form des Identifizierungssignals und
Fig.4 ein Diagramm von aus einer Impulsreihe
bestehenden Identifizieriingssignalen.
Da die Identifizierungssignale auch als »Erkennungsjignale« bezeichnet werden können, wird im folgenden jeweils einer dieser beiden Begriffe verwendet.
Die Schaltungsanordnung gemäß F i g. 1 weist einerseits einen Taximpulsempfänger 1, einen Detektor 2 für den Linienstrom und einen Ankopplungskreis 3 auf. Diese drei Teile sind in die externe Amtsleitung 4 geschaltet und mit einer zentralen Steuereinheit 5 über einen Abtaster (scanner) 6 verbunden. Eine Haustele- to fonzentrale ? besitzt mehrere mit ihr durch interne Zuleitungen verbundene Sprechstellen. In der Fig. 1 sind beispielsweise drei solcher Sprechstellen 8,9,10 mit entsprechenden internen Zuleitungen 11, 12, 13 dargestellt. An jede der internen Zuleitungen 11,12,13 ist ein Empfänger 14 für ein Erkennungssignal angeschlossen und der Ausgang des Empfängers über einen Codierer 15 mit der Steuereinheit 5 verbunden. Der Ausgang der Steuereinheit 5 ist an ein Datengerät 16, z. B. an einen Datendrucker oder an einen Datenspeicher angeschaltet, welcher eine nachträgliche Datenausgabe ermöglicht.
Der Ankopplungskreis 3, welcher zum Einkoppeln des Erkennungssignals in die Amtsleitung 4 dient, besteht aus einem Ankopplungselement 17 sowie aus einem Filter 18, welches verhindert, daß die Erkennungssignale in die Amtszentrale gelangen. Das Ankopplungselement 17 kann aus einem Ankopplungstransformator bestehen, dessen in Reihe mit einem Kondensator geschaltete Sekundärwicklung die beiden Adern der Amtszuleitung 4 verbindet. Der Abtaster (scanner) 6 schaltet die einzelnen Amtsleitungen 4 periodisch an die Steuereinheit 5 an.
Der Empfänger 14 für das Erkennungssignal besteht gemäß der Fig.2 aus einem NAND-Tor 19 mit zwei Eingängen, von denen der erste Eingang über eine Diskriminatorschaltung 20 mit der entsprechenden internen Zuleitung 11 verbunden ist und dessen anderer Eingang Q durch ein z. B. von einem Mikrocomputer geliefertes binäres Signal »Eins« angesteuert wird. Der Ausgang des NAND-Tores 19 ist mit der Steuereinheit 5 über den Codierer 15 verbunden. Die Diskriminatorschaltung 20 besteht aus einem Zeitdiskriminator 21 und aus einem Amplitudendiskriminator 22 für das empfangene Erkennungssignal.
Die Form des Erkennungssignals ist in der Fig.3 gezeigt. Das Signal wird durch einen auf einer Trägerwelle aufmodulierten Impuls gebildet. Es weist eine exponentiell verlaufende Anstiegs- und Abfallflanke auf. Von der Frequenz der Trägerwelle muß lediglich gefordert werden, daß sie außerhalb des Sprechbandes liegt.
Das Erkennungssignal kann gemäß der Fig.4 auch aus einer Reihenfolge A von Impulsen bestehen, die mit einer Reihenfolge B von Impulsen am Ausgang des Empfängers 14 für das Erkennungssignal verglichen wird.
Für die Beschreibung der Arbeitsweise wird vorausgesetzt, daß z. B. von der Sprechstelle 8 über die Amtsleitung 4 eine Telefonverbindung zu einem gerufenen Teilnehmer besteht. Der in der Amtsleitung 4 fließende Strom wird durch den Detektor 2 festgestellt. Dieser steuert die zentrale Steuereinheit 5 an, und zwar entweder sofort oder beim Ankommen des ersten Taximpulses aus der Amtszentrale oder gemäß einem ir> systeminternen, von einer Zeitbasis der Steuereinheit 5 herrührenden Programm. In der Steuereinheit 5 wird das Erkennungssignal erzeugt und über das Ankopplungselement 17 in die Amtsleitung 4 eingegeben. Das Signal passiert die Haustelefonzentraie 7 und wird durch den Empfänger 14 der besetzten internen Zuleitung 11 empfangen. Wird es als richtig anerkanm, so wird es über den Codierer 15 an die Steuereinheit 5 weitergeleitet. Die Steuereinheit 5 veranlaßt, daß erforderliche Daten, wie z. B. die Nummer der Sprechstelle, die Telefonnummer des angerufenen Teilnehmers, das Datum des Gespräcnes, die Gesprächsdauer oder direkt die Kosten des Gespräches u. dgl. im Datengerät 16 festgehalten bzw. durch den Drucker desselben ausgedruckt werden.
Das Erkennungssignal wird z. B. nach dem Eintreffen jedes weiteren Taximpulses oder nach einem systeminternen Programm wiederholt, so daß im Falle einer Übergabe des Telefongespräches an eine weitere Sprechstelle diese neue Sprechstelle ebenfalls identifiziert wird.
Bestehen mehrere Telefonverbindungcn gleichzeitig, so werden die Erkennungssignale aufeinanderfolgend in die entsprechenden Amtsleitungen 4 mit Hilfe des Abtasters (scanners) 6 eingegeben.
Auf die beschriebene Weise erfährt die Steuereinheit 5 sofort, welche Sprechstellen die Telefonverbindung hergestellt oder sich am hergestellten Telefongespräch beteiligt haben. Sie veranlaßt über das Datengerät 16, daß die erforderlichen Daten für die Verteilung der entstandenen Kosten entsprechend der Gesprächsdauer der einzelnen Teilnehmer erfaßt werden.
Die internen Zuleitungen 11, 12, 13 werden durch die Empfänger 14 simultan überwacht. Weist der (?-Eingang der NAND-Tore eine logische »Eins« auf, so erscheint immer lediglich am Ausgang eines einzigen, der besetzten internen Zuleitung zugeordneten NAND-Tores, z. B. eine logische »Null«, wodurch die Sprechstelle, die das Gespräch geführt hat, identifiziert wird.
Die Form des Erkennungssignals gemäß der F i g. 3 mit exponentiell verlaufender Anstiegs- und Abfaüflanke ermöglicht, durch steile Flanken von parasitären Impulsen hervorgerufene Störungen unwirksam 711 machen.
Die Diskriminierung von Zeitdauer und Amplitude des Erkennungssignals ist ein weiteres Mittel zur Verhinderung von Störungen durch parasitäre Signale. Das Erkennungssignal wird nämlich lediglich dann berücksichtigt, wenn seine Dauer und seine Amplitude vorbestimmten Größen entsprechen. Die Zeitdiskriminierung schützt vor allen durch steile Flanken der parasitären Impulse hervorgerufenen Störungen, die z. B. durch Kontakte der Wählerscheibe, durch den Höhrergabelkontakt u. dgl. entstehen. Die Amplitudendiskriminierung schützt dagegen vor Störungen, die z. B. von Mikrophonen der Sprechstellen herrühren und durch Fremdgeräusche, wie Atemgeräusche, Pfeiftöne mit einer mit der Trägerwellenfrequenz vergleichbaren Frequenz u.dgl. verursacht werden. Der Erkennungsvorgang findet zweimal aufeinanderfolgend statt, wobei die beim zweiten Mal identifizierte interne Zuleitung mit der beim ersten Erkennungsvorgang festgestellten Zuleitung bzw. Sprechstelle übereinstimmen muß. Andernfalls wird das Erkennungssignal wiederholt.
Die Verwendung des Erkennungssignals in Form einer Impulsreihe nach der Fig. 4 dient zu einer weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit. Die in die Amtsleitung 4 eingegebene Impulsreihe A wird mit der am Ausgang des Empfängers 14 festgestellten Impulsreihe B verglichen. Erscheint ein parasitäres Signal am Ausgang, dann ändert ein Signal C seinen Zustand im
Sinn der logischen Operation C — AB + BA (oder excliisiv). Das resultierende Signal D zeigt danach eine logische »Eins« an und das Erkcnnungssignal wird als fehlerhaft erkannt. Dieses Prinzip wird nachfolgend an drei Beispielen der F i g. 4 erläutert. Im Beispiel a) ist ein parasitärer Impuls während der Dauer eines Impulses der Impulsreilienfolge ß erschienen. C ändert sofort seinen Zustand auf eine logische »Eins«, D weist ebenfalls eine logische »Eins« auf und das Erkennungssignal wird nicht anerkannt. Im Beispiel b) ist ein parasitärer Impuls in der Pause zwischen zwei Impulsen der Impulsreihenfolge ß erschienen. Das Resultat ist dasselbe wie im Falle a). Im Beispiel c) ist kein parasitärer Impuls erschienen, C bleibt unverändert,
d. h. in dem einer logischen »Null« entsprechender Zustand und das Erkennungssignal wird anerkannt.
Das hier beschriebene Verfahren sowie die zugehörige Schaltungsanordnung sind von der Amtszentralc gänzlich unabhängig. Die Schaltungsanordnung kanr bei allen automatischen Haustelefonzentralen verwendet werden, und zwar auch bei solchen, die keine Taximpulse aussenden, weil die Erkennungssignale ir die Amtsleitung gemäß einem durch die Zeitbasis dei Steuereinheit gebildeten Programm eingegeben werder können. Die Ermittlung der Sprechstellen erfolgi simultan und schnell, da mit einer einzigen Trägerfrequenz gearbeitet wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen

Claims (9)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum selbsttätigen Erfassen von Gesprächsgebühren od. dgl. für Teilnehmerstellen einer Fernsprech-Nebenstellenanlage mit Identifizieren des rufenden Teilnehmers, bei dem zum Identifizieren in der Nebenstellenanlage eine Identifizierungsspannung erzeugt und in einer zentralen Steuereinheit gemäß den absolvierten Gesprächseinheiten ausgewertet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Identifizierungsspannung als Identifizierungssignal auf eine Trägerwelle aufmoduliert, in die Amtsleitung (4) eingegeben und nach dem Passieren der Hauszentrale (7) aus der jeweiligen Teilnehmerleitung (11,12,13) empfangen und in der Steuereinheit (5) ausgewertet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aus einem einzigen auf die Trägerwelle aufmodulierten Impuls oder aus einer Impulsreihe bestehende Identifizierungssignai mit exponentiell verlaufenden Anstiegs- und Abfallflanken versehen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Identifizierungssignal sofort nach der Herstellung der Verbindung, nach dem Eintreffen des ersten Taximpulses oder nach einem systeminternen Rhythmus in die Amtsleitung (4) eingegeben wird.
4. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Fernsprechnetzen mit Amtszentralen und mit denselben durch Amtsleitungen verbundenen privaten automatischen Haustelefonzentralen mit einer Steuereinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinheit (5) einerseits über einen Ankopplungskreis (3) an die Amtsleitung (4) und andererseits über je einen Empfänger (14) an die internen Teilnehmerleitungen (11, 12, 23) zwischen der Haustelefonzentrale (7) und den einzelnen Sprechzellen (8, 9, 10) schaltbar und deren Ausgang mit einem Datengerät (16) verbindbar ist.
5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Ankopplungskreis (3) einen in der Amtsleitung (4) liegenden Filter (18) aufweist, « dem ein Ankopplungselement (17) zugeordnet ist.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Ankopplungselement (17) durch einen Transformator gebildet ist, dessen in Reihe mit einem Kondensator liegende Sekundärwicklung zwischen die beiden Adern der Amtsleitung (4) schaltbar ist.
7. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeder der Empfänger (14) des Identifizierungssignals aus einem NAND-Tor (19) besteht, dessen erster Eingang mit der entsprechenden internen Teilnehmerleitung verbunden ist, dessen anderer Eingang Q durch ein logisches Signal »Eins« ansteuerbar und dessen Ausgang mit der Steuereinheit (5) verbindbar (>o ist.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jedem der NAN D-Tore (19) ein Zeitdiskriminator (21) und ein Amplitudendiskriminator (22) des Identifizierungssignals vorgeschaltet hi ist.
9. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 4 — 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Datengerät (16) aus einem Datendrucker oder aus einem Datenspeicher besteht.
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