DE19810168C2 - Vorrichtung zum Messen von Undichtheiten in Abscheideranlagen - Google Patents
Vorrichtung zum Messen von Undichtheiten in AbscheideranlagenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Messen von Un
dichtheit einer Abscheideranlage, die aus einem Behälter oder
mehreren untereinander verbundenen Behältern mit jeweils
einem Zu- und Ablauf besteht, mittels Bestimmung des Flüssig
keitsspiegelabfalls bei Undichtheit der zuvor gefluteten Be
hälter oder Gesamtanlage, bei der ein Gestell (1) vorgesehen
ist, das über der Öffnung oder in dem zu prüfenden Abschei
derbehälter positionierbar ist, das Gestell mindestens eine
Führung für einen Stab in vertikaler Richtung aufweist und
der Stab an seinem unteren Ende mit einem Schwimmer verbunden
ist.
Für das Betreiben von Abscheideranlagen erfordern DIN-Vor
schriften regelmäßige Kontrollen und Wartungen. In einem vor
geschriebenen zeitlichen Abstand oder bei Bedarf sollen die
Anlagen entleert und einer generellen Prüfung hinsichtlich
baulichem Zustand, Dichtheit, Einbaustellen sowie selbsttäti
gem Anschluß unterzogen werden.
Für das Kriterium der Wasserdichtheit wird vorgeschrieben,
daß Abscheideranlagen und deren Teile einschließlich An
schlüsse, Verbindungen und gegebenenfalls Trennwände bis zur
Oberkante der Gehäuse dauerhaft wasserdicht sein müssen. Die
Forderung von Wasserdichtheit gilt in gleichem Maße auch für
eventuelle Fugen von Abscheideranlagen.
Es ist bekannt, die Dichtheit von Abscheideranlagen über die
Veränderung eines Flüssigkeitsspiegels zu messen. Hierfür
werden die Zu- und Abläufe einer gesamten Anlage oder nur
einzelner Behälter abgedichtet und die Behälter bis zu ihrer
Oberkante mit Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, geflutet.
Falls die Behälter undicht sind, tritt Wasser an diesen Stel
len aus. Demzufolge sinkt der Wasserstand.
Üblicherweise wird das Abfallen des Wasserstandes manuell
mittels eines Zollstocks aufgenommen. Hierzu wird die Wasser
höhe in einem ersten Schritt bestimmt und nach einer bestimm
ten Zeit ein weiteres Mal. Diese manuelle Meßmethode ist un
genau.
Aus der US 3 892 126 ist eine Vorrichtung zum Messen der
Flüssigkeitsabsorption von Böden bekannt, bei der ein Gestell
vorgesehen ist, das über einer Bodenöffnung, über die die
Flüssigkeit zugänglich ist, positionierbar ist. Das Gestell
weist eine Führung für einen Stab in vertikaler Richtung auf,
der an seinem unteren Ende mit einem Schwimmer verbunden ist.
Der Flüssigkeitsspiegel kann an einem Lineal abgelesen wer
den.
Aus der DE-PS 667 904 ist ein Flüssigkeitsanzeiger für
Braupfannen bekannt, der wiederum eine mit ihm verbundene
Schreibvorrichtung bedient. Die Bewegung des Tauchkörpers in
der Braupfanne wird über ein kompliziertes Hebel-Zahnrad-Ge
triebe auf die Flüssigkeitsanzeige übertragen.
Ferner ist aus der DE-PS 320 302 eine Brennstofftankanzeige
bekannt, bei der die Bewegung eines im Brennstoffbehälter
zwangsgeführten Schwimmkörpers über ein Seil auf eine feder
belastete Rolle übertragen wird, die wiederum über eine bieg
same Welle mit einem Zahnradgetriebe in Verbindung steht. Das
Zahnradgetriebe überträgt über einen Schreibhebel den Füll
stand des Brennstoffbehälters auf eine Trommel mit einem Pa
pierstreifen.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine kostengünstige und einfache und
dennoch genaue Vorrichtung zum Messen von Undichtheiten in
Abscheideranlagen zu schaffen, die auch im Einsatz unter er
schwerten Bedingungen wenig störanfällig ist.
Diese Aufgabe wird durch eine Meßvorrichtung mit den Merkma
len des Anspruchs 1 gelöst.
Mittels dieser Vorrichtung wird die vertikale Bewegung des
Schwimmers in Abhängigkeit von dem Flüssigkeitsspiegel, übli
cherweise Wasser, durch die entsprechende Bewegung des Stabs
von einem mechanischen Aufzeichnungsmittel festgehalten.
Durch die Wahl einer einfachen Konstruktion sowie eines me
chanischen Aufzeichnungsmittels läßt sich die Meßvorrichtung
auch unter erschwerten Bedingungen, wie beispielsweise in
schlammigen oder öligen Einsatzorten, störungsfrei einsetzen.
Die vorgeschlagene Vorrichtung arbeitet genauer als die be
kannte Zollstock-Methode. Zudem liefert das Aufzeichnungsmit
tel eine Dokumentation des Wassersäulenabfalls. Bei dem er
wähnten Aufzeichnungsmittel handelt es sich um einen Schrei
ber, der auf einem rotierenden Zylinder mit einer Papierwick
lung aufliegt. Der Grad einer Undichtheit läßt sich durch
eine abfallende Wassersäule und folglich eine nach unten ver
laufende Kurve auf dem Papier ablesen.
Es ist vorteilhafterweise vorgesehen, daß der Schwimmer an
dem Stab lösbar angeordnet ist.
Zur Benutzung der Meßvorrichtung wird zuerst das Gestell über
der Wartungs- und Einstiegsöffnung eines Behälters po
sitioniert. Sodann wird der Schwimmer mit dem unteren
Stabende verbunden, beispielsweise indem der Schwimmer von
unten in einen Hohlstab eingesetzt wird. Alternativ kann der
Schwimmer mit dem Stab aber auch schon während der Anfangspo
sitionierung fest verbunden sein.
Erfindungsgemäß weist das Gestell eine Führung für die verti
kale Bewegung des Stabes auf. Vorzugsweise handelt es sich
hierbei um eine Gleitführung.
Das vorgeschlagene Gestell besteht bei einer vorteilhaften
Ausführungsform aus drei zueinander geneigt angeordneten
Grundstreben, die somit eine Art Dreifuß bilden. Diese Grund
streben sind untereinander über parallele, waagerecht verlau
fende Zwischenverstrebungen verbunden. An diesen Zwischenver
strebungen sind die Gleitführungen befestigt, vorzugsweise
zwei.
Um neben den Gleitführungen ein weiteres Führungsmittel für
den Stab bereitzustellen, wird vorgeschlagen, daß der Stab
mit einem Querstab verbunden ist. Dieser verläuft bei Ab
wärtsbewegung des Stabes entlang einer vertikalen Zwischen
verstrebung, die zwischen den waagerechten Zwischenverstre
bungen angeordnet ist. Der Querstab verhindert zudem eine
Drehbewegung des Stabes.
Bei dieser Ausführungsform ist allerdings zu berücksichtigen,
daß der Querstab lösbar mit dem Stab verbunden ist, damit der
Stab in die Gleitführungen eingesetzt werden kann.
Des weiteren wird vorgeschlagen, daß der Zylinder des mecha
nischen Aufzeichnungsmittels mit jeweils einem verlängerten
Ende an den waagerecht verlaufenden Zwischenverstrebungen be
festigt ist. Der Zylinder soll während des Aufzeichnungsvor
gangs gleichmäßig rotieren. Hierzu wird vorgeschlagen, daß
der Antrieb mittels Federkraft erfolgt. Dieses System ist we
nig störanfällig.
Um eine größere Variabilität des Stabes bei unterschiedlichen
Bauhöhen von Behältern zu erhalten, ist der Stab teleskopar
tig verlängerbar.
Der Schwimmer hat vorzugsweise ein Gewicht von 1-1,5 kg.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert. Die einzige Figur zeigt hierbei eine
seitliche Schnittansicht der Meßvorrichtung.
Die Meßvorrichtung umfaßt ein Gestell 1 in Form eines Drei
beins, das aus drei zueinander geneigt angeordneten Grund
streben 2a, 2b, 2c (2c nicht gezeigt) besteht. Diese sind
über zwei parallele, waagerecht verlaufende Zwischenverstre
bungen 3a, 3b verbunden. An diesen Zwischenverstrebungen 3a,
3b sind zwei Gleitführungen 4a, 4b zum Halten und Führen
eines Stabs 5 befestigt. Der Stab 5 ist an seinem unteren
Ende fest oder lösbar mit einem Schwimmer (nicht gezeigt)
verbunden. Bei dem Stab 5 kann es sich um einen Hohlstab von
22 mm Durchmesser, vorzugsweise aus Kupfer, handeln. An sei
nem anderen Ende ist er über einen Querstab 6 mit einem
Schreiber 7 verbunden, der auf einem rotierenden Zylinder 8
aufliegt. Um den Zylinder 8 ist Millimeterpapier (nicht ge
zeigt) gewickelt. Es wird mit Hilfe von Kabelbindern (nicht
gezeigt) auf dem Zylinder 8 im Querformat befestigt. Der Zy
linder 8 ist mittels verlängerter Lagerzapfen 9a, 9b an den
beiden Zwischenverstrebungen 3a, 3b drehbar gehalten. Der
Zylinderkörper 8 ist so gewählt, daß er ausreichend lang für
eine erwartete Abwärtsbewegung des Schreibers 7 ist.
Der Antrieb der Rotationsbewegung des Zylinders erfolgt mit
tels Federenergie. Dieser Mechanismus ist vergleichbar mit
dem Aufzugswerk in einem Uhrwerk. Allerdings ist auch jeder
andere Antriebsmechanismus zur Erzeugung einer gleichmäßigen
Rotationsbewegung denkbar.
Auf der dem Zylinder 8 gegenüberliegenden Seite ist der Stab
5 mit einem zweiten Querstab 10 verbunden. Dieser verläuft
entlang einer vertikalen Querverstrebung 11 und verhindert
zusätzlich eine Drehbewegung des Stabs 5.
Nachfolgend wird der Einsatz der vorgeschlagenen Meßvorrich
tung beschrieben. Zuerst werden der Zu- und Ablauf eines Be
hälters bzw. einer Gesamtabscheideranlage abgedichtet. Der
Behälter wird bis zur Oberkante der monolitischen Beschich
tung bzw. bis zur Behälteroberkante mit Wasser aufgefüllt.
Danach werden der Zu- und Ablauf auf ihre Dichtigkeit über
prüft, um sie als Fehlerquelle auszuschließen. Zum Messen des
Abfalls der Wassersäule wird das Gestell 1 der Meßvorrichtung
über die Einstiegsöffnung des Behälters positioniert. Der
Schwimmer wird von unten in den Hohlstab 5 eingeführt und der
Schreiber 7 auf dem rotierenden Zylinder 8 eingestellt. Der
Schwimmer wird mittels einer Klemmschraube an dem Hohlstab 5
befestigt und auf die Wasseroberfläche gesetzt. In einem
nächsten Schritt wird der Antriebsmechanismus des Zylinders 8
durch Drehung in eine Richtung betätigt und der Schreiber 7
entriegelt. Über die Verbindung des Stabes 5 bilden nun
Schwimmer und Schreiber 7 eine feste Einheit.
Falls der überprüfte Behälter dicht ist, bleibt die Wasser
säule konstant und somit das Niveau des Schwimmers. Auf dem
Millimeterpapier ist eine waagerechte Linie abzulesen. Ande
renfalls wird eine abfallende Wassersäule durch eine auf dem
Millimeterpapier ebenfalls abfallende Kurve angezeigt. Es ist
von Vorteil, daß ein Ablesen des Wasserverlustes über der
Zeit möglich ist.
Claims (9)
1. Vorrichtung zum Messen von Undichtheit einer Abscheider
anlage, die aus einem Behälter oder mehreren untereinan
der verbundenen Behältern mit jeweils einem Zu- und Ab
lauf besteht, mittels Bestimmung des Flüssigkeitsspiege
labfalls bei Undichtheit der zuvor gefluteten Behälter
oder Gesamtanlage, bei der ein Gestell (1) vorgesehen
ist, das über der Öffnung oder in dem zu prüfenden Ab
scheiderbehälter positionierbar ist, das Gestell min
destens eine Führung für einen Stab in vertikaler Rich
tung aufweist und der Stab an seinem unteren Ende mit
einem Schwimmer verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stab (5) mit einem mechanischen Aufzeichnungs
mittel (6, 7, 8) verbunden ist,
wobei es sich bei dem Aufzeichnungsmittel um einen
Schreiber (7) handelt, der die vertikale Bewegung des
Stabes (5) auf einen sich drehenden Zylinder (8) über
trägt und der Stab (5) über einen Querstab 6 mit dem
Schreiber 7 verbunden ist, der auf dem sich drehenden Zy
linder (8) aufliegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schwimmer an dem Stab (5) lösbar angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stab (5) in zwei Gleitführungen (4a, 4b) vertikal
bewegbar ist.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gestell (1) aus drei zueinander geneigt angeord
neten Grundstreben (2a, 2b, 2c) besteht, die über zwei
parallele, waagerecht verlaufende Zwischenverstrebungen
(3a, 3b) verbunden sind, an denen die Gleitführungen (4a,
4b) befestigt sind, und die Zwischenverstrebungen (3a,
3b) über eine weitere, senkrecht verlaufende Zwischenver
strebung (11) verbunden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stab (5) mit einem zweiten Querstab (10) verbunden ist,
der entlang der senkrechten Zwischenverstrebung (11)
luft.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zylinder (8) mit jeweils einem verlängerten Ende
(9a, 9b) an den waagerecht verlaufenden Zwischenverstre
bungen (3a, 3b) drehbar gehalten ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb des Zylinders (8) mittels Federkraft er
folgt.
8. Vorrichtung nach eitlem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Stab (5) teleskopartig verlängerbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schwimmer ein Gewicht von 1-1,5 kg aufweist.
Priority Applications (1)
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| DE1998110168 DE19810168C2 (de) | 1998-03-10 | 1998-03-10 | Vorrichtung zum Messen von Undichtheiten in Abscheideranlagen |
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| DE19810168A1 DE19810168A1 (de) | 1999-09-23 |
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| DE1998110168 Expired - Fee Related DE19810168C2 (de) | 1998-03-10 | 1998-03-10 | Vorrichtung zum Messen von Undichtheiten in Abscheideranlagen |
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Families Citing this family (1)
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| DE10033369A1 (de) * | 2000-07-08 | 2002-01-17 | Ulrich Bachon | Verfahren zur Prüfung der Dichtigkeit von im Erdboden eingebauten Flüssigkeitsbehandlungs- und -speicher-behältern |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE320302C (de) * | 1919-01-21 | 1920-04-16 | Paul A Hampel | Durch Schwimmer und biegsame Welle angetriebene Registriervorrichtung |
| DE667904C (de) * | 1937-04-21 | 1938-11-23 | Ind Akt Ges | Fluessigkeitsanzeiger fuer Braupfannen |
| DE1911860A1 (de) * | 1969-03-08 | 1970-09-24 | Shell Ag | Vorrichtung zum Feststellen von Leckverlusten |
| US3892126A (en) * | 1974-03-14 | 1975-07-01 | John J Curtin | Method and apparatus for facilitating testing the liquid absorptivity of soil |
-
1998
- 1998-03-10 DE DE1998110168 patent/DE19810168C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19810168A1 (de) | 1999-09-23 |
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