DE218307C - - Google Patents

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DE218307C
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gas mixture
carbonic acid
tempering
tempered
carbon
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D5/00Heat treatments of cast-iron
    • C21D5/04Heat treatments of cast-iron of white cast-iron
    • C21D5/06Malleabilising
    • C21D5/08Malleabilising with oxidation of carbon
    • C21D5/10Malleabilising with oxidation of carbon in gaseous agents

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture Of Iron (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■- M 218307 KLASSE 18 c. GRUPPE
Dr. F. WÜST in AACHEN.
Temperverfahren für Eisen mittels Gase.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 7. Januar 1908 ab.
Das neue Verfahren zum Tempern von Eisen ist aus der Erkenntnis gewonnen, daß der Temperprozeß auf folgenden Vorgängen beruht.
1. Der Glühfrisch Vorgang wird durch Sauerstoff eingeleitet, welcher mit der durch Tempern entstandenen Temperkohle Kohlensäure bildet. ,
2. Die Kohlensäure dringt in das glühende Eisen ein und vergast die Temperkohle unter
ίο Bildung von Kohlenoxydgas.
3. Die Kohlensäure wird regeneriert,' indem das Kohlenoxyd das Eisenerz der Erzmischung zu Eisenoxydul bzw. metallischem Eisen reduziert und Kohlensäure bildet.
4. Fehlt es an Erzsauerstoff, so unterbleibt die Rückbildung der Kohlensäure, und der Gehalt an Kohlenoxyd kann in dem Gasgemisch so weit steigen, daß durch Zerfall des Kohlenoxydes eine kohlende Wirkung auf das Gußstück ausgeübt wird.
Es ist nun schon versucht worden, das Tempern von Gußstücken in zwei Abschnitten auszuführen. Während des ersten Abschnittes wird das Gußstück in einem Ofen erhitzt, in welchem dasselbe einer reduzierenden Flamme ausgesetzt ist, die keinen freien Sauerstoff enthält, so daß sich das Gußstück in einer kohlenoxydreichen Atmosphäre befindet und daher nicht verbrennen kann. Während des zweiten Abschnittes soll nun mit der Flamme Luft im Überschuß eingeführt werden, so daß sich Kohlensäure bildet, die durch die aus dem Gußstück ausgeschiedene Kohle zu Kohlenoxyd reduziert wird. Bei Anwendung dieses bekannten Verfahrens ist es so gut wie ausgeschlossen, zu prüfen, ob während der Erhitzung der Gußstücke sich nicht zuviel Kohlensäure entwickelt, die ein Verbrennen des Materials zur Folge hat. Auch während des zweiten Verfahrensabschnittes ist eine Kontrolle der Zusammensetzung des Gasgemenges nicht möglich.
. Durch vorliegende Erfindung soll nun jegliche Unsicherheit in der Zusammensetzung der Gase vollkommen vermieden werden. Die Gußstücke werden nicht in Flammöfen, sondern in eine von außen geheizte Retorte eingesetzt, der ein neutrales Gemenge von Kohlenoxyd und Kohlensäure, das bereit gehalten wird und nicht erst hergestellt zu werden braucht, zugeleitet wird, in welchem das Erhitzen und die Ausscheidung der Temperkohle stattfindet. Sodann wird ein oxydierendes, zweckmäßig ebenfalls aus Kohlensäure und Kohlenoxydgas bestehendes Gasgemenge langsam durch die Retorte geführt und die Temperkohle durch die Kohlensäure vergast. Ist auf diese Weise der Glühfrischvorgang beendet, so werden die Gußstücke aus der Retorte herausgenommen und diese von neuem beschickt, worauf wieder die Abscheidung der Temperkohle vorgenommen wird. Als neutrales Gasgemenge, in welchem die Abscheidung der Temperkohle vor sich geht, dient das zum Glühfrischen schon benutzte Gas, welches dadurch kohlensäureärmer geworden ist. Das Gasgemenge, welches zum Frischen gedient hat, wird nunmehr über Eisenoxyd geleitet, wodurch der Gehalt an Kohlenoxyd abnimmt und der Kohlensäuregehalt wieder erneuert wird. Wenn das Eisenoxyd zu Oxydul oder metallischem Eisen reduziert
ist, bringt man das Erz mit atmosphärischer Luft in Berührung, wodurch eine Rückbildung des Eisenoxydes erfolgt.
Das zum Glühfrischen dienende Gasgemenge wird zweckmäßig in einem Gasometer aufgespeichert, damit seine Zusammensetzung in den erforderlichen Grenzen geregelt werden kann und damit bei Betriebsstörung kein Gasmangel eintritt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Temperverfahren für Eisen mittels Gase, bei welchem das Tempergut zunächst mittels eines nicht oxydierenden Gasgemenges auf die richtige Tempertemperatur gebracht und dann mittels eines oxydierenden, Kohlensäure enthaltenden Gasgemenges getempert (entkohlt) wird, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl zum Anwärmen als auch zum Tempern (Entkohlen) ein aus Kohlenoxyd und Kohlensäure bestehendes Gasgemenge benutzt wird, dessen Zusammensetzung so gehalten wird, daß es beim Anwärmen sich gegen das Gut neutral und beim Tempern oxydierend (entkohlend) verhält.
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DE (1) DE218307C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE951726C (de) * 1944-05-14 1956-10-31 Siemens Ag Verfahren zum Tempern mit gasfoermigem Tempermittel

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE951726C (de) * 1944-05-14 1956-10-31 Siemens Ag Verfahren zum Tempern mit gasfoermigem Tempermittel

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