DE2009342B2 - Verwendung von Glycerin-alkyläther-(l)-phosphorsäure-(3)-monocholinestern - Google Patents
Verwendung von Glycerin-alkyläther-(l)-phosphorsäure-(3)-monocholinesternInfo
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Description
CH1-O-PO1-CH1-CH1-N(CH,)., (D
I)
in der R einen Alkylrest mit mindestens 12
Kohlenstoffatomen bezeichnet, bei der Steigerung der natürlichen Resistenz des Organismus.
2. Verwendung eines Glycerin-alkyläther-(l)-phosphorsäure-(3)-monochoIinesters der allgemei- _>»
nen Forme! ', worin R einen Alky'rest mil IS
Kohlenstoffatomen bezeichnet, gemäß Anspruch 1.
3. Glycerin-octadecylätherf, I )-phosphorsäure(3)-monocholinester.
Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung von Glycerinalkyläther-ilJ-phosphorsäure-pJ-monochoIin- κ ι
estern (Äther-Lysolecithinen) der allgemeinen Formel
CH2 O- R
CHOH ,-,
O1-,
in
in der R einen Alkylrest mit mindestens 12, vorzugsweise 18, Kohlenstoffatomen bezeichnet, bei der Steigerung
der natürlichen Resistenz des Organismus.
Über die lebende Zelle, die kleinste Einheit des Organismus, sind bisher eine Vielzahl von Untersuchun- r,
gen durchgeführt worden. Man kennt sehr genau den morphologischen Aufbau der Zelle und weiß im
wesentlichen über die Bedeutung und Funktionsweise der einzelnen subzellularen Strukturen Bescheid. Auch
die Zellmembran ist schon Gegenstand eingehender ·ιι Untersuchungen gewesen. Man hat bestimmte Vorstellungen über deren Feinbau und zahlreiche Membranfunktionen, wie aktiver oder passiver Transport,
behinderte oder erleichterte Diffusion, Gcgenslromcffckte, Piimpeffektc, Erregungsvorgänge, Signalvcrar- v,
beitung u. dgl. sind schon gründlich studiert worden. Um so verwunderlicher ist es, daß bisher den Grenzflächeneigenschaften der Membranen so wenig Beachtung
geschenkt worden ist, obwohl leicht einzusehen ist, daß viele, wenn nicht sogar der überwiegende Teil der h»
Membranfunktionen entscheidend von der Grenzflächenaktivität der Membranen beeinflußt werden. Der
Gedanke, daß in der Änderung der Grenzflächenaktivität der zentrale Steucrungs- und Regelmechanismus zu
sehen ist, ist gar nicht so abwegig, wenn man sich vor ι,, Augen hält, daß durch Grenzflächenaktivitätsänderungen nicht nur die Permeabilität der Membranen,
sondern auch die dort auftretenden elektrischen Potentialschwellen beeinflußt werden. Berücksichtigt
man ferner, daß die Permeabilität der Membran für die Richtung, Menge und Art der hindwehzutransportierenden
Stoffe verantwortlich ist und daß das Membranpotential eine wichtige Rolle in der Signalübermittlung
im Organismus spielt — wobei nicht zu vergessen ist, daß Potentialdifferenzänderungen an Membranen letztlich auf deren Permeabilitätsänderungen beruhen — so
könnte man den Schluß ziehen, daß es möglich sein müßte, durch Beeinflussung der Aktivitäten der
Membrangrenzflächen gezielte biologische Wirkungen hervorzurufen.
Es würde jedoch in der Fachwelt a?s abwegig angesehen, die Beeinflussung der Grenzflächenaktivitäten mit Hilfe von oberflächenaktiven Stoffen bewirken
zu wollen, denn es ist bekannt, daß oberflächenaktive oder grenzflächenaktive Stoffe im allgemeinen hochgiftige Substanzen darstellen. Stoffe dieser Art erniedrigen
bereits in Konzentrationen, die weit unter dem Dosisbereich liegen, der zur Erzielung einer biologischen oder pharmakodynamischen Wirkung ausreicht,
die Grenzflächenaktivität der Membran so weit, daß deren Desintegration eintritt. Das heißt grenzflächenaktive Stoffe wirken im allgeminen zytolytisch, sie
zerstören die Membran und vernichten dadurch die Zelle. Die zytolytische Wirkung wird dabei um so
größer sein, je stärker die grenzflächenaktiven Stoffe resorbiert, d. h. an die Membran angelagert, und je
weniger und je langsamer sie metabolisiert werden.
Lysolecithine, das sind Acylglycerinphosphorsäurecholinester, besitzen gleichfalls grenzflächenaktive
Eigenschaften und man weiß, daß sie in höheren Konzentrationen zytolytisch, z. B. hämolytisch, wirken.
Trotzdem liegt die letale Dosis der Lysolecithine relativ hoch, was darauf zurückzuführen ist, daß Lysolecithine
im Organismus lußcrordentlich rasch u. a. durch
Reacylierung zu . ecithincn oder durch Desacylierung
zu Glycerylphosphorylcholin metabolisiert werden. Um so erstaunlicher ist es, daß Älher-Lysolecithinc der
Formel I, die auch oberflächenaktiv sind und die sich von den Lysolecilhinen durch den Ersatz der Acylgruppc durch eine Alkylgruppe unterscheiden und daher
nicht oder doch wesentlich schwieriger mctabolisierbar sein sollten, gleichfalls relativ ungiftig sind. Sie zeigen
dosisabhängige pharmakodynamischc Wirkungen bereits in einem Dosisbereich, der erheblich unter dem
Wert der Dosis lctalis liegt. Als oberflächenaktive Stoffe verändern die Verbindungen der Formel I gleichfalls die
Membrangrcnzflächcnaktivität und sie eignen sich daher in ausgezeichneter Weise zur Beeinflussung und
S'euerung der Grcnzflächcncigcnschaftcn von Membranen.
Aus der Veröffentlichung »Moderne Arzneimittel« von I. B. Hellwig. Stuttgart, 1967, ist bereits eine Anzahl
von Verbindungen bekannt, denen eine zylologischc oder hämolytischc Wirkung nachgesagt wird und die
daher als unspezifische Reizkörper angesehen werden könnten. Von diesen Verbindungen ist aber niehl
bekanntgeworden, daß sie beispielsweise in der Tiimorbehandlung eingesetzt werden können, im
Gegenteil, bei einigen dieser Verbindungen gelten Tumorc als Kontraindikationcn.
Es sind bereits in l.iebigs Ann. Chcm., 709 (1967),
2J4-239, Verbindungen beschrieben worden, die im Bereich der hier wiedcrgcgebcncn formel liegen. Über
ihre Wirksamkeit zur Steigung der natürlichen Resistenz ist aber nichts ausgesagt.
der Formel I bei der Steigerung der natürlichen
Resistenz des Organismus verwenden lassen. Diese Resistenzsteigerung zeigt isch in einer erhöhten
Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen sowie gegenüber Tumoren, ferner in der Potenzierung der
Antigenität schwacher, ansonsten tolerierter Immunogene.
Darüber hinaus können die Verbindungen der Formel I auch als Hilfsstoffe zur Zellanlockung in vivo
und zur Gewinnung von hochaktiven immunkompetenten Zellen verwendet werden.
Die Darstellung der Verbindungen der Formel I ist literaturbekannt und kann z. B. nach dem von D. Arnold,
H. U. Weltzien und O. Westphal in Liebigs Ann. Chem, 709 (1967), 234, beschriebenen Verfahren erfolgen. Die
Synthese verläuft entsprechend dem nachfolgenden Reaktionsschema, ausgehend von 1,3-BenzylidengIycerin
über Glycerin-benzyIäther-(2), Alkylierung, Umsetzung des Glycerindiäthers mit Phosphorsäure-mono-2-bromäthylester-dichlorid
und Einführung des Trimethylaminresteszian
GIycerinalkyläther-(l)-benzyläther-(2)-phosphorsäure-cholinester,
aus dem dann durch Hydrogenolyse die Benzylschutzgruppe entfernt wird, wie im folgenden näher erläutert wird.
CHOH CHC6H,
CH,- O
CH,- O
CH1
|
« (
( |
H Hi |
H | Il | S | Il | O | Bz CH CH, / O |
| CU2 | CU2 | cn. |
i
I! |
"II. | OH | ||
| > CU I CU1 |
cn. | O OH |
B/ | ||||
| CII2 | • < | O | Alkyl | ||||
| • ( | O | Ii/. | |||||
| OH | |||||||
| O | Alkyl | ||||||
| O | Ii/. | ||||||
| O | PO2 CIl2 CII, Ur | ||||||
| Cl | |||||||
|
O
O |
Alkyl H/ |
||||||
| O | PO2 CII2 CII, Hr on |
CH2-O—Alkyl
-» CH-Ο —Bz
-» CH-Ο —Bz
l·
l + l
Alkyl = Allcylrest mit mindestens 12 Kohlenstoffatomen
Bz = CH2-QsH5, Benzylgruppe.
Die Verbindungen der Formel I besitzen ein asymmetrisches Kohlenstoffatom, sie können daher in
zwei stereoisomeren Formen auftreten. Die Herstellung der stereoisomeren Verbindungen kann durch entsprechende
Abwandlung des obigen Reaktionsschemas, d. h. Verwendung optisch aktiver Verbindungen, oder durch
nachträgliche Spaltung des Reaktionsendproduktes in die optischen Antipoden erfolgen.
Die Herstellung der Verbindungen wird anhand des in der Literatur bisher noch nicht beschriebenen Octadecyl-lysolecithins
erläutert
Herstellungsbeispiel
j',
j',
Glycerin-octadecyläther-f 1 )-phosphorsäure-(3)-monocholinester
a) Glycerin-octadecyläther-(l)-benzyläther-(2)
κι 14 g (0,07 Mol) CAycerin-benzyläther-(2) werden in
500 ml absolutem Xylol gelöst, 1,62 g(0,07 Mol) Natrium zugegeben und das Gemisch allmählich auf 100°C
erhitzt. Nach 6 Stunden, nachdem eine dicke Natriumalkoholat-Suspension entstanden ist. werden 34 g (0,09
r. Mol) n-Octadecyljodid zugegeben und weitere 6
Stunden bei 90°C gerührt. Die Lösung wird zunächst klar, doch beginnt nach einiger Zeit allmählich
Natriumiodid auszufallen. Nach Abkühlen und Zugabe von 500 ml Wasser wird üie organische Phase
in abgetrennt. Aus ihr werden alle Bestandteile abdestilliert,
die bei 0,1 Torr bis zu I8O°C flüchtig sind. Es
verbleiben 29.2 g Rohprodukt. Diese werden in drei Portionen an je 120 g Kieselgel mit Äther/Petroläther
(1 : I) als Laufmittel Chromatographien. Ausbeute an
•η reinem Diäther: 8,2 g (entsprechend 19% der Theorie) als farblose wachsartige Substanz mit Fp. 45°C.
(R.=037).
Analyse für C2nHwO s (434,7).
Ber. C 77,36 H 11,59
Gef. C 77,03 H 11,27
Gef. C 77,03 H 11,27
b) Glycerin-octadecyläther-flJ-benzyläther-^)-phosphorsäure-(3)-monocholinester
6,8 g (0,016 Mol) Glycerin-octadecyläther-OVbenzyläther-(2)
werden in 60 ml absolutem Chloroform gelöst und die Lösung bei Raumtemperatur mit 4,0 g (0,017
Mol) Phosphorsäure-mono-(2)-bromäthylester-dichlorid und 3,8 g (0,065 Mol) Triethylamin in 60 ml
Chloroform langsam zugetropft. Nach eintägigem Stehen bei Raumtemperatur wird die rotbraune Lösung
zur Hydrolyse mit 8 ml Wasser 2 Stunden lang kräftig gerührt. Nach Eindampfen im Vakuum wird der
Rückstand im Hochvakuum über Phosphorpentoxid getrocknet und anschließend mit 300 ml absolutem
Petroläther (60 —700C) extrahiert. Man saugt von den
ungelöst gebliebenen Ammoniumsalzen ab, dampft das
Flitrat ein, löst den Rückstand in 100 ml Chloroform und
schüttelt 5 Minuten mit 20 ml gesättigter wäßriger Bariumacetatlösung kräftig durch. Die Reinigung des
Bariumsalzes erfolgt an 200 g Kieselgel mit Chloroform/Methanol (9 :2) als Laufmittel, wobei das Hauptprodukt
als farblose gummiartige Substanz anfällt (Ri =0,58). Nach Umfallen mit Aceton aus Äther (beide
absolut) erhält man 6,2 g reines Bariumsalz. Dieses wird nun in 150 ml absolutem Methanol (etwa 50 - 60° warm)
15 Minuten mit 10 ml luftgetrocknetem Kationenaustauscherharz in der Η-Form geschüttelt, wobei allmählich
Lösung eintritt. Nach Absaugen und Abziehen des Lösungsmittels erhält man 5,8 g freies Bromäthylphosphat
als farbloses öl. Dieses kocht man anschließend mit 300 ml einer 12,5%igen methanolischen Trimethylaminlösung
6 Stunden am Rückfluß. Das nach dem Eindampfen erhaltene feste Lecithinbromid (7,0 g) wird
dann in 200 ml Methanol mit 2,8 g Silberacetat 30 Minuten bei Raumtemperatur heftig gerührt. Dabei
entsteht ein wachsartiges rohes Lecithin, aus dem die letzten Spuren von Silberacetat nur durch Chromatographie
an 200 g Kieselgel mit Chloroform/Methanol/ Wasser (65 :25 :4) als Laufmittel entfernt werden
können (Rf=OpB)- Nach Umfallen mit Aceton aus wenig
Chloroform erhält man schließlich das reine Produkt als farbloses Pulver in einer Ausbeute von 40% der Theorie
(über beide Stufen).
Analyse für Cj3HmO7NP (617,9).
Ben C 64,15 H 10,44 N 2,27 P 5,01
Gef. C 63,40 H 10,26 N 2,32 P 5,07
Gef. C 63,40 H 10,26 N 2,32 P 5,07
c) Glycerin-octadecyläther-( 1 )-phosphorsäure-(3)-monocholinester
1,0 g (1,62 mMol) Glycerin-ocstadecyläther-OJ-benzyläther-(2)-phosphorsäure-(3)-monocholinester
werden mit 250 mg Palladium-Mohr in 150 ml absolutes Methanol 7 Stunden bei 400C und unter Normaldruck
hydriert. Anschließende Chromatographie an 100 g Kieselgel mit Chloroform/Methanol/Wasser im Volumenverhältnis
von 65 : 25 :4 liefert das reine Ätherlysolecithin als farbloses Pulver mit einera Rr-Wert von 0,2.
Die Ausbeute beträgt 0,64 g entsprechend 75% der Theorie.
Analyse für C26H58O7NP (527,7).
Ber. C 59,17 H 11,08 N 2,65 P 5,87
Gef. C 57,69 H 11,26 N 2,48 P 5,60
Gef. C 57,69 H 11,26 N 2,48 P 5,60
Vergleichsbeispiele zur natürlichen
Resistenzsteigerung
Resistenzsteigerung
1. Die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit
gegenüber Infektionen
gegenüber Infektionen
Wurde durch Bestimmung der Überlebenszeit von Mäusen nach Infektion mit pathogenen Keimen in
Anlehnung an die von H. G. Howard, D. R. Rowley and A. C. Wardlaw in Nature, 179 (1957), 317, beschriebene
Versuchsanordnung geprüft. Tiere, denen vor der intraperitonealen Infektion mit E. coli 145 Ätherlysolecithine
der Formel I i. p. gegeben worden waren, zeigten eine zwei- bis dreifach längere Überlebenszeil als die
unbehandelten Kontrolltiere. Der Grund für die Resistenzsteigerung kann in einer erhöhten Phagozytose
gesehen werden. Tiere, die mit Ätherlysolecithincn vorbehandelt waren, zeigten eine erhöhte Aufnahme
von Keimen in d;.J Zytoplasma der Phagozyten (Makro-
und Mikrophagen). Sowohl die Zahl der phagozytierenden Zellen als auch die pro Zelle aufgenommene Anzahl
an 3akterien waren auf das Mehrfache gesteigert Diese Befunde konnten sowohl in vivo als auch in vitro
■s erhoben werden.
Die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Tumoren konnte am Beispiel von fmpftun.oren
nachgewiesen werden. Der sog. Mäuse-Ehrlich-Ascitestumor ist ein bei allen Mäusestämmen anwachsender
m intraperitonealer Impftumor, der nach etwa 10 bis 14
Tagen zum Tode aller geimpften Tiere führt Werden die Tiere aber mit Ätherlysolecithinen der Formel I
vorbehandelt, so konnte das Anwachsen des Tumors bei 50% der Versuchstiere vollständig verhindert werden,
ι·5 d. h. der übertragene Tumor wurde vernichtet Bei den
restlichen 50% der Tiere wurde eine Verlängerung der Überlebensrate auf das Zwei- bis Dreifache beobachtet.
2. Die Potenzierung der Antigenität schwacher lmmunogene,
die gleichfalls als eine St^erung der natürlichen
Resistenz betrachtet werden kurtn, wurde wie folgt geprüft:
a) Die Prüfung erfolgte in Anlehnung an die Methode von Dresser(lmmunology,9[1965],261). Die Grundlage
■der Versuchsanordnung besteht in der Induktion von
Toleranz durch ein lösliches Protein. In dieser Versuchsanordnung wird die Fähigkeit von Substanzen
untersucht, im Organismus die Immunantwort gegenüber dem äußerst schwachen immunogenen bovinem
Gammaglobulin (BGG) so zu verstärken, daß Antikörper gegen dieses Protein einwandfrei nachgewiesen
werden können. Mäuse erhalten hierbei eine intraperitoneale Injektion von abzentrifugiertem aggregatfreien
BGG in einer Dosis von 5 mg. Normalerweise sind bei dieser Dosis nach 8 bis 10 Tagen keine Antikörper
nachweisbar. Die Tiere sind also nicht immunisiert. Sie sind unter diesen Bedingungen unfähig, gegen da;; BGG
eine Immunantwort zu geben. Gibt man dagegen das BGG in Kombination mit einem Adjuvans. so wird die
vorübergehende Toleranzausbildung verhindert und die Tiere bilden nun Antikörper gegen das sonst tolerogenc
BGG. 10 bis 12 Tage nach Gabe des tolerogenen Proteins wird den Tieren erneut BGG eingespritzt, das
mit Jod-125 markiert ist. Sind die Tiere tolerant, so wird
das markierte Antigen wie eigenes Gammaglobulin langsam abgebaut
Sind die Tiere dagegen immun, so kommt es zu einer sog. Immunelimination, d. h., das markierte Antigen wird
wesentlich schneller aus dem Kreislauf entfernt. Als Maß für die gebildeten Antikörper dient daher die
Eliminationsgeschwindigkeit von mit Jod-125 markiertem BGG.
Bei der Prüfung des Octadecyläther-lysolecithins konnte festgestellt werdei,. daß gegenüber einer
lediglich mi· Kochsalz vorinjizierten Kontrollgruppe die mit BGG und Ätherlysolecithin behandelten Tiere
das Tracer-Protein zehn- bis einhundertmal schneller aus dem Kreislauf eliminieren.
b) Eine weitere immunologische Bestimmungsmethode für Antikörper, mit deren Hilfe die Potenzierung
der Antigenität schwacher Immunogfne bestimmt werden kann, beruht darauf, daß das Antigen (BGG) an
Erythrozyten gekoppelt wird und die so behandelten Zellen mit dem Serum in einer geometrischen
Verdünnungsivihe während 20 Stunden bei 4°C inkubiert werden. Ist das Serum antikörperhaltig, so
werden die Erythrozyten aEElutiniert. Die höchste
Serumverdünnung, bei der dieses Phänomen noch zu beobachten ist, wird als Antikörper bezeichnet.
Auch mit dieser, wesentlich ungenaueren Methode ließ sich die erfindungsgemäße Verwendung bestätigen.
Die Verbindungen der Formel I können auf übliche Weise appliziert werden. Besonders geeignet ist die
intraperitoneale Injektion. Die Dosis kann innerhalb weiter Grenzen schwanken und kann etwa 0,5 bis etwa
10 mg/kg betragen.
3. Vergleichende Untersuchungen über die Wirksamkeit von l-DL-Octadecyl-2-hydroxy-Phosphorylcholin
bei einem Myelom
Es wurde die Antitumorwirksamkeit von
1. Bakterien Calmette Guerin (BCG)
vergleichend mit
vergleichend mit
2. l-DL-Octadecyl^-hydroxy-phosphorylcholin
und unbehandeiten Tieren bei dem Myelom X5563 in
C3H Mäusen geprüft.
Je 10 Tiere erhielten 7 Tage vor der Tumorinplanta-
tion intraperitoneal entweder t χ 10' lebende Bakterien
Calmette Guerin injiziert oder das Äther-Lysolecithin am I. bzw. 5. Tag nach der Tumorinplantation in einer
Dosierung von 50 μg pro Tier oral. Dieses Verfahren ist
bei Tumorversuchen mit Mykobakterien einerseits und Lysolecithinen andererseits üblich.
34 Tage nach der Inokulation des Myeloms wurde folgender Endstand festgehalten:
Es überlebten in den Gruppen
| unbehandelte Kontrolle | I Tier |
| Tiere mit BCG | 4 Tiere |
| Tiere mit Äther-I.ysolccithin | |
| am Tag I | 8 Tiere |
| Tiere mit Äther-I.ysolecithin | |
| am Ί ag 5 | 7 Tiere |
In den mit BCG vorbehandeln Tieren traten im
Vergleich /u den Lysolccithin-Gruppen die Tumoren 10
Tage früher auf und wuchsen doppelt so schnell.
Das Versuchsergebnis ist eindeutig und reproduzierbar.
Claims (1)
1. Verwendung von Glycerin-alkyläther-(l)-phosphorsäure-(3)-monochoIinester der allgemeinen
Formel
CFi2-O-R
CHOH
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| Publication number | Publication date |
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| FR2081546B1 (de) | 1974-03-22 |
| GB1334137A (en) | 1973-10-17 |
| ZA711243B (en) | 1971-12-29 |
| FR2081546A1 (de) | 1971-12-03 |
| DE2009342C3 (de) | 1980-12-18 |
| DE2009342A1 (de) | 1971-09-02 |
| NL7102494A (de) | 1971-08-31 |
| BE763579A (fr) | 1971-08-26 |
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