DE197861C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es gibt bekanntlich eine Reihe von Wolframverbindungen , die kolloidale Lösungen ergeben,
vor. allem kolloidale Lösungen mit Wasser, die ähnliche physikalische Eigerischäften
haben wie Gummiarabikum. Diese kolloidalen Wolframverbindungen sind besonders geeignet zur Herstellung von Wolframglühfäden
für elektrisches Licht oder von Glühfäden aus Legierungen des Wolframs mit
ίο anderen Metallen. Bei der Herstellung solcher
Fäden aus Metallverbindungen wird im allgemeinen derart verfahren, daß die Masse
mit oder ohne Zusatz anderer Stoffe durch Düsen zu Fäden gespritzt wird, die dann
reduziert werden. Es ist aber die Behandlung soleher gespritzter Fäden mit mancherlei
Schwierigkeiten verknüpft; vor allen Dingen ist die Festigkeit der Fäden nur sehr gering,
und auch die Gleichmäßigkeit ist nur unter ganz besonderen Vorsichtsmaßregeln zu erzielen.
Gemäß vorliegender Erfindung nun wird die kolloidale Wolframpaste, aus der die Fäden
hergestellt werden sollen, in Verbindung mit "einem Faden aus verkohlbarem Faserstoff
(Baumwollfaden, Leinenfaden o. dgl.) verwendet, wodurch nicht nur hervorragende Festigkeit
erzielt wird, sondern auch gleichzeitig ein außerordentliches Durchdringen des Faser-Stoffs
mit der kolloidalen Wolframpaste erreicht wird, wie dies- bei dem an sich bekannten
Tränken von Faserstoff mit Metallverbindungen anderer Art nie erzielbar ist.
Gleichzeitig aber dient der in dem Faserstoff Enthaltene Kohlenstoff als Reduktionsmittel
für die Wolframverbindung.
Besonders geeignet für die Ausführung des vorliegenden Verfahrens ist die sogenannte
kolloidale Wolframsäure und andere, beispielsweise aus Amrhoniummetawolframat herstell-
bare, kolloidale, leicht reduzierbare Verbindungen.
Nimmt man als Ausgangsmaterial Verbindungen, die den elektrischen Strom nicht
leiten, so gestaltet sich das Verfahren verhältnismäßig umständlich, weil zunächst durch
eine äußere Wärmequelle der Faden verkohlt werden muß und hierauf erst reduziert werden
kann. Durch Zusatz von etwas Metallpulver zu der Paste von Wolframverbindungen läßt sich der Faden derart leitend machen,
daß durch Hindurchleiten eines elektrischen Stromes sofort die Verkohlung und die Reduktion
vor sich geht.
Weit besser aber wird dieser Zweck noch erreicht, wenn man statt eines Metallpulvers
eins der bekannten leitenden Oxyde des Wolframs zusetzt, weil das Vorhandensein von Oxyden im Faden von erheblicher Bedeutung
für die Beseitigung des Kohlenstoffs im Faden ist. Man wählt daher auch zweckmäßig
das Verhältnis von Kohlenstoff und Metallverbindung derart, daß die Kohle bei dem Reduktionsvorgang vollständig aus dem
Faden entfernt wird; ein Überschuß an reduzierbaren Metallverbindungen kann zum Schluß
beseitigt werden, indem man in den Reduktionsbehälter ein Reduktionsmittel, beispielsweise
Wasserstoff, einleitet.
Da die kolloidale Lösung von Wolfram-Verbindungen im allgemeinen eine Neigung
zeigt, Tröpfchen auf dem Faden zu bilden,
besonders wenn kleine Fäserchen aus dem Faden hervorragen, und um überhaupt die
Gleichmäßigkeit der Durchtränkung des Fadens sicherzustellen und Fäden von beliebiger
Länge mit derselben Gleichmäßigkeit bei Massenfabrikation herstellen zu können, wird
vorteilhaft der Faden noch vor dem Trocknen durch eine Düse hindurchgezogen, deren Öffnung
dem Fadendurchmesser entsprechend
ιό gewählt ist.
Die so hergestellten Fäden können unfer Anwendung einiger Vorsicht auf Spulen von
genügend großem Durchmesser aufgewickelt und dann späterhin zur Fertigstellung von
Glühfäden verwendet werden. Am einfachsten gestaltet sich das Verfahren, wenn die auf
die erforderliche Länge zurechtgeschnittenen getränkten Fäden auf dem Traggestell derart
ausgespannt werden, daß der Faden annähernd die Form erhält, die er endgültig behalten
soll. Dann findet auf dem Traggestell die Reduktion statt, wobei der Faden noch geringe
Formänderungen erfährt; er kann dann entweder auf dem Traggestell verbleiben, auf
dem er fertiggemacht wurde, oder auf ein neues endgültiges Traggestell ähnlicher Gestaltung
untergebracht und in der Lampenglocke eingeschmolzen werden.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von Glühfäden aus Wolfram oder Legierungen desselben durch Reduktion von mittels kolloidalen Lösungen von Wolframverbindungen geformten Fäden, dadurch gekennzeichnet, daß.- eine, kölibidale Lösung von Wolframverbindungen,, mit" oder ohne Zusatz von anderen Verbindungen des Wolframs oder anderer Metalle oder von Metallpulvern auf einen Faden aus verkohlbarem Faserstoff aufgetragen und durch den Kohlenstoff der Faser reduziert wird.
- 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der kolloidalen Lösung von Wolframverbindungen leitende Oxyde des Wolframs oder aridere durch Kohlenstoff reduzierbare leitende Metallverbindungen zugesetzt werden, zu dem Zweck, den mit den Metallverbindungen getränkten Faden durch einfaches Hindurchleiten eines elektrischen Stromes verkohlen und in einen reinen Metallfaden verwandeln zu können.
- 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Kohlenstoff und Metallverbindungen im Faden derart gewählt wird, daß die Kohle bei dem Reduktionsprozeß vollständig aus dem Faden entfernt wird, während ein Überschuß an reduzierbaren Metallverbindungen durch andere Reduktionsmittel nachträglich beseitigt wird.
- 4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Faden vor der Reduktion auf einem Traggestell derart ausgespannt wird, daß er annähernd seine endgültige Form erhält und hierauf auf dem Traggestell reduziert wird. .
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE197861C true DE197861C (de) |
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ID=460711
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE197861C (de) |
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