DE199569C - - Google Patents

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DE199569C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/04Mineral tanning

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
;- JVIl99569 — KLASSE 28a. GRUPPE
Verfahren zum Gerben mit Metallsalzen. Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Dezember 1906 ab.
Die bisherigen Methoden der Chrom- sowie der Weißgerberei bezweckten die Kombination von einem Metalloxyd bzw. basischem Metalloxyd von der Formel Me2 O3 mit der tierischen Haut. In der Chromgerberei, ob dieselbe nun auf der Reduktion von Chromsäure in Gegenwart der Blößen oder auf der Einwirkung stark abgestumpfter Chromsesquioxydsalze auf die letzteren beruht, ist
ίο das gerbende Prinzip lediglich in einer Chromverbindung zu suchen, bei der Weißgerberei in einer Tonerdeverbindung.
In der Färberei wurde die Tatsache beobachtet, daß die als Beizen fungierenden Metallsesquioxyde von der Formel Me2 O3 ungleich kräftiger wirken, wenn sie binäre (und selbst ternäre) Verbindungen mit Metalloxyden von der Formel MeO, deren beizende Wirkung an sich gleich Null ist, eingegangen
ao sind. Die sogenannten Doppel- und Triplemordants, in welchen auch ein Sesquioxyd mit zwei Oxyden (MeO). oder verschiedene Sesquioxyde miteinander, und mit einem Me O-Oxyd verbunden sein können, entwickeln Farbstoffen gegenüber oft Affinitäten, die man bei den vereinzelten einfachen Oxyden vergebens sucht, und erzeugen Lacke von größerer Intensität und erhöhter Resistenzfähigkeit. Es beruht die letztere Eigenschaft anscheinend darauf, daß diese kombinierten Oxyde viel fester auf der Faser' haften und sich inniger damit verbinden. Die angestellten Versuche über das Verhalten dieser kombinierten Beizen in der Mineralgerberei haben das überraschende Resultat ergeben, daß man hierbei ein besonders festes Leder erhält, das außerdem die
Erzielung hervorragend echter Ausfärbungen, speziell mit soliden Beizenfarbstoffen, ermöglicht. . . .
So kann man beispielsweise die Haut zuerst mit basischem Chromoxydsalz gerben und dann etwa mit einer Zinkoxydnatronlösung nachbehandeln. Das basische Chromsesquioxydsalz verliert durch das Natron seinen letzten Rest Säure. Das Cr2 O3, seines Lösungsmittels beraubt, muß sich also niederschlagen und mit ihm in inniger Bindung das Zinkoxyd, das ja ebenfalls nur durch das Natron in Lösung gehalten wird. Man erzielt also auf diese Art nicht nur eine vollständigere und bessere Ausnutzung des Chromoxydes, sondern auch eine intimere Bindung und Anreicherung des letzteren durch das Zinkoxyd. Die neue Verbindung ist viel fester an die Hautsubstanz gebunden als die einfachen Oxyde.
Selbstverständlich kann Zinkoxydnatron durch andere ähnliche Verbindungen, so z. B. Tonerdenatron, Kupferoxydammoniak usw., ersetzt werden. Da im Natriumzinkat Türkischrot-Monopolöl u. dgl. gelöst werden kann, so können die entsprechenden Fettsäuren ebenfalls als Metallverbindungen in die Fällung mitgerissen und dadurch dem Leder mehr Geschmeidigkeit und Undurchdringlichkeit verliehen werden.
Die praktische Ausführung des Verfahrens sei an folgendem Beispiele erläutert:
Die zum Gerben fertigen, d. h. gewaschenen, enthaarten und entkalkten Blößen werden in ein etwa i° Be. starkes Bad von basischem Chromchlorid gebracht. In bestimmten Zwi-
schenräumen steigert man den Gehalt des Bades an basischem Chromchlorid um je o,5° Be. bis auf etwa 30 Be. Sobald eine Schnittprobe ergibt, daß die Blößen vollständig durchgegerbt sind, werden sie herausgenom-. men und in ein etwa 2 bis Be. starkes Bad von Zinkoxydnatron gebracht. Hierauf werden sie gut gewaschen und in der üblichen Weise weiter verarbeitet.
Die gemeinschaftliche Verwendung von basischen Sesquioxydsalzen verschiedener Metalle ist bereits bekannt.
Demgegenüber unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch, daß in Gegenwart der tierischen Faser das basische, der Dissoziation schon genäherte Metallsalz der Einwirkung eines in kaustischem Alkali gelösten Metallsalzes ausgesetzt wird. Hierdurch wird nicht nur die Entsäuerung des basischen Salzes bis zur Ausscheidung einer unlöslichen Verbindung bzw. eines Metallhydroxydes sicher und prompt bewerkstelligt, sondern es fällt auch zur gleichen Zeit das alkalisch gelöste Oxyd, da es hierbei sein Lösungsmittel verliert, mit auf der mineralischen Faser aus, und zwar in einer so fest haftenden Form, wie dies auf andere Weise nicht zu erreichen ist.
Demnach wird die Entsäuerung und Fällung der von den Blößen absorbierten Metallsalze durch das Alkali einer entsprechenden Alkalidoppelverbindung, wie Natriumalurninat, Natriumzinkat u. dgl., bewirkt und damit die gleichzeitige Anreicherung des ausgefällten Oxydes mit den aus den Alkalidoppelverbindungen abgeschiedenen Oxyden verbunden. Die Oxyde bleiben hierbei in ungleich inniger und soliderer Weise mit der Haut verbunden, als dies durch das bekannte nachträgliche Abstumpfen der basisehen Salze mit einem Alkali oder mit unlöslichen Karbonaten, wie Schlemmkreide u. dgl., erreicht werden kann.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß auch zur gleichen Zeit auf einfache Weise größere Mengen verschiedener Metalloxyde in die tierische Faser eingeführt werden, so daß der Gehalt an gerbendem Metalloxyd erhöht wird.
Es ist klar, daß hierbei durch geeignete Kombinierung verschiedener Metalloxyde der Charakter der Mineralgerbung leicht modifiziert werden kann und in bezug auf die Eigenschaften und die Qualität des herzustellenden Leders neue Effekte hervorgerufen werden können.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zum Gerben mit Metallsalzen, dadurch gekennzeichnet, daß die in üblicher Weise vorbereiteten Häute und Felle mit der Lösung eines basischen Sesquioxydsalzes imprägniert und dann mit der alkalischen Lösung eines Sesquioxydes nachbehandelt werden.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an Stelle der alkalischen Lösung eines Sesquioxydes zur Nachbehandlung die alkalische Lösung eines Metalloxydes der Formel Me O zur Anwendung gelangt.
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