DE258593C - - Google Patents
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C01F11/02—Oxides or hydroxides
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 258593 -' KLASSE 12 m. GRUPPE
aus Bariumcarbonat.
Die Herstellung von gleichzeitig hochprozentigem und porösem, gut in Bariumsuperoxyd
überführbarem Bariumoxyd aus Bariumcarbonat ist mit beträchtlichen Schwierigkeiten
verbunden, weil unter den gewöhnlich angewandten Bedingungen die Zersetzung erst bei solchen Temperaturen ausführbar
ist, bei denen die Reaktionsmasse in erheblichem Maße die Neigung hat, in stark
ίο gesinterten und sogar teilweise geschmolzenen
Zustand überzugehen.
Erfinder hat nun die Beobachtung gemacht,
daß diese Schwierigkeiten sehr weitgehend
. beseitigt werden können, wenn man die Zer-Setzungstemperatur von Gemischen aus Bariumcarbonat
und geeigneten Reduktionsmitteln, speziell Kohle, dadurch erniedrigt, daß man diese Gemische nicht mehr wie bisher
unter gewöhnlichem Druck, sondern bei verminderten, technisch aber noch mit einfachen
Hilfsmitteln gut erreichbaren Drucken reagieren läßt. Während z. B. bei den Versuchen
des Erfinders unter Atmosphärendruck dieReaktion erst bei etwa 11000 einigermaßen
vollständig verlief, war sie, um nur zwei extreme Gegenbeispiele zu nennen, unter 10 bis
20 mm Hg. Druck bereits bei 86o°, unter 65 bis 70 mm Hg. bei 9400 bis 9700 mit größter
Vollständigkeit durchführbar. Dabei war das unter Atmosphärendruck hergestellte Oxyd stark gesintert, teilweise sogar geschmolzen,
während die unter vermindertem Druck erhaltenen Oxydproben die Form eines sehr feinen, nur lose zusammengebackenen
Pulvers hatten. Gleichzeitig angestellte Versuche zur Überführung des erhaltenen Oxyds
in Bariumsuperoxyd ergaben, trotzdem sie in sehr primitiver Weise ohne Umrühren oder
sonstige Bewegung des Oxydes ausgeführt wurden, z. B. bei dem unter 65 bis 70 mm
Hg. Druck hergestellten Oxyd ein Superoxyd von durchschnittlich 87 Prozent Ba O2, während
das sonst ganz gleich behandelte, aber unter Atmosphärendruck hergestellte Oxyd nur ein Superoxyd von 47 Prozent durchschnittlichem
Ba O2 - Gehalt lieferte. Hinzugefügt sei noch, daß auch bereits wesentlich
geringere Druckerniedrigungen als die in den genannten Beispielen angewandten den
Effekt mit Deutlichkeit erkennen lassen; je größer die Erniedrigung des Druckes, um so
günstiger allerdings die Wirkung. Da aber andererseits eine stärkere Druckverminderung
im allgemeinen auch mit höheren Kosten verbunden sein wird, so werden die einzuhaltenden Drucke je nach den praktisch
vorliegenden Bedingungen verschieden sein. Eine Grenze ist nur dadurch gegeben, daß
der Druck unter allen Umständen wesentlich weniger als 1 Atmosphäre betragen muß.
Bei der technischen Ausführung des aus diesen Beobachtungen sich ergebenden Verfahrens
würde man beispielsweise so vorgehen: Ein (eventuell auch mehrere) Behälter von flacher, muffeiförmiger oder zylindrischer
oder sonstwie geeigneter Form aus
feuerfestem, mit Bariumoxyd möglichst wenig reagierendem Material, der zur Aufnahme
der Reaktionsmasse dient und durch einen außen umgelegten Widerstandskörper (ζ. B. Spirale aus Eisen, Nickel oder Kohle)
elektrisch geheizt werden kann, wird eingebaut in einen größeren Behälter aus starken,
luftdicht vernieteten Eisenblechen (Kesselblech) oder sonst einem luftundurchlässigen
ίο und dem Druck der äußeren Atmosphäre genügend
standhaltenden Material. Dieser größere Behälter, dessen Wände zur Vermeidung von Wärmeverlusten eventuell innen
mit einer hinreichend feuerbeständigen Isolationsmasse belegt sind, ist so eingerichtet,
daß all seine Öffnungen, wie Türen, Stromzuleitungen zu den Widerstandskörpern usw.,
luftdicht abgeschlossen werden können, so daß der ganze Behälter mit Hilfe einer angelegten
Vakuumpumpe bis auf sehr niedrige Drucke evakuiert werden kann. Nachdem nun dieser Ofen mit der Reaktionsmasse, z. B.
Bariumcarbonat und Holzkohle, beschickt ist, wird er auf den gewünschten, wesentlich unter
einer Atmosphäre liegenden Druck evakuiert und der Reaktionsraum mit Hilfe des elektrischen
Stromes auf eine Temperatur angeheizt, bei der die Reaktion lebhaft wird und bis zu Ende verläuft, wobei natürlich zur
Einhaltung des niedrigen Druckes die Reaktionsgase ständig abgesaugt werden. Das
gebildete Bariumoxyd kann dann heiß gezogen und der noch heiße Ofen von neuem
beschickt werden usf.
Verlauf bzw. Ende der Reaktion erkennt man, da der Vorgang mit erheblicher Gasentwicklung
verbunden ist, an der Stärke dieser Gasentwicklung bz\v. an deren Ende.
Die Gasentwicklung ihrerseits macht sich im Gang eines an den Ofen angeschlossenen
Manometers durch ein Ansteigen des Druckes um einige Millimeter kenntlich, kann aber
natürlich auch auf jede beliebige andere Weise messend verfolgt werden.
Mit dem hier beschriebenen Verfahren hat nun ein älteres, in Patentschrift 77002,
Klasse 12 m, angegebenes eine gewisse äußere Ähnlichkeit insofern, als auch bei diesem
letzteren die sich während der Umsetzung zwischen Bariumcarbonat und Kohle entwickelnden
Gasmengen ständig durch eine Luftpumpe abgesaugt werden. Es sei deshalb noch kurz darauf hingewiesen, daß die
beiden Verfahren in Wirklichkeit auf grundlegend verschiedenen Prinzipien beruhen, die
auch in den Ausführungsformen selbst zum Ausdruck kommen. Das wesentliche Merkmal
des Verfahrens des Erfinders besteht darin, daß man die Reaktion in einem Räume ausführt,
in welchem ein wesentlich niedrigerer Druck als eine Atmosphäre herrscht, ein Prinzip,
welches sich in der Ausführungsform dadurch kenntlich macht, daß der ganze Ofen mit
einem gasundurchlässigen und dem Druck der äußeren Atmosphäre standhaltenden, luftdicht
verschließbaren Mantel umgeben wird. Die Herstellung und Einhaltung des verminderten
Druckes ist praktisch natürlich nur durch ständiges Absaugen der Reaktionsgase mit einer Luftpumpe zu erreichen. Während
aber bei dem Verfahren des Erfinders das Absaugen der Gase ausschließlich eine wesentliche
Erniedrigung des Druckes zum Zweck hat, ist bei dem Verfahren von Patentschrift 77002, Kl. 12 m, eine irgendwie in
Betracht kommende Druckerniedrigung weder angestrebt (in der ganzen Patentschrift
ist mit keinem Wort von Druckerniedrigung die Rede), noch ist sie bei der angegebenen
Ausführungsform überhaupt möglieh. Der Prozeß wird nämlich in den einzelnen
Kammern eines gewöhnlichen Ringofens ausgeführt und alle Materialien, welche zum Bau derartiger Öfen dienen, sind, besonders
bei den in Frage kommenden höheren Temperaturen, derart luftdurchlässig, daß schon bei ganz geringen Unterdrucken im
Innern des Reaktionsraumes von diesem so große Mengen Luft oder Feuerungsgase durch die Wände hindurch angesogen werden
müssen, daß jede stärkere Druckerniedrigung ausgeschlossen ist. Wenn trotzdem mit diesem
Verfahren seinerzeit wirklich gewisse Vorteile erzielt sein sollten, so können diese
wohl nur in einer Beschleunigung der Reaktion durch die ständige schnelle Entfernung
der Reaktionsgase gesehen werden, jedenfalls nicht in einer durch Druckverminderung hervorgerufenen
wesentlichen Erniedigung der Reaktionstemperatur.
Die beiden Verfahren beruhen hiernach auf ganz verschiedenen, bereits an den Unterschieden
der Ausführungsformen äußerlich kenntlichen Grundlagen. Das Prinzip der Anwendung des verminderten Druckes auf
die Gewinnung von Bariumoxyd aus Bariumcarbonat muß also gegenüber dem in Patentschrift
77002, Kl. 12 m, beschriebenen ebenso wie gegenüber allen sonst bekannt gewordenen
und vorgeschlagenen Verfahren als ein durchaus neues bezeichnet werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Verfahren zur Gewinnung" sehr porösen und hochprozentigen Bariumoxyds aus Bariumcarbonat, dadurch gekennzeichnet, daß man Gemische aus Bariumcarbonat und geeigneten Reduktionsmitteln, speziell Kohle, nicht mehr wie bisher unter gewöhnlichem Druck bei den hierbei zur Reaktion nötigen sehr hohen Temperaturen, sondern unter vermindertem Druck beiniedrigeren Temperaturen reagieren läßt, wobei man zur Aufrechterhaltung des niedrigen Druckes die Reaktionsgase ständig absaugt und die ganze Reaktion, am besten unter Anwendung indirekter elektrischer Widerstandserhitzung, in einem Ofen vornimmt, dessen Wände aus einem Material bestehen, das gasundurchlässig ist und dem Druck der äußeren Atmosphäre standzuhalten vermag, dessen sämtliche Öffnungen außerdem luftdicht abschließbar sind.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE258593C true DE258593C (de) |
Family
ID=516405
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT258593D Active DE258593C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE258593C (de) |
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- DE DENDAT258593D patent/DE258593C/de active Active
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