DE232491C - - Google Patents

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DE232491C
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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10KSOUND-PRODUCING DEVICES; METHODS OR DEVICES FOR PROTECTING AGAINST, OR FOR DAMPING, NOISE OR OTHER ACOUSTIC WAVES IN GENERAL; ACOUSTICS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G10K1/00Devices in which sound is produced by striking a resonating body, e.g. bells, chimes or gongs
    • G10K1/28Bells for towers or the like
    • G10K1/30Details or accessories
    • G10K1/34Operating mechanisms
    • G10K1/347Operating mechanisms for an oscillating bell which is driven twice per cycle
    • G10K1/348Operating mechanisms for an oscillating bell which is driven twice per cycle electrically operated

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 74«. GRUPPE
KURT MIRAM und LOTHAR SEIDEL in AACHEN.
Zusatz zum Patente 231795 vom 19. April 1910.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 4. Mai 1910 ab. Längste Dauer: 18. April 1925.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine verbesserte Ausbildung einer Glockenläutemaschine gemäß Patent 231795 und bezieht sich insbesondere auf eine zweckmäßige Kombination des von der Schleppkupplung bewegten Umschalters mit den Endausschaltern, derart, daß nur zwei Kontaktstellen benötigt werden, wodurch die ganze Anordnung wesentlich vereinfacht wird und an den so entstehenden Steuerschalter bei Gleichstrom nur drei und bei Drehstrom nur sechs Leitungen anzuschließen sind. Gleichzeitig ermöglicht die neue Anordnung, daß bei Erreichung des vollen Ausschlagwinkels der Glocke die Antriebszeiten ungleich ausfallen, wodurch das wohlklingende an- und abschwellende Läuten erreicht wird.
Der neue Aufbau der Läutemaschine ist in einer Ausführungsform in Fig. 1 für Gleichstrom schematisch wiedergegeben. . Mit der Glockenachse ist durch einen Kettentrieb m und Kettenrad I die Steuerwelle * (gelagert in den Lagern 17 und 18) derart verbunden, daß sie stets mit jener ihre Drehrichtung ändert. Auf der Steuerwelle i sitzt einesteils fest die Kupplungsscheibe k, die von den beiden ständig in entgegengesetzter Richtung von der in gleichbleibender Richtung umlaufenden Motorwelle α durch die Wechselräder b, c, d angetriebenen Elektromagnetkupplungen e und f abwechselnd angezogen werden kann, andernteils ebenfalls fest aufgekeilt die Zentrifugalkupplungsscheibe 1.9, die die lose Kupplungsscheibe g und mit ihr die Seilscheibe q mitnehmen kann. Fig. 2 gibt zur besseren Verdeutlichung der Wirkungsweise eine Stirnansicht dieser Kupplung; sie enthält (z. B. 4) von Schraubenfedern 56 bis 59 nach der Mitte zu angepreßte Schwunggewichte 52 bis 55, die sich gegen die Riffelscheibe g legen, diese durch Reibung mitnehmend, solange die Umlaufgeschwindigkeit der Welle unter einer bestimmten Grenze bleibt, sie jedoch freigebend, sobald die Umfangsgeschwindigkeit überschritten wird. Soweit stimmt die Anordnung mit der in dem Hauptpatent dargestellten im wesentlichen überein. Die Scheibe q nimmt nun durch das Zugorgan u die Welle 20 mit, so daß die Speichen des Rades 21 je nach der Drehrichtung abwechselnd einmal von links und einmal von rechts an den Anschlagstift 22 anschlagen und so die Weiterbewegung der Welle 20 verhindern. Auf der Welle 20 ist nun ein Schwinghebel 23 befestigt, der mittels Feder 24 mit dem Umschalterhebel r verbunden ist in der Weise, daß bei jeder Drehung der Welle 20 durch Überschnappen der Feder 24 über den Drehpunkt 25 des Umschalterhebels r dieser mit herumgerissen wird, bis er an seinen Anschlag 26 bzw. 26 x bei der anderen Drehrichtung anschlägt und von diesem in der Weiterbewegung gehemmt wird. Für den Fall, daß nun Umschalterhebel r durch irgendwelche
Reibungseinflüsse oder sonst unvorhergesehene Fälle so fest sitzt, daß er von der Feder 24 nicht herumgerissen wird, besitzt die Kurbel 23 einen Mitnehmer 27, der in die Verlängerung 28 des Umschalters r so eingreift, daß nach Überschnappen der Feder 24 über den Drehpunkt 25 der Umschalter r durch den Daumen 27 auf alle Fälle nach der andern Seite gedrückt wird. Es stellt somit die Welle 20 mit dem Schwinghebel 23 und dem Schnapphebel r den Umschalter dar, der durch Anschlagen an die beiden Kontakte s und t den Strom dem einen oder andern Elektromagneten der Kupplung zuführt. Um nun den Umschalter in einfacher Weise mit den Endausschaltern zu verbinden, sind die Kontakte s und t als Hebel ausgebildet, auf welche unmittelbar oder mittelbar die Ausschalterhebel 13, 14 wirken. Diese können, wie in dem Hauptpatent dargestellt, auf der Glockenachse sitzen, sie sind jedoch im vorliegenden Ausführungsbeispiel auf eine besondere Ausschalterwelle 32 aufgesetzt, die mit der Glockenachse durch Steuerwelle i, Kettenrad 29, Kette 30 und Scheibe 31 derart verbunden ist, daß sie sich gleichzeitig mit dieser hin und her dreht und stets mit ihr proportionale Winkel zurücklegt. Die Ausschalterhebel 13, 14 (entsprechend den gleichnamigen Hebeln des Hauptpatents) wirken im vorliegenden Falle nicht unmittelbar, sondern unter Vermittlung von Zwischenhebeln 5, 9 auf die Kontakthebel s, t, wodurch gewisse, weiter unten erläuterte Vorteile entstehen. Diese Hebel 5 und 9 sind um dieselben Zapfen 33 und 34 wie die Hebel s und t drehbar angeordnet und werden durch die Federn 35 und 36 mit ihren Mitnehmernocken 37, 38 gegen die Endausschalterhebel t und s gedrückt, die ihrerseits wieder an den Anschlagstiften 39, 40 anliegen.
Die Endausschalter s und t werden nun in der gezeichneten Stellung durch kleine Federn 41, 42 in der Weise gehalten, daß sie zunächst bei dem durch die Daumen 13, 15 bzw. 14, 16 herbeigeführten Drehen der Hebel 5 und 9 so lange festsitzen, bis die Drehung einen solchen Winkel erreicht hat, daß die Mitnehmernocken 43 bzw. 44 der Hebel 5 und 9 die Endschalterhebel t und s über diese Federn 41, 42 wegdrücken. Die Federn 45 und 46 bezwecken nun, daß nach diesem Abdrücken die Endausschalterhebel s und t sofort bis an die Mitnehmernocken 37 bzw. 38 herumgerissen werden, wodurch die Stromunterbrechung zwischen r und t bzw. zwischen r und s plötzlich geschieht, so daß die Kontakte sehr geschont werden. Der Strom wird nun in der aus Fig. 1 ersichtlichen Weise durch die elektromagnetischen Kupplungen e bzw. f je nach Stellung des Umschalters r geleitet, wodurch die Glocke in bekannter Weise ihre Rechts- und Linksschwingungen erhält. Da nun aber beim Abschalten einer elektromagnetischen Kupplung bekanntlich hochgespannte Induktionsströme entstehen, sind die Streichkontakte 47 und 48 angeordnet, die in bekannter Weise beim Ab- 6g schalten der Endausschalter i und s einen Kontakt mit den induktionsfreien Widerständen 49 und 50 herstellen, wodurch die Magnetwicklungen der Kupplungen f bzw. e nach Abschaltung vom Netz in sich kurz geschlossen werden, so daß der Induktionsstrom ohne Schädigung verlaufen kann. . Schließlich ist bei erwähnter Steuerung noch ein regulierbarer Widerstand 51 angeordnet, der bezweckt, in gewissen Fällen die Wirkung der Elektromagnetkupplungen zu schwächen bzw. zu verstärken.
Die Wirkung der ganzen Anordnung ist im allgemeinen die gleiche wie beim Patent 231795, nur mit dem Unterschiede, daß die Kontakte r, s, t sowohl das Umschalten wie das Ausschalten vermitteln. Beim Umschalten schlägt der Hebel r von der einen in die andere Endlage und trifft (wenigstens solange noch nicht der weitest zugelassene Ausschlagwinkel der 8g Glocke erreicht ist) gegen den einen oder anderen ruhenden Kontakt s oder t. Beim Ausschalten dagegen wird durch die Hebel 13 und 14 der an dem ruhenden Hebel r anliegende Kontakt s oder t von r abgerissen. Die Schwingungsweite der Glocke wird auch hier wieder zunächst geregelt durch ein entsprechendes Übersetzungsverhältnis zwischen Motor und Glocke. Dagegen schwingt die Glocke im Gegen-.satz zur Ausführungsform des Hauptpatents 231795 jetzt mit ständig vermehrtem Ausschlag so weiter, bis nicht nur die Daumen 15 und 16 an die Hebel 9 und 5 anschlagen, sondern bei Weiterdrehung der Daumen 15 und 16 die Hebel 5 oder 9 so weit gedrückt werden, daß die Mitnehmernocken 44 oder 43 die Endausschalter s oder t von ihrer Widerlage 42 bzw. 41 abdrücken. Die Folge davon ist, daß der nächste Antriebsimpuls nach der Schwingungsumkehr erst dann wieder einsetzt, wenn 10g die Endausschalter s oder t nach Zurücklegen des beträchtlichen Spieles zwischen 37 und t bzw. 38 und s von dem zurückkehrenden Hebel 5 und 9 an ihre Anschläge 40 und 39 wieder zum Anliegen gebracht sind. Dieser Antriebsimpuls wird aber jetzt sofort im Gegensatz zu dem früheren kürzer bzw. kleiner ausfallen, die Glocke also in ihrer Bewegung zurückgehen, bis sie den Höchstausschlagwinkel wieder erreicht, wodurch nun wiederum einer 11g der Endausschalter s oder t abgedrückt wird und bei der Nächstschwingung ein kürzerer Antriebsimpuls herbeigeführt wird. Es wird also bei dieser Steuerung lediglich durch den Totgang der Endausschalter s und t zwischen den Anschlagnocken 38, 44 bzw· 37,43 ein anwachsendes und ein schwächer werdendes Lau-
ten erreicht, so daß sich nunmehr vorliegende Maschine in keiner Weise mehr von dem Läuten von Hand unterscheidet.
Zusammenfassend seien die Vorgänge der Schaltungen an dem Diagramm der Fig. 3, welches die Ausschläge der Glocke in Abhängigkeit von der Zeit darstellt, nochmals erläutert. Die Kurve entsteht, dadurch, daß auf der Senkrechten von oben nach unten die Zeit, von der Mittellinie nach rechts und links die Ausschlagwinkel der Glocke aufgezeichnet sind, so daß also z. B. in der Zeit t (Fig. 3) die Glocke nach links um den Winkel ze» abgelenkt ist. Es sei angenommen, daß in Fig. 1 der Regulierwiderstand 51 im positiven Leiter liege, so daß in Fig. ι der Strom beim Einschalten von 51 zum Umschalter r fließt, von dort durch t nach dem Schleifring 2, durch die elektromagnetische Kupplung f und aus dem Schleifring 1 nach dem — Leiter. Im Punkte A der Kurve (Fig. 3) erfolgt der erste Stromimpuls; die Glocke schwingt nach rechts, und es wird der Strom durch den Rechtsausschalter t unterbrochen, sobald1 die Glocke den bestimmten Winkel b erreicht hat, d. h. sobald in Fig. 1 der Daumen 14 den Hebel 9 so weit abgedrückt hat, daß der Endausschalter t von der Feder 41 losgerissen wird. Gleichzeitig schließt der Endausschalter t aber auch die Wicklung der Kupplung f über 47, 49, — Leiter, Schleifring 1 und Schleifring 2 kurz, so daß der bei der Stromunterbrechung auftretende Induktionsstrom gefahrlos verlaufen kann. Nach der Kurve (Fig. 3) schwingt nun die Glocke bis zum höchsten Punkt B rechts ohne Strom und kehrt ohne Strom um. Erst nach Zurücklegung eines bestimmten Winkels α gibt der Umschalter Strom im Sinne einer Linksschwingung, indem in Fig. ι das untere Trum u die Welle 20 nach rechts verdreht, wodurch mittels der Feder 24 und des Nockens 27 der LTmschalter r nach links gelegt wird und nunmehr mit dem Endausschalter s Kontakt macht. Der Strom fließt jetzt vom + Leiter durch 51, r, s und den Schleifring 3 nach der Kupplung e und vom Schleifring 4 zum — Leiter. Der Strom wird unterbrochen, sobald in Kurve Fig. 3 die Glocke die Mitte um den Winkel b überschritten hat, d. h. sobald in Fig. 1 der Daumen 13 den Hebel 5 so weit gedreht hat, daß der Endausschalter s von der Haltefeder 42 abgedrückt wird. Gleichzeitig wird aber auch hier wieder die Kupplung e über Schleifring 4, — Leiter, Widerstand 50, Feder 48, Endausschalter s und Schleifring 3 kurzgeschlossen, so daß der Induktionsstrom gefahrlos verlaufen kann. Nun wiederholt sich das Spiel auf der rechten und wieder auf der linken Seite, wobei gemäß Kurve Fig. 3 die Schwingungsweiten immer größer und dementsprechend die Stromimpulse immer langer werden, bis bei der Linksschwingung im Punkte C derjenige Ausschlagwinkel c erreicht ist, in welchem in Fig. 1 der Anschlag des Daumens 16 den Hebel 9 hochdrückt. Dagegen ist die Schwingungsweite doch noch nicht so groß, daß in Fig. 1 der Anschlagnocken 43 den Endausschalter t mitreißen könnte. Infolgedessen setzt der Stromimpuls der Glocke bei der Rechtsschwingung nach Umkehr der Drehrichtung sofort wieder in Kurve Fig. 3 nach Überschreitung des Winkels a ein, bis er im Winkel b hinter der Mittellinie wieder abgeschaltet wird. Jetzt ist aber die Schwingung der Glocke so groß geworden, daß im Punkte F derjenige Ausschlagwinkel d erreicht ist, bei welchem in Fig. 1 der Daumen 15 im Sinne einer Rechtsschwingung der Glocke den Hebel 5 so weit abgedrückt hat, daß der Mitnehmernocken 44 den Endausschalter s von seiner Haltefeder 42 abdrückt. Jetzt erfolgt nicht schon im Punkte D von Kurve Fig. 3, d. h. nach Überschreitung des Winkels a nach der Schwingungsumkehr der Glocke ein Stromimpuls, sondern erst im Punkte E, d. h. nachdem in Fig. 1 der Daumen 15 den Hebel 5 85 _ freigegeben hat, so daß der Endausschalter s an seinen Anschlagstift 40 wieder anliegen kann und nunmehr mit dem Umschalter r Kontakt macht.
Der jetzige Stromimpuls ist nunmehr wesentlieh kleiner als der vorhergehende. Die Folge davon ist, daß die Glocke nicht wieder so weit getrieben wird und die nächsten Schläge leiser erfolgen, bis schließlich wieder im Punkte G derjenige Ausschlagwinkel d erreicht ist, bei dem beide Endausschalter gespreizt sind, so daß die nächste Schwingung der Glocke wieder kürzer ausfällt. Hierdurch wird also ein ungleichmäßiges Läuten genau wie von Hand erreicht.

Claims (2)

Pa tent-Ansprüche:
1. Vorrichtung zum Läuten von Kirchen- und ähnlichen Glocken durch einen in gleichbleibender Drehrichtung umlaufenden Motor nach dem Patent 231795, gekennzeichnet durch die Vereinigung des mit der elektromagnetischen Reversierkupplung zusammen wirkenden Umschalters und der Ausschalter in der Weise, daß der von der Glockenachse nach jeder Schwingungsumkehr unter Einschaltung einer Schleppkupplung gesteuerte Umschalthebel (r) auf zwei Kontakthebel (s, t, Fig. 1) einwirkt, welche durch die von der Glockenachse mitgenommenen Ausschalthebel (13, 14) aus dem Bereich des Umschalthebels (r) gebracht werden können.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der Bewegung von den Endausschalterhebeln (15, 16, Fig. 1) auf die Kontakthebel (s, t) unter Vermittlung von Zwischengliedern
mit totem Gang (Hebel 5, 9 mit den Mitnehmernocken 37, 38, 43, 44) erfolgt, derart, daß das Ausschalten des jeweiligen Kontakthebels (s bzw. t) (bei Überschreitung des höchst zulässigen Glockenausschlages) auf einer kürzeren Strecke vor dem Umkehrpunkt erfolgt als das Wiedereinschalten nach dem Umkehrpunkt, zum Zwecke, nach Überschreitung des höchst zulässigen Ausschlages eine erhebliche Verminderung des unter Antrieb zurückgelegten Winkels zu bewirken.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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