DE25294C - Neuerungen an Typendruck-Telegraphen-Apparaten - Google Patents
Neuerungen an Typendruck-Telegraphen-ApparatenInfo
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- H04L19/00—Apparatus or local circuits for step-by-step systems
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist vorzugsweise der, einen Typendruck-Telegraphenapparat
herzustellen, welcher von einem einzigen Draht und ohne Zuhülfenahme eines Uhrwerkes
zur Bewegung des Typenrades in Thätigkeit gesetzt wird.
In den beiliegenden Zeichnungen stellt dar:
Fig. ι einen verticalen Durchschnitt eines nach vorliegender Erfindung cOnstruirten Typendruck-Telegraphenapparates,
Fig. 2 eine Ansicht von oben,
Fig. 3 eine Ansicht von unten.
Fig. 4 zeigt im Detail einige Theile des Apparates, die mit dem Typenrad in unmittelbarer
Verbindung stehen.
Fig. 5, 6, 7 und 8 zeigen Details und Modificationen des Apparates.
Durch die vier Spulen der Elektromagnete A werden von einem Stromzuleitungsapparat Ströme
von rasch wechselnder Richtung gesendet, wodurch die Polaritäten der Elektromagnete rasch
wechseln, doch sind die Spulen in der Weise angeordnet, dafs die einander gegenüberstehenden
Enden der Elektromagnete in jedem Augenblick entgegengesetzte Polaritäten zeigen. Der
Mechanismus zur Hervorbringung der Stromwechsel der Aufgabeapparate läfst sehr bedeutende
Modificationen zu. In Nachfolgendem soll einer der einfachsten und wirksamsten beschrieben
werden, nämlich der Aufgabeapparat des Wheatstone'schen Zeigertelegraphen. Es mufs
jedoch bemerkt werden, dafs der ■Aufgabeapparat
keinen Theil der vorliegenden Erfindung bildet, und dafs statt des zu beschreibenden
auch ein anderer Aufgabeapparat in Verbindung mit dem hier beschriebenen Empfangsapparat verwendet werden kann. Der bekannte
Wheatstone'sche Aufgabeapparat, welcher bei dem gegenwärtigen Typendruck-Telegraphenapparat
benutzt werden kann, ist wie folgt construirt:
Auf der Achse des Typenrades des Aufgabeapparates ist ein Zahnrad aufgekeilt, welches in
ein Getriebe eingreift, das während einer Umdrehung des Rades halb so viel Umdrehungen
macht, als Typen am Typenrad ersichtlich sind. Auf der Achse des Getriebes festgemacht, aber
von diesem isolirt, befindet sich eine kleine Scheibe mit einer Nuth, welche noch einen
kurzen, zur Achse des Getriebes parallelen Stift trägt. Auf der Achse des Getriebes schleifen
zwei von einander isolirte Federn. Der oben erwähnte Stift an der Scheibe hebt nun während
der Drehung des Getriebes diese Federn abwechselnd von der Achse ab und tritt mit
ihnen in leitende Verbindung; während die eine Feder mit dem Stift in Berührung steht,
schleift die andere auf der Achse des Getriebes. Auf der isolirten, genutheten Scheibe schleift
gleichfalls eine Feder. Die Poldrähte der Batterie werden zu Klemmen geleitet, von denen
die eine mit der Achse des Getriebes, die andere mit der Feder, welche auf der isolirten
Scheibe auf dieser Achse schleift, in. leitender Verbindung steht. Die Enden der Linie führen
zu Klemmen, welche mit den Federn verbunden sind, auf die der erwähnte Stift an der
Scheibe einwirkt. Es werden nun bei jeder Umdrehung des Getriebes nach einander zwei
entgegengesetzte Ströme durch die Linie gehen, und es geht somit, so oft das Typenrad der
Aufgabestation um eine Type gedreht wird, ein Impuls durch die, Linie, welcher nach
dem oben Gesagten die Drehung des Typenrades der Empfangsstation um eine Type bewirkt.
Werden nun die Typenräder beider Stationen auf ο eingestellt, und dreht man dann
das Typenrad des Aufgabeapparates um eine Anzahl Typen, so wird das Typenrad der Empfangsstation
um ebenso viel Typen gedreht, so dafs jenes Zeichen, das gedruckt werden soll, an der zum Drucken bestimmten Stelle
erscheint. Zwischen den Enden der Elektromagnete befinden sich zwei Anker B aus weichem
Eisen, die, um nicht magnetisch auf einander einwirken zu können, an einer messingenen
Achse befestigt sind, so dafs sie zwischen den Magnetpolen schwingen können. Die eisernen
Enden dieser Achse gehen durch die Enden eines permanenten Hufeisenmagnetes D hindurch,
der durch Fernwirkung in den Ankern oder Zungen B Magnetismus hervorruft. Durch die
in den Elektromagneten A hervorgebrachten raschen Polaritätswechsel werden somit die
Anker B von den einzelnen Polen abwechselnd angezogen und abgestofsen. Die ihnen auf
diese Weise mitgetheilte oscillatorische Bewegung wird auf den auf die Achse C der Anker
fest aufgekeilten Arm E übertragen, der an seinem äufseren Ende in der aus Fig. ι ersichtlichen
Anordnung die beiden Sperrklinken E1 trägt, welche in die Zähne eines
kleinen Sperrrades F eingreifen; durch die schwingende Bewegung des Armes E wird
demnach das Rad F in Drehung versetzt. Zur Erhöhung der Sicherheit der Wirkung werden
die Sperrklinken E1 durch Federn gegen die Zähne des Rades F gedrückt. Es sind ferner
die beiden Arretirschrauben G am Rahmen des Apparates angebracht, welche die Sperrklinken
E1 niederdrücken, wenn das auf die Typenräder I, die auf der Achse des Rades F sitzen,
ausgeübte Drehungsmoment so grofs wird, dafs eine über das Ziel hinäusschiefsende Bewegung
derselben zu befürchten wäre. H sind Arretirschrauben für den Arm E.
K sind die Elektromagnete, welche den Druckhebel Z in Bewegung setzen; dieser dreht
sich um eine Achse Z1 und trägt an einem seiner Enden die Anker der Magnete K. Ist
nur ein Typenrad vorhanden, so trägt der Druckhebel Z an seinem anderen Ende ein
Kissen, über welches der zu bedruckende Papierstreifen geführt wird, so dafs über ihm das
Typenrad sich befindet; werden aber, wie dies in den Zeichnungen dargestellt ist, zwei Typenräder
in einem Apparat angebracht, so ist die Einrichtung des Druckhebels etwas complicirter.
In jedem dieser beiden Fälle geht aber der Papierstreifen vom Druckhebel weg über die
Rolle M, wo ihn eine Greifklinke N erfafst, die von einem vom Druckhebel Z ausgehenden
Arm in Bewegung gesetzt wird; sie zieht den Papierstreifen jedesmal, wenn der Druckhebel
nach aufwärts geht, um zu drucken, nach vorwärts; eine zweite, in den Zeichnungen nicht
dargestellte Klinke bewirkt, dafs der Papierstreifen nicht mit der Greif klinke ^zurückgeht.
Sind zwei Typenräder im Apparat, so kann je eines derselben nach Belieben zum Drucken
verwendet werden. Der Druckhebel Z trägt dann zwei Kissen Z3, eines für jedes Rad;
doch sind diese Kissen mit dem Hebel nicht fest verbunden, sondern befinden sich auf
Armen Z4, die mit dem Hebel Z gelenkartig verbunden sind; diese Kissen werden noch
durch schwache Federn Z5 unterstützt, so dafs sie einem leichten Druck nachgeben und demnach
nicht drucken können, wenn sie nicht anderweitig unterstützt werden. Dies geschieht
in der Weise, dafs man, wenn gedruckt werden soll, den Block Y unter die Kissen schiebt.
Dieser wird von einem Schlitten F1 getragen, der quer über den Hebel Z gleiten kann und
mit einem T-förmigen Hebel Z gelenkig verbunden ist, dessen Unterstützungspunkt sich in
einem am Druckhebel befestigten Arm befindet. Um nun den Schlitten Y1 zu veranlassen, quer
über den Druckhebel zu gleiten und den Block Y von einem Druckkissen zum anderen zu schieben,
werden die Typenräder so lange gedreht, bis der eine oder der andere der Stifte P auf
der Achse derselben in eine solche Stellung unter der Achse gebracht wird, dafs, wenn der
Druckhebel aufsteigt, der Hebel Z von dem Stift /' aufgehalten wird, der Hebel Z mufs
dann nachgeben, wodurch die seitliche Bewegung des. Schlittens Y1 bewerkstelligt wird.
Der eine der Stifte I1 bewirkt eine Verschiebung
des Schlittens Y1 nach rechts, die andere eine solche nach links. Die Stifte I1 sind auf
der Achse um den Winkel eines Zahnes des treibenden Sperrrades F gegen einander verstellt;
es befinden sich auch an den Rädern leere Stellen, so dafs kein Drucken stattfinden
kann, während die Stifte Z' eingreifen. Es trägt überdies der Schlitten Y1 ein dünnes,
biegsames Messingblech, das zwischen das Papier und das Typenrad geschoben wird; dieses
Messingblech hat einen Schlitz, so dafs eines der Typenräder drucken kann, während das
andere mit dem Messingblech in Berührung kommt und so keine Zeichen auf das Papier
drucken kann. Dieses Messingblech giebt dem Druck des Typenrades nach, ebenso wie das
unmittelbar darunter befindliche Kissen Z3, so dafs die volle Kraft des Stofses dazu verwendet
werden kann, um das Papier mit dem anderen Typenrad in Berührung zu bringen.
Die Typen der Typenräder werden durch die Färbewalze O, welche leicht auf ihnen
ruht, fortwährend gefärbt erhalten. Diese Walze O wird am besten aus Tuch gemacht
und mit einem Ueberzug von Utrechter Sammet versehen. Die Arretirungen F controliren die
Bewegung des Druckhebels. Die Vorrichtung, um den Druckhebel in Bewegung zu setzen,
ist folgende: Q sind die Elektromagnete, welche den Weg bestimmen, den der Strom durch
den Apparat nimmt; sie sind in Fig. 5 im besonderen dargestellt; ihre Aufgabe ist es, die
Spulen der Elektromagnete K, welche den Druckhebel in Wirksamkeit setzen, so lange
aus dem Stromkreis ausgeschaltet zu erhalten, als die Typenräder 7 gedreht werden sollen;
soll dann ein Zeichen gedruckt werden, so sollen diese Elektromagnete Q die Spulen der
Elektromagnete A, welche die Typenräder in Bewegung setzen, ausschalten und die Spulen
von K in den Schliefsungskreis bringen. Dies wird auf folgende Weise erreicht: Die Elektromagnete
Q sind mit einem Anker R versehen, der in i?1 drehbar ist und einen Arm R2 hat,
der eine Contactfeder trägt, welche, wenn der Anker von den Magneten durch eine Feder
ferngehalten wird, mit dem isolirten Ständer S in Verbindung steht; doch wird, wenn der
Anker hinreichend weit gegen die Magnete gezogen wird, diese Verbindung unterbrochen und
eine andere mit dem Ständer T hergestellt. Der Strom geht somit, so lange die Stromwechsel
in der Leitung so rasch auf einander folgen, wie dies zur Drehung, des Rades F
nothwendig ist, von der Klemmschraube U durch die Spulen Q; da aber bei der vorausgesetzten
Raschheit der Stromwechsel der Anker R von dem Elektromagnet Q nicht hinreichend
stark angezogen werden kann, um den Contact mit dem Ständer ,S zu unterbrechen
und jenen mit T herzustellen, so geht der Strom durch die Windungen der Elektromagnete
A und dann auf dem in Fig. 3 ersichtlichen Wege zu dem metallenen Gestell
des Apparates; von da aus zu dem Anker R und Ständer. S, der mit der anderen Zuleitungsklemme V in Verbindung steht, durch welche
das Instrument in den Stromkreis geschaltet ist. Kommt aber das passende Zeichen des Typenrades
an die gewünschte Stelle, so sendet der Stromübertragungsapparat einen länger andauernden
Stromimpuls durch die Leitung; die unmittelbare Folge davon ist, dafs der Anker R
nun von Q angezogen, der Contact mit 5 unterbrochen, dafür jener mit T hergestellt
wird, so dafs der Verlauf des Stromes nunmehr ist: von der Zuleitungsklemme U durch die Spulen·
von Q, den Ständer T, den Anker R, das metallene Gestell des Apparates, die Spulen
des Elektromagnetes K und von da zur Klemme V. Es ist daraus ersichtlich, dafs
bei jedem derartigen langer dauernden Stromimpulse der an einem Ende des Druckhebels
befindliche Anker der Elektromagnete K von diesen angezogen wird, wodurch das andere
Ende des Druckhebels gegen das augenblicklich zum Drucken freie Typenrad gedrückt
wird, so dafs auf dem Papierstreifen das gewünschte Zeichen abgedruckt wird. Wenn der
Stromkreis sehr lang ist, so ist es manches Mal angezeigt, den Druckhebel von einer Localbatterie
in Thätigkeit setzen zu lassen. Die dazu nothwendigen Verbindungen werden abermals
durch den Anker R hergestellt in einer aus der oben beschriebenen leicht abzuleitenden
Weise. Um sich zu vergewissern, ob die Typenräder aller Aufnahmeinstrumente gleichzeitig
und in Uebereinstimmung mit dem Uebertragungsapparat auf ο stehen, ist folgende Einrichtung
getroffen: Auf der Achse der Typenräder befindet sich ein Schraubengewinde W;
W1 ist ein gleichfalls von der Achse getragener Arretirstift; X ist ein Hebel, der in X1
lose sitzt und an seinem Ende den Stift X2
trägt, welcher durch das Gewicht des Hebels und durch eine schwache Feder in das Schraubengewinde
niedergedrückt wird. Drehen sich nun die Typenräder, so wird infolge des Eingriffes
des Stiftes X2 in das Schraubengewinde der Hebel seitlich verschoben, bis bei fortgesetzter
Rotation der Räder ein Ansatz am Ende des Hebels X gegen den Stift Wx stöfst,
dann wird die Rotation der Räder mechanisch aufgehalten, so dafs die Typenräder auf ο zu
stehen kommen, wenn auch die wechselnden Ströme in den Spulen der Elektromagnete A
eine weitere Bewegung derselben zu veranlassen geeignet wären. Beim gewöhnlichen Gebrauch
des Instrumentes wird indessen, bevor noch der Hebel X die Bewegung der Typenräder hemmt,
die Pause zum Drucken gemacht werden, der Druckhebel L wird emporsteigen und ein Fortsatz
desselben, Z2, stöfst den Hebel X bei Seite, hebt dadurch den Stift X1 aus den
Schraubengewinden und eine Feder zieht dann den, Hebel und den Stift zur Ausgangsstellung
zurück. Demnach sind die hier beschriebenen Anordnungen, die den Zweck verfolgen, das
oder die Typenräder auf ο zu stellen, blos dann wirksam, wenn zwei oder drei volle Umdrehungen
des Typenrades ohne Unterbrechung behufs Drückens ausgeführt wurden.
Dies sind die charakteristischen Grundzüge der Erfindung, doch können an einzelnen
Theilen des beschriebenen Apparates Modificationen angebracht werden. So kann man beispielsweise,
um den Apparat zur Bewegung der Typenräder zu unterstützen, die in Fig. 6 getroffene
Anordnung verwenden. Da sind zwei Federn e e mit dem Arm E verbunden. Diese
sind so angeordnet und so kräftig, dafs sie die Anker B nahezu, wenn auch nicht vollständig,
Claims (4)
1. Die Anordnung zur abwechselnden automatischen Ablenkung des Stromes von den
Spulen der Magnete A und jener der Magnete K.
2. Die mit dem Druckhebel L in Verbindung stehenden Anordnungen, vermittelst welcher
der Aufgeber bestimmen kann, von welchem Rad der Abdruck zu erfolgen hat.
3. Die im wesentlichen in Bezug auf Fig. 6 beschriebene Anordnung, um die schwingende
Bewegung des Ankers B selbst durch verhältnifsmäfsig schwache Ströme erhalten
zu können.
4. Die im wesentlichen in Bezug auf Fig. 7 und 8 beschriebenen Anordnungen, die
dann zu benutzen sind, wenn ein Uhrwerk zum Antrieb verwendet wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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