DE214399C - - Google Patents

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DE214399C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L5/00Compositions of polysaccharides or of their derivatives not provided for in groups C08L1/00 or C08L3/00
    • C08L5/12Agar or agar-agar, i.e. mixture of agarose and agaropectin; Derivatives thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/04Oxygen-containing compounds
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    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 214399 -KLASSE 39 ö. GRUPPE
ARTHUR SCHAAR in HAMBURG.
Fahrradschläuche, Kissen u. dgl.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 1. Februar 1908 ab.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung einer elastischen Füllmasse, die als Ersatz der Luft in den Luftreifen von Kraftfahrzeugbereifungen; Fahrradschläuchen usw. oder in Luftkissen u. dgl. dienen soll.
Das neue Herstellungsverfahren besteht im wesentlichen darin, daß man einen geeigneten Colloidstoff vegetabilischer Herkunft oder mehrere derselben in Glyzerin löst und der Lösung Salizylsäure, Tannin und Lysoform zusetzt.
Eine ausgezeichnete elastische Füllmasse wird beispielsweise erhalten, wenn man die Zusammensetzung der genannten Stoffe in folgender Weise durchführt:
ι Gewichtsteil japanischer Leim wird in etwa 2 bis 6 Gewichtsteilen Glyzerin durch Wärme gelöst. Dieser halbflüssigen Masse werden etwa 2 bis 3 Prozent Salizylsäure und etwa ι bis 2 Prozent Tannin zugesetzt. Der so erzeugten Grundmasse werden zweckmäßig erst kurz vor dem Gebrauch, beispielsweise vor dem Einfüllen in den Hohlreifen einer Kraftfahrzeugbereifung, nachdem die Grundmasse auf 70 bis 80 ° C. erwärmt ist, 2 bis 12 Prozent' Lysoform zugesetzt, worauf das Ganze innig miteinander vermischt wird und dann fertig zur Verwendung, d. h. zum Einfüllen in den Hohlreifen ο. dgl. ist. Nach erfolgter Abkühlung ergibt sich eine elastische
■ Masse von großer Weichheit und bleibender Elastizität, d. h. eine Masse, die jedem Drucke nachgibt, aber stets nach Aufhören des Druckes wieder in die ursprüngliche Form zurückkehrt.
Es sind nun bereits verschiedene Verfahren zur Herstellung elastischer Füllmittel für Hohlschläuche u. dgl. bekannt geworden. Die gemäß dieser bekannten Verfahren hergestellten Massen bestehen im wesentlichen aus einem gelatinösen Stoff, z. B. Leim aus Glyzerin und einem Härtemittel, z. B. doppeltchromsaurem Kali. Eine solche Masse ist, in frisch bereitetem Zustande, in ihrer Beschaffenheit dem Kautschuk ähnlich, erweist sich aber als Luftersatz für Bereifungen von Kraftfahrzeugen usw. unbrauchbar, weil die Masse zu hart ist und deshalb Stöße nicht, genügend mildert. ' Nach längerem Lagern wird eine solche Masse leicht brüchig, so daß sie bei schweren und schnellfahrenden Wagen sehr bald in Grus zerfällt. Elastizität und Tragkraft sind dann natürlich verloren.
Man hat auch schon vorgeschlagen, die vorstehend erwähnten Chromleimmassen durch Zusatz von geraspeltem Kautschuk zu verbessern, aber ohne Erfolg, weil der Kautschuk, da derselbe in Glyzerin und Wasser unlöslich ist, der Masse nur mechanisch beigemischt wird: Auch hat man versucht, das doppeltchromsaure Kali durch eine entsprechende Menge Tannin zu ersetzen. Ein größerer Tanninzusatz nimmt aber der Füllmasse ebenfalls ihre Elastizität. Ferner liegt bei einer solchen Masse aus Leimstoff, Glyzerin, Wasser und Tannin auch der Schmelzpunkt viel zu
niedrig, um als Füllmasse für Bereifungen von Kraftfahrzeugen verwendet werden zu können.
Auch ist bereits angeregt worden, zu derartigen Massen Salizylsäure zuzusetzen; ein solcher Zusatz ist aber ausdrücklich nur immer als antiseptisches Mittel erwähnt worden.
Ferner ist eine Masse, bestehend aus einer
ίο Mischung von Formalinleim mit Glyzerin bekannt ; diese Füllmasse besitzt dieselben Nachteile wie die oben erwähnten Chromleimmassen. Der Formaldehyd wirkt erhärtend auf 'den Leimstoff, derart, daß die Masse sehr bald brüchig wird und ihre Elastizität einbüßt. In Bereifungen von Kraftfahrzeugen eingefüllt, wirkt die Masse anfänglich nicht genügend stoßmildernd, zerfällt dann aber sehr bald zu Grus. Infolge des Verlustes an Formaldehyd tritt schon bei geringerer Temperaturerhöhung, z. B. infolge der durch die Reibung der Hohlschläuche bzw. Schutzmäntel entstehenden Erhitzung ein Schmelzen und Unbrauchbarwerden der Masse ein.
Die durch das vorliegende Verfahren hergestellte Masse ist so weich und so elastisch, daß sie auf jeden Druck reagiert, aber sofort wieder die ursprüngliche Form einnimmt; die Masse ist trotz ihrer Weichheit so widerstandsfähig, daß sie bei der durch die Reibung beim Fahren eintretenden Temperaturerhöhung nicht schmilzt, und daß dieser Zustand der Unschmelzbarkeit bei großer Weiche konstant bleibt Und keine Überhärtung stattfinden kann, was ein Kurz- und Brüchigwerden der Masse zur Folge haben würde.
Diese Konstanz der Weichheit und Elastizität aber wird dadurch erreicht, daß an Stelle des animalischen Leims solcher vegetabilischen Ursprungs in Anwendung kommt, der infolge des Zusatzes von Tannin, Salizylsäure und Lysoform die erwähnten Eigenschaften aufweist.
Die frisch hergestellte Masse ist in der Wärme so flüssig, daß sie unter beliebigem Druck in jeden Schlauch oder in jede Form gepreßt werden kann, je nach der zu stellenden Anforderung; sie wird aber bald so widerstandsfähig, daß sie beim Erwärmen in den möglichen Grenzen nicht mehr schmilzt, ohne daß eine Überhärtung eintreten kann. Diese ganz hervorragende Eigenschaft aber ist bedingt dadurch, daß vor dem Füllen nur ein aliquoter Teil des Lysoforms zur Wirkung gelangt, gerade genug, um die nötige Elastizität und Unschmelzbarkeit zu erzeugen, und daß beim Gebrauch, bei eintretender Erwärmung durch die Einwirkung der freien Säuren ein Ersatz der verbrauchten Wirkung eintritt, während speziell die Salizylsäure gleichzeitig für die Konstanz der Weichheit sorgt.
Nur eine solche Masse aber ist imstande, die ungemein elastische und bewegliche Druckluft zu ersetzen, während alle harten gummiartigen Kompositionen, ähnlich wie die massiven Gummireifen, beim Fahren stoßen und dadurch nicht verwendbar sind.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung einer elastischen Füllmasse für. Kraftfahrzeugbereifungen, Fahrradschläuche, Kissen U. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß man Colloidstoffe vegetabilischer Herkunft in Glyzerin löst und der Lösung Salizylsäure, Tannin und Lysoform zusetzt.
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