DE258644C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14C—CHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
- C14C13/00—Manufacture of special kinds or leather, e.g. vellum
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 258644 -KLASSE 28«. GRUPPE^.
BALLONHÜLLEN GESELLSCHAFT m. b. H. in BERLIN-SCHÖNEBERG.
bestehenden Ersatzstoffes für Leder.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 13. August 1910 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines neuen
Leders, welches falt- und biegbar und dauerhaft ist, vor allem aber gegen Gase, wie
Leuchtgas, Wasserstoffgas und flüchtige Flüssigkeiten, wie Schwefelkohlenstoff, Benzin, widerstandsfähig
ist. Ein solches Leder eignet sich vor allem als Aufbewahrungs- und Transportmittel
für Gase und Flüssigkeiten, denen
ίο die bisher bekannten biegsamen Leder- oder
Gummiarten nicht gewachsen waren.
Das neue Verfahren nimmt als Ausgangsmaterial die Oberhaut des Blinddarmes des
Rindes, die sich bekanntlich zur Herstellung von dauerhaftem Glaceleder sehr gut eignet,
sofern die gegerbten Häutchen noch feucht aufeinandergelegt und in aufgespanntem Zustande
getrocknet werden. Nach vorliegender Erfindung dagegen werden die ungegerbten Häutchen aufeinandergelegt, und als Klebmittel
wird eine Emulsion aus Tierleim, Wasser und Öl benutzt.
Die sorgfältig gereinigte Oberhaut des Blinddarmes wird in eine aus Leim und öl, vorteilhaft
Leinöl, bestehende Emulsion gelegt, so daß sie gründlich von dieser beiderseits benetzt ist, worauf die Häute in beliebiger
Anzahl übereinander und mit den Rändern einander überlappend unter Abstreichen der
überschüssigen Leimölemulsion gelegt werden, so daß man gleich ganze Bahnen oder Schläuche
oder fertige Gefäße herstellen kann.
Die Leimölemulsion wird am einfachsten in der Weise hergestellt, daß man heißem Leim
unter beständigem Umrühren eine gleiche Menge Leinöl zusetzt, das Ganze nochmals
aufkocht und zur Emulsion gut umrührt oder schlägt. Das Tränken und Behandeln der
Oberhaut des Blinddarmes oder Häutchen geschieht am besten unter entsprechender Wärme.
Will man dem Material besondere Geschmeidigkeit verleihen, so gibt man noch etwas
Glyzerin zu. Wenn es sich um kleine Transportgefäße handelt, so werden diese gleich in
der Form von Schläuchen hergestellt, wobei man die zur Aufnahme des Verschluß Stopfens
dienenden Auslässe u. dgl. gleich mit einkleben und durch Fäden festdichten kann. Solche
Gefäße können auch hergestellt werden, indem man einen Metallboden und einen Metalldeckel
verwendet, während die Seitenwandungen desselben aus den mit Leimölemulsion zusammengeklebten
Blinddarm häuten schlauch- oder harmonikaartig gebildet sind. Bei Gasmessern,
Fernzündern, Druckmessern u. dgl. werden die beweglichen Teile, wie Membrane usw., aus den im voraus in der Form von
Bahnen oder Schläuchen hergestellten Material herausgeschnitten. Derartige Gefäße oder Apparate
sind absolut gasdicht. Die fortwährenden Bewegungen, denen die Wandungen unterworfen
sind, haben keinen schädlichen Einfluß, und insbesondere wirken auch die Schwefelkohlenstoff- und benzinhaltigen Gase
ebensowenig wie Schwefelkohlenstoff und Benzin selbst zerstörend auf das Material ein.
Zur Herstellung der Klebmischung kann man wie folgt verfahren:
Man kocht Wasser mit 5 Prozent Gewichtsteilen tierischen Leimes und 21Z2 Prozent Gewichtsteilen
guten Leinöls unter beständigem Rühren so lange auf, bis das öl vom Leim
gut aufgenommen ist und sich nicht mehr absetzt.
Diese Flüssigkeit wird dann mehrere Male durchgeseiht. In die entstandene Brühe werden
die rohen Häutchen einzeln eingelegt und 12 Stunden lang unter wiederholter Bewegung
bei einer Temperatur von 25 ° C. belassen und dann verarbeitet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Herstellung eines aus zusammengeklebten Oberhäuten des Blinddarmes bestehenden Ersatzstoffes für Leder, der falt- und biegbar, dauerhaft und gegen Gase und flüchtige Flüssigkeiten, z. B. Leuchtgas, Schwefelkohlenstoff, Benzin, widerstandsfähig ist, dadurch gekenn- zeichnet, daß als Klebmittel eine Emulsion aus Tierleim, Wasser und öl, z. B. Leinöl, benutzt wird.BERLIN GEDRUCKT IN DER RE[CHSDRUCKEnEI.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE258644C true DE258644C (de) |
Family
ID=516450
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT258644D Active DE258644C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE258644C (de) |
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