DE253129C - - Google Patents

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DE253129C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B17/00Surgical instruments, devices or methods
    • A61B17/24Surgical instruments, devices or methods for use in the oral cavity, larynx, bronchial passages or nose; Tongue scrapers
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    • A61B17/26Tonsillotomes, with or without means for stopping bleeding

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30 a. GRUPPE
Dr. OSKAR KALLOS in BUDAPEST. Polypenschnürer.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 28. April 1912 ab.
Die bisherigen galvanpkaustischen und gewöhnlichen Polypenschnürer, Ecraseure genannt, haben den Nachteil, daß die bekannte Drahtschlinge, welche stets nur in bereits ausgebildeter größter Form an die Operationsstelle gebracht werden kann, behufs Abschneidens oder Abschnürens des zu operierenden ■ Gebildes von Hand durch Muskelkraft zusammengezogen werden muß. Eine zum guten
ίο Gelingen der Operation unbedingt erforderliche ruhige Haltung des Instrumentes durch die Hand, welche gleichzeitig auch eine physische Arbeit leisten muß, ist darum bei den bisherigen Instrumenten ausgeschlossen. Nach der. Erfindung wird nun dieser Ubelstand dadurch vollständig behoben, daß die zur Ausführung der Operation nötige Zusammenziehung der Drahtschlinge nicht mehr von Hand, sondern mittels einer durch den zur Bildung der Schlinge erforderlichen Druck der Hand gespannten Feder selbsttätig bewerkstelligt wird.
Zu dem Zwecke ist hier der bekannte, die Drahtenden einspannende, am Griff verschiebbar geführte Schlitten erfindungsgemäß durch eine Spiralfeder gegen das rückwärtige Griffende hin gespannt, so daß der Draht bei Nichtgebrauch des Instrumentes vollständig eingezogen ist und daher keine Schlinge bildet. Erst durch entsprechend weites Vorschieben des Schlittens wird die Spiralfeder gespannt und die Schlinge in gewünschter Größe gebildet. Dabei ist in bekannter Weise eine Sperre vorgesehen, welche die Feststellung des Schlittens in jeder Lage ermöglicht. Durch Lösung dieser Sperre oder, wenn diese nicht benutzt wird, durch einfaches Auslassen des Schlittens wird letzterer von der gespannten Feder zurückbewegt und zieht' so die Drahtschlinge in gewünschter Weise zusammen.
Auf der Zeichnung ist ein mit dieser Neuerung versehener galvanokaustischer und ein gewöhnlicher Polypenschnürer in beispielsweiser Ausführungsform dargestellt, und zwar zeigen
Fig. i, 2 und 3 einen galvanokaustischen Polypenschnürer in Seiten- und Oberansicht und Längenschnitt und
Fig. 4 und 5 Schnitte nach IV-IV bzw. V-V in Fig. i.
Fig. 6 und 7 zeigen einen gewöhnlichen Polypenschnürer im Längenschnitt und Grundriß.
Fig. 8 ist eine Einzelheit der Fig. 6 in Ansieht und
Fig. 9 das Ende der Drahtführungsröhre mit ausgebildeter Schlinge im Grundriß.
Die vorliegenden Polypenschnürer weisen im Wesen die gleichen Bestandteile wie die bisherigen Polypenschnürer auf und bestehen demgemäß aus je einem »Griff« genannten Gestell 1, das bei den galvanokaustischen Instrumenten aus Hartgummi o. dgl. isolierendem Material hergestellt ist. An das vordere Ende dieses Gestelles 1 schließt die bekannte, den Schiingendraht 2 führende Röhre 3 an. Am rückwärtigen Ende des Griffes und auf der Ober- und Unterseite desselben angeordnete, zur Aufnahme des Daumens, Zeige- und Mittelfingers der rechten Hand bestimmte Ringe 4, 5 und 6 dienen zur Handhabung
des Instrumentes. An einen am Griffe ι in der Längsrichtung' desselben beweglich geführten Schlitten 7 sind die beiden Enden des Schiingendrahtes 2 in bekannter Weise mittels Klemmschrauben 8 angeschlossen. Beim galvanokaustischen Polypenschnürer sind noch, wie bisher, am rückwärtigen Ende die Anschlußkontaktstifte 9 vorgesehen, welche durch seitliche Metallschienen 10 mit den die Drahtführungsröhren 3 haltenden Klemmen 11 leitend verbunden sind. Die eine Schiene 10 ist durch einen mittels des Hebels 27 schließbaren Federkontakt 12, 13 unterbrochen. Während nun bei den bisherigen derartigen Instrumenten der am rückwärtigen Ende des Griffes 1 sitzende Daumenring 4 und der an dessen unterer Seite befindliche Mittelfingerring 6 stets starr mit dem Griffe 1 und der oberhalb des Griffes 1 befindliche Zeigefingerring 5 oder auch letzterer stets starr mit dem Schlitten 7 verbunden war, sind bei den vorliegenden Instrumenten sowohl Zeigefingerring 5 wie Mittelfingerring 6 starr mit dem Griffe 1 verbunden, wogegen der Daumenring 4 hier am freien Ende einer im Griffe 1 in dessen Längsrichtung auf einer im vorderen Ende des Griffes 1 mit dem einen Ende1 fixierten Stange 14 beweglich geführten hohlen Stange 13 sitzt, die an ihrem anderen Ende mit dem Schlitten 7 gekuppelt ist, und zwar bei dem galvanokaustischen Instrument durch einen Haken 16 (Fig. 3) und bei dem gewöhnlichen durch Schrauben 17 (Fig. 6). Auf der Führungsstange 14 der hohlen Stange 15 ist nun zwischen dem Schlitten 7 und dem vorderen Ende des Griffes 1 eine Spiralfeder 18 angeordnet, welche den Schlitten 7 stets gegen das rückwärtige Griffende hinpreßt und dadurch auch den Draht 2 derart spannt, daß dieser am Olivenende 19 seiner Führungsröhre 3 glatt anliegt und keine Schlinge bildet.
■ Erst durch Vorschieben des Schlittens 7 in der Pfeilfichtung (Fig. 1 oder Fig. 6) bildet sich, indem dadurch beide Enden des Drahtes 2 gleichzeitig in der Röhre 3 vorgeschoben werden, an der Olive 19, wie dies z. B. Fig. 9 zeigt, die zur Operation nötige Schlinge oder Schleife 2X, wobei gleichzeitig die Spiralfeder 18 zusammengedrückt und so stark gespannt wird, daß sie bei Freigabe des Schlittens 7 den Draht 2 zurückzieht und die Schlinge 2X mit der zur Operation erforderlichen Kraft zusammenzieht. Um eine beliebig große Schleife 2X einzustellen, kann der Schlitten an beliebiger Stelle festgelegt werden. Zu dem Zwecke ist entweder der Schlitten 7 selbst, wie in Fig. 1, oder die Stange 15 mit einer Längsverzahnung 20 versehen, mit weleher eine zweckmäßig an einem der festen Ringe 5 oder 6 angelenkte und für gewöhnlich durch eine Feder 21 außer Eingriff gehaltene Klinke 22 zum Eingriff gebracht werden kann, wenn der Schlitten 7 in einer bestimmten Stellung festgelegt werden soll.
Die Handhabung und Wirkungsweise des Instrumentes ist, abgesehen von den an und für sich bekannten Handgriffen behufs Ein- und Ausschaltung des Stromes, bei dem galvanokaustischen Instrumente folgende:
Das Instrument wird mittels des Zeige- und Mittelfingers an den Ringen 5 und 6 und mittels des Daumens am Ringe 4 erfaßt und durch Andrücken des Daumens die Stange 15 und der Schlitten 7 in der Pfeilrichtung (Fig. 1 und 6) vorgeschoben, wodurch sich vorn an der Olive 19 die zur Operation nötige Schlinge 2X bildet. Die Operation kann sofort durch Nachlassen des Daumens, wobei dieser durch entsprechenden leichten Gegendruck die Geschwindigkeit regelt, vor sich gehen, indem die Feder 18 die Schlinge 2X in beschriebener Weise zusammenzieht und dadurch das zu operierende Gebilde brennend abschneidet oder nur einfach abschnürt;?;
Soll das Instrument mit schon vorher eingestellter oder an der Operationsstelle gebildeter und daselbst erst an dem zu operierenden Gebilde anzulegender Schlinge verwendet werden, so wird der Schlitten 7 nach Bildung der Schlinge mittels der Klinke 22 in beschriebener Weise festgelegt. Nachdem hierdurch die Hand gleichsam entlastet^ wird, kann sie also in diesem Falle das Instrument leicht und sicher anlegen, was bei schwierigeren Fällen von großem Vorteil ist. Behufs Einleitung der eigentlichen Operation wird nun der Daumen ganz leicht angedrückt, wodurch der Schlitten 7 ein wenig vorgeschoben wird und die Klinke 22, unter Wirkung der Feder 21 aus der Verzahnung 20 ausspringend, den Schlitten 7 und die Stange 15 freigibt, worauf die Feder 18 in vorbeschriebener Weise in Wirkung tritt und die Schlinge 2X die gewünschte Operation vollführt.
Die Stange 15 kann, wie dies in Fig. 1 und 2 angedeutet ist, mit einer Teilung versehen sein, welche nicht nur die Abmessung des zu operierenden Gebildes, sondern auch die Beobachtung und dementspre- chende Regelung des Fortschreitens der Operation ermöglicht.
Es sei schließlich noch eine vorteilhafte Neuerung an dem gewöhnlichen Polypenschnürer nach Fig. 6 und 7 erwähnt, welche den Zweck hat, die Drahtschlinge 2X. in zwei verschiedenen, zueinander senkrechten Ebenen einstellen su können. Zu dem Zwecke ist die Führungsröhre 3 des Drahtes mit einem Konus 23 drehbar in das Ende des Griffes 1 eingesetzt und mittels Klemmschraube 24 feststellbar. Ein Stift 25 am Konus 23 der
Röhre 3, der sich in einem entsprechenden Ausschnitte 26 des Griffendes bewegt, begrenzt die Drehung der Röhre auf einen Viertelkreis.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Polypenschnürer, dadurch gekennzeichnet, daß der die Enden des Schiingendrahtes einspannende Schlitten mittels einer im Griffe verschiebbar gelagerten Stange mit dem Daumenringe gekuppelt und durch eine Spiralfeder stets so gespannt ist, daß die Schlinge durch Vorschieben des Schlittens mittels des Daumenringes gebildet und durch Auslassen des Schlittens zusammengezogen wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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