DE2502283A1 - Kettenuebertragungsmittel - Google Patents

Kettenuebertragungsmittel

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DE2502283A1 DE19752502283 DE2502283A DE2502283A1 DE 2502283 A1 DE2502283 A1 DE 2502283A1 DE 19752502283 DE19752502283 DE 19752502283 DE 2502283 A DE2502283 A DE 2502283A DE 2502283 A1 DE2502283 A1 DE 2502283A1
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    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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    • C08F2/00Processes of polymerisation
    • C08F2/38Polymerisation using regulators, e.g. chain terminating agents, e.g. telomerisation

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Description

Priorität: 23. Januar 1974 - Japan -'Nummer 9920/1974 ' .■
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kettenübertragungsmittel sowie ein Verfahren zur Steuerung des Polymerisationsgrades bei der Herstellung von Polymerisaten oder Mischpolymerisaten von Vinyl- oder Vinylidenverbindungen mit Hilfe dieser Kettenübertragungsmittel. Der im folgenden verwendete Ausdruck "Vinylpolymerisate" bezeichnet sowohl Vinyl-Homopolymerisate als auch Vinyl-Mischpolymerisate.
Es ist bekannt, daß man beim Polymerisieren von Vinylmonomui'eri in Gegenwart eines üblichen radikalischen Initiators Polymerisate mit einem hohen Polymerisationsgrad erhalten kann.
Insbesondere im Fall von Aerylmonomeren werden Polymerisate mit einer außerordentlich honen Schmelzviskosität erhalten. Diesen Polymerisaten haften daher Nachteile an, wie Schwierigkeiten beim
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Verpressen, da hierfür hohe Temperaturen erforderlich sind, ferner ein Verfärben oder Zersetzen beim Erhitzen von Preßkörpern au:: diesen Polymerisaten, was eine Qualitätsverschlechterung mit sich bringt, und außerdem Schwierigkeiten bei der Durchführung eines langdauernden PreßVerfahrens.
Um daher Polymerisate mit einer guten Verarbeitbarkeit erzeugen zu können, sind Verfahren zur Steuerung des Polymerisationsgraies "der Polymerisate auf niedrigere Längen angewendet worden, z.B. durch Polymerisieren bei hohen Temperaturen oder durch Zusatz eines Kettenübertragungsmittel.
Bei dem Verfahren, bei dem die Polymerisationstemperatur erhöht wird, kann der Polymerisationsgrad nicht in gewünschter Weise gesteuert werden, und außerdem werden wegen der hohen Polymerisationstemperatur Polymerisate mit verzweigten Ketten erzeugt, die zu einer Herabsetzung der Wärmestabilität im Fall einiger Arten der verwendeten Monomeren führt. Aus diesem Grund ist dieses Verfahren nicht zweckmäßig.
Bei dem Verfahren, bei dem ein Kettenübertragungsmittel rr.itverv;endet wird, haben bisher bekannte Kettenübertragungsmittel zahlreiche Nachteile, und es sind bis jetzt noch keine zufriedenstellenden Mittel gefunden worden. Zum Beispiel sind als wirksame Kettenübertragungsmittel bei der Polymerisation von Vinylrnonornerer. r.alogenierte Kohlenwasserstoffe, Halogenkohlenstoff-Verbindungen, Amine, Mercaptane, Hyd-roehinone sowie ungesättigte cyclische Terpene bekannt. Alle diese Verbindungen weisen jedoch die geschilderten Nachteile auf.
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Bei der Polymerisation von Vinylmonoineren ist Tetrabromkohlenstoff als typisches Beispiel einer halogenierten Kohlenstoffverbindung ein ausgezeichnetes Kettenübertragungsmittel und läßt
Vinyipolymerisate mit niedrigen Polymerisationsgraden entstehen. Jedoch weisen die erhaltenen Vinyipolymerisate eine außerordentlich schlechte Wärmestabilität auf und verfärben sich auch in ausserordentlichem Maß beim Vorpressen, so daß sie nur eine geringe Anwendbarkeit besitzen. Von den Mereaptanen sind die niedermole-. kularen Mercaptane mit beispielsweise 2 oder k Kohlenstoffatomen sehr wirksam und liefern auch Vinyipolymerisate mit niedrigem
Molekulargewicht, ohne daß eine Herabsetzung der Wärmestabilität auftritt, wie sie Tetrabromkohlenstoff hervorruft. Jedoch haben
die erhaltenen Vinyipolymerisate einen außerordentlich unangenehmen Geruch und verzögern die Polymerisationsreaktion. Deshalb sind diese Vinyipolymerisate nicht zur Verwendung bei Verpackungsmaterialien, Behältern oder dergleichen für Lebensmittel geeignet und besitzen auch nur einen außerordentlich geringen Anwendungsbereich.
Ferner besitzen Amine, Hydrochinone und ungesättigte cyclische
Terpene den unangenehmen Nachteil, daß sie die. Polymerisationsreaktion verzögern oder sogar unterbrechen, obwohl sie als Kettenübertragungsmittel wirksam sind.
Gewöhnlich werden als Kettenübertragungsmittel solche Verbindungen verwendet, die Atome enthalten, die zur Entfernung des Radikals in einfacher Weise einer Extraktion oder dergleichen unterworfen werden können und die das polymere Radikal stabilisieren, •wie ein Wasserstoffatom, ein Halogenatom oder dergleichen. Bei
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diesen Verbindungen ist es erforderlich, daß die Bindung.^enoiv;:·"1 des Wasserstoffatorr.s oder dergleichen in einer Größer.crdr.u-i/r vorliegt, so daß das IVasserstoffatom oder dergleichen durcii ca: p~l;r~ mere Radikal leicht extrahiert wird und daß das durch die 7or;v'--nannte Extraktion gebildete Radikal des Kettenübertragur-gsni11:'.--.-Is die Eigenschaft hat, wiederum eine Polymerisationsreaktion zu starten.
'Deshalb wurde die Aufmerksamkeit durch die Tatsache erregt, daß die"Bindungsenergie zwischen dem Wasserstoffatom und dem Kohlenstoffatom bei einer Allyl-Position einer Allylverbindung gering ist, und es sind zahlreiche Untersuchungen mit Kettenübertragungi:- mitteln angestellt worden, den Polymerisationsgrad beim Polymerisieren von Vinylmonomeren zu steuern. Als Ergebnis ist gefunden worden, daß Verbindungen mit einer Allyl-oxy-Struktur, nämlich -CH=CH-CHp-O-, die eine cyclische Ätherstruktur bildet, eine ausgezeichnete Wirkung als Kettenübertragungsmittel besitzt. Ferner ist gefunden worden, daß derartige Verbindungen weder die Polymerisation verhindern noch die Wärmestabilität des gebildeten.Polymerisats verschlechtern sowie ein Polymerisat erzeugen, das keinen unangenehmen Geruch aufweist.
Ein Ziel bei vorliegender Erfindung bestand nun darin, ein Verfahren zur Herstellung von Vinylpolymerisaten zu schaffen, wobei der Polymerisationsgrad des Vinylpolymerisats in wirksamer Weise gesteuert wird.
Ein weiteres Ziel bei vorliegender Erfindung liegt in der Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung von Vinylpolymerisaten
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mit einer ausgezeichneten Verarbeitbarkeit. Ferner ist ein Ziel vorliegender Erfindung die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung von Vinylpolymerisaten, die eine ausgezeichnete Wärmestabilität besitzen und frei von einem unerwünschten Geruch sind. Andere Ziele und Vorteile vorliegender Erfindung werden aus der nachstehenden Beschreibung ersichtlich.
Gegenstand vorliegender Erfindung sind daher Kettenübertragungsmittel bei der radikalischen Polymerisation von. Vinylmonomeren, die gekennzeichnet sind durch eine Verbindung der-allgemeinen
Formel
R2
\ 1°
in der R- die Gruppierung 4CRcR^n bedeutet, wobei η = 1 ist., und Rp, R·*, Rh, R1- und R,- gleich oder verschieden sind und Wasserstoffatome oder Alkylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeuten, wobei R-, und Rj. zusammen mit den benachbarten Kohlenstoffatomen einen 4- bis 8gliedrigen gesättigten oder ungesättigten Ring bilden können.
Vorzugsweise hat η den Wert 1 oder 2. Des weiteren wird ein 6gliedriger Ring bevorzugt, den die Reste R^, und R2, mit ihren benachbarten Kohlenstoffatomen bilden können.
Die Kettenübertragungsmittel nach vorliegender Erfindung sind gemäß der vorstehenden Formel cyclische Äther oder deren alkyl-
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substituierte Derivate, die eine Doppelbindung in ihrem Hauptring haben und außerdem im Ring die Allyl-oxy-Struktur aufweisen, wobei das- Äthersauerstoffatom dem Kohlenstoffatom benachbart ist, das wiederum in Nachbarstellung zu dem Allylkohlenstoffatom mit wenigstens einem Wasserstoffatom steht. Ein Alkylsubstituent kann 1 bis 4 Kohlenstoffatome enthalten.
Beispiele derartiger Verbindungen sind 2,5-Dihydrofuran, 3,6-Di-" hydro-2H-pyran, Phthalan und dergleichen. Es können auch deren Derivate mit mindestens einer Methyl-, Äthyl-, n- oder Isopropyl- oder n-, Iso-, sei;:.- ^aes tert.-Butylgruppe verwendet werden.
Bei der Herstellung von Vinylpolyrnerisaten nach vorliegender Erfindung werden cyclische Äther gemäß der vorstehenden Formel zugesetzt, entweder einzeln oder in Kombination, und zwar in einer Menge von 0,1 bis 5,0 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Vinylmonomeren.
Es ist erwünscht, daß die Menge an dem zuzusetzenden cyclischen Äther im Bereich von 0,1 bis 5*0, insbesondere vorzugsweise von 0,5 bis 3,0,Gewichtsprozent, liegt, bezogen auf das Gewicht der Vinylmonomeren. Wenn die Menge unter-0,1 Gewichtsprozent liegt, ist die Kettenübertragungswirkung mäßig, und es kann kein Polymerisat mit einer guten Verarbeitbarkeit und einem niedrigen Polymerisationsgrad erhalten werden. Wenn andererseits die Menge oberhalb 5,0 Gewichtsprozent liegt, wird nicht nur der Polymerisationsgrad sehr stark herabgesetzt, sondern es wird auch die Menge des an das Polymerisat chemisch gebundenen Kettenübertragungsmittels erhöht, wodurch sich die Eigenschaften des Polymerisats in uner-
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wünschter Weise verändern.
Beispiele von verwendbaren Vinyl- oder Vinylidenmonomeren sind Vinylchlorid, Vinylbromid, Vinylfluorid, Styrol, Vinylacetat, Methylvinyläther, Äthylvinyläther, Methylvinylketon, Ä'thylvinylketon, Phenylvinylketon, Acrylsäure, Methacrylsäure, Methylacrylat, Äthylacrylat, n-Propylacrylat, Isopropylacrjrlat, n-Butylacrylat, Octylacrylat, 2-Ä'thyl-hexylacrylat, Acrylnitril, Acrylamid, Methylmethacrylat, Äthylmethacrylat" und Methacrylnitril. Diese Honorieren können nach bekannten Polymerisationsverfahren, wie nach der Emulsionspolymerisation, der Suspensionspolymerisation-, der Polymerisation in Masse, der Lösungspolymerisation und dergleichen, unter Verwendung eines radikalischen Initiators horno- oder mischpolymerisiert werden.
Die Polymerisationstemperatur liegt gewöhnlich im Bereich von etwa 10 bis 80°C.
Von den nach vorliegender Erfindung hergestellten Vinylpolymerisaten haben diejenigen mit einer besseren Verarbeitbarkeit einen niedrigeren Polymerisationsgrad. Außerdem ist deren WärmeStabilität nicht verschlechtert.
In den nachstehenden Beispielen und Verglelehsfceispielen wird der Polymerisationsgrad des Polymerisats mittels uer reduzierten Viskosität (hierin bezeichnet als ^SP/c) des Polymerisats in einer Lösung (h g/Liter) von Dime thy If ormamid (hier abgekürzt als DIT) in der Einheit Liter/g angegeben.
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Bei der Messung der Wärmestabilität des Polymerisats v;ird das Polymerisat 10 Minuten unter einer Last von 100 kg/cm bei eir.c-r Temperatur von 2j55°C mittels eines Wärmepreßprüfgerätes verpro;3t Der "Verfärbungsgrad der gepreßten Platte des Polymerisats wird mit dem unbewaffneten Auge bestimmt.
Im Hinblick auf den Geruch wird das Polymerisat zuerst 2 Hinuten bei einer Temperatur von 200 C unter einer Last von 100 kg/cm'" verpreßt. Sechs Folien der 4 χ 6 cm großen gepreßten Polyrr.erisat,-platten mit einer Dicke von 0,5 mm werden in 300 ml destilliertes Wasser in einem· Zylinder getaucht, der mit einem Stopfen versehen ist, und 24 Stunden einer Extraktion bei 60°C unterzogen. Danach wird der Geruch des Wassers bestimmt. In diesem Falle dient destilliertes Wasser, das unter den gleichen Bedingungen, wie sie vorstehend angewendet werden, d.h. 24 Stunden bei einer Temperatur von 60°C, stehengelassen wird, als Vergleichsprobe.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
Beispiel 1
Ein 200 ml fassendes Glasröhrchen wird mit l8 g Acrylnitril (AN) und 6 g Methylacrylat (MA) als Monomere, mit 112 g Dimethylformamid (DMF) als Lösungsmittel, mit 0,12 g Azobisisobutyronitril (AIBN) als Initiator und mit 1,2 g 2,5-Dihydrofuran als Kettenübertragungsmittel beschickt. Dann wird das Glasröhrchen gründlich mit Stickstoff gespült. Dann wird die Lösungspolymerisation durchgeführt.
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Kach ^ständiger Polymerisation bei 6O°C wird in die Polymerisationslösung Methanol gegossen, urr. das Polymerisat auszufällen. Dann wird das Polymerisat vom Methanol abgetrennt und 24 Stunden in warmer Luft von 6O C getrocknet.
Das derart erhaltene Polymerisat liegt in Form eines weißen Pulvers in einer Ausbeute von 17*5 Gewichtsprozent vor und weist eine reduzierte Viskosität von 0,0266 auf. Das Polymerisat v.'ird ' zu einer Platte verpreßt, die 24 Stunden bei 60°C mit destilliertem Wasser extrahiert wird. Im Extrakt kann kein Geruch festgestellt werden. Beim Wärmestabilitätstest wird l:eir.e Verfärbung beobachtet. · - .
Beispiel 2
In der gleichen V/eise wie in Beispiel 1 wird ein 200 ml fassendes Glasröhrchen mit l8 g AN, 6 g MA, 112 g DMF, 0,12 g AIEK als Initiator und 1,2 g 2,5-Dimethylfuran als Kettenübertragungsmittel beschickt. Das Glasröhrchen wird wieder gründlich mit Stickstoff gespült. Es wird eine jjstündige Polymerisation bei 60°C durchgeführt. Die Ausbeute an dem erhaltenen Polymerisat, das mittels Methanol ausgefällt und getrocknet worden ist, beträgt 18.,0 Gewichtsprozent. Die reduzierte Viskosität ist O,O29j5.
Beim Wärmestabilitäts- und Geruchstest wird keine Verfärbung einer gepreßten Platte aus dem Polymerisat beobachtet und kein Geruch beim Polymerisat festgestellt.
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Vergleichsbeispiel 1
Die Polymerisation wird in der gleichen Weise wie in Beispiel 1, jedoch unter Verwendung der in der Tabelle I als Kettenübertragungsmittel angegebenen Verbindungen durchgeführt.
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Tabelle I
Art des zugesetzten Kettenübertragungsmittels und die reduzierte Viskosität
ο
co
co
Ansatz
Nr.
3+
5+
6+
T+
8+
10
iiJ
12J
AN/MA (ß)
18/6 18/6 18/6 18/6 18/6 18/6
18/6 18/6 18/6 18/6
DMF AIBN (g) (S)
112 112 112 112 Kettenübertragungsmittel Polymerisations- Ausbeute Reduzierte Bezeich- Menge dauer (Std.) (Gew.-%) Viskosität nung (g) (Liter/g)
112 0,12 kein Zusatz
112 0,12 Tetralin
112 0,12 Acetal
112 0,12 Cyclohepten
112 0,12 Diisopropyl-
äther 112 0,12 Ortho-ameisensäu-1,2
re-methylester
0,12 Cyclohexen 1,2
0,12 Cyclopenten 1,2
0,12 Tetrahydrofuran 1,2
0,12 n-Dodecyl- 1,2 mercaptan 3
3
3
3
3
3
3
3
3
+) Vergleichsbeispiel' 18,0
17,5
19,0
17,5
1.7,5
18,0
l4,0
18,0
18,0
19,0
0,0898 0,0738 0,0879 0,0656 0,0892 0,0896
0,0655 0,0550 0,0836 0,0309
K) OO CO
it
Durch Vergleich der reduzierten Viskositäten der Polymerisate, die unter Verwendung derjenigen in Tabelle I angegebenen Verbindungen als Kettenübertragungsmittel, mit /-usnahme von n-Doaecylmercaptan, erzeugt worden sind, mit den reduzierten Viskositäten von Polymerisaten, die unter Verwendung von 2,5-Dihydrofuran und 2,5-Dimethylfuran gemäß den Beispielen 1 und 2 vorliegender Erfindung hergestellt worden sind, ist ersichtlich, daß die cyclischen Äther, wie sie gemäß den Beispielen vorliegender Erfindung eingesetzt werden, in bemerkenswerter Weise ausgezeichnete Kettenübertragungsmittel sind. Es wird keine Herabsetzung bei der Ausbeute an Polymerisat beobachten..
Beispiel 3
2,5-Dihydrofuran wird als Kettenübertragungsmittel bei einer Emulsionspolymerisation eingesetzt. Es werden die zugegebene Menge an 2,5-Dihydrofuran und die Kettenübertragungswirkung untersucht.
In ein 500 ml fassendes Glasgefäß werden 75 S AN, 25 g MA, 0,2 bis 10,0 g 2,5-Dihydrofuran, 200 g entsalztes V/asser, 1,0 g Natrium-dodecylbenzolsulfonat, 0,l6 g Kaliumpersulfat und 0,04 g Natriumhydrogensulfit gegeben. Der pH-Wert der erhaltenen wässrigen Lösung wird auf 5,0 eingestellt. Nach Spülen mit Stickstoff wird die Polymerisation 20 Stunden bei 500C durchgeführt.
Die so erhaltenen Latices werden mittels Aluminiumsulfat ausgefällt und nach Waschen und Dehydratisieren 24 Stunden in warmer Luft von 60°C getrocknet. Man erhält schließlich ein weißes pulverförmiges Polymerisat. In jedem Fall beträgt die Ausbeute an
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Polymerisat 90 Prozent oder mehr. Die Menge an zugesetztem Kettenübertragungsmittel, die reduzierte Viskosität des erhaltenen Polymerisats und die Wärmestabilität sind aus der Tabelle II zu entnehmen .
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Ansatz Nr.
Tabelle II
Menge an zugegebenem 2,5-*Dihydrofuran, reduzierte Viskosität der Polymerisate und Wärmestabilität
Kettenübertragungsmittel Bezeichnung , Menge (g)
Reduzierte Viskosität (Liter/g)
Wärmestabilität"1'4"
ο to
- l4 -
i3+ kein Zusatz - 0,71 gelb
14 2,5-Dihydrofuran 0,2 '0,29 sehwach gelblich
15 2,5-Dihydrofuran 0,5 0,16 farblos
16 2,5-Dihydrofuran 1,0 0,098 farblos
17 2,5-Dihydrofuran 2,0 0,061 farblos
18 2,5-Dihydrofuran 3,0 0,047 farblos
19 2,5-Dihydrofuran 4,0 0,036 farblos
20 2,5-Dihydrofuran 5,0 0,032 farblos
2I+ 2,5-Dihydrofuran 10,0
I
0,020 blaßgelb
22+ Cyclohexen 5,5 0,117 gelb
23+ n-Dodecyl-
mercaptan
1,6 0,091 farblos
-P • · (O t ro
:cd Q) O XJ cn
-P ,Q H (D CD
•Η
H
ω Γ) faO
•Η ^d l^O
Q) CfH K)
cd OO
■Ρ el co
ω '
Φ
ε
G XJ
Sh •Ρ O
•Η
Kd :cd r—l
& Χ3
U ω Q)
ω hO
Ό Q)
•Η -P ο
ω G cd
■η
XJ
JS
cd cd ο
H fo W
ω hO
■Η j^ *
Ά bO ω η
Ui G ,—ι
■Η Ο)
Q) •g ω
X)
:cd cd
X!
O bOXI
■Η >
Q) O
Ch
hO ω
Ph Q)
J>
Die Zugabe von 2,5-Dihydrofuran als Kettenübertragungsmittel wirkt bereits in einer geringen Menge. Die Wärmestabilität der erhaltenen Polymerisate ist gut. Das durch Zusatz von n-Dodecyl-rnercaptan als Kettenübertragungsmittel im Ansatz Er. 23 erzeugte Polymerisat besitzt einen unangenehmen Geruch. Bei den anderen Polymerisaten wird kein Geruch festgestellt. Das ohne Zusatz eines Ke-ttenübertragungsmittels hergestellte Polymerisat besitzt eine sehr hohe Schrr.elzviskosität, eine schlechte Verarbeitbarkeit und "ist gelb gefärbt. Im Gegensatz hierzu ist das durch Zusatz von 2,5-Dihydrofuran in einer Menge von 10 Gewichtsteilen, bezogen i.uf das Gewicht der Monomeren, hergestellte Polymerisat gefärbt, · wenn es heiß verpreßt wird, und weiterhin ist es so spröde und zerbrechlich, daß es unmöglich war, in zufriedenstellender Yieise eine verpreßte Platte herzustellen.
Beispiel4
Es werden als Vinylmonomere Styrol (St) und Methylmethacrylat (MMA), sowie 2,5-Dihydrofuran als Kettenübertragungsmittel bei einer Lösungspolymerisation verwendet. Als.Lösungsmittel dient Benzol, und die Lösungspolymerisation wird bei 60°C durchgeführt. Wie in Beispiel 1 wird das Polymerisat durch Methanol ausgefällt.
509830/0975
Tabelle III
Wirkung des Kettenübertragungsmittels 2,5-Dihydrofuran bei der Polymerisation von Styrol und Methylmethacrylat
Ansatz Monomer Nr. (r)
Kettenübertragungsmittel
Menge(g)
Ausbeute Reduzierte
(Gew.-%) Viskosität
(Liter/g)
O CD CÖ O> O
24+- 25
St St
26+ MxMA 27+ MMA
28 MMA
105 0,12 kein Zusatz
105 0,12 2,5-Dihydrofuran
105 0,12 kein Zusatz
105 0,12 n-Dodecylmercaptan
105 0,12 .2,5-Dihydrofuran
1,35
1,40 1,40
3 3
4,0
3,9
18,5
10,0
17,5
0,0674
0,0220
0,0588
0,0138
0,0321
+) Vergleichsbeispiel
++) die reduzierte Viskosität wird in einer Lösung von 2 g Polymerisat je Liter Benzol bei ^00C gemessen.
Es ist ersichtlich, daß 2,5-Dihydrofuran, das eines der erfindungsgerr.äßen Kettenübertragungsmittel ist, ein wirksames Ketten-' übertragungsmittel bei der Polymerisation von Styrol und MethyI-methacrylat ist. Bei dem durch Zusatz von 2,5-Dihydrofuran hergestellen Polymerisat wird kein Geruch festgestellt. Das durch Zusatz von n-Dodecyl-mercaptan in Ansatz Kr. 27 des Vergleichsbeispiels hergestellte Polymerisat sendet jedoch einen außsrordentlich unangenehmen Geruch aus.
Beispiel 5
In der gleichen V/eise wie-in Beispiel 1 werden in ein Glasgefäß l8 g Acrylnitril, 6 g Methylacrylat, 112 g Dimethylformamid, 0,12 g Azobisisobutyronitril als Initiator und 1,2 g 3,6-Dihydro-2H-pyran als Kettenübertragungsmittel eingespeist. Nach dem Spülen mit Stickstoff wird die Polymerisation 3 Stunden bei 60 C durchgeführt. Dann wird in das Polymerisationsgemisch Methanol gegossen, um das Polymerisat auszufällen.
Nach dem Trocknen beträgt das Gewicht des Polymerisats 17.» 5 S und seine reduzierte Viskosität -^SP/c 0,0360 Liter/g.
Beim Wärrr.estabilitätstest wird keine Verfärbung der verpreßten Platte des Polymerisats beobachtet.
. 509830/097S

Claims (7)

Patentansprüche
1. Kettenübertragungsmittel bei der radikalischen Polymerisation von Vinylinonomeren, gekennzeichne t durch eine Verbindung der allgemeinen Formel
in der R- die Gruppierung -(CRc-Rr)n bedeutet, wobei η = 1 ist, und R„, R^5, Rh, Rj- und R^ .gleich oder verschieden sind und Wasserstoffatome oder Alkylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeuten, wobei R-, und R1. zusammen mit den benachbarten Kohlenstoffatomen einen 4- bis 8gliedrigen gesättigten oder ungesättigten Ring bilden können.
2. Kettenübertragungsmittel nach Anspruch 1 in Form von 2,5-Dihydrofuran, 3,6-Dihydro-2H-pyran oder Phthalan.
J5. Kettenübertragungsmittel nach Anspruch 1 in Form von Alkylderivaten von 2,5-Dihydrofuran, 3,6-Dihydro-2H-pyran und Phthalan.
4. Kettenübertragungsmittel nach Anspruch 3 in Form von Methyl-Äthyl-, n- oder Isopropyl- oder n-, Iso-, sek,- oder tert.-Butyiderivaten des 2,5-Dihydrofurans, 3,6-Dihydro-2H-pyrans und Phthalans.
5. Verfahren zur Steuerung des Polymerisationsgrades bei der
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Herstellung von Polymerisaten oder Mischpolymerisaten von Vinyl- und/oder Vinylidenverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man während der Polymerisation oder i'ischpolyrnerisation ein Kettenübertragungsmittel nach mindestens einem der Ansprüche l bis 4 in einer Kenge von 0,1 bis 5*0 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren, zusetzt.
6. Verfahren nach Anspruch 5* dadurch gekennzeichnet, daß man die Kittel nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4 in einer Menge, von 0,5 bis 3*0 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomeren, zusetzt.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mittel während der Polymerisation bei Temperaturen von 10 bis 80°C zusetzt.
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DE2502283A 1974-01-23 1975-01-21 Verfahren zur Regelung des Polymerisationsgrades bei der Herstellung von Polymerisaten oder Mischpolymerisaten aus Vinyl- und/oder Vinylidenverbindungen Expired DE2502283C3 (de)

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