DE2020366C3 - Verfahren zum Auswaschen von sauren Bestandteilen aus Gasen - Google Patents

Verfahren zum Auswaschen von sauren Bestandteilen aus Gasen

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DE2020366C3 DE19702020366 DE2020366A DE2020366C3 DE 2020366 C3 DE2020366 C3 DE 2020366C3 DE 19702020366 DE19702020366 DE 19702020366 DE 2020366 A DE2020366 A DE 2020366A DE 2020366 C3 DE2020366 C3 DE 2020366C3
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Gerhard Dipl.-Chem. Dr 4300 Essen Preusser
Martin 5604 Neviges Schulze
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Krupp-Koppers 4300 Essen GmbH
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    • B01DSEPARATION
    • B01D53/00Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
    • B01D53/34Chemical or biological purification of waste gases
    • B01D53/46Removing components of defined structure
    • B01D53/48Sulfur compounds
    • B01D53/52Hydrogen sulfide
    • B01D53/526Mixtures of hydrogen sulfide and carbon dioxide

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Description

25
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auswaschen von sauren Bestandteilen, wie CO;. H?S und HCN. aus Gasen durch Behandlung der Gase mit einem die sauren Bestandteile aufnehmenden Waschmittel.
Es ist bereits bekannt, die sauren Bestandteile eines Gases mit einem geeigneten Waschmittel auszuwaschen und .,'ie dabei aufgenommenen sauren Bestandteile sodann durch geeignete Maßnahmen, wie Erhitzen oder Druckentspannung, wieder aus dem Waschmittel auszutreiben.
Für diese Arbeitsweise ist bereits eine große Anzahl von Waschmittel vorgeschlagen worden, wobei vor -ίο allem wäßrige Lösungen von starken organischen Basen oder von Alkalisal/cn schwacher anorganischer oder organischer Säuren in der Praxis im großen Umfange Anwendung finden. Als Beispiele für diese Verbindungsgruppen sollen hier die Amine, insbesondere die -ii Äthanolaminc sowie Soda und Pottasche genannt werden. Bei diesen Verbindungen beruht die Entfernung der sauren Besiandtcilc aus den Gasen auf einer chemist hen Umsetzung der betreffenden Verbindung mit den sauren Gasbcstandteilen. weshalb man sie oft ίο auch als themisch wirkende Waschmittel bezeichnet Zur Gruppe der chemisch wirkenden Waschmittel gehören dabei unter anderem auch das in der belgischen Patentschrift 7 26 081 genannte Morpholin sowie die C substiKiierten Morpholine
In der Praxis hai -.tin ledoch gezeigt, dall die Anwendung der sogenannten thcmisch wirkenden Waschmittel oft unwirtschaftlich ist. weil beim Abirieb der sauren Bestandteile aus dem Waschmittel die chemische Bindung, die beim Waschpro/eß entstanden ta ist wieder zerstört werden muH Hierfür ist aber die Zufuhr einer erheblichen Menge nn Wärmeenergie erforderlich.
Der vorliegenden Erfindung lag deshalb die Aufgabe zugrunde, für den genannten Zweck ein Waschmittel /ti finden, das mit einem geringeren Wiiriiieaiifwniid regenerier! werden kann und das ferner eine besondere Selektivität gegenüber 11 «S aufweist.
Die viii hegende 1 iliiKluiig hetrillt demzufolge ein Verfahren zum Auswaschen win sauren Bestandteilen aus Gasen durch Behandlung der Gase mit Moiphoh neu. wobei das erfintlungsgemäUe Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß als Waschmittel Carbonsäureamide des Morpholins. deren Carbonsäiirckompoiicnten I bis 7 C-Atome aufweisen, in verdünnter oder unverdünnter Form eingesetzt werden.
Die Eignung der Carbonsäureamide des Morpholins für den genannten Zweck ist dabei durchaus überraschend. Im Gegensat/ /um reinen Morpholin und den C-substituierten Morpholine!!, die in der belgischen Patentschrift Nr. 7 26 081 genannt werden, besitzen die genannten Carbonsäureamide des Morpholins nur einen schwach basischen Charakter.
Eine chemische Reaktion (Saure-Basen-Reaktion) mit den auszuwaschenden sauren Ciasbestandteilen kann deshalb in diesem Falle nicht oder nur im untergeordneten Maße stattfinden. Die Wirksamkeit der ^ nannten Carbonsäureamide des Morpholins beruht offensichtlich vielmehr auf ihrer physikalischen Selektivität, ti. h. auf ihrem bevorzugten I.osevermogen gegenüber den sauren Gasbestandteilen. Es handelt sich hier also um ein bevorzugt physikalisch wirkendes Waschmittel.
Dabei zeigte sich, daß das l.öicvermögen der genannten Carbonsäureamide des Morpholins gegen über dem H.-S besonders ausgeprägt ist. Deshalb kann das erfindungsgemäße Verfahren vor allem auch dann eingesetzt werden, wenn auf eine selektive Auswaschung von rKS gegenüber den anderen sauren Gasbestandicilen besonderer Wert gelegt wird. Als Beispiele für derartige Carbonsäureamide des Morpholins sollen hier das N Formylmorphohn und das N-Acetylmorpholin genannt werden.
Das vorstehend Gesagte schließt aber keineswegs aus. daß bei Anwendung der beanspruchten Carbonsäureamide des Morpholins auch die anderen sauren Gasbestandleilc (CC), und HCN) im befriedigenden I Inifange ausgewaschen werden.
Die genannten Carbonsäureamide des Morpholins können - wie bereits festgestellt wurde — sowohl 111 verdünnter als auch in unverdünnter I'orm zur Anwendung gelangen. Bei Anwendung in verdünnter form können den Carbonsäureamiden des Morpholins sowohl Wasser als auch organische Lösungsmittel, wie z. B. Alkohole, zugesetzt werden. Obwohl das Wasser im allgemeinen als das billigste Lösungsmittel angcse hen werden muß. kann es bei manchen Anwendungsfäl len durchaus von Vorteil sein, wegen ihrer günstigeren physikalischen I.igenschafirn organische Lösungsmittel zur Anwendung /\\ bringen
Ebenso kann man die genannten Carbonsäureamide des * lorpholins in Verbindung mit Ammen und/oder anderen chemisch wirkenden W.ischmiticln einsei/en I erner können natürlich «inch Gemische tier C arhonsau rciimide des Morpholin' untereinander angewandt werden oiler auch Gemische mit «linieren ( oder N substituierten Morpholine!!
Die I nlferniing der sauren Gashcstandlcilc aus dem Ci.is kann bei normalem oder auch unter erhöhtem Druck erfolgen Aus dem mit den sauren Gasbestandlei Jen buliiilüiiüii Waschmittel können dieselben durch Einspannen und/oder durch Strippen mit Inertgas oder Dampf wieder vollständig ausgetrieben tliiil das Waschmittel in den Prozeß zurückgeführt werden.
Dabei zeigte sich, daß für die Regenerierung der cffindtingsgemüßen Waschmittel weniger Wiirmeener gie benötigt wurde als für entsprechende chemisch
wirkende Waschmittel
I)Jl1 hohe Selekii\ iliii der beanspruchten C arhimsau reamide wird auch hei Auswertung der in der nachfolgenden Fabelle /usammengefal-Uen Versuchscr üehiiisse deutlich erkennbar. Diese Versuchsergebnisse hciidfen (.lie Krniitilung der Gasiuiftiahmefähigkeii Im CO- und IbS bei einer Reihe von Waschmittel^ -Viii
Tabelle
Gi und der gelimtleneii Werte (ausgedrückt in Bunsen sehen Absiirpliuiisktiefn/ienieti) wurde die SelekliMtnl. ausgedrückt als das Verhältnis der Gasaufnaliinen \iin 1 IjS : CO_., errechnet. Die Versuche 3 bis 7 betrelfen dabei Waschmittel, die unter den Schiit/ des erfinduiigsgemäLSen Verfahrens fallen. Kernet· wurde jeweils der Abtneb bis 80 C ermittelt.
Versuch
Waschmittel
Gasaufnahmefähigkeit in Bunsenschen Absorptionskoeffizienten CCb HjS
1 Propylencarbonat 3,6 13,2
2 Sulfolan 2,5 14,5
3 N-Formylmorpholin 3,6 26,2
4 N-Acetylmorpholin 3,4 28,9
5 N-Propionylmorpholin 3,2 26,0
6 N-Isobutyroylmorpholin 3,2 23,2
7 50% Formyl- und 3,5 26,5 50% Acetylmorpholin
8 N-Isobutylmorpholin 3,2 15,6
9 N-Hydroxyäthylmorpholin 2,7 20,9
Die Versuche 3 bis 7 zeigen gegenüber den anderen Waschmitteln eine deutlich verbesserte Gasaufnahmefähigkeit für H2S. Ebenso verhält es sich mk dem Abtrieb. Auch hier werden mit dem eröndungsgemäß beanspruchten
Waschmitteln bessere Resultate erreicht als mit den anderen genannten Waschmitteln.
Selektivität Abtrieb bis 80° C in HiS
% der Aufnahme 64
Gasaufnahme H2O 72
Gasaufnahme CCb COi 79
3,7 56 74
5,8 84 80
7,3 63 75
8,5 59 78
8,1 58 72
7,3 55 69
7,6 65
4,9 59
7,7 75

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfuhren /um Auswaschen von sauren (3esiandieilen aus Gasen durch Behandlung der ϊ Gase mit Morpholines dadurch gekennzeichnet, daß als Waschmittel Carbonsäureamide des Morpholine, deren Carbonsäurekompunenten I bis 7 C-Atome aufweisen, in verdünnter oder unverdünnter Form eingesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Carbonsäureamide des Morpholins in Verbindung mit Aminen und/oder anderen chemisch wirkenden Waschmittel eingesetztwerden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß das Auswaschen unter erhöhtem Druck erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche I bis 3. dadurch gekennzeichnet, daß das beladene Waschmittel in an sich bekannter Weise durch Entspannen und/oder durch Strippen mit Inertgas oder Dampf regeneriert und in den Prozeß zurückgeführt wird.
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BE763868A BE763868A (fr) 1970-04-25 1971-03-04 Procede pour extraire par lavage des fractions acides de gaz
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3126136A1 (de) * 1980-07-04 1982-03-11 Snamprogetti S.p.A., Milano Verfahren zur selektiven abtrennung von schwefelwasserstoff aus gasgemischen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3126136A1 (de) * 1980-07-04 1982-03-11 Snamprogetti S.p.A., Milano Verfahren zur selektiven abtrennung von schwefelwasserstoff aus gasgemischen

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BE763868A (fr) 1971-08-02
CA939659A (en) 1974-01-08
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