DE2503584A1 - Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansaeure - Google Patents

Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansaeure

Info

Publication number
DE2503584A1
DE2503584A1 DE19752503584 DE2503584A DE2503584A1 DE 2503584 A1 DE2503584 A1 DE 2503584A1 DE 19752503584 DE19752503584 DE 19752503584 DE 2503584 A DE2503584 A DE 2503584A DE 2503584 A1 DE2503584 A1 DE 2503584A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
preparation
aminopenicillanic acid
penicillin amidase
enzyme
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE19752503584
Other languages
English (en)
Inventor
Ernst Brandl
Franz Knauseder
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Sandoz GmbH
Original Assignee
Biochemie GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Biochemie GmbH filed Critical Biochemie GmbH
Publication of DE2503584A1 publication Critical patent/DE2503584A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P37/00Preparation of compounds having a 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring system, e.g. penicillin
    • C12P37/06Preparation of compounds having a 4-thia-1-azabicyclo [3.2.0] heptane ring system, e.g. penicillin by desacylation of the substituent in the 6 position

Landscapes

  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Microbiology (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellunq von 6-Aminopenicillansure Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure durch enzymatische Spaltung von Penicillinen.
  • Es ist bekannt, daß viele Mikroorganismen, sowohl 3akterien wie auch Pilze, Enzyme produzieren, die die Amidbindung in der 6-Position von Penicillinen hydrolysieren und die allgemein als Penicillinacylasen oder -ainidasen bezeichnet werden (siehe J.M.T. Hamilton-Miller, Bacteriological Reviews, 30 (196), Seite 761). Bei einer gegenwartigen großtechnischen Produktion von 6-Aminopenicillansäure werden vorzugsweise Suspensionen von Zellen dieser Mikroorganismen, die eine Acylase oder amidase enthalten, verwendet. Diese Methoden haben jedoch verschiedene Nachteile. Da das Enzym weitgehend intrazellulär ist nuß das Penicillin notwendigerweise zuerst in die Zellkörper eindringen, um mit dem Enzym zu reagieren, was zu einer langsamen Reaktion führt. Die Zellen können auch neben Penicillinamidase andere Enzyme enthalten, die das Penicillin oder die gebildete 6-Aminopenicillansäure durch Aufspaltung des ß-Laktamrings inaktivieren. Da die Acylasen nur einen sehrkleinen Teil des Zellgehaltes ausmachen, müssen bei Verfahren, die den gesamten Organismus verwenden, große Materialmengen, die im Verfahren inaktiv sind, verarbeitet werden.
  • Ein weiterer Nachteil ist der Verlust an Penicillansäure, teils durch Adsorption an den Zellen und teils durch Abbau, der durch während des Zellstoffwechsels gebildete Materialien eingeleitet wird. Noch ein anderer Faktor, der zu Problemen führt, ist mit der Verwendung der gesamten Zellen für die Herstellung von 6-Aminopenicillansäure aus biosynthetischen Penicillinen verbunden und besteht darin, daß die Abtrennung der Säure von anderen Produkten der Hydrolyse ziemlich schwierig ist. Sp berichteten Batchelor et al.
  • (Lancet I (1968), Seite 1175), daß die unter Verwendung ganzer Zellen erhaltene 6-Aminopenicillansäure proteinhaltige Verunreinigungen enthalten kann, die in der Lage sind, gefährliche Allergien bei Menschen hervorzurufen. Wenn Penicilline aus derart verunreinigter 6-Aminopenicillansäure hergestellt werden, können die Verunreinigungen in den Produkten für viele allergische Reaktionen verantwortlich sein,die bei diesen Penicillinen beobachtet werden (G.T. Start, American Heart J. (1968), Seite 42-9). Um diese Verunreinigungen zu entfernen, muß bei der Isolierung der gebildeten 6-Aminopenicillansäure eine intensive Aktivkohlebehandlung der Rohlösung erfolgen was mit Ausbeuteverlusten verbunden ist. Eine weitere Möglichkeit der Reinigung ist durch eine Gelfiltration der erhaltenen 6-Ainopenicillansäure oder des daraus erzeugten Penicillins zur Abtrennung der hochmolekularen Bestandteile gegeben (Kanadisches Patent 771 662).
  • Diese. Schritte führen jedoch zu einer erheblichen Verminderung der Ausbeute.
  • Um die bisher genannten Nachteile zu vermeiden, wurden in Anlehnung an bekannte Methoden der Enzymchemie Verfahren entwickelt, bei denen anstelle von enzymatisch aktiven Zellsuspensionen die daraus isolierte Penicillinamidase an unlösliche Träger gebunden wurde.
  • Für diese Art der Enzymfixierung gibt es mehrere Möglichkeiten: 1. Physikalische Adsorption des Enzyms an einen unlöslichen Träger. Verfahren, die darauf beruhen, sind unter anderem im österreichischen Patent Nr. 261 806 und in der DOS 1 908 854 beschrieben. Die. Nachteile dieser Verfahren liegen im raschen Aktivitätsverlust der adsorptiv gebundenen Penicillinamidase und der geringen spezifischen Aktivität des Adsorbats.
  • 2. Mechanische Einarbeitung des Enzyms in eine hydrophile Polymerisatmatrix: Enzymatische Herstellungsmethoden für 6-Aminopenicillansäure, bei denen das Enzym auf diese Weise fixiert ist, sind unter anderem in der tschechischen Anmeldung 113 908 angeführt. Bei diesen Verfahren ist die spezifische Spaltleistung relativ niedrig, die Einsatzdauer des Enzym-Trägerkomplexes sehr begrenzt und die mechanische Festigkeit des meist in kleinen, kugelförmigen Teilchen vorliegenden Katalysators nicht ausreichend.
  • 3. Verankerung der Penicillinamidase mit Hilfe kovalenter Bindung zwischen den funktionellen Gruppen des Enzyms und eines unlöslichen Trägers: Verfahren, welche kovalent gebundene Penicillinamidase verwenden, sind u.a. in der österreichischen Anmeldung A. 3149/69 und in DOS 1 966 428 und 2 157 972 veröffentlicht.
  • Durch den Einsatz des kovalent gebundenen Spaltsystems werden einige Nachteile, die unter 1 und 2 angeführt wurden, beseitigt. Die Verfahren sind aber mit derart fixierten Enzymen technisch kaum realisierbar, da durch die Kovalentbindung die Enzymaktivität seark reduziert wird und dadurch große Mengen des an den Träger gebundenen Enzyms für die Hydrolyse des Substrats notwendig sind. Weiters nehmen die Trägermaterialien selbst oft ein großes Volumen einJ das sich bei der Isolierung der 6-Aminopenici llansaure störend auswirkt. Zwar kann man das durch Einfüllen des aktiven Treigars in eine Säule und kontinuierliche Beschickung dieser mit Substratlösung verhindarnt dabei muß man aber mit großdimensionierten Säulen arbeiten. Weiters besteht die Gefahr, daß das fixierte Enzym oder der Träger selbst von Mikroorga nismen während des kontinuierlichen Betriebes befallen und dadurch zerstört wird.
  • Viele dieser Nachteile konnten durch den Einsatz von speziell stabilisierten Enzymkörpern gemäß dem österreichischen Patent 297 923 vermieden werden. In mancher Hinsicht jedoch arbeitet das darin beschriebene Verfahren nicht zufriedenstellend,wodurch die Notwendigkeit, ein neues, verbessertes Verfahren zu schaffen, -gegeben war.
  • Das neue erfindungsgemäße Verfahren besteht in der Verwendung von Penicillinamidase aus Bovista plumbea NRRL 3501, welche nach einem aus der Literatur bekannten Verfahren fixiert wurde. Damit konnte ein Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure durch enzymatische Hydrolyse von Penicillinen gefunden werden, das frei von den bisher besprochenen Nachteilen ist, sich technisch einfach realisieren läßt und außerdem sehr wirtschaftlich arbeitet.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man Penicilline der allgemeinen Formel worin R für Benzyl, Phenoxymethyl, Phenylmerkaptomethyl, p-Kresoxymethyl oder n-Butoxymethyl steht, oder deren Salze mit Hilfe besonders stabilisierter Penicillinamidase aus Bovista plumbea NRRL 3501 sowie aus dessen Varianten und/oder Mutanten spaltet.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird beispielsweise so durchgeführt, daß der zu kultivierende Stamm Bovista plumbea NRRL 3501 in einer Nährlösung saprophytisch herangezüchtet wird, welche das Wachstum und die optimale Enzymbildung gewährleistende assimilierbare Kohlenstoff- und Stickstoffquelle sowie Spurenelemente enthält. Je nach der Größe der verwendeten Kultur werden eine oder mehrere vegetative Vorstufen eingeschaltet. Nach Abschluß der Wachstumsphase und Erreichen einer optimalen Penicillinamidase-Ronzentration im Kulturbrei wird filtriert. Ein besonderer Vorteil des Verfahrens ist es nun, daß dieses Filtrat eine hohe Penicillinamidaseaktivität aufweist, und daß das Enzym durch Adsorption an Bentonit mit anschließender Elution in stark angereicherter Form erhalten werden kann Weiters ist es möglich, das Enzym in Form des aufkonzentrierten hochaktiven Bentonit-Eluats direkt in ein Fasergefüge entsprechend der DOS 1 932 426 einzuarbeiten Dadurch erhalt man überraschenderweise einen stabilisierten Enzymkörper, der hinsichtlich Spaltleistung, Einsatzdauer, Abgabe von Verunreinigungen, z.B. Eiweißkörper an die Spaltlösung usw. alle bisher verwendeten fixierten Penicillinamidasen bei weitem übertrifft. Zusätzlich kann nach einem sehr einfachen Verfahren das im Mycel enthaltene Enzym extrahiert und ebenfalls nach Bentonit-Adsorption einer derartigen Fixierung zugeleitet werden.
  • Als Trägermaterialien für die Enzymfixierung sind z.B. celluloseartige veresterte Polymere wie Celluloseacetat, Cellulosenitrat oder Cellulosebutyrat, Polymere und Mischpolymere, die aus Alkylnitrii Acrylaten, Methacrylaten, Vinylestern, Vinylchlorid, Styrol erhalten werden, Polyolefine, Polyamide und ähnliche Produkte geeignet.
  • Ein ganz besonderer Vorteil liegt in der sehr honen spezifischen Aktivität des Biokatalysators, die insbesondere dann zum Tragen kommt, wenn das fixierte Enzym in eine Säule gefüllt wird, die kontenuierlich mit Substratlösung beschickt wird. Dabei können hohe Stoffumsätze bei äußerst kleiner Dimensionierung der Spaltsaule erzielt werden, wobei über raschend die Leistung über Monate konstant bleibt.
  • Weiters ist zu bemerken, daß eine auf diesem Weg hergestellte 6-Aminopenicillansäure völlig rein ist und darin allergisierend wirkende Proteine nicht mehr nachgewiesen werden können. Trotz dieses extrem hohen Reinheitsgrades liegen die Ausbeuten an 6-Aminopenicillansäure bei gleichbleibender Qualität über 90 % der Theorie. Das erfindungsgemße Verfahren stellt somit eine optimale Lösung für die Gewinnung in 6-Aninopenicillansäure durch enzymatische Hydrolyse von Penicillinen dar.
  • In den nachfolgenden Beispielen, die die Erfindung näher erläutern, ihren Umfang aber in keiner Weise einschränken sollen, erfolgen alle Temperaturangaben in Celsiusgraden.
  • Beispiel 1: Das Mycel einer 14 Tage bei 240 bebrüteten Stammkultux von Bovista plumbea NRRL 3501 (Nährboden: Sabouraud-Dextrose-Agar, abgefüllt in 16 x 160 mm Eprouvetten zu je 5 ml, in Schräglage erstarren gelassen) wird mit 5 ml nachstehend angeführter Nährlösung abgeschwemmt, in einer sterilen Eprouvette mittels eines Glasstabes zerkleinert und in 20 ml nachstehend angeführter steriler Nährlösung, die in einen 100 ml Enghals-Erlenmeyerkolben abgefüllt ist, übertragen.
  • Nährlösung: 1 g Stickstoff (in Form von filtriertem Bierhefeautolysat) 50 g Glukose 1 g EH 2P04 0,5 g MgS04 . 7 H20 0,5 g Ca(N03)2 0,1 g NaCl 0,05g FeS04 . 7 H20 mit Aqua dest. auf 1000 ml aufgefüllt pH 6,0 Nach dem Abfüllen der Nährlösung werden 0,6 % Spermöl zugesetzt. Die Nährlösung wird 40 Minuten bei 1200 im Dampfautoklaven sterilisiert und nach Beimpfung auf einen Rotationsschüttelwerk bei 40 mm Hub und 260 U/Min. 96 Stunden bei 24° geschüttelt. Das Mycel dieser ersten Submersstufe ist kugelig, und die gesamte Kultur wird in einer entsprechenden großen Glasröhre mittels eines gut eingepaßten Glasstempels unter sterilen Bedingungen zu breiiger Konsistenz verrieben. 10 ml dieser verriebenen Kultur werden zur Beimpfung der zweiten Submersstufe (500 ml Weithals-Erlenmeyerkolben, gefüllt mit 100 ml der oben beschriebenen Nährlösung) verwendet. Man schüttelt auf einem Rotationsschüttelwerk bei 40 mm Hub und 260 UlMin.
  • 96 Stunden bei 240 und homogenisiert die Kultur dann mittels eines geeigneten Tauchmixers unter sterilen Bedingungen bei 4000 bis 4500 U/Min. 30 Sekunden. Zu diesem Zweck wird der im Dampfautoklaven während 30 Minuten bei 1200 sterilisierte Dispergierkopf des Mixers in das unter sterilen Bedingungen geöffnete und.
  • waagrecht gehaltene Kulturgefäß eingeführt. 10 ml homogenisiertes Produkt aus dieser zweiten Submersstufe werden zur Beimpfung eines Kulturgefäßes der dritten Submersstufe (500 ml Weithals-Erlenmeyerkolben, der mit 100 ml der oben beschriebenen Nährlösung gefüllt ist) verwendet. Es wird unter den gleichen Bedingungen wie in der zweiten Submersstufe 96 Stunden bei 24° geschüttelt und homogenisiert. Mit dieser Impfgutstufe werden Submerstanks aus Nirostahl, die mit einer Einrichtung zum Rühren und Belüften ausgestattet und mit 5 Liter der oben beschriebenen Nährlösung gefülit sind, beimpft. Nach einer 96 Stunden dauernden Fermentationszeit wird das gewonnene Mycel von der Kulturlösung abgetrennt. Das erhaltene Filtrat wird mit 10 %iger H3P04 unter Kühlung auf pH 4,5 gestellt und unter Rühren mit 20 Gew.-% Bentonit versetzt. Zur Adsorption der Penicillinamidase wird bei ca. 100 während 2 Stunden gerührt, anschließend abfiltriert und das an den anorganischen Träger adsorbierte Enzym mit 20 Vol.-% physiologischer NaCl gewaschen. Zur Elution der Penicillinamidase suspendiert man das Adsorbat in 20 Vol.-% physiologischer NaCl (bezogen auf das ursprüngliche Volumen des Kulturfiltrates) und stellt das pH mit 10 %iger NaOH auf pH 10,0. Nach 15 Minuten Rühren wird durch Filtration-das Eluat abgetrennt und das Adsorbens nochmals mit 10 Vol.-% an physiologischer NaCl bei pH 10,0 in analoger Weise-behandelt.
  • Die vereinigten Eluate werden mit verdünnter H3P04 auf pH 7,5 gebracht, schonend im Vakuum bei ca. 100 auf ein Zehntel ihres ursprünglichen Volumens aufkonzentriert und, falls sie nicht sofort weiter verarbeitet werden, durch Einfrieren bei - 250 stabilisiert.
  • Zur Herstellung des enzymatisch aktiven Fasergefüges werden nun 30 g Cellulose-Triacetat in 200 ml Methylenchlorid bei Raumtemperatur gelöst. Zu dieser Lösung werden 40 ml des aufkonzentrierten Enzymeluats gegeben, das vorher mit 20 % Glycerin verse-tzt worden war. Die Zugabe der wäßrigen, glycerinhaltigen Enzymlösung erfolgt tropfenweise unter schwachem Rühren. Nach weiteren 30 Minuten Durchmischens wird die entstandene Emulsion durch Spinndüsen in ein--ällbad gedrückt, welches Toluoi enthält. Die dabei entstehenden Fasern werden anschließend im Vakuum bei Raumtemperatur getrocknet, um die Reste von Methylenchlorid und Toluol zu entfernen.
  • Diese Zellulose-Triacetat-Fasern, in denen die Penicillinamidase inkludiert ist, werden in eine temperierbare Glassäule der Dimension 2,5 x 40 cm gegeben. Diese Füllung wird nun bei 320 im Recycling mit einer 8 %igen wäßrigen Lösung an K-Penicillin aus einem Vorratsgefäß, das 600 ml faßt, beschickt. Die Durchflußgeschwindigkeit beträgt 10 - 30 ml/Minute. Durch die rasch eintretende Hydrolyse fällt das pH unter das Wirkungsoptimumdes Enzyms, wodurch es notwendig ist, die am Säulenende austretende Lösung durch kontinuierliche Zugabe von 10 %eigen Ammoniak wieder auf ein pH von 7,5 zu stellen. Nach ca. 3 Stunden sind die 600 ml der 8 %igen K-Penicillin V-Lösung zu 97 % in 6-Aminopenicillansäure und Phenoxyessigsäure gespalten.
  • Die Lösung wird aus dem Behälter abgezogen und unter Rührung und Kühlung mit 5 n HC1 langsam auf pH 4,2 gestellt. Nach weiteren 10 Stunden Rühren bei diesem pH und + 20 werden nach Absaugen des Kristallisats, Waschen mit Isopropanol und Trocknen im Vakuumexsikkator 91,5 % (bezogen auf die Theorie) weiße, kristalline 6-Aminopenicillansäure erhalten.
  • Beispiel 2: Das gemäß Beispiel l'durch Züchtung von Bovista plumbea NRRL 3501 in Nirostahlfermentern gewonnene Mycel wird zweimal mit der 5fachen Menge an Aceton bei -100 gewaschen und anschließend im Vakuumtrockenschrank bei 20° getrocknet.
  • Zur Extraktion der Penicillinamidase suspendiert man 50 g der acetonbehandelten Zellen in einem Liter einer 0,5 N Natriumacetatlösung, stellt das pH auf 7,5 und schüttelt bei 25 - 280 während 15 bis 20 Stunden. Der Ansatz wird anschließend bei 10.000 x g zentrifugiert und der Überstand bei 0° mit 2 N Natriumhydroxid rasch auf pH 11 gestellt.
  • Dadurch fällt ein Teil inaktiven Materials aus, welches sofort bei 10.000 x g und 00 abzentrifugiert wird. Den klaren Überstand stellt man mit 2 N Schwefel- oder Phosphorsäure auf pH 6,5 - 7 und setzt Ammonilamsulfat bis zu 60 %iger Sättigung zu. Nach 5 bis 10 Stunden Stehen bei 30 wird der Niederschlag abzentrifugiert, zweimal mit je 25 Vor. % (bezogen auf ursprüngliches Volwmen) an 60 % gesättigter Natriumsulfatlösung gewaschen und in 20 ml destilliertem Wasser aufgenommen; Die Lösung dialysiert man 4 bis 5 Stunden gegen fließendes, entionisiertes Wasser und zentrifugiert sie dann bei 10.000 x g und 00 während 10 Minuten. Der Überstand, welcher die Penicillinamidaseaktivität in stark angereicherter Form enthält, kann entweder sofort gemäß Beispiel 1 zur Herstellung des enzymatisch aktiven Fasergefüges verwendet, oder durch Gefriertrocknung für eine spätere Verwendung stabilisiert werden. Für einen Spaltversuch werden 6 g lyophilisiertes Enzym mit einer spezifischen Aktivität von 25.000 Units/g (1 Unit spaltet 1 ,uMol K-Penicillin V pro Stunde bei 32" und pH 7,5) in einer Mischung aus 32 ml Wasser und 8 ml Glycerin gelöst und gemäß Beispiel 1 mit 30 g Cellulosetriacetat in 20 ml Methylenchlorid zu einem enzymatisch aktiven Fasergeüge versponnen. Nach gründlichem Waschen der Fasern mit Wasser werden sie in eine temperierbare Glassäule der Dimension 2,5 x 40 cm gegeben und im Recycling mit einer 8 %igen wäßrigen Lösung an K-Penicillin V aus einem Vorratsgefäß, das 600 ml enthält, beschickt. Die Durchflußgeschwindigkeit beträgt 10 bis 30 ml/Minute. Durch die rasch eintretende Hydrolyse fällt das pH unter das Wirkungsoptimum des Enzyms, wodurch es notwendig ist, die am Säulenende austretende Lösung durch kontinuierliche Zugabe von 10 %igem Ammoniak wieder auf pH 7,5 zu stellen. Nach ca. 3 Stunden sind die 600 ml der 8 %igen K-Penicillin V-Lösung zu 96 % in 6-Aminopenicillansäure und Phenoxyessigsäure gespaltet. Die Lösung wird aus dem Behälter abgezogen und unter Rühren und Kühlen wie üblich aufgearbeitet. Das aktive Fasergefüge kann im kontinuierlichen Betrieb für weitere 100 Spaltungen ohne nennenswerten Aktivitätsverlust eingesetzt werden.

Claims (10)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man Penicilline der allgemeinen Formel worin R für Benzyl, Phenoxymethyl, Phenylmerkaptomethyl, p-Kresoxymethyl oder n-Butoxymethyl steht, oder deren Salze mit Hilfe besonders stabilisierter Penicillinamidase aus Bovista plumbea NRR1 3501 sowie aus dessen Varianten und/oder Mutanten spaltet.
2. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung von 6-kninopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man das Enzym in Form eines Fasergefüges, in dem die Penicillinamidase inkludiert ist, verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 2 zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung des Fasergefüges acetylierte Cellulose verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 2 zur Herstellung von 6-S.inopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung des Fasergefüges celluloseartige veresterte Polymere verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 2 zur Herstellung von 6-inopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung des Fasergefüges Celluloseacetat, Cellulosenitrat oder Cellulosebutyrat verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 2 zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung des Fasergefüges Polymere und Mischpolymere, die aus Alkylnitril, Arylaten, Methacrylaten, Vinylestern, Vinylchlorid, Styrol erhalten werden, verwendet.
7. Verfahren nach Anspruch 2 zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung des Fasergefüges Polyolefine verwendet.
8. Verfahren nach Anspruch 2 zur Herstellung von G-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Herstellung des Fasergefüges Polyamide verwendet.
9. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man das in den Zellkörpern von Bovista plumbea enthaltene Enzym extrahiert und in angereicherter Form fixiert.
10. Verfahren nach Anspruch 1 zur Herstellung von 6-Aminopenicillansäure, dadurch gekennzeichnet, daß man die im Filtrat einer Bovista plumbea-Kultur vorliegende Penicillinamidase an Bentonit adsorbiert, anschließend eluiert und in angereicherter Form fixiert.
DE19752503584 1974-01-31 1975-01-29 Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansaeure Withdrawn DE2503584A1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH132874A CH597237A5 (de) 1974-01-31 1974-01-31

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2503584A1 true DE2503584A1 (de) 1975-08-14

Family

ID=4207889

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19752503584 Withdrawn DE2503584A1 (de) 1974-01-31 1975-01-29 Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansaeure

Country Status (2)

Country Link
CH (1) CH597237A5 (de)
DE (1) DE2503584A1 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2752499A1 (de) * 1976-11-26 1978-06-01 Pfizer Verfahren zur enzymatischen umwandlung eines penicillins in 6-aminopenicillansaeure

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2752499A1 (de) * 1976-11-26 1978-06-01 Pfizer Verfahren zur enzymatischen umwandlung eines penicillins in 6-aminopenicillansaeure

Also Published As

Publication number Publication date
CH597237A5 (de) 1978-03-31

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE3132497C2 (de)
DE2631048B2 (de) Verfahren zur Herstellung von D-Phenylglycin
DE3851022T2 (de) Verfahren zur Herstellung von verzweigten Fructo-Oligosacchariden.
DE69132472T2 (de) Verfahren zur Herstellung von optisch aktivem 1,3-Butandiol
DE2757980C2 (de)
DE2021465B2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Enzympräparates, welches die OH-Gruppe in der 3beta-Stellung des Cholesterins dehydriert
DE3217908C2 (de)
DE2811303C3 (de) Enzymatische Komplexe, die zur Umwandlung racemischer Hydantoine in optisch aktive Aminosäuren geeignet sind, sowie deren Anwendung
DE1792748A1 (de) Verfahren zur herstellung von glucoseisomerisierendem enzym
DE2503584A1 (de) Verfahren zur herstellung von 6-aminopenicillansaeure
DE1966427C3 (de) Verfahren zur Herstellung von 6-AminopenicUlansäure
DE1967074C3 (de) Verfahren zur Herstellung von a-Aminobenzylpenicillin
DE3785021T2 (de) Verfahren zur herstellung von neuraminidase.
DE3885438T2 (de) Verfahren zur Herstellung von mikrobieller Cellulose.
DE68924482T2 (de) Verfahren zur herstellung optisch aktiver 2-hydroxy-4-phenyl-3-butensäure.
DE2331295A1 (de) Verfahren zur herstellung von 7-aminodesacetoxy-cephalosporansaeure
DE69026953T2 (de) Pilzzellwandmaterial mit flockungseigenschaften und verfahren zu seiner herstellung
DE69600978T2 (de) Verfahren zur Herstellung von D-Aminosäuren
DE2058371A1 (de) Verfahren zur Herstellung von 6-Aminopenicillansaeure
DE2126181C3 (de) Biotechnisches Verfahren zur Herstellung von L-Arginase
DE2704212A1 (de) Verfahren zur herstellung von l-methionin
DE3787208T2 (de) Mikrobiologische Herstellung von L-Threonin aus Homoserin.
DE3719332C2 (de) Verfahren zur Herstellung von L-Isoleucin
DD286187A5 (de) Verfahren zur milchsaeuregaerung mittels immobilisierter mikroorganismen
DE1925952C3 (de) Mikrobiologisches Verfahren zur Herstellung von L-Asparaginase mit Antitumorwirksamkeit

Legal Events

Date Code Title Description
8141 Disposal/no request for examination