DE2504089B2 - Verschluss zur verriegelung eines deckels - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Verschluß zur Verriegelung eines Deckels in einer Gehäusebohrung eines
Druckbehälters, insbesondere des Gehäuses einer Rotations-Strömungsmaschine, mit einem Scherriegel,
der in einer an der Innenfläche der Gehäusebohrung gebildeten Ringnut angeordnet ist und mit einem radial
nach innen in die Gehäusebohrung vorstehenden Abschnitt an einer radial verlaufenden Fläche einer im
Deckel gebildeten schulterförmigen Ausnehmung anliegt, und einem Stützring, der in der schulterförmigen
Ausnehmung in Anlage mit deren radial und deren axial verlaufender Fläche sitzt und mit seiner Außenfläche an
der Innenseite des Scherriegels anliegt und diesen in der Ringnut hält.
Die Erfindung geht damit von einem bekannten Verschluß (DT-OS 20 45 307) aus, bei dem jedoch der
Scherriegel eine Formgebung aufweist, die bei entsprechend großen Innendrücken des abzudichtenden Behälters
zu sehr hohen Kräften im Scherriegel führen. Das gleiche gilt auch für einen anderen bekannten Verschluß
(GB-PS 1137 191), bei dem der Deckel durch eine Keilverspannung festgehalten ist und ein Ausgleich von
rechts- und linksdrehenden Momenten nicht möglich ist. Anhand eines anderen bekannten Verschlusses mit
Scherriegel ohne Stützring (US-PS 27 34 762) ist bereits eine Betrachtung der am Scherriegel angreifenden
Momente erfolgt, doch ist nur von einem linksdrehenden Momentenpaar die Rede, das um so größer ist, je
höher die Druckbelastung ist.
Tatsächlich aber wirken auf den Scherriegel nicht nur
Druckkräfte in axialer Richtung ein, die zu einem Biegemoment im Scherriegel führen, sondern führen
auch die bei hohen Drücken auftretenden elastischen Verformungen des Gehäuses und des Deckels zu
radialen Kräften, die der Scherriegel aufzunehmen hat. Werden diese Kräfte bei der Formgebung der
Verriegelung nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt, so kann sich der Verschluß verbiegen. Bei
to Rotationsmaschinen kann sich dadurch eine Fehlausrichtung der Stator- und Rotorteile ergeben, die ein
Anstreifen der Schaufeln oder sogar den Ausfall der Maschine zur Folge hat.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, den Verschluß der eingangs geschilderten Art so
auszubilden, daß bei einfacher Bauweise die unter Belastung entstehenden Biegemomente sehr gering
sind. Diese Aufgabe ist erfindungsgemäö dadurch gelöst, daß die radial verlaufende Fläche der schulterför-
migen Ausnehmung — in Axialrichtung gesehen — zwischen den beiden Seitenwänden der Ringnut liegt
und daß der Scherriegel mit zwei vorstehenden Stützflächen versehen ist, von denen die eine an der
Bodenfläche der Ringnut und die andere an derem axialen Ende der Gehäusebohrurg benachbarten Seitenwand
der Ringnut anliegt, um die bezüglich des Schwerpunktes des Scherriegels geometrisch so gelegen
sind, daß das vom Deckel auf den Scherriegel ausgeübte linksdrehende durch das vom Stützring
ausgeübte rechtsdrehende Moment im wesentlichen ausgeglichen ist.
Formgebung und Abstützung des Scherriegels sind demnach so vorgesehen, daß die lastbedingten, am
Scherriegel angreifenden Momente im wesentlichen ausgeglichen sind und eine Axialverschiebung des
Deckels verhindert wird. Es werden sowohl die vom Deckel als auch die vom Stützring ausgeübten
Momentenpaare ausgeglichen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen teilweisen Achsenschnitt durch einen Kompressor mit dem erfindungsgemäßen Verschluß,
F i g. 2 einen Schnitt längs der Linie 2-2 in F i g. 1 in verkleinertem Maßstab und
Fig.3 einen Schnitt durch den Scherriegel zur Darstellung der an ihm angreifenden Kräfte und
Momente.
Der Deckelverschluß wird nachfolgend anhand eines Kompressors 10 gemäß Fig. 1 näher beschrieben,
jedoch hat die Erfindung einen wesentlich breiteren Anwendungsbereich und kann auch zur Halterung des
Deckels eines Druckbehähers oder einer Pumpe u. dgl. dienen. Bei der Rotationsmaschine gemäß F i g. 1
handelt es sich um einen Trommelkompressor mit einem verhältnismäßig dickwandigen zylindrischen
Gehäuse 11 und einer axial verlaufenden Gehäusebohrung 12. Ein zweites Innengehäuse 13 in der
Gehäusebohrung 12 trägt die Statorteile, nämlich mehrere Trennwände 14,15,16. Gemäß F i g. 1 sind die
beiden Laufräder 17 und 19 der ersten Stufe derart angeordnet, daß sie in entgegengesetzte Richtung
weisen, so daß die Stufen des ersten und die des zweiten Kompressorabschnitts jeweils Rücken-an-Rücken
zueinander liegen. Infoige dieser gegensinnigen Anordnung der Stufen jedos Kompressorabschnitts werden
die auf die Welle 20 einwirkenden Druckkräfte weitgehend ausgeglichen.
Die letzte Stufe des ersten Kompressorabschnitts ist
über einen Diffusorkanal und eine Umkehreinrichtung (nicht gezeigt) an den Einlaufbereich dei zweiten Stufe
zwischen den Trennwänden 14 un.i 55 angeschlossen. Das Wellenlager 22 ist in einer einstückig am Gehäuse
11 angeformten Stirnwand angeordnet und das andere Wellenlager 25 ist in einem getrennten Deckel 26
vorgesehen.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel endet das Innengehäuse 13 in einem bestimmten Abstand vor dem
offenen Ende des Gehäuses 11. Eine Ringnut 28 mit radial verlaufenden Seitenwänden 30 und 31 und einer
axial verlaufenden Bodenfläche 32 ist in den verstärkten Abschnitt 34 des Gehäuses 11 in der Nähe des offenen
Gehäuseendes eingearbeitet. Zwischen dem Deckel 26 und dem Gehäuse 11 liegt ein Verschluß 35, der aus
einem ersten, unterteilten Scherriegel 39 und einem Stützring 40 besteht.
Wie F i g. 1 am deutlichsten zeigt, ist in dem Deckel 26 eine ringschulterförmige Ausnehmung 27 mit einer
radial verlaufenden, den Außenumfang des Deckels durchsetzenden Fläche 36 und einer axial verlaufenden
Fläche 37 ausgebildet, die senkrecht zur Fläche 36 verläuft und die Stirnfläche des Deckels 26 durchsetzt.
In zusammengebautem Zustand liegt die Fläche 36 der Ausnehmung 27 — in Achsrichtung gesehen —
zwischen den radialen Seitenwänden 30 und 31 der Ringnut 28. Der Scherriegel 39 sitzt in der Ringnut 28
und stützt sich an der Seitenwand 30 und der Bodenfläche 32 der Ringnut 28 ab. Der Scherriegel 39
ragt in die Gehäusebohrung hinein und liegt an der radialen Fläche 36 der Ausnehmung 27 an. Diese
Anlagefläche ist ausreichend groß, um die innerhalb der zugelassenen Grenzen auftretenden Beanspruchungen
während des Betriebs der Maschine unter Lastbedingungen auszuhalten.
Zwischem dem Scherriegel 39 und der axial verlaufenden Fläche 37 der Ausnehmung 27 befindet
sich der Stützring 40 in Form eines kreisförmigen Rings von rechteckigem Querschnitt, dessen Innendurchmesser
mit dem Durchmesser der Fläche 37 übereinstimmt.
Der Scherriegel 39 besteht aus vier getrennten Segmenten 50, 51, 52 und 53, um ein Einsetzen in die
Ringnut zu ermöglichen. Die Endfläche jedes Segments ist derart ausgebildet, daß sich im zusammengebauten
Zustand drei axial verlaufende Verbindungsstellen 56, 57 und 58 sowie eine radial verlaufende Verbindungsstelle
59 ergeben. Jede an einer Verbindungsstelle befindliche Segmentfläche ist genau bearbeitet, so daß
die Segmente nach dem Einsetzen in die Ringnut wirkungsmäßig einem einteiligen Scherring entsprechen.
Beim Einsetzen der Scherringsegmente in die Ringnut wird der Stützring in die Ausnehmung 27 des
Deckels 26 eingeschoben und der Deckel seitlich zur Gehäuseöffnung verschoben, so daß der Scherriegel in
Anlage sowohl an die Fläche 36 des Deckels als auch die Ringnut angedrückt wird. In dieser Lage wird der
Stützring durch Schrauben 49 gesichert, um eine weitere Verschiebung oder Fehlausrichtung der Vorrichtung zu
verhindern.
Der Stützring 40 dient außerdem zur Übertragung radial gerichteter Kräfte von dem Deckel 26 auf den
Scherriegel 39. Vorzugsweise ist die axiale Breite des Stützrings 40 so gewählt, daß die auf den Scherriegel 39
einwirkenden Radialkräfte im Sinne der Fig. 1 links vom Schwerpunkt 65 (F i g. 3) des Scherriegels 39
angreifen. In entsprechender Weise ist die Anlagefläche zwischen der Fläche 36 der Ausnehmung 27 und dem
Scherriegel 39 derart gewählt, daß die sich ergebenden Axialkräfte auf den Scherriegel 39 unterhalb seines
Schwerpunktes 65 einwirken. Diese Kräfte sind in dem Kräftediagramm gemäß F i g. 3 mit Fi und F4 bezeichnet.
Da die Anlageflächen zwischen dem Scherriegel, dem Deckel und dem Stützring bekannt sind, lassen sich die
Kräfte Fi und F4 und somit die dadurch bedingten Kippoder
Biegemomente für jede Belastung der Maschine ermitteln.
Wie Fig. 3 zeigt, ist der Scherriegel 39 mit einer vorstehenden Stützfläche 67 versehen, die an der
Bodenfläche 32 der Ringnut 28 anliegt, sowie mit einer vorstehenden Stützfläche 68, die an der Seitenwand 30
anliegt. Diese Stützflächen sind geometrisch derart gelegen, daß sie ein auf den Scherriegel einwirkendes
Drehmoment erzeugen, das im wesentlichen gleich groß, aber entgegengesetzt dem durch die Kräfte F\ und
F^ des Deckels hervorgerufenen Moment sind. Infolgedessen
heben sich die um den Schwerpunkt 65 des Scherriegels 39 hervorgerufenen Drehmomente im
wesentlichen auf, und der Scherriegel ist gegenüber dem Gehäuse auf Druck belastet.
Die Stützflächen 67 und 68 sind so bemessen, daß die sich ergebenden Kräfte F2 und Fj in einer bestimmten
Entfernung vom Schwerpunkt 65 des Scherriegels 39 angreifen. In der Praxis wird die Stützfläche 67 derart
gelegt, daß das Moment F2C/2 gleich dem Moment F\d\
ist. In entsprechender Weise ist die Lage der Stützfläche 68 derart gewählt, daß das Moment F3C/3 gleich dem
Moment F^cU ist.
Da sich die Biegemomente auf die oben beschriebene Weise aufheben, wird die Verformung des Stützriegels
wesentlich herabgesetzt und seine Belastbarkeit erheblich gesteigert. Die Druckkräfte werden in eine radiale
Kraft F2, die auf die Bodenfläche 32 der Ringnut 28 einwirkt und eine axiale Kraft F3 zerlegt, die an die
Seitenwand 30 der Ringnut 28 übertragen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Verschluß zur Verriegelung eines '■ ^KeIs in
einer Gehäusebohrung eines Druckbehähers, insbesondere
des Gehäuses einer Rotations-Strömungsmaschine, mit einem Scherriegel, der in einer an der
Innenfläche der Gehäusebohrung gebildeten Ringnut angeordnet ist und mit einem radial nach innen in
die Gehäusebohrung vorstehenden Abschnitt an einer radial verlaufenden Fläche einer im Deckel
gebildeten schulterförmigen Ausnehmung anliegt und einem Stützring, der in der schulterförmigen
Ausnehmung in Anlage mii deren radial ynd deren
axial verlaufender Fläche sitzt und mit seiner Außenfläche an der Innenseite des Scherriegels
anliegt und diesen in der Ringnut hält, dadurch
gekennzeichnet, daß die radial verlaufende Fläche (36) der schulterförmigen Ausnehmung (27)
— in Axialrichtung gesehen — zwischen den beiden Seitenwänden (30,31) der Ringnut (28) liegt und daß
der Scherriegel (39) mit zwei vorstehenden Stützflächen (67,68) versehen ist, von denen die eine (67) an
der Bodenfläche (32) der Ringnut (28) und die andere (68) an der dem axialen Ende der Gehäusebohrung
benachbarten Seitenwand (30) der Ringnut (28) anliegt und die bezüglich des Schwerpunktes (65) des
Scherriegels (39) geometrisch so gelegen sind, daß das vom Deckel auf den Scherriegel ausgeübte
linksdrehende durch das vom Stützring ausgeübte rechtsdrehende Moment im wesentlichen ausgeglichen
ist.
2. Verschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwerpunkt (65) des Scherriegels
(39) außerhalb des Außenumfanges des Deckels (26) gelegen ist.
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