DE2201633C3 - Verfahren zur Herstellung von organischen Verbindungen die eine Mercaptoäthylgruppe enthalten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von organischen Verbindungen die eine Mercaptoäthylgruppe enthaltenInfo
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Description
22 Ol
Das inerte organische Lösungsmittel darf mit Wasser nicht nuschbar sein. Das spezifische Gewicht des
Lösungsmittels soll leichter als 1 sein. Beispielsweise kommen aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe
mit Siedepunkten bis 250^, insbesondere
zwischen +50 und +16(TC in Fi^ge. Beispiele hierfür
sind: Aromatische Kohlenwasserstoffe die ein- bis vierfach durch niedrigmolekulare aliphatische Alkylgruppen
substituiert sein können wie Benzol Toluol Xylole, Cumol, Athylbenzol, Propylbenzol, Trimethylbenzole
(Mesitylen), Tetramethylbenzole, Prehnitol Cymole, a-Methyl-naphthalin oder andere alkylsubstituierte
Naphthaline, gerade oder verzweigte Kohlenwasserstoffe mit 6 bis 15 Kohlenstoffatomen
(η-Hexan, n-Heptan, n-Oktan, η-Dekan, n-Dodekan Isooktan, 3,3-Dimethylpentan, 2-Methyl-hexan|
3-Athylpentan usw.); mono- oder bicyclische cycloaliphatische
Kohlenwasserstoffe aus 5 und 6 Gliedern wie Cyclopentan, Cyclohexan, cis-D-calin, die auch
durch niedere AlkyJreste, insbesondere Methy/, Äthyl, Isopropylreste ein- oder mehrfach (bis vierfach) substituiert
sein können, insbesondere Cyclohexane wie Methylcyclohexan, 1,3-Dimethylcyclohexan, 1-Methyl-4-isopropylcycIohexan,
l-Methyl-3-IsopropyIcyclohexan
oder auch bicyclische Kohlenwasserstoffe von denen ein Ring aromatisch ist wie Tetrahydronaphtha-Iinderivate,
beispielsweise Tetralin.
Das inerte Lösungsmittel wird z. B. in einer Menge von 0,5 bis 5 kg, bezogen auf I kg Rhodanid, verwendet.
Die Menge an Äthylenoxyd beträgt etwa 1,0 bis 1,2 Mol bezogen auf 1 Mol Rhodanid."
Bei der Abtrennung der äthylensulfidenthaltenden organischen Phase von der wäßrigen Phase ist sorgfältig
darauf zu achten, daß eine möglichst quantitative Abtrennung der wäßrigen Phase bzw. der Waschflüssigkeit
erfolgt. Nach dem Waschen wird sofort die umzusetzende nucleophile Verbindung zugegeben,
wobei die Reaktion beispielsweise zwischen Raumtemperatur und 180 C stattfindet. Die Reaktionszeit
hängt dabei von der jeweiligen Temperatur ab. Sie ist um so kürzer, je höher die Reaktionstemperatur ist.
Wird beispielsweise die Reaktion zwischen 60 und 120 C durchgeführt, so kann die Reaktionszeit zwischen
1 h und 24 h liegen. Liegt die Temperatur zwischen 80 und 140 C, so ist es gegebenenfalls möglich,
daß die Reaktion bereits innerhalb 1 und 4 h abgeschlossen ist.
_ Die organische Reaktionskomponente, die mit dem Äthylensulfid umgesetzt wird, kann beispielsweise in
einer Menge von 0,5 bis 1,2 Mol, bezogen auf ein Mol Rhodanid eingesetzt werden. Vorzugsweise verwendet
man 0,75 bis 1,0 Mol. Falls sie fest und in dem inerten organischen Lösungsmittel schwer löslich ist, soll die
Umsetzung in möglichst feiner Suspension erfolgen.
Grundsätzlich können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren alle mit Äthylensulfid reagierenden Verbindungen
umgesetzt werden. Insbesondere handelt es sich um Verbindungen die primäre oder sekundäre
Aminogruppen enthalten oder Verbindungen die freie Hydroxy- oder Mercaptogruppen enthalten, wie z. B.
aliphatische, aromatische und heterocyclische Amine, Alkohole, Mercaptane und Säuren, sowie die entsprechenden
Säurehalogenide und Säureanhydride.
Bei den Verbindungen, die Aminogruppen enthalten, handelt es sich vor allem um Ammoniak oder Amine
der Formel NH2R1 bzw. NHR1R2, wobei R1 und R2
gleiche oder verschiedene Alkylgruppen von beispielsweise 1 bis 20 Kohlenstoffatomen insbesondere 1 bis
10 Kohlenstoffatomen bedeuten, die gegebenenfall auch durch eine oder mehrere andere Gruppen substi
tuiert sein können. Als solche Gruppen kommen ζ. Β in Betracht: Cycloalkylgruppen (3 bis 8 C) Alkoxy
gruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, Alkylthio gruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, die Hydroxy
gruppe, die Mercaptogruppe, die Carboxygruppe Carbalkoxygruppen mit J bis 6 Kohlenstoffatomen
Halogene, Alkylaminogruppen mit 1 bis 6 Kohlen Stoffatomen, gegebenenfalls durch Hydroxygruppen
Carboxygruppen, niedere Alkylreste, niedere Alkoxy reste, Carbamidgruppen, Carbalkoxygruppen ode
Halogenatome 1- bis 3fach substituierte Phenyl-| Phenoxy- oder Phenyiaminogruppen oder gegebenen·
falls substituierte heterocyclische Reste, die aus einen] Ring oder aus 2 oder 3 kondensierten Ringen mi
Einzelringen aus 5 oder 6 Gliedern bestehen und ei oder mehrere (bis zu 3) Heteroatome wie Sauerstoff
Stickstoff oder Schwefel enthalten. Beispiele für solch heterocyclischen Reste sind Reste, die sich vom Indol
Imidazo!, Piperidin, Pyrrolidin, Piperazin, Homopiper azin oder Morpholin ableiten, wobei ein Stickstoff
atom auch durch eine Alkyl, eine Oxyalkyl, ein Benzyl oder Alkylbenzylgruppe substituiert sein kann
Ein weiteres Beispiel für einen heterocyclischen Res ist der Phenthiazinylrest oder der Azaphenthiazinylres
(z. B. der 4-Aza-phenthiazinylalkylrest; alkyl = 2 bi
5 C-Atome). Die Alkylgruppen R1 und R2 könne
außerdem ungesättigt sein und insbesondere ein Doppelbindung oder eine Dreifachbindung enthalten
Ebenso können sie gerade oder verzweigt sein und si können mehrere der oben genannten Substituente
enthalten, beispielsweise 2 oder 3 und zwar gleiche ode verschiedene Substituenten. Weiterhin kommen al
Reaktionskomponenten die Aminogruppen enthalten den cyclischen Amine der Formel HNA in Frage, wöbe:
A ein Alkylenrest ist, insbesondere aus 3 bis 6 Kohlen Stoffatomen, der gegebenenfalls substituiert sein kann
wobei insbesondere Alkylreste mit 1 bis 6 Kohlen Stoffatomen, Hydroxygruppen, Carboxygruppen, Phe
nylreste oder auch ein ankondensierter Phenylre: (z. B. Tetrahydrochinolin) in Frage kommt. Außerderrj
kann A ein anderes Heteroatom wie Sauerstoff Schwefel oder ein gegebenenfalls substituiertes (insbe
sondere durch niedere Alkyl- oder Oxyalkylgruppen Stickstoffatom enthalten. Weiterhin kommen als Ver·
bindungen, die sich mit Äthylensulfid umsetzen lasse Alkaloide mit primären oder sekundären Stickstof!
atomen in Frage, wie z. B. Piperidinalkaloide (Coniin Tryptophanalkaloide (Abrin).
Einzelbeispiele für Verbindungen mit Aminogrup pen, die für das erfindungsgemäße Verfahren in Be
tracht kommen, sind z. B.: Benzylamin, Phenyläthy" amin, Benzedrin, Pervitin. Halogenalkylamine wi
Chloräthylamin, Bromäthylamin, Allylamin, Ephedrin Äthylamin, Hexylamin, Decylamin, Diäthylamin, D:"
isobutylamin, Methyläthylamin, Tridecylamin, Viny amin, Tyramin, Mczcalin, Glycin, Alanin, Valin
Leucin, Isoleucin, Serin, Threonin, Cystein, Methionin Tryptophan, Tryptamin, Histamin, Serotonin sow
deren Alkylester /^-Aminoalkohole (-äthanole, -pro panole) Diphenylalkylamine (alkyl 2 bis 6 Kohlenstof"
atome), Xanthinylalkylamine (z. B. Theophyllin- im
Theobrominderivate) Pyrrolidin, Piperidin, Morpho lin, Pyrolin, Oxyprolin.
Es ist natürlich auch möglich, bei dem erfindung! gemäßen Verfahren bekannte Äthylensulfid-Stabil
satoren bzw. bekannte Antioxvdantien Cs. Ullma
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dopädie der technischen Chemie« [1963], 4, S. 47; Kirk-Othmer »Encyclopädie of
cal Technology, 2. Ausg., Bd. 2, S. 558 bis 604) tzen. Insbesondere handelt es sich um Stabilii,
die zur Gruppe der ein- und mehrwertigen e, Thiophenole, Aminophenole, Aminothioe
sowie zur Gruppe der Phenylendiamine, der alkylmercaptane oder der Phenylalkylsulfide
n, wobei diese Verbindungen gegebenenfalls urch niedere Alkylreste substituiert sein können.
Ils kommen Thiazine, Phenothiazine, alipha-Vlercaptane
oder aliphatische Thioäther in BeEinzelbeispiele hierfür sind: Hydrochinon, atechin, Phenothiazin, Benzylmercaptan, Butylitan
usw. Falls ein Stabilisator zugesetzt wird, Mt sich im allgemeinen eine Menge von 2 bis
pm (= 0,002 bis 1%), vorzugsweise 10 bis pm (0,01 bis 1 %) oder 100 bis 1000 ppm (0,1
',). Es empfiehlt sich dabei, den Stabilisator zu Anfang dem organischen Lösungsmittel ao
zen.
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren heren organischen Schwefelverbindungen stellen
e Zwischenprodukte für die chemische Indunsbesondere für die Arzneimittelherstellung
Verfahren gemäß der Erfindung wird weiterhin enden an Hand von Fig. 1 unter Berücksichtiorteilhafter
Ausführungsformen beispielsweise e 25-1-Technikumsapparatur erläutert. Selbstdlich
kann das Verfahren auch in größeren n, sowie unter Verwendung anderer dem Fach- »ekannter Einbauten erfolgen.
Äthylenoxyd-Flasche /// mit Doppelventil •egesch) steht auf einer Tacho-Waage IV und
r das grüne Druckmittel-Ventil 1 über einen hl-Metallschlauch 51 an die Stickstoff-Flasche /
ilossen. Der Anschluß ist über das Reduzier- I, das Ventil 3 und die Rückschlagklappe 2
hert und enthält die Manometer PI1 und PI2.
:n Ventil 3 und der Rückschlagklappe 2 führt /eigleitung 52 zu einem Sicherheitsventil 5 von
nil Umgehungsventil 6 zum Spülen der Abgas-53, an deren Ausgang über Dach eine Flamkschlagsicherung
8 angebracht ist. Die Zweig- +5 52 enthält außerdem das Manometer PI3 mit
) und das Ventil 10. Die Äthylenoxyd-Flasche r das Gas-Ventil 11, einen Edelstahl-Metallh
54, eine Rückschlagkappe 12, ein Feinreguil 13 und ein Einleitungsrohr 55 mit dem
mskessel 56 (z. B. 25 I Inhalt) verbunden. An zeitung für das flüssige Äthylenoxyd befindet
Berdem das seitliche Ventil 14 zum Leerblasen tung und das Manometer PI4. Die Reaktionsur
besteht aus dem kühlbaren (z. B. mit Wasd heizbaren (z. B. mit Wasserdampf) Reakäsel
56, der außer dem Einleitungsronr 55 eine Sffnung 57, ein Auslaßventil 15, beispielsweise
Hührer 58, einen Temperaturmeßfühler mit : und Schreiber 77A8 und den Gaseinlaß der
ing 59 enthält Der Gaseinlaß 59 ist über das ;rventil 16 und Ventil 17 mit der Stickstoff-77
verbunden und wird über die Manometer PI9 kontrolliert An der Gasleitung 59 befindet
3erdem das Ventil 18 zum Vakuumsaugen mit 6S
kuumpumpe 60, das Sicherheitsventil 19 mit ungsventil 20 sowie das Monameter PI7 mit
haJtetem Ventil 21 .Die Ventile 21 und 9 dienen
jeweils zum Abschließen der Druckmanometer PI7 bzw. PI3 falls Vakuum angelegt wird.
Zunächst werden in der Anlage alle Ventile geschlossen. Dann wird die Stickstoff-Flasche I geöffnet
(Anzeige von beispielsweise etwa 200 atü N2 bei PI1)
und das Reduzierventil 4 auf 5 atü eingestellt (Anzeige bei PI2). Die gefüllte Äthylenoxyd-Flasche (sie soll nur
den Bedarf eines Ansatzes, also im vorliegenden Fall etwa 2,5 kg Äthylenoxyd, enthalten) wird auf die
Tacho-Waage IV gestellt, dann wird über Ventil 3 und 10 ein schwacher Stickstoff-Strom zum Spülen der
Leitungen 51 und 54 mit den Metall-Schläuchen eingestellt, und bei strömendem Stickstoff werden die
Metall-Schläuche an die geschlossenen Ventile 1 und 11 angeschlossen. Dabei ist streng darauf zu achten, daß
das Druckmittel-Ventil 1 auf der Stickstoff-Seite und das Gas-Ventil 11 auf der Reaktor-Seite angeschlossen
wird. Nach dem Anschluß der Äthylenoxyd-Flasche baut sich in der Leitung von Flasche 7 bis zu den
Ventilen 1, 11 und 13 ein Druck von 5 atü auf. Durch Schließen von Ventil 3 kann an den Manometern
PI3 und PI4 die Dichtigkeit der Leitungen kontrolliert
werden. Dann spült man nach öffnen von Ventil 3 durch kurzes öffnen von Ventil 6 Leitung 53 sowie
deren Abzweigungen und schließt Ventil 10. Damit sind die Vorbereitungen auf der Äthylenoxyd-Seite
abgeschlossen.
Nun öffnet man die Stickstoff-Flasche 77 worauf das Manometer PI5 beispielsweise etwa 200 atü Druck
anzeigt und stellt beispielsweise mit Ventil 16 bei PI6
einen Druck von 0,5 atü ein. Über Ventil 18 wird im Reaktionsraum Vakuum gesaugt, dann über Ventil 17
0,5 atü Stickstoff aufgegeben, nochmals Vakuum gesaugt und Stickstoff aufgegeben. Dann wird über
Ventil 20 die Abgasleitung 53 mit Stickstoff gespült, die Ventile 20 und 17 geschlossen und nach geringem
Öffnen von 17 unter leichtem Stickstoff-Strom durch das Einfüllrohr zuerst die wäßrige Rhodanid-Lösung
und sodann das inerte organische Lösungsmittel, das gegebenenfalls einen Stabilisator enthält, eingefüllt.
Anschließend gibt man über Ventil 17 dreimal 0,5 atü Stickstoff auf und bläst ihn über Ventil 20
wieder ab, dann prüft man durch Aufgabe von 0,5 atü Stickstoff und Schließen aller Ventile die Dichtigkeit
der Anlage. Zum Anfahren wird Ventil 17 wieder geöffnet
Vor dem Anfahren der Anlage sind also folgende Ventile geöffnet: 3, 4, 16 und 17.
Geschlossen sind: 6, 1, 11, 10, 13, 20, 18 und 15.
Die Manometer zeigen beispielsweise an:
200 atü: PI1, PI6
5 atü: PI3, PI3, Plt
0,5 atü: TV6, PI7
5 atü: PI3, PI3, Plt
0,5 atü: TV6, PI7
Nun stellt man die Rührung so ein, daß eine kräftige
Durchmischung gewährleistet ist, und kontrolliert mit
der Kühlung die Innentemperatur, so daß sie sich in einem Bereich von +15 bis +200C befindet Dann
gibt man durch Öffnen von Ventil 1 den Sticksttif-Druck
von beispielsweise 5 atü auf das Äthylenoxyd, öffnet Ventil 11 und vorsichtig danach Ventil 13, so
daß ein gleichmäßiger Äthylenoxyd-FluB in das Reaktionsgefäß
erfolgt Dabei steigt der Druck bei Pl1
zunächst an, er sinkt aber bei guter Aufnahme wieder ab.
Für eine ordnungsgemäße Reaktion bestehen folgende Kontrollen:
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1. Gewichtsabnahme an der Tacho-Waage.
2. Druckschwankungen an PI1, z. B. zwischen 0,5
und 1,0 a.
3. Temperaturschwankungen an TIR8 bedingt durch
Reaktion und zweitweilige Kühlung.
4. Nach etwa 30 min steigt der pH-Wert der Lösung von anfangs ungefähr 6,0 auf über 12,0; danach
läuft die Reaktion etwas rascher ab.
Nach Aufnahme der entsprechenden Menge Äthylenoxyd ist die Einleitung beendet. Dabei muß man
den Totraum der Leitung von Ventil 11 bis zum Reaktionsgefäß berücksichtigen, da sich nicht das gesamte
Äthylenoxyd aus der Leitung herausblasen läßt. Man schließt Ventil 1 und 11, öffnet Ventil 10 und vorsichtig
Ventil 13, wobei über die Umgehungsleitung mit Stickstoff von beispielsweise 5 atü das restliche Äthylenoxyd
aus der Leitung geblasen wird. Sobald durch Anstieg des Manometers PI1 angezeigt wird, daß durch
Ventil 13 Stickstoff in die Apparatur gelangt (bei dem angegebenen Drücken Anstieg auf über 1 atü) schließt
man die Ventile 10 und 13.
Anschließend rührt man einige Zeit zweckmäßig bei gleicher Temperatur nach. Dabei sind die folgenden
Ventile geschlossen: 13, 20, 18 und 15; geöffnet sind die Ventile: 16 und 17. Der Druck von PI1 liegt beispielsweise
zwischen 0,5 und 1,0 atü.
Sobald dieses Nachrühren beendet ist, werden die Ventile 16 und 17 geschlossen und Ventil 20 geöffnet.
Damit ist der Druck in der Apparatur aufgehoben. Nun erhöht man die Temperatur (maximal bis +5O0C)
und rührt einige Zeit bei der höheren Temperatur. Anschließend spült man mit Stickstoff und kühlt wieder
auf -)-20oC. Unter leichtem Stickstoff-Strom über
die Ventile 16, 17 und 20 läßt man durch vorsichtiges öffnen des Auslaßventils 15 die untere wäßrige Phase
ab und gibt durch den Einfüllstutzen mehrmals Wasser
oder eine wäßrige Salzlösung, rührt jeweils 1 min kräftig durch und läßt über 15 ab. Am Schluß trennt
man sorgfältig ab, es darf kein Wasser in der Apparatur bleiben. Dann füllt man unter Rühren die Verbindung
ein, die mit dem Äthylensulfid reagieren soll (gegebenenfalls in einem inerten organischen Lösungsmittel
wie beispielsweise auf S. 5/6 angegeben), schließt die Einfüllöffnung, spült mehrmals mit Stickstoff, läßt
dann den Überdruck ab und schließt die Anlage bei Ventil 20 und rührt längere Zeit, wobei man gegebenfalls
die Temperatur erhöht. Gegebenenfalls kühlt man anschließend und läßt den Druck über Ventil 20
ab. Ist die Anlage zur Destillation geeignet, so kann man unmittelbar aus dem Reaktionsgefäß abdestillieren.
Unter Verwendung der vorstehend beschriebenen 25 1-Apparatur wird nach den angegebenen Vorbereitungen
und Verfahrensbedingungen in das Reaktionsgefäß zuerst eine Lösung von 3,88 kg Kaliumrhodanid
(40 Mol) in 5,5 1 Wasser und sodann 8 1 Toluol, die 20 g Butyimercaptaii enthalten, eingefüllt. Nun wird
unter kräftigem Rühren ein gleichmäßiger Äthylenoxydgasstrom eingeleitet Dabei steigt der Druck zunächst
am Manometer PI7 an (höher als 0,5 atü) sinkt
jedoch bei guter Aufnahme bis auf etwa 0,7 atü wieder ab. Dosierung des Äthylenoxyds_ 1,2 kg/h. Nach
Aufnahme von 1,936 kg (44 Mol) Äthylenoxyd ist die Einleitung beendet
Anschließend rührt man 4 h bei +200C nach. An
dem Manometer PI1 liegt ein Druck zwischen 0,5 und
1 atü. Nach den 4 h werden die Ventile 16 und 17 geschlossen und das Ventil 20 geöffnet. Nun heizt
man auf 400C an und rührt 1 h bei dieser Temperatur. Anschließend spült man mit Stickstoff und kühlt
wieder auf +2()°C ab. Unter leichtem Stickstoffstrom läßt man über das Auslaßventil 15 die untere wäßrige
Phase ab und wäscht anschließend 6 mal mit je 8 1
ίο 5%iger Kochsalzlösung, die durch den Einfüllstutzen
zugegeben wird, wobei jeweils 1 min kräftig durchgerührt wird. Die wäßrige Phase wird jeweils über das
Ventil 15 abgelassen. Nach der letzten Wäsche wird sehr sorgfältig abgetrennt, so daß kein Wasser in der
Apparatur bleibt. Dann werden unter Rühren 2,784 kg (32 Mol) Morpholin druch die Einfüllöffnung A
zugegeben und letztere geschlossen. Es_ wird mehrmals mit Stickstoff gespült, dann wird der Überdruck abgelassen
und die Anlage bei Ventil 20 geschlossen. Nun wird vorsichtig innerhalb von 30 min auf +1000C
angeheizt und 2 h bei dieser Temperatur gerührt. Dabei stellt sich ein Druck von etwa 1,0 atü ein. Anschließend
läßt man den Druck über Ventil 20 ab. Das Reaktionsprodukt wird destilliert, wobei bei Kp8 93 bis 990C
4,37 kg Morpholinoäthylmercaptan übergehen. Dies entspricht einer Ausbeute von 74,4% der Theorie,
berechnet auf eingesetztes Kaliumrhodanid und 93,2 % der Theorie berechnet auf eingesetztes Morpholin.
Beispiel 2 '
Arbeitet man wie in Beispiel 1 unter Verwendung von 2,74 kg (32 Mol) Piperidin an Stelle von Morpholin.
so erhält man in einer Ausbeute von 88,2%* (bezogen auf Piperidin) Piperidinoäthylmercaptan, Kpi8:87
bis 89CC.
Arbeitet man wie in Beispiel 1 unter Verwendung von 4.13 kg (32 Mol) Dibutylamin an Stelle von
Morpholin, so erhält man in einer Ausbeute von 84,4% (bezogen auf Dibutylamin) Dibutylaminoäthylmercaptan,
Kp26: 137 bis 1400C.
Arbeitet man wie in Beispiel 1, setzt jedoch an Stelle von Morpholin ein Gemisch aus 3,33 kg (32 Mol)
Amylmercaptan, 2,18 kg (32 Mol) Natriumäthylat und 10 kg Benzol ein, so erhält man nach Neutralisation
mit wäßriger Salzsäure in einer Ausbeute von 55 % (bezogen auf Amylmercaptan) Amylmercaptoäthylmercaptan,
Kp5: 103 bis 107°C neben 20% Amylmercaptoäthylmercapto-äthylmercaptan,
Kp5:154 bis 158° C.
Arbeitet man wie in Beispiel 1 unter Verwendung
von 3,3 kg (32 Mol) Glycin-äthylester, so erhält mar
in einer Ausbeute von 61%, bezogen auf Glycinäthylester, N-iß-MercaptoäthyO-glycin-äthylester.
Kp2: 74 bis 76°C.
Man arbeitet wie in Beispiel 1 unter Verwendung
von 3,62 kg (32 Mol) Chloracetylchlorid an Stelle vor
Morpholin und erhält 62% (bezogen auf Chloracetylchlorid) ChlorthioessigsäurecWoräthylester. Kp8: 82
bis 85°C.
709609/195
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Kontinuierliche Durchführung der Herstellung von ß-Morpholinoäthylmercaptan (s. Fig. 2).
Die Anlage zur kontinuierlichen Synthese besteht aus einer Kaskade von drei Reaktionsgefäßen 51 bis 53
mit Kühlmantel 100, Rührer 101, Stickstoffzuleitung 102 und je einem Auslaufrohr 105. /-Xn dem Gefäß 51
befindet sich das Einleitungsrohr 103 für das Äthylenoxid, sowie das Einleitungsrohr 104 für die KSCN-Lösung
mit der Zweigleitung 104', durch die das Toluol zugeführt wird. An das Gefäß 53 schließen sich ein
Kühler ein Abscheider 54, eine Extraktionskolonne El und ein Scheibenreaktor 55 an. Die Reaktionsgefäße 51 bis 53 werden während des Betriebs aus
Sicherheitsgründen unter einem Stickstoffdruck von 3 atü gehalten. In das Gefäß 51 werden je Stunde
durch die Leitung 104 und die Leitung 104' je eine Lösung von 3,88 kg Kaliumrhodanid in 5,5 I Wasser
sowie 8,0 1 Toluol enthaltend 20 g Butylmercaptan und durch die Leitung 103 1,94 kg Äthylenoxyd (ebenfalls
pro Stunde) eingepumpt. Unter Rühren und Kühlen auf +200C wird das Gefäß 51 so weit gefüllt, daß die
mittlere Verweilzeit etwa 1 h beträgt. Das Reaktionsgemisch wird dabei durch die Leitungen 105 in das
Gefäß 52, anschließend in Gefäß 53 und dann in den Kühler Wl und von dort durch die Leitung 106 in den
Phasenteiler 54 gepumpt. In den Gefäßen 52 und B3 beträgt die mittlere Verweilzeit ebenfalls je I h, die
Temperatur wird beispielsweise in 52 auf +3O0C in 53 auf +4O0C gehalten. In dem Kühler Wl wird das
Reaktionsgemisch auf +150C gekühlt, und in 54 erfolgt die kontinuierliche Trennung der wäßrigen
Phase von der Toluol-Phase. Die Toluol-Lösung wird
durch die Leitung 107 in die Extraktionskolonne El eingepumpt lind durch entgegenströmende 5%ige
wäßrige Kochsalzlösung die durch die Leitung 108
ίο zugeführt wird, gewaschen. Dabei wird der Inhalt von
El zweckmäßig durch eine Pulsationspumpe P in
Bewegung gehalten, was den Stoffaustausch bei der Extraktion begünstigt. Die Kochsalzlösung fließt durch
die Leitung 109 ab und kann beispielsweise mit der wäßrigen Phase von 54, die durch die Leitung 110
abfließt, zusammengeführt werden. Anschließend wird die Toluollösung durch die Leitung 111 in den Reaktor
55 (z. B. Scheibenreaktor) mit dem Rührer 113 eingepumpt. Hier wird die Toluollösung mit Mor-
ao pholin das laufend durch die Leitung 112 zugeführt
wird (2,78 kg/h) gemischt. Der Reaktor 5 wird dabei beispielsweise mit Dampf von 0,3 atü auf 100 bis
110°C geheizt. Die mittlere Verweilzeit in 55 beträgt
im allgemeinen 2 h. Das heiße Reaktionsgemisch wird anschließend durch die Leitung 114 der Destillation
zugeführt. Die Ausbeuten entsprechen der diskontinuierlichen Ausführung, d. h. es werden je Stunde
etwa 4,35 kg Morpholinäthylmercaptan hergestellt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- 22 Ol 633 \ι 2 üBei der wäßrigen Rhodanidlösung handelt es sichPatentanspruch: um die in Wasser leicht löslichen Salze der Rhodan-säure mit Leichtmetallen wie z. B. mit AlkalimetallenVerfahren zur Herstellung von organischen Ver- (Natrium, Kalium, Lithium).«ndungen, die eine Mercaptoäthylgruppe enthal- 5 Im allgemeinen verwendet man Kaliumrho-ten durch Umsetzung einer polaren organischen danid.Verbindung mit Äthylensulfid in einem Lösungs- Die wäßrige Rhodanidlösung enthält pro Molmittel, dadurch gekennzeichnet, daß Rhodanid mindestens 126 cm3 Wasser. Beispielsweiseman eine aus einer wäßrigen Rhodanidlösung in kann die Wassermenge zwischen 126 cm3 und 500 cm3 Anwesenheit eines inerten, mit Wasser nicht misch- io pro Mol Rhodanid liegen.baren organischen Lösungsmittels und Athylenoxyd Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird imerhaltene Äthylensulfidlösung direkt verwendet. allgemeinen Athylenoxyd von Raumtemperatur eingesetzt. Die Reaktion der Umsetzung des Athylenoxydsmit dem Rhodanid wird zweckmäßig bei +5 bis15 +5O0C, insbesondere +12,5 bis +50°Cdurchgeführt.Es ist bekannt, Verbindungen, die eine Mercapto- Vorzugsweise wird das Äthylenoxid flüssig in dasä/hylgruppe enthalten, dadurch herzustellen, daß Reaktionsgefäß gegeben Hierfür muß es jeweils unterÄthylensulfid mit geeigneten nucleophilen Verbindun- einem solchen Druck stehen, daß es bei der jeweiligengen wie z. B. Aminen, Alkoholen, Mercaptanen, Sau- Temperatur flüssig ist Der MindestdrucJc beträgtren und geeigneten Säurederivaten bei niederen oder 20 beispielsweise fur 12,5X0,2 atu. Im allgemeinen liegtauch höheren Temperaturen mit oder ohne Lösungs- der Druck unter dem das Athylenoxyd eingesetzt wirdmittel zur Reaktion gebracht wird (Houben Weyl, zwischen 0,5 bis 5,0 atu.Methoden der organischen Chemie, Bd. 9, S. 160 bis Zweckmäßig erfolgt das Einleiten sowie die Umset-166; Chemical Abstracts, 54 [I960], S. 17 234c). zung des Athylenoxyds unter einer Inertgasatmosphäre,Das eingesetzte Äthylensulfid wird dabei in einem a5 vorzugsweise unter Stickstoff. Der Partialdruck desseparaten Verfahren auf folgendem Wege hergestellt: Stickstoffs während der Einleitung des AthylenoxydsAthylenoxyd wird mit einer wäßrigen Lösung von beträgt beispielsweise bei einer Temperatur von 15°CKaliumrhodanid bei —5 bis —10 C umgesetzt (s. über 0,5 atü, bei einer Temperatur von 20 C überz. B. J. ehem. Soc. 1948, S. 1894). Zur Isolierung des 0,8 atü, bei 30 C über 1,3 atü, bei 400C über 2,2 atüÄthylensulfids muß dann zuerst von dem gebildeten 3o und bei 50 C über 3,5 atü. Als obere Grenzen für denKaliumcyanat abgesaugt, die Äthylensulfidphase von Partialdruck des Stickstoffs kommen beispielsweise inder wäßrigen Phase getrennt und anschließend das Betracht 3,5 bis 5 atü.Äthylensulfid destilliert werden. Die Polymerisations- Die Temperatur im Reaktionsgefäß kann beispiels-neigung des Äthylensulfids erfordert bei jedem dieser weise zwischen +12,5 und +50C liegen. Dabei ist esSchritte ein sehr sorgfältiges Arbeiten unter Stickstoff, 35 günstig während der Zugabe bzw. des Einleitens desda bereits bei 0 C sehr leicht spontane Polymerisation Athylenoxyds die Temperatur zwischen 12,5 und 30X,des Äthylensulfids erfolgt. Die Aufarbeitung des insbesondere zwischen 15 und +200C zu halten. GegenÄthylensulfids ist daher bereits im Labormaßstab sehr Ende der Reaktion empfiehlt es sich im allgemeinenverlustreich. die Temperatur auf beispielsweise +40 oder auchHinzu kommt, daß Athylenoxyd bei Temperaturen 4<> +50 C zu erhöhen.unter +12,5 C ein festes Hydrat bildet. Bei allen Die Zugabe des Athylenoxyds erfolgt unter guterUmsetzungen des Athylenoxyds, an denen Wasser Durchmischung, beispielsweise unter Rühren. Nachbeteiligt ist, soll daher nach Möglichkeit die Tempe- beendeter Zugabe des Athylenoxyds wird die Mischungratur in den Gefäßen und Rohrleitungen nicht unter noch einige Zeit weiter in Bewegung gehalten, bzw.diese Temperatur sinken. Insbesondere gilt dies für 45 gerührt. Im allgemeinen beträgt die Nachrührzeitdas Arbeiten mit größeren Mengen Äthylenoxid, da 1 bis 8 h bei einer Reaktionstemperatur die zwischenin solchen Fällen das Athylenoxyd aus Sicherheits- +15 und +50X liegt. Beispielsweise kann 1 bis 6 hgründen nicht gasförmig, sondern flüssig eingesetzt bei+15 bis+30 C anschließend bis zu 2 h bei 30 biswerden soll. Eine Übertragung des bekannten Verfah- 50 C nachgerührt werden oder es kann 4 h bei 200Crens zur Herstellung von Äthylensulfid in den tech- 5<J und dann 1 h bei +40 C nachgerührt werden.Hischen Maßstab ist daher nicht möglich. Die organische Phase, die das Äthylensulfid enthält,Dementsprechend ist auch die Herstellung von wird dann beispielsweise von der wäßrigen Phase abge-Verbindungen die eine Mercaptoäthylgruppe enthalten trennt und mehrfach mit Wasser gewaschen. Dabei istUnter Verwendung von Äthylensulfid in einem tech- es zweckmäßig zur Erleichterung der PhasentrennungBischen Maßstab nur unzureichend möglich. 55 dem Wasser einen Elektrolyten zuzusetzen. Als Elek-Die Erfindung betrifft demgegenüber das im An- trolytzusätze kommen beispielsweise in Frage: Leichtipruch definierte Verfahren. wasserlösliche Salze ein- oder mehrwertiger KationenDurch das erfindungsgemäße Verfahren werden die bzw. Anionen, insbesondere Salze der Alkali-, Erd-Machteile und Schwierigkeiten, die bisher bei der Her- alkali- oder Erdmetalle mit Halogenwasserstoffsäuren,stellung und weiteren Umsetzung des Äthylcnsulfids 6o Schwefelsäure oder Phosphorsäure. Beispiele hierfürbestanden, beseitigt und diese Umsetzung erst im sind Natriumchlorid, Kaliumchlorid, Calciumchlorid,technischen und großtechnischen Maßstab ermöglicht. Aluminiumchlorid und so weiter. GrundsätzlichDarüberhinaus werden mit dem erfindungsgemäßen kommen als Elektrolyte die zum Ausflocken vonVerfahren hohe Ausbeuten erzielt. Diese sind beispiels- Emulsionen geeigneten und bekannten Elektrolyte inweise erheblich höher als bei einer Umsetzung gemäß 6S Betracht (s. z. B. Houben-Weyl, Methoden der orga-dem Stande der Technik. nischen Chemie, Bd. I/l, S. 218 und folgende). Gege-Insbesondere eignet sich das erfindungsgemäße benenfalls kann ein Elektrolytzusatz bereits zur erstenVerfahren auch für eine kontinuierliche Herstellung. Abtrennung der wäßrigen Phase erfolgen.
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